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Rürup-Rente und Riester-Rente im Vergleich

Rürup-Rente und Riester-Rente bieten beide eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Zwischen den beiden Modellen gibt es erhebliche Unterschiede.

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Das Wichtigste in Kürze

Auf den ersten Blick wirken Rürup- und Riester-Rente sehr ähnlich. Tatsächlich sind sie eng miteinander verwandt: Die beiden staatlich geförderten Versicherungen sollen eine zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente liefern, da diese im Alter oft nicht ausreichend ist. Doch die Modelle richten sich an verschiedene Zielgruppen und in ihrer Ausgestaltung gibt es deutliche Unterschiede. Die Rürup-Rente richtet sich als Basisrente vor allem an Selbstständige und gut verdienende Angestellte, die nicht von einer betrieblichen Altersvorsorge profitieren oder die eine private Rentenversicherung scheuen. Riester-Versicherungen bieten sich hingegen vor allem für gesetzlich Versicherte, Beamte und Selbstständige in der Künstlersozialkasse an, die relativ wenig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und zusätzlich für das Alter vorsorgen möchten. Durch die steuerlichen Vergünstigungen und staatlichen Zulagen sind beide Formen der zusätzlichen Basisrente attraktiv.

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Die gesetzliche Rente ist im Alter oft nicht ausreichend.

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Riester- und Rürup-Rente bieten eine staatlich geförderte Altersvorsorge.

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Welches Modell sinnvoller ist, hängt von deiner persönlichen Einkommenssituation ab.

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Unterschiede zwischen Rürup und Riester

Rürup-Rente und Riester-Rente wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich. Bei beiden handelt es sich um eine staatliche geförderte private Altersvorsorge. Im direkten Vergleich fallen jedoch die Unterschiede ins Auge: Sie richten sich an unterschiedliche Personengruppen und tragen deren individuellen Einkommenssituationen Rechnung.

Wer hat Anspruch auf Rentenförderung?

Anspruch auf eine geförderte Riester-Rente haben Beamte, Angestellte, Arbeitssuchende, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Eltern während der Erziehungszeit. Selbstständige hingegen können nur dann mittels der Riester-Rente zusätzlich fürs Alter vorsorgen, wenn sie Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen (beispielsweise über die Künstlersozialkasse) oder der Ehepartner einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat und die staatliche Zulage erhält.

Die Rürup-Rente ist als Basisrente nicht auf bestimmte Personengruppen beschränkt. Prinzipiell kommt sie für jeden steuerpflichtigen deutschen Bürger infrage. Besonders relevant ist sie aber für Selbstständige und Freiberufler, die keine Riester-Rente beziehen können. Oft ist die Rürup-Rente für sie die einzige Möglichkeit, sich eine staatlich geförderte private Altersvorsorge aufzubauen. Auch für gut verdienende Angestellte, die bereits in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und sich eine zusätzliche Basisrente mit staatlicher Unterstützung sichern wollen, ist eine Altersvorsorge nach Rürup attraktiv. Ein höheres Einkommen beim Abschluss eines Rürup-Vertrags ist deshalb empfehlenswert, da erst mit höheren jährlichen Beiträgen auch höhere Steuervergünstigungen einhergehen.

Zusammenfassung

  • Anspruch auf Riester-Förderung hast du vor allem als abhängig Beschäftigter oder Beamter.
  • Als Selbstständiger musst du ebenfalls in die gesetzliche Rente einzahlen, um riestern zu können.
  • Das Rürup-Modell empfiehlt sich dagegen für Selbstständige sowie für Angestellte mit höherem Einkommen.

Förderung und Auszahlung

Die Höhe der staatlichen Förderung

Die beiden Renten unterscheiden sich hinsichtlich der Art der staatlichen Förderung. Bei der Riester-Rente erhältst du feste Zulagen und genießt darüber hinaus Steuervorteile – allerdings nur bis zu einer Höhe von 2.100 Euro als absetzbare Beiträge zur Altersvorsorge. Seit 2018 beträgt die jährliche staatliche Grundzulage 175 Euro pro Person.

Interessanter sind die Zulagen für Familien. Als Elternteil erhältst du zusätzlich jährlich eine Kinderzulage. Diese beträgt 185 Euro pro Kind, wenn es bis Ende 2007 geboren wurde, oder 300 Euro pro Kind, wenn es 2008 oder später geboren wurde. Die Zulagen während der Ansparphase fallen also vor allem für Eltern hoch aus und summieren sich pro nicht volljährigem Kind auf bis zu 5.400 Euro während der Vertragsdauer.

Feste Zulagen gibt es bei der Rürup-Rente hingegen nicht, Sparer werden lediglich über Steuervorteile gefördert. Je mehr eingezahlt wird, desto mehr kann bei der Steuererklärung abgesetzt werden.

Rürup vs. Riester – wie werden die Renten ausgezahlt?

Bei der Rürup-Rente gibt es nur eine Option: Du erhältst die angesparte Summe als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Flexibler bist du bei der Riester-Rente. Du kannst dir bei Rentenbeginn bis zu 30 Prozent des Ersparten auszahlen lassen.

Zusammenfassung

  • Die Riester-Förderung bietet Steuervorteile und feste staatliche Zulagen.
  • Vor allem durch die Kinderzulagen ist die Riester-Rente für Familien attraktiv.
  • Die Rürup-Förderung beschränkt sich dagegen auf steuerliche Vorteile.
  • Während das Rürup-Modell nur als Rente möglich ist, kann man sich Riester-Verträge zu einem Teil auszahlen lassen.

