Mann sitzt mit Laptop auf seiner Terrasse.

Wohn-Riester: umwandeln statt kündigen

Einen Wohn-Riester zu kündigen, ist keine gute Idee. Der Staat verlangt die Zulagen zurück. Die Alternative: Guthaben in eine Riester-Rente überführen.

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Das Wichtigste in Kürze

Der Wohn-Riester dient dem Erwerb eines Eigenheims. Eine Auszahlung ist im Unterschied zur Riester-Rente nicht vorgesehen. Unzufriedene Wohn-Riester-Sparer sollten nicht vorschnell kündigen. Besser ist es, den Vertrag in eine Riester-Rente umzuwandeln.

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Ein Wohn-Riester lohnt sich nur, wenn man dauerhaft im geförderten Eigenheim bleibt.

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Eine Kündigung sollte vermieden werden, weil der Staat die Förderung zurückverlangt.

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Die Riester-Förderung kann auf ein anderes Riester-Produkt übertragen werden.

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Warum sich ein Wohn-Riester nicht für jeden eignet

Der Staat bietet beim Bausparen Unterstützung an. Dazu dient das System der Riester-Rente, weil ein eigenes Zuhause im Alter die Miete spart und somit der Altersvorsorge dient. Der Riester-Bausparvertrag ist allerdings an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft. Zudem kann Verbrauchern die nachträgliche Steuer auf die Füße fallen, wenn sie in Rente gehen.

Diese Bedingungen gelten für die staatliche Förderung

Die staatliche Förderung besteht in Zulagen und Vorteilen bei der Einkommensteuer. Bis zur Rente können etliche Tausend Euro zusammenkommen. Im Gegenzug verlangt der Gesetzgeber, dass du deine Immobilie selbst bewohnst. Du darfst sie auch im Alter weder verkaufen noch vermieten. Ausnahmen musst du bei der Zentralen Zulagenstelle beantragen.

Beispiel: Du wechselst berufsbedingt den Wohnort. Dann muss aus dem Mietvertrag für deine geförderte Immobilie hervorgehen, dass du spätestens mit 67 wieder selbst einziehst. Du möchtest dir das nicht vorschreiben lassen? Zwar darfst du die Immobilie in diesem Fall verkaufen. Du musst das Geld aber fristgerecht wieder in eine selbst bewohnte Behausung stecken. Andernfalls gilt der Verkauf als „schädliche Verwendung“ von Zulagen. Eine weitere Vorgabe des Staates besteht darin, dass du das Darlehen für deine Immobilie vor Rentenbeginn getilgt haben musst.

Nachgelagerte Besteuerung kann schmerzen

Wohn-Riester-Sparer profitieren von steuerlichen Vorteilen: Du darfst die Beiträge von der Steuer absetzen, solange du auf das Darlehen für deine Immobilie sparst. Auch in der Tilgungsphase des Wohn-Riester-Darlehens tastet der Staat dein gefördertes Kapital nicht an. So mancher Riester-Sparer vergisst allerdings, dass Vater Staat die Steuern nicht einfach erlässt. Sobald du in Rente gehst, musst du das Vermögen aus deinem Riester-Vertrag versteuern. Finanzbeamte verwenden den Begriff nachgelagerte Besteuerung.

Unterm Strich rentiert sich das bei Riester, denn der persönliche Steuersatz für Rentner ist meistens niedriger als für Erwerbstätige. Zudem liegt das zu versteuernde Einkommen im Alter niedriger, sodass die Steuerlast in der Rente ohnehin geringer ausfällt. Dennoch solltest du genug Geld zurücklegen, um die Steuerschuld aus dem Riester-Vertrag später begleichen zu können. Wer dies versäumt, fällt womöglich aus allen Wolken, denn bei einer jahrzehntelangen Riester-Förderung sammelt sich einiges an. Steuernachzahlungen von rund 25.000 Euro sind keine Seltenheit.

