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Riester-Rente

Alters­vorsorge mit staatlicher Förderung

Mit der Riester-Rente sorgst du fürs Alter vor und erhältst dabei attraktive staatliche Zulagen. Alles, was im Jahr 2022 wichtig ist, erfährst du hier.
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Das Wichtigste in Kürze

Die Riester-Rente kann sinnvoll sein und sich lohnen: Mehr als 16,5 Millionen Riester-Verträge gibt es in Deutschland! Kinderreiche Familien, Arbeitnehmer sowie Geringverdiener können von attraktiven staatlichen Zulagen profitieren.

  1. Riester-Verträge lohnen sich für viele Sparer und werden vom Staat jährlich mit dreistelligen Riester-Zulagen gefördert.
  2. Die Höhe der Zuschüsse ist abhängig von deinem Eigenbeitrag, deinem Eintrittszeitpunkt und der Anzahl deiner Kinder.
  3. Leg dein Augenmerk auf die weiteren lukrativen Alternativen der privaten Altersvorsorge, welche besonders im Niedrigzinsumfeld eine sehr gute Option sein können.

Die Riester-Rente seit 2022

Niedrige Zinsen und die gesetzliche Vorgabe zur Beitragsgarantie ermöglichen es Versicherern derzeit kaum, dir ein attraktives Angebot mit einer Rendite über dem aktuellen Inflationsniveau zu machen. Das kann die Riester-Rente unattraktiv machen, wenn du nicht in besonderem Maße von den Zulagen profitierst
Schau dir deshalb unbedingt auch die Private Renten­versicherung oder die Rürup-Rente an, die vom Problem der niedrigen Zinsen weniger betroffen sind. Und sprich mit unseren CLARK-Expert:innen, wenn du dir unsicher bist.

Was ist die Riester-Rente?

Privat fürs Alter vorsorgen und damit die fehlende Absicherung der gesetzlichen Rentenleistung ausgleichen, das geht unter anderem mit einer Riester-Rente. Sie trägt den Namen des früheren Arbeitsminister Walter Riester und eignet sich für viele Sparer, ganz gleich ob du Arbeitnehmer, geringfügig beschäftigt, ALG-Empfänger oder verbeamtet bist. Denn bei der Riester-Rente gibt es zwei besondere Vorteile:

  • Als Geringverdiener kannst du mit dem Sockelbeitrag von 5 Euro im Monat volle Zulagen erhalten. Weiterhin ist die Riester-Rente HartzIV sicher.
Wie funktioniert die Riester-Rente?
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Warum für dich an privater Vorsorge kein Weg vorbeiführt

Die gesetzliche Rente reicht nicht aus. Die Inflation hat jährlichen Einfluss auf das eigene Ersparte und die Gesellschaft in Deutschland wird immer älter, wodurch das Rentensystem in sich zusammenfällt. Es beruht auf der Annahme, es gäbe immer genug Arbeitnehmer, die mit ihren Rentenbeiträgen die aktuellen Rentner finanzieren.

Grafik, die zeigt, wie Geld durch Inflation über die Jahre an Kaufkraft verliert

Mit den Babyboomern, die in den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Krieg geboren wurden, geht derzeit eine zahlenmäßig starke Generation in den Ruhestand, die selbst wenig Kinder bekommen hat. Dank des medizinischen Fortschritts dürfen sich Millionen von Babyboomern – und ihre Familien – zudem über ein langes Rentnerleben freuen.

Wir werden immer älter. 2020 zahlen noch etwa 3 Erwerbstätige für einen Rentner. Bis 2050 wird sich durch den demographischen Wandel jedoch die Zahl der Rentner pro Erwerbstätigem verdoppeln. Die Folge: Die gesetzliche Rente allein reicht nicht mehr aus.

Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Darum wurde das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre angehoben. Zugleich pumpt der Staat Steuermittel in die Rente – schon jetzt jährlich etwa 100 Milliarden Euro, ein Drittel des gesamten Bundeshaushalts.

Gleichzeitig sinkt das sogenannte Rentenniveau. Dieses gibt an, wie hoch die sogenannte Standardrente im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst eines Erwerbstätigen ist. Standardrente meint die monatliche Rente bei 45 Beitragsjahren zum jeweiligen Durchschnittsverdienst nach Abzug der Sozialabgaben (Kranken- und Pflege­versicherung), aber vor Steuern.

