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Betriebliche Altersvorsorge: Infos zur Betriebsrente

Jeder hat schon davon gehört, doch nur die wenigsten wissen wirklich über sie Bescheid – die betriebliche Altersvorsorge. Alles rund um die Betriebsrente.

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Viele Arbeitnehmer befürchten, dass die gesetzliche Rente für ein „anständiges Leben“ im Alter nicht ausreicht. Eine zusätzliche Absicherung ist tatsächlich wichtig. Dafür eignet sich neben der privaten auch die betriebliche Altersvorsorge – kurz bAV. Bereits seit 2002 sind Arbeitgeber verpflichtet, sie ihren Mitarbeitern als zusätzliche Altersvorsorge anzubieten – allerdings muss der Arbeitnehmer diese selbst einfordern, denn es gibt keine Informationspflicht seitens des Arbeitgebers. Seit 2019 sind Arbeitgeber zudem verpflichtet, die bAV in Höhe von 15 Prozent zu bezuschussen. Doch was steckt eigentlich genau dahinter?

Was ist die betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gehört zu den ältesten Formen der deutschen Rentenversorgung. Neben der gesetzlichen und privaten Rente ist sie auch als dritte Schicht (oder früher auch dritte Säule) der Altersvorsorge bekannt. Ursprünglich war sie eine reine Arbeitgeberleistung, bei der der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zusätzlich zum Gehalt einen Zuschuss zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung zahlte. Über das Mittel der Entgeltumwandlung kann seit 2002 aber auch der Arbeitnehmer eigene Beiträge aus seinem Bruttoentgelt umwandeln und in die Altersversorgung einzahlen. Dies wird bei Neuverträgen seit 2019 häufig sogar vom Arbeitgeber bezuschusst.

Welche Arten der betrieblichen Altersvorsorge gibt es?

Insgesamt unterscheidet man zwischen fünf sogenannten Durchführungswegen, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Als Arbeitnehmer musst du dich allerdings nicht wirklich zwischen einem dieser Durchführungswege entscheiden, denn wie ein Arbeitgeber seine Altersversorgung organisiert, ist allein ihm überlassen. Dafür steht er dir gegenüber aber auch für die versprochenen Leistungen ein. Nur dann, wenn es bei deinem Arbeitgeber noch gar keine Altersversorgung gibt und du aber selbst Beiträge einzahlen willst, kannst du von deinem Arbeitgeber den Abschluss einer Direktversicherung verlangen.

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber auf das Leben des Arbeitnehmers abschließt. Versicherungsnehmer und somit Beitragszahler ist der Arbeitgeber, bezugsberechtigt bist jedoch allein du beziehungsweise deine Hinterbliebenen. Das heißt: Im Versicherungsfall, wenn du in Rente gehst oder vor Renteneintritt verstirbst, zahlt der Versicherer direkt an dich oder deine Hinterbliebenen aus. Wenn es keine betriebliche Altersversorgung in deinem Unternehmen gibt, kannst du von deinem Arbeitgeber den Abschluss einer Direktversicherung verlangen. Sie ist deshalb und wegen der einfachen Handhabung die eine der meist verbreiteten Zusagearten bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Direktzusage

Die Direktzusage oder Pensionszusage ist die ursprünglichste Form der betrieblichen Altersversorgung. Wie der Name schon sagt, gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gegenüber ein direktes Versprechen (Zusage) ab, für ihn Zahlungen zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und/oder Hinterbliebenenversorgung zu leisten. Durch die Zusage entstehen sozusagen „Schulden“, die der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer hat. Um das Risiko abzufangen, plötzlich hohe Leistungen beispielsweise an die Hinterbliebenen zahlen zu müssen, schließen Arbeitgeber in der Regel selbst eine Versicherung über die zugesagten Leistungen ab, die die Beiträge ähnlich wie in der Direktversicherung anlegt. Die zuvor erwähnte Pflicht des Arbeitgebers, Mitarbeiterbeiträge mit 15 Prozent zu bezuschussen, gilt für die Direktzusage nicht.