Zusammenfassung

  • Der Wohn-Riester dient der Finanzierung einer eigenen Immobilie.
  • Sparer können sich das Guthaben nicht einfach auszahlen lassen.
  • Ein Wohn-Riester-Vertrag hilft, Steuern zu sparen. Einen Teil dieser Ersparnis müssen Sparer im Alter zurückzahlen.

Riester kündigen? Optionen durchspielen!

Vor diesem Hintergrund überdenkt so mancher Sparer seine Entscheidung für ein Riester-Darlehen. Zu kündigen wäre allerdings eine Kurzschlussreaktion, denn die Kosten können die Haushaltskasse sprengen. Vielmehr solltest du kühlen Kopfes über Alternativen zur Kündigung nachdenken. Beispielsweise kannst du das angesparte Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag stecken.

Kündigung eines ungeförderten Bausparvertrags

Die vorzeitige Kündigung eines Bausparvertrags ist an sich kein Drama. In der Ansparphase musst du lediglich die Kündigungsfrist einhalten. Dann wird der Anbieter die eingezahlten Beträge auszahlen. Die Frist beträgt in der Regel drei Monate zum Quartalsende. Eine schnellere Auszahlung wäre möglich, aber nicht zu empfehlen. Denn die Bank kann eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Darum rächt sich die Kündigung bei Riester

Anders liegt der Fall, wenn staatliche Zuschüsse in deinen Bausparvertrag fließen. Denn der Staat verlangt die Wohn-Riester-Förderung zurück. Das Finanzamt würde sich also die bisherige Ersparnis bei der Einkommensteuer holen. Zudem müsstest du die Zulagen zurückzahlen. Und zwar auf einen Schlag.

Beispiel: Eine Frau hat fünf Jahre in einen Bausparvertrag mit Wohn-Riester eingezahlt. Dafür hat sie insgesamt fünfmal 175 Euro Grundzulage bekommen. Außerdem wurden pro Jahr 600 Euro Zulage für zwei Kinder ausgezahlt. In Summe belaufen sich die staatlichen Zulagen auf 3.875 Euro. Bei einer Kündigung des Bausparvertrags wird dieses Geld von der Auszahlung abgezogen.

Hinzu kommen die Gebühren für den Abschluss des Riester-Vertrags. Dieses Geld setzt du in den Sand, wenn du kündigst.

Zusammenfassung

  • Grundsätzlich kann man einen Bausparvertrag kündigen, ohne hohe Kosten zu befürchten.
  • Ist der Vertrag staatlich gefördert, gehen die erhaltenen Zulagen allerdings verloren.
  • Es kann sich daher lohnen, in einen anderen Riester-Vertrag zu wechseln.

Alternativen

Alternative 1: Vertrag umwandeln

Das System der Riester-Rente hat vier Produkte hervorgebracht: die klassische Zusatzrente, den Wohn-Riester, Riester-Fondssparpläne und Riester-Banksparpläne. Zwischen diesen Produkten können Sparer bei Bedarf wechseln. Das geht nicht beliebig oft, kann aber sinnvoll sein, wenn du genau weißt, wozu du das Geld einsetzen möchtest. So kann beispielsweise eine Rentnerin ihr Riester-Guthaben zur Tilgung eines Baudarlehens nutzen, obwohl sie jahrzehntelang auf eine klassische Riester-Rente gespart hat. Statt einer monatlichen Auszahlung kommt ihr das angesparte Kapital sofort zugute. Beispielsweise für den altersgerechten Umbau ihres Hauses.

Wohn-Riester ist keine Einbahnstraße

Umgekehrt können Riester-Sparer ihren Wohn-Riester-Vertrag in eine klassische Riester-Rente oder einen Fondssparplan umwandeln. So gehst du vor:

  1. Vergleiche die Tarife und wähle den besten Anbieter.

  2. Informiere diesen Anbieter darüber, dass du bereits ein Riester-Produkt (den Wohn-