Ein Beispiel: Wer derzeit das deutsche Durchschnittseinkommen von rund 3.460 Euro brutto monatlich bekommt und 45 Jahre lang in die Rente einzahlt, darf trotzdem kaum mehr als 1.500 Euro Rente erwarten – vor Abzug der Steuern.

Darum ist eine private Alters­vorsorge so wichtig
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Als Konsequenz daraus wird dir mit der Riester-Rente die Möglichkeit gegeben, regelmäßige Sparbeträge für deine private Alters­vorsorge einzuzahlen, bei zeitgleicher staatlicher Förderung und Steuervorteilen in der Ansparphase.

Zusammenfassung

  • Eine Riester-Rente eignet sich für viele Sparer und bietet im Kern die Riester-Zulagen. Besonders können kinderreiche Familien und Personen mit geringem Verdienst profitieren.
  • Riester-Sparer können sich eine monatliche Rente (oder eine Teilauszahlung + monatlicher Rente) sichern, die ihr Einkommen im Alter ergänzt.
  • Die Höhe der gesetzlichen Renten­versicherung wird bei Renteneintritt nicht mehr ausreichen, um deinen gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Private Vorsorge ist unerlässlich.

Wie funktioniert die Riester-Rente und wann ist sie sinnvoll?

Bei der Riester-Rente als zusätzliche Altersvorsorge kannst du von unterschiedlichen Formen der Riester-Förderung profitieren. Du kannst

  • 175 Euro pro Jahr als Grundzulage,
  • +300 Euro pro Jahr Kinderzulage für jedes nach 2008 geborene Kind,
  • +185 Euro pro Jahr Kinderzulage für jedes vor 2008 geborene Kind,
  • +200 Euro einmalige Bonus-Zulage (wenn du bei Abschluss jünger als 25 Jahre alt bist) erhalten.

Wie du die volle Riester-Förderung erhältst

Zahlst du jährlich mindestens 4 Prozent deines Vorjahresbruttogehalts ein, oder 2.100 Euro im Jahr, falls 4 Prozent deines Vorjahresbruttogehalts höher sind, erhältst du je nach Förderfähigkeit alle Zulagen in voller Höhe. Ehepaare sind in der Lage, jährlich 4.200 Euro als Sonderausgaben geltend zu machen. Ob du eine Summe einzahlst, die über deine 4 Prozent oder die 2.100 Euro hinausgeht, das bleibt dir überlassen.

Eine weitere sinnvolle Regelung stellt der Mindestbeitrag, auch Sockelbeitrag genannt, dar. Durch ihn können auch Geringverdiener von der staatlich geförderten Riester-Zulagen profitieren. Angenommen, deine 4 Prozent Vorjahresbruttoeinkommen fallen geringer aus als 60 Euro, dann genügt die Einzahlung des festgesetzten Sockelbeitrags (60 Euro), um die vollen staatlichen Förderungen zu erhalten. Das sind nur 5 Euro Beitrag pro Monat! Wichtig ist: Zahlst du deine 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens oder den Mindestbeitrag nicht vollständig ein, so erhältst du auch die staatlichen Zulagen nur anteilig.

Direkt, unmittelbar und mittelbar förderfähig

Allerdings kann nicht jeder von den Riester-Förderungen, die die Riester-Rente attraktiv machen, profitieren. In diesem Fall ist man nicht förderfähig. Hierzu zählen beispielsweise Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlen.

Diejenigen, die riestern dürfen, nennt man förderfähig. Unter ihnen wird noch einmal zwischen unmittelbar förderfähigen Personen und nur mittelbar förderfähigen Personen unterschieden. Unmittelbar förderfähig sind die Beitragszahler der Deutschen Renten­versicherung. Dazu gehören neben den meisten festangestellten Arbeitnehmern, geringfügig Beschäftigte (Minijobs) sowie Selbstständige in der Künstlersozialkasse. Auch Beamte sind förderfähig, auch wenn sie nicht in die Renten­versicherung einzahlen. Neben diesen unmittelbar förderfähigen Sparern können auch andere Menschen einen Anspruch auf Förderung erwerben. Das gilt vor allem für die Ehegatten beziehungsweise eingetragenen Partner von Riester-Sparern. Wer mit einem unmittelbar Förderberechtigten verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, gilt als mittelbar förderfähig. Dies ist auch der Fall, wenn du rein rechtlich als nicht förderfähig giltst.