Pensionskasse

Bei einer Pensionskasse handelt es sich im Grunde genommen um ein Versicherungsunternehmen, das ausschließlich Rentenversicherungen zum Zweck der betrieblichen Altersversorgung anbietet. Der Arbeitgeber leistet Beiträge in die Pensionskasse und du als Arbeitnehmer hast einen Rechtsanspruch auf die sogenannten Bezugsrechte. Pensionskassen waren in der Vergangenheit vor allem bei Großunternehmen verbreitet und oft dort, wo die betriebliche Altersversorgung tarifvertraglich geregelt ist - also beispielsweise bei Chemie- und Metallbauunternehmen. Sie sind sozusagen die Hausversicherungen großer Unternehmen oder Gewerkschaften. Ihre Tarife unterscheiden sich kaum von denen herkömmlicher Lebensversicherer.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist der jüngste aller Durchführungswege. Ihn gibt es erst seit 2002. Wie die Pensionskasse ist er eine rechtlich eigenständige Institution. Der Pensionsfonds ist freier als die anderen in seiner Kapitalanlage, was ihm erlaubt, mit einem höheren Zins zu kalkulieren. Im Gegensatz zu Pensionskasse oder Lebensversicherern muss er diesen jedoch nicht garantieren. Garantiert ist nur die Summe der eingezahlten Beiträge. Entscheidend für dich als Arbeitnehmer ist jedoch stets die Zusage oder Betriebsvereinbarung deines Arbeitgebers. Garantiert dir dein Arbeitgeber eine Verzinsung, bekommst du sie auch. Kann der Pensionsfonds die versprochene Rendite nicht erwirtschaften, muss dein Arbeitgeber für die Differenz aufkommen.

Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, meistens in Form eines Vereins, die von einem oder mehreren Unternehmen finanziert wird. Aus diesen Zuwendungen sowie aus der Anlage des Vermögens finanziert sie sich. Sie ist für größere Arbeitgeber als Durchführungsweg attraktiv, weil sich ihre Finanzierung steuerlich attraktiv gestalten lässt und sie in der Anlage des Vermögens viel freier als andere Versorgungseinrichtungen agieren kann, da sie nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt. Arbeitnehmer haben deshalb nominell auch keinen Rechtsanspruch auf Versorgungsleistungen. Zudem gilt die zuvor erwähnte Pflicht des Arbeitgebers, Mitarbeiterbeiträge mit 15 Prozent zu bezuschussen, für die Unterstützungskasse nicht.

Gut zu wissen

Diese Formulierung, dass du keinen Rechtsanspruch auf Leistungen aus einer U-Kasse hast, wirst du in jedem Kleingedruckten einer bAV finden. Aber keine Sorge: Weil der Gesetzgeber dem Arbeitgeber zugestanden hat, frei zu entscheiden, wie er deine Altersversorgung anlegt, hat er auch bestimmt, dass der Arbeitgeber im Zweifelsfall immer für die dir zugesagten Leistungen haften muss. Deine Altersversorgung ist dir also sicher, egal wie der Arbeitgeber sie anlegt.

Wer hat Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge? 

Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge aus eigenen Beiträgen (Entgeltumwandlung). Sprich deinen Arbeitgeber am besten direkt darauf an und erkundige dich, welche Möglichkeiten der bAV geboten werden.

Gut zu wissen

Seit dem 1. Januar 2013 haben auch geringfügig Beschäftigte auf 450-Euro-Basis gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Wer die Versicherungsleistung nicht wünscht, kann sich auf Antrag davon befreien lassen.

Wie wird die betriebliche Altersvorsorge ausgezahlt?

Je nachdem, wie die betriebliche Altersversorgung bei deinem Arbeitgeber geregelt ist, kannst du dir die betriebliche Altersvorsorge auf verschiedene Arten auszahlen lassen. Du hast häufig die Wahl zwischen einer monatlichen lebenslangen Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalzahlung. Oft gibt es auch die Möglichkeit von Ratenzahlungen oder eine Mischung aus allen dreien.

Welche Krankenkassenbeiträge fallen bei der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge an?

Beträgt die monatliche Rente 155,75 Euro oder weniger (Stand 2020), fallen darauf keine Krankenkassenbeiträge an. Die Rente ist beitragsfrei. Liegst du darüber, wird von dem Teil, der über dem Freibetrag von 155,75 Euro liegt, anteilig ein Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung abgezogen. Aktuell liegt dieser bei 14,6 Prozent – unter Umständen zuzüglich des Zusatzbeitrags, den jede Krankenkasse individuell erhebt. Privat Versicherte zahlen auf die Betriebsrente keine Beiträge. 

Welche Kosten entstehen dem Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge?

