Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge

Fürs Alter vorsorgen und dabei Steuern sparen: Für wen sich die Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge lohnt?

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Ursprünglich wurden die Beiträge zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung vom Arbeitgeber allein übernommen. Seit 2002 dürfen Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung aber auch selbst einen Teil ihres monatlichen Bruttogehalts in einen Rentenvertrag einzahlen und die Betriebsrente damit aufstocken. Ob und für wen eine Entgeltumwandlung sinnvoll ist und worauf es bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge zu achten gilt, erklären wir hier.

Was bedeutet Entgeltumwandlung?

Über Entgeltumwandlung kannst du selbst Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) leisten und so deine Rente im Ruhestand aufstocken. Die Beiträge stammen aus deinem monatlichen Bruttoeinkommen und werden in die Altersversorgung einbezahlt, noch bevor du Steuern und Sozialversicherungsbeiträge darauf entrichten musst. So sparst du heute Steuern und sorgst gleichzeitig für morgen vor.

Für wen lohnt sich die Entgeltumwandlung zur Altersvorsorge?

Angesichts des sinkenden Rentenniveaus ist es sinnvoll, bei der Altersvorsorge nicht allein auf die gesetzliche Rente zu setzen. Für viele angestellte Arbeitnehmer stellt die geförderte, betriebliche Altersvorsorge daher eine sinnvolle Möglichkeit zum Aufbau einer Zusatzrente dar.

Während der Ansparphase profitierst du bei der Entgeltumwandlung vom Steuer- und Sozialabgabenvorteil, außerdem müssen Arbeitgeber bei Neuverträgen, die nach 2019 geschlossen wurden, und die in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds durchgeführt werden, deinen eigenen Beitrag mit 15 Prozent bezuschussen! Diese Regelung gilt ab 2022 auch für Verträge, die vor 2019 geschlossen wurden.

Gut zu wissen

Du hast einen gesetzlichen Anspruch darauf, über Entgeltumwandlung Altersvorsorge zu betreiben. Dein Arbeitgeber ist jedoch nicht dazu verpflichtet, aktiv dafür zu werben. Hast du noch nichts von einer Alterversorgung in deinem Unternehmen gehört, sprich deinen Arbeitgeber einfach darauf an. Er muss dir eine Möglichkeit zur Vorsorge anbieten - in der Regel dann über den Weg der Direktversicherung.

Ob sich die betriebliche Altersvorsorge für dich als Arbeitnehmer lohnt, hängt vor allem davon ab, ob und wie du sonst bereits fürs Alter vorgesorgt hast, wie alt du bei Beginn der Einzahlung bist und welcher Steuerklasse du angehörst. Auch deine berufliche Planung ist bei der Erwägung, Bruttogehalt per Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen, nicht unwichtig: Nicht immer lässt sich eine Altersversorgung einfach zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Wer häufig den Arbeitsplatz wechselt, kann nicht sicher sein, dass zukünftige Arbeitgeber den alten bAV-Vertrag übernehmen. Gegebenenfalls hast du dann im Rentenalter verschiedene Betriebsrenten, aus denen du Kleinstbeträge beziehst.

Wann ist die Entgeltumwandlung sinnvoll?

Prinzipiell lohnt sich die Entgeltumwandlung als betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer, da sie steuerlich gefördert wird und die gesetzliche Rente allein voraussichtlich nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten.

Besonders sinnvoll ist sie dann, wenn dein Arbeitgeber die Eigenbeteiligung an der Altersvorsorge noch mit einem Zuschuss fördert. In den Durchführungswegen Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung muss dein Arbeitgeber bei Neuverträgen seit 2019 in der Regel ohnehin 15 Prozent deines Beitrags dazugeben. Viele Arbeitgeber wollen ihre Mitarbeiter aber auch gezielt dazu animieren, rechtzeitig fürs Alter vorzusorgen, und versprechen über den gesetzlich vorgegebenen Zuschuss hinaus einen Zusatzbeitrag, wenn Mitarbeiter über Entgeltumwandlung Beiträge zur Altersversorgung leisten. Ein solcher Beitrag wird oft Matching genannt.

Für Gutverdiener lohnt sich die Entgeltumwandlung besonders dann, wenn der Arbeitgeber sie über die Durchführungswege Direktzusage (auch Pensionszusage genannt) oder Unterstützungskasse organisiert. Denn dann sind deine Beiträge bei der Einzahlung unbegrenzt steuerfrei.

Welche Möglichkeiten der Entgeltumwandlung gibt es?

Als angestellter Arbeitnehmer hast du einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Wer als Teilzeitbeschäftigter oder Minijobber in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, hat ebenfalls Anspruch auf einen betrieblichen Rentenaufbau.