Riestern kann sich lohnen: Rechenbeispiele?

Tina Richter verdient pro Jahr 45.000 Euro und hat keine Kinder. Sie hat Anspruch auf die Grundzulage von 175 Euro, wenn sie 4 Prozent ihres Einkommens in den Riester-Vertrag investiert. Das wären 1.800 Euro. Abzüglich der Zulage, die der Staat spendiert, zahlt die 30-Jährige effektiv 1.625 Euro ein.

Das entspricht einem monatlichen Beitrag von etwa 135,50 Euro.

Tinas ältere Schwester Irina verdient ebenfalls 45.000 Euro, hat aber zwei nach 2008 geborene Kinder. Irina erhält somit zusätzlich zu den 175 Euro Grundzulage stattliche 600 Euro Kinderzulagen. Irinas persönlicher Beitrag von 1.800 Euro pro Jahr reduziert sich auf 1.025 Euro.

Das entspricht 85,50 Euro pro Monat.

Für wen eignet sich die Riester-Rente?

Durch die Riester-Förderung lohnt sich die Riester-Rente grundsätzlich für viele Sparer.

Grundsätzlich gilt:

  • Jeder unmittelbar und mittelbar Förderfähige kann von einem Riester-Vertrag und der Riester-Förderung profitieren.
  • Für kinderreiche Familien und Alleinerziehende ist eine Riester-Rente aufgrund der Kinderzulagen besonders sinnvoll.
  • Menschen mit einem geringen Einkommen, die ihre Riester-Förderung auf den Sockelbeitrag von 60 Euro erhalten. Haben sie zusätzlich unterhaltspflichtige Kinder, kann die Riester-Rente mit den geförderten Beiträgen eine besonders gute Rendite erwirtschaften.
  • Die Riester-Rente ist Hartz IV sicher (Schonvermögen) und es gilt das Kapitalerhaltungsprinzip (dies garantiert dir deine eingezahlten Beiträge plus Zulagen zu Rentenbeginn).

Zusammenfassung

  • Zahlst du 4 Prozent deines Vorjahresbruttos oder den Sockelbeitrag, dann erhältst du die Riester-Förderung in voller Höhe. Wenn du anteilig einzahlst erhältst du die Förderungen ebenfalls anteilig.
  • Du erhältst staatliche Förderungen: Die Grundzulage, die Kinderzulage oder den Einmalbonus.
  • Beachte: Niedrige Zinsen und die Beitragsgarantie nehmen der Riester-Rente die Rentabilität. Nicht für alle Sparer ist sie sinnvoll. Privat vorsorgen? Dafür gibt es lukrative Alternativen wie die fondsgebundene Renten­versicherung.

Deine Beiträge – unterschiedliche Riester-Varianten

Bei der Auswahl deines Riester-Vertrages kannst du aus unterschiedlichen Optionen wählen. Ob sicherheits-, chancenorientiert oder für Wohnzwecke. Du hast die Wahl aus den so genannten Geld- oder Wohn-Riester Verträgen.

Vorab solltest du wissen, dass die Riester-Rente als solche eine verlässliche Alters­vorsorge für dich darstellt.

  • Es wird dir eine lebenslange Rente zugesagt.
  • Deine Beiträge, sowie alle staatlichen Zulagen, sind durch das Kapitalerhaltungsprinzip vor dem Verlustrisiko geschützt.
  • Du hast die Möglichkeit mit dem Wohn-Riester in wohnliche Zwecke zu investieren.
  • Einmal im Jahr erhältst du eine detaillierte Übersicht deiner Vertragsentwicklung.