Bei Verträgen, die vor 2019 abgeschlossen wurden, muss sich der Arbeitgeber nicht beteiligen. Die Beiträge können aktuell allein von der Entgeltumwandlung getragen werden. Bei Verträgen, die ab 2019 abgeschlossen wurden, muss er sich jedoch beteiligen (sofern er Sozialversicherungsbeiträge spart). Er muss 15 Prozent von dem, was der Arbeitnehmer monatlich einzahlt, beisteuern. Bei Altverträgen ändert sich das 2022: Dann muss der Arbeitgeber sich ebenfalls mit 15 Prozent beteiligen.

Was passiert mit der betrieblichen Altersvorsorge bei Arbeitgeberwechsel?

Nur selten verbringen Arbeitnehmer ihr gesamtes Berufsleben in ein und demselben Unternehmen. Regelmäßige Arbeitgeberwechsel sind Normalität. Doch keine Sorge: Die ersparten Ansprüche gehen dir dabei normalerweise nicht verloren. Bei Direktversicherungen, Pensionsfonds und Pensionskassen hat der Arbeitnehmer rechtlichen Anspruch auf seine angesparten Vorsorgebeiträge. Einen Haken gibt es aber doch: Will dein neuer Arbeitgeber einen neuen Vertrag mit einem Anbieter seiner Wahl abschließen, musst du unter Umständen die Gebühren für das Übertragen deines Kapitals selbst übernehmen. 

Ob die ersparten Beträge dir erhalten bleiben, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Prinzipiell ist der Teil, den du selbst durch Entgeltumwandlung gezahlt hast, sofort und immer unverfallbar. Für den Arbeitgeberanteil gilt, dass du zunächst für eine bestimmte Zeit im Betrieb gearbeitet haben und ein bestimmtes Alter erreicht haben musst, ehe du einen unverfallbaren Anspruch darauf erwirbst. Für Verträge, die seit dem 1. Januar 2018 abgeschlossen wurden, musst du mindestens 21 Jahre alt sein und 3 Jahre lang dem Betrieb angehört haben, damit deine betriebliche Altersvorsorge unverfallbar ist. Für früher abgeschlossene Verträge gelten abweichende Regelungen:

  • Verträge ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen: Mindestalter 25 Jahre und 5 Jahre Betriebszugehörigkeit

  • Verträge ab dem 1. Januar 2001 abgeschlossen: Mindestalter 30 Jahre und 5 Jahre Betriebszugehörigkeit

  • Verträge bis zum 31. Dezember 2000 abgeschlossen: Mindestalter 35 Jahre und 10 Jahre Zusagedauer oder 3 Jahre Zusagedauer bei 12 Jahren Betriebszugehörigkeit

Was passiert mit der betrieblichen Altersvorsorge im Falle einer Insolvenz?

Insolvenz klingt gefährlich – nicht aber für deine betriebliche Altersvorsorge. Denn die ist gegen so einen Fall abgesichert. Wird dein Arbeitgeber insolvent, tritt der Pensionssicherungsverein (PSVaG) an die Stelle deines Arbeitgebers und übernimmt die Verwaltung und die Auszahlung deiner Anwartschaften - allerdings nur für solche, die gesetzlich als unverfallbar gelten (s.o.).

Muss man die betriebliche Altersvorsorge in der Steuererklärung angeben?

In die Steuererklärung gehören nur diejenigen Einkünfte, die tatsächlich als steuerpflichtig gelten. Bei der betrieblichen Altersvorsorge ist dies meist nicht der Fall. Bereits im Vorfeld werden die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen. Das Bruttogehalt auf der Lohnsteuerbescheinigung ist damit bereits „das Gehalt nach der betrieblichen Altersvorsorge“. So lässt sich die betriebliche Altersvorsorge nicht mehr in der Steuererklärung absetzen.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Hat der Arbeitnehmer im Veranlagungsjahr Sonderzulagen vom Arbeitgeber für die betriebliche Altersvorsorge bekommen, muss er diese in der Steuererklärung angeben. Überschreiten die Beiträge die Betragsgrenzen für Steuerfreiheit, ist die betriebliche Altersvorsorge nicht mehr steuerfrei. Diese meist einmaligen Sonderzuwendungen finden in der Regel erst gegen Ende des Arbeitsverhältnisses statt. Sie sind mit dem steuerpflichtigen Arbeitslohn zu vergleichen.

Lohnt sich ein Vergleich der betrieblichen Altersvorsorge?

Für Arbeitnehmer lohnt sich der Vergleich verschiedener Produkte für die betriebliche Altersvorsorge normalerweise nicht. Der Arbeitgeber gibt normalerweise vor, in welcher Form die bAV abgeschlossen wird und wählt auch den Anbieter aus. 

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