Welches Modell dein Arbeitgeber zur Entgeltumwandlung jedoch wählt, ist ihm überlassen. Arbeitgeber wählen zwischen einem dieser fünf Durchführungswege:

  • Direktzusage (auch Pensionszusage)

  • Pensionskasse

  • Pensionsfonds

  • Unterstützungskasse

  • Direktversicherung

Letztere ist die am häufigsten gewählte Form der betrieblichen Altersvorsorge.

Was sind die Vor- und Nachteile der Entgeltumwandlung?

Eine betriebliche Altersversorgung mit eigenen Beiträgen aus Entgeltumwandlung zu finanzieren, hat eine ganze Menge Vorteile:

  • Beiträge zur Altersversorgung werden direkt aus dem Brutto gezahlt. Erst danach wird dein übriges Gehalt versteuert und verbeitragt. So zahlst du heute 100 Prozent Beitrag ein, netto verzichtest du aber nur auf rund 50 Prozent - je nach Steuerklasse.

  • Beiträge sind bis mindestens 276 Euro pro Monat sozialabgabenfrei und sogar bis 552 Euro steuerfrei. In den Durchführungswegen Direktzusage und Unterstützungskasse ist sie sogar unbegrenzt steuerfrei.

  • Dein Arbeitgeber muss dich mit mindestens 15 Prozent deines Beitrags bezuschussen, wenn dein Vertrag ab dem 1.1.2019 geschlossen wurde (für Altverträge gilt das ab 2022). Das gilt für die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.

  • Mindestens die Summe deiner Beiträge sind dir garantiert. Du kannst nichts verlieren.

  • Du musst dich um nichts kümmern. Dein Arbeitgeber kümmert sich um alles.

  • Du erhältst mit Eintritt in den Ruhestand eine lebenslange Rente oder eine einmalige Kapitalzahlung.

  • In vielen Verträgen sind deine Hinterbliebenen mit abgesichert, falls du vor Eintritt in den Ruhestand versterben solltest.

Du solltest du bedenken:

  • Da deine Beiträge aus deinem Bruttogehalt stammen, zahlst du auf diesen Teil deines Gehalts auch keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Deine gesetzliche Rente sinkt dadurch etwas.

  • Bis zum Eintritt in den Ruhestand kommst du nicht an dein Vorsorgevermögen heran. Es wird dir frühestens mit 62 Jahren ausgezahlt.

  • Die bAV lässt sich beim Wechsel des Arbeitgebers nur in manchen Fällen zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. In der Regel wird die bAV dann beitragsfrei gestellt und dir mit Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt.

  • Bei der Auszahlung der Beiträge fallen Steuern an. Dein Steuersatz im Alter ist aber in der Regel niedriger als während des Erwerbslebens.

  • Du zahlst zwar keine Beiträge mehr zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, dafür aber fallen die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an – auch der Anteil des Arbeitgebers. Der Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent für Beiträge aus Entgeltumwandlung sowie die Wertentwicklung deiner Beiträge gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus.

  • Lässt du dein angespartes Kapital verrenten, kannst du es nicht vererben.

Gut zu wissen

Versicherte in der privaten Krankenversicherung müssen darauf Acht geben, dass sie durch die Entgeltumwandlung nicht unter die Versicherungspflichtgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung rutschen. Diese wird jedes Jahr angehoben und liegt 2020 bei 62.500 Euro. Andererseits ist Entgeltumwandlung ein hervorragendes Mittel, wenn man wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren will.

Wie verhält sich die Entgeltumwandlung in Bezug auf die Steuer?

In der Ansparphase sind Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG) sozialabgabenfrei. In den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds ist sie außerdem bis 8 % der BBG steuerfrei. In den Durchführungswegen Direktzusage und Unterstützungskasse ist sie sogar unbegrenzt steuerfrei. Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grenze des Bruttogehalts, bis zu den Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden müssen. Sie wird jedes Jahr vom Staat angehoben. 2020 beträgt sie 82.800 Euro im Jahr, bzw. 6.900 Euro im Monat. 4 % der BBG sind also 276 Euro pro Monat, 8 % entsprechen 552 Euro.

In der Auszahlungsphase musst du die betriebliche Altersvorsorge regulär versteuern. Da dein Einkommen im Ruhestand aber wahrscheinlich niedriger ist, fallen auch weniger Steuern an. Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlst du nicht mehr, dafür fallen aber die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an - auch der gesparte Arbeitgeberanteil. Die Wertsteigerung deiner Beiträge während der Ansparphase und der Arbeitgeberzuschuss gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus.

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