Eine lebenslange Zusatzrente

Mit Riester-Produkten kannst du dir also ein Sparguthaben mit Hilfe staatlicher Zulagen aufbauen. Das Ergebnis ist eine lebenslange Zusatzrente. Diese klassische Spielart des Riesterns wird auch als Geld-Riestern bezeichnet. Geldriestern kann man auf verschiedene Weise, je nachdem, wie du dein Geld anlegen möchtest:

Klassisch Riestern

Bei klassischen Riester-Verträgen liegt dein Fokus auf Sicherheit. Durch die monatlichen Einzahlungen kannst du dir die staatlichen Zulagen sichern, während der Versicherer dein Geld in festverzinsliche Anlagen investiert. Das mindert das Investitionsrisiko und du hast die Möglichkeit, dass du bereits bei Vertragsbeginn deine lebenslange Rente planen kannst. Durch die Zinsansammlung in der Ansparphase und durch eine gute Anlagestrategie deines Versicherers, können zu deiner garantierten Rente auch Überschüsse hinzukommen.

Partizipation am Kapitalmarkt

Eine weitere Anlagestrategie verfolgen die Riester-Fondssparpläne, also die fondsgebundene Riester-Rente.  Anders als bei der klassischen Riester-Rente investiert dein Riester-Anbieter Teile deiner Beiträge am Kapitalmarkt. Besonders über einen langen Anlagezeitraum kannst du hier vom Zinseszinseffekt sowie der Entwicklung des Kapitalmarktes profitieren.

Kein Risiko durch Beitragsgarantie
"Auch Riester-Fondssparpläne tragen kein erhöhtes Risiko. Die Summe der eingezahlten Beiträge plus staatliche Zulagen sind dir in Riester-Verträgen immer garantiert. Du tauschst lediglich den üblichen Garantiezins gegen etwas bessere Renditechancen ein."
Bild des CLARK Experten Christian
Christian
Versicherungsexperte bei CLARK

Dabei lassen sich selbst mit Investitionen in Indexfonds hohe Renditen erzielen, wie man am Beispiel des Deutschen Aktienindex (DAX) ablesen kann, der in den letzten Jahrzehnten trotz aller Crashs und Krisen eine beeindruckende Wertentwicklung von circa 7,5 Prozent über die letzten Jahrzehnte hingelegt hat.

Wohn-Riestern – deine Eigenheimrente

Seit dem Jahr 2008 besteht die Option, dass du die staatliche Förderung auch für die Finanzierung deiner eigenen Immobilie nutzen kannst. Der Grundgedanke des Wohn-Riesters ist es, dass du die Rückzahlung deiner selbstgenutzten Immobilie beschleunigen kannst. 

Durch das Modell des Wohn-Riesters soll es dir möglich gemacht werden, während deines Rentenalters mietfrei zu wohnen. Daraus folgt, dass du im Alter ein deutlich geringeres Maß an Lebenshaltungskosten zu tragen hast und somit auch mit einer niedrigeren Rentenhöhe auskommst. Die Voraussetzung, um vom Wohn-Riester zu profitieren, ist, dass du die Immobilie selbst nutzt.

So kannst du den Wohn-Riester nutzen

Bei der Beantragung der Eigenheimrente gibt es zwei unterschiedliche Szenarien, welche du beachten solltest. Entweder du hast vor einiger Zeit einen Geld-Riester Vertrag abgeschlossen und entscheidest dich für eine Entschuldung deiner Immobilie durch Auszahlung einer Summe. Oder du wählst eine Finanzierung aus einer der folgenden Wohn-Riester Varianten:

Möchtest du heute eine Immobilie erwerben (oder bauen), dann kann sowohl das Modell der Bausparkombifinanzierung oder des Annuitätendarlehens nützlich für dich sein, wenn du staatliche Förderung und dein Eigenheim verbinden möchtest.

Bei der Bausparkombifinanzierung nimmst du heute ein Vorausdarlehen auf, bei dem du lediglich die Zinslast abträgst und nicht tilgst. Da für das Vorausdarlehen somit keine Tilgung stattfindet, zahlst du nebenbei in einen klassischen Bausparvertrag ein. Dieser hat das Ziel, das Vorausdarlehen in voller Gänze abzulösen. Nach Ablösung zahlst du dann eine sich aus Zins und Tilgung ergebende Rate für den Bausparvertrag.