Wie hoch ist der Mindestbeitrag?

Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Modellen. Den größeren Spielraum besitzt du bei der Rürup-Rente. Der Gesetzgeber hat zwar gesetzlich keinen Mindestsparbetrag festgelegt, die Anbieter von Rürup-Verträgen können allerdings Mindestbeiträge bestimmen. Die Faustregel: Je mehr du einzahlst, desto höher ist dein Steuervorteil. Für die Gesamthöhe der absetzbaren Beiträge gibt es jedoch einen Maximalbetrag: für 2020 liegt er bei 25.046 Euro, für Verheiratete bei 50.092 Euro (2021: 25.787/51.574 Euro).

Mehr Vorschriften gelten für die Riester-Rente. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, ist es erforderlich, mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag einzuzahlen; die Mindestsumme pro Jahr beträgt zwar nur 60 Euro, maximal werden aber auch nur 2.100 Euro pro Jahr durch Steuervergünstigungen gefördert. Natürlich kannst du auch mehr in deinen Vertrag einzahlen, steuerlich berücksichtigt werden allerdings nur die genannten 2.100 Euro.

Kann ich die Rentenbeiträge flexibel an mein Einkommen anpassen?

Bei der Rürup-Rente kannst du den Sparbetrag für deine Altersvorsorge flexibel an dein Einkommen anpassen. Dies ist prinzipiell auch bei der Riester-Rente möglich; allerdings ist zu beachten, dass sich die staatliche Zulage verringert, wenn du aufgrund niedrigerer Einzahlungen die Voraussetzungen für die volle Förderung nicht mehr erfüllst.

Besitze ich eine Kapitalgarantie?

Bei einem Riester-Vertrag muss dir der Anbieter bei Rentenbeginn mindestens den bisher eingezahlten Betrag zusichern. Diese Garantie besitzt du bei der Rürup-Rente nicht. Du kannst sie aber bei den meisten Anbietern optional zu deinem Vertrag dazu buchen – dies schmälert allerdings die Höhe deiner später ausbezahlten Rente. Allgemein gilt: Je höher die Garantie ausfällt, desto geringer entwickelt sich die Rendite.

Kann ich Riester oder Rürup vererben?

Das Vermögen aus einem Rürup-Vertrag ist nicht vererbbar. Allerdings können Sparer mit Zusatzleistungen im Versicherungsvertrag ihren Ehepartner und ihre Kinder absichern. Bei der Riester-Rente gibt es hingegen mehrere Möglichkeiten: Zum einen kann das Ersparte förderunschädlich, das heißt, ohne auf die staatlichen Zulagen verzichten zu müssen, in den Riester-Vertrag des Ehepartners fließen. Zum anderen kannst du es, sofern vertraglich vereinbart, förderschädlich an eine Person deiner Wahl übertragen.

Zusammenfassung

  • Bei der Riester-Rente beträgt der Mindestbeitrag 60 Euro jährlich.
  • Rürup-Sparer zahlen so viel ein, wie sie möchten – manche Versicherer verlangen aber einen Mindestbeitrag.
  • Beide Renten sind flexibel anpassbar – Riester-Sparer können jedoch staatliche Zulagen verlieren.
  • Riester bietet eine Garantie über die eingezahlten Beiträge, Rürup hingegen nicht.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können beide Renten familiär vererbt werden.

Die Kombination von Rürup und Riester

Im Vergleich zu früheren Generationen wechseln Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsmodelle heutzutage häufiger. Gerade wer im Laufe seines Berufslebens zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenverhältnis wechselt, kann mit beiden staatlich geförderten Varianten fürs Alter vorsorgen. Zu empfehlen ist diese Kombination allerdings nur für Gutverdiener.

Ein Beispiel: Während deiner Festanstellung hast du eine Riester-Rente abgeschlossen. Nun willst du aber den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und deine Altersvorsorge künftig mit dem Rürup-Modell aufbessern. Was wird jetzt aus deinem Riester-Vertrag?

Du besitzt drei Möglichkeiten:

  1. Du stellst den Vertrag beitragsfrei; die Vertragslaufzeit ruht. Nimmst du erneut eine Festanstellung auf, läuft der Vertrag weiter.

  2. Du besparst den Vertrag weiter, allerdings ohne staatliche Förderung.

  3. Du bist künftig mittelbar oder indirekt durch deinen Ehepartner zulagenberechtigt und sparst zumindest den Mindestbeitrag von 60 Euro.

Zusammenfassung

  • Arbeitsverhältnisse wechseln heutzutage häufiger und erfordern Anpassungen in der Altersvorsorge.
  • Die Kombination beider Renten ist prinzipiell möglich.
  • Als Selbstständiger mit Rürup-Vertrag verlierst du jedoch die staatliche Riester-Förderung.

Eine Rürup-Versicherung abschließen

Eine Rürup-Versicherung ist für Menschen gedacht, die keinen Anspruch auf Riester-Förderungen haben. Sie zählt wie die gesetzliche Rentenversicherung zur Renten-Basisvorsorge und ist eine gute Alternative zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Die Tarife lohnen sich vor allem für gutverdienende Selbstständige sowie für Angestellte, die ihre gesetzliche Rente aufstocken wollen. Wenn du dir unsicher bist, ob du eine Rürup-Versicherung abschließen solltest, kannst du dich an unsere CLARK-Experten wenden. Wir helfen dir mit professioneller und unverbindlicher Beratung weiter.

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