Das Annuitätendarlehen beschreibt eine festgeschriebene Rate, die aus der Kombination von Zins und Tilgung besteht. Wichtig für dich zu wissen ist, dass es für meist 10-15 Jahren eine Zinsbindung gibt. Das heisst, dass dein Zins innerhalb deiner Rate festgesetzt ist (zum Beispiel 3 Prozent). Mit Annähern an das Vertragsende steigt der Tilgungsanteil deiner Rate kontinuierlich an, da der Zins auf eine immer geringer ausfallende Restschuld berechnet wird. Das Annuitätendarlehen endet mit der vollständigen Rückzahlung und dem Saldo von Null.

Anders verhält es sich beim Bausparvertrag. Beim Bausparen planst du zukünftig eine Immobilie zu erwerben oder zu bauen. Deshalb sparst du heute eine Summe X als Eigenkapital an. Das besondere beim Bausparen ist, dass du bei Vertragsablauf nicht nur über die eingesparte Summe verfügen kannst, sondern auch ein zinsgünstiges Darlehen in selber Höhe aufnehmen kannst. Anschließend tilgst du die aufgenommene Darlehenssumme.

Zusammenfassung

  • Die Riester-Rente ist eine verlässliche Altersvorsorge, zum Beispiel durch das Kapitalerhaltungsprinzip.
  • Du kannst dich zwischen Geld- oder Wohn-Riester-Verträgen entscheiden – oder sie kombinieren.
  • Du erhältst jährlich eine Übersicht über die Entwicklung deiner Riester-Rente und bist so immer auf dem neuesten Stand.

Wie du dir dein Kapital auszahlen lassen kannst

Der Grundgedanke der Riester-Versicherungen ist die Auszahlung einer lebenslangen Rente – im Optimalfall ist das der Zeitpunkt, bei dem du in den Ruhestand übergehst. Sowohl Vertragslaufzeit als auch Auszahlungszeitpunkt sind in deinem Vertrag hinterlegt. Steht deine Rentenauszahlung bevor, so hast du die Möglichkeit, aus Auszahlungsmöglichkeiten vor- und nach Renteneintritt zu wählen.

Neben der Auszahlung einer lebenslangen Riester-Rente bei Rentenbeginn hast du auch das Wahlrecht, ob du eine Teilauszahlung veranlassen möchtest. Diese ist allerdings auf 30 Prozent des vorhandenen Kapitals begrenzt. Durch die Einmalentnahme wird dementsprechend deine lebenslange Rentenauszahlung gemindert. Sowohl deine Altersrente als auch deine Teilauszahlung unterliegt ebenfalls der vollen Steuerpflicht.

Eine Auszahlung des gesamten Kapitals ist grundsätzlich möglich, allerdings fällt diese Variante unter die so genannte “schädliche Verwendung”, da die Riester-Rente als eine lebenslange Altersrente verstanden wird. Möchtest du dennoch das gesamte Kapital als eine einmalige Auszahlung erhalten, so musst du die komplette staatliche Förderung zurückzahlen und die komplette Auszahlung (inklusive der enthaltenen Erträge) versteuern.

Zusammenfassung

  • Der Grundgedanke der Riester-Rente ist die Auszahlung einer lebenslangen Altersrente.
  • Bei Rentenbeginn hast du das Wahlrecht, ob du dir 30 Prozent des Kapitals als eine Einmalzahlung auszahlen lassen möchtest.
  • Die Auszahlung des gesamten Kapitals ist möglich, gilt jedoch als “schädliche Verwendung” und nicht empfehlenswert. Oftmals erhältst du weniger als deine eingezahlten Beiträge.

Volle Flexibilität in unsicheren Zeiten

Manchmal gerät man in finanziell schwierige Situationen. Das haben viele nicht zuletzt durch die Coronapandemie erfahren müssen. In solchen Fällen ist es wichtig, schnell reagieren zu können. Eine Riester-Rente zu kündigen, ist dabei allerdings nicht die beste Entscheidung. Folgendes solltest du im Zusammenhang mit deiner Riester-Rente wissen.

Kündigungsfall

Möchtest du einen bestehenden Riester-Vertrag kündigen, solltest du unbedingt die folgenden Punkte vor deiner Kündigung beachten:

  • Alle staatlichen Zulagen und Förderungen müssen zurückgezahlt werden.
  • Daraus resultiert ein deutlich geringerer Rückkaufswert.
  • Du verlierst deine Steuervorteile, da du keine Investitionen mehr in deinen Riester-Vertrag tätigst.
  • Angefallene Renditen müssen versteuert werden.

Du hast neben der Option zu kündigen auch Möglichkeiten wie die Beitragsfreistellung oder -reduktion deines Vertrages in Auftrag zu geben.

Flexibilität durch Beitragsfreistellung oder -reduktion

Bei einem finanziellen Engpass bieten Versicherer meist unkompliziert Hilfe in Form einer Beitragsfreistellung oder -reduktion an. Der Vorteil für dich ist, dass dein Guthaben inklusive aller Zulagen und Förderungen bestehen bleibt, sich weiter verzinst und du jederzeit die Möglichkeit hast, die Beitragszahlung wieder aufzunehmen oder zu erhöhen, wenn sich deine private Situation ändert. Im direkten Vergleich zur Kündigung stellen Beitragsfreistellung oder -reduktion also sehr effektive Alternativen dar, wenn es um deine Rente geht. Bei einer Reduktion der Beiträge gilt zu beachten: Fällst du unter die notwendigen 4 Prozent deines Vorjahresbruttoeinkommens, erhältst du entweder keine oder lediglich reduzierte Zulagen.

Riester-Vertrag = Schonvermögen

Der sicherlich wichtigste Punkt für dich ist die Sicherheit, dass dein Vermögen in deinem Riester-Vertrag im Fall der Arbeitslosigkeit bestehen bleibt. Die Riester-Rente zählt zum Schonvermögen und ist anders als beispielsweise klassische Renten­versicherungen pfändungssicher. Du musst ihn also nicht auflösen, um Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen zu bekommen.

Stattdessen kann dein Riester-Vertrag weitergeführt und zusätzlich weiter gefördert werden. Da du auch im Fall der Arbeitslosigkeit gesetzlich rentenversichert bist, giltst du als unmittelbar förderfähig. Dafür gelten für dich jedoch folgende Voraussetzungen:

  • Du bist bei der Arbeitsagentur als arbeitslos gemeldet und beziehst Arbeitslosengeld I oder II (Hartz IV) 
  • Um volle Förderung zu erhalten, gilt auch bei dir die 4 Prozent Regel (Sockelbetrag von 60 Euro), was den einzuzahlenden Beitrag betrifft.

Zusammenfassung

  • Eine vorzeitige Kündigung deines Riester-Vertrags hat zur Folge, dass du alle Zulagen und Förderungen zurückzahlen und die Gewinne aus der Kapitalanlage voll versteuern musst. Es sollte immer die letzte bis keine Option sein.
  • Bei unvorhersehbaren Ereignissen wie einem finanziellen Engpass solltest du stattdessen eine Beitragsfreistellung oder -reduktion anstreben.
  • Die Riester-Rente ist Hartz IV pfändungssicher, da sie zum Schonvermögen gezählt wird.

Schutz der Hinterbliebenen im Todesfall

Für den Fall, dass du verstirbst, bietet dir die Riester-Rente auch die Möglichkeit eines Hinterbliebenenschutzes. Dabei macht es einen Unterschied, ob du in der Anspar- oder während der Rentenphase verstirbst.

Todesfall während der Ansparphase (mit einem Ehepartner)

Im Fall deines Ablebens kann dein Ehepartner den Riester-Vertrag, genauer gesagt das angesparte Kapital, übertragen lassen. Dafür muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Todesfall ein neuer Riester-Vertrag durch den Ehepartner eröffnet werden. Anschließend kann das vorhandene Guthaben weiterhin in vollem Umfang bespart werden.

Todesfall während der Ansparphase (mit einem Kind)

Bist du alleinstehend und ist dein Kind erbberechtigt, so gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Riester-Vertrag im Todesfall umzugehen: Erhält das Kind zu dem Zeitpunkt Kindergeld, so kann das vorhandene Kapital als eine Form der Waisenrente bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ausgezahlt werden. Ist das Kind zu dem Zeitpunkt nicht mehr kindergeldberechtigt, dann kann das Kapital (abzüglich der Zulagen und anfallender Steuern) ausbezahlt werden.

Vereinbarte Rentengarantiezeit – Todesfall in der Rentenphase

Mit der Rentengarantiezeit hast du die Möglichkeit, eine Absicherung deiner Hinterbliebenen über einen bestimmten Zeitraum festzulegen. Vereinbarst du eine Rentengarantiezeit von bspw. 8 Jahren und hast bereits 3 Jahre die Rentenzahlung erhalten, wird im Todesfall die festgesetzte Riester-Rente für weitere 5 Jahre an die Erbin oder den Erben ausbezahlt.

Restkapitalabfindung – Todesfall in der Rentenphase

Bei dieser Option erhalten die Hinterbliebenen das Restkapital als eine lebenslange Rente ausbezahlt. Eine exakte Kalkulation findet im Rahmen einer Einzelfallprüfung durch den Versicherer statt.

Wichtig für dich ist: Sind keine Kinder, kein Ehepartner und keine testamentarischen Erben vorhanden, kommt dein Guthaben den anderen Riester-Versicherten zugute.

Zusammenfassung

  • Du kannst sowohl für die Anspar– als auch für die Rentenphase einen Hinterbliebenenschutz vereinbaren.
  • Während der Rentengarantiezeit erhalten deine Hinterbliebenen für einen festgelegten Zeitraum eine fortlaufende Rentenzahlung.
  • Dein Guthaben geht an das Versicherungskollektiv über, wenn keine Option des Hinterbliebenenschutzes vertraglich vereinbart ist oder keine Erben existieren.

Doch kein Riester-Vertrag? Diese Alternativen hast du

I. Private (fondsgebundene) Renten­versicherung

Wenn es dir wichtig ist, bei deiner Alters­­vorsorge flexibel zu bleiben, kommt eine private Renten­­versicherung infrage. Die klassische private Renten­­versicherung gehört zur dritten Säule des 3-Säulen-Modells.

Es gibt also keine staatliche Förderung oder Zulagen. Dafür bietet die private Renten­­versicherung mehr Flexibilität: Du kannst beispielsweise unmittelbar vor Rentenbeginn einen größeren Geldbetrag einzahlen, der direkt in eine lebenslange Rente umgewandelt wird. Weiterhin hast du die Wahl, wie die Versicherung die eingezahlten Beiträge anlegt.

Die fondsgebundene Renten­­versicherungen ermöglichen dir auch in Zeiten niedriger Zinsen höhere Rendite. Bei ihnen kannst du je nach Wahl unterschiedlicher Art und Weise am Kapitalmarkt partizipieren und in besonderem Maße am Zinseszinseffekt partizipieren. Hier ist auch eine Wahl verschiedener ETF-Sparpläne möglich. Bei der Auszahlung hast du zudem steuerliche Vorteile, da du nicht die gesamte Rente versteuern musst.

Die Private Rentenversicherung auf einen Blick: Einzahlung: flexibel Auszahlung: als lebenslange Rente, Rate oder als Einmalzahlung nach mindestens 12 Jahren Laufzeit Förderung in der Ansparphase: keine Renditechancen: hoch; Anlage frei wählbar Voraussetzungen: keine Förderung in der Auszahlphase: Ertragsanteilbesteuerung Beitragsgarantie: wählbar Todesfall: Bezugsberechtigte frei wählbar

II. Rürup-Rente – Die Basis-Rente mit Steuervorteilen

Die Rürup-Rente gehört im 3-Säulen-Modell zur ersten Säule und wird auch Basis-Rente genannt. Sie lohnt sich vor allem als Alters­­vorsorge für Selbstständige und Besserverdiener mit hohem Einkommen. 

Der Staat unterstützt die Alters­­vorsorge mit hohen Steuervergünstigungen: Die Prämien für das Jahr 2022 können bis zu einem Höchstbetrag von 25.639 Euro (51.278 Euro bei Verheirateten) zu 94 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Zudem ist die flexible Einzahlungsmöglichkeit ein weiterer Vorteil. Die Höhe des gezahlten Beitrags kannst du jederzeit ändern. Es gibt auch keinen fixen Mindestbeitrag.Bei der Rürup-Rente wird zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Renten­­versicherung unterschieden. Bei Ersterer weißt du als Versicherter dank der Garantieverzinsung genau, wie hoch deine Rente später sein wird. Die Renditechancen lassen sich in diesem Fall als „gering“ bezeichnen.

Anders läuft es bei Zweiterer, der fondsgebundenen Rente, denn da wird dein Geld in Fonds investiert. Die Höhe der Rendite ist nicht vorhersehbar, richtet sich aber an der durchschnittlichen Entwicklung des Kapitalmarktes. Für die Rente ist dir jedoch mindestens dein angespartes Kapital sicher.

Zur Vollständigkeit hier die Nachteile der Rürup-Rente: Du musst die Rente voll versteuern, und eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich – ebenso wenig wie die frühzeitige Auszahlung vor dem 62. Lebensjahr. Wie sich das auf die Gegenwart und im Alter auswirkt, und wie sich die Rürup- von der Riester-Rente unterscheidet, erfährst du in unserem Beitrag zur Rürup-Rente.

III. Betriebliche Altersvorsorge – Zuschuss durch deinen Arbeitgeber

Kein reines Produkt der Privaten Altersvorsorge, aber einen Blick wert: Die betriebliche Altersvorsorge. Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) wird die Alters­­vorsorge über den Betrieb organisiert. Ursprünglich war die bAV ein Mittel des Arbeitgebers, Mitarbeiter für besondere Betriebstreue mit einem zusätzlichen Benefit zu belohnen. Dabei versprach der Arbeitgeber eine Leistung in Form einer Zahlung ab Renteneintritt des Arbeitnehmers. 

Inzwischen gehört die betriebliche Alters­­vorsorge zum Nebenleistungspaket guter Arbeitgeber und ist Bestandteil des Gehalts. Über die Variante der bAV entscheidet der Arbeitgeber: Direkt­­versicherung, Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse oder Pensionsfond. Als Arbeitnehmer hast du darauf keinen Einfluss.

Seit 2002 gibt es außerdem die Möglichkeit für den Mitarbeiter, selbst über den Arbeitgeber fürs Alter vorzusorgen. Hier zahlt der Arbeitnehmer die Beiträge selbst. Der Arbeitgeber gibt nichts oder nur einen kleinen Teil dazu; wobei Neuverträge ab 2019 den Arbeitgeber dazu verpflichten, den Beitrag des Mitarbeiters mit 15 Prozent zu bezuschussen.

Der Vorteil des Arbeitnehmers liegt in der steuerlichen Begünstigung der Beiträge. Denn diese werden dem Bruttogehalt entnommen, sind also in der Regel steuer- und sozialabgabenfrei. Diesen Vorgang nennt man Entgeltumwandlung. Im Gegensatz zum arbeitgeberfinanzierten Teil einer bAV hast du als Angestellter in einem Betrieb ein Recht darauf, mittels Entgeltumwandlung in deine Alters­­vorsorge zu investieren.

Zusammenfassung

  • Lukrative Alternativen zum Riestern können Produkte wie die fondsgebundene Renten­versicherung sein. Dein Vorteil: Du partizipierst Jahrzehnte vom Kapitalmarkt und dem Zinseszins.
  • Klassische Kapitallebens­­versicherungen sind wegen der Niedrigzinsphase keine attraktive Alternative mehr.
  • Mit der Rürup-Rente und der Betrieblichen Alters­vorsorge stehen weitere Möglichkeiten der Alters­vorsorge zur Verfügung. Letztere wird sogar durch deinen Arbeitgeber gefördert.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Alters­­vorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Freiheit und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld: Eine Riester-Rente samt staatlicher Förderung erhältst du schon ab 5 Euro im Monat (Sockelbeitrag). Ob die Riester-Rente für dich jedoch die beste Option der Alters­vorsorge ist, ist maßgeblich abhängig von deiner persönlichen Lebenssituation. Es gibt weitere renditenstarke Produkte, mit denen du deine private Alters­vorsorge gestalten kannst.

Für das optimale Produkt ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Expert:innen helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine individuelle, finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Altersvorsorgeprodukt, das am besten zu dir passt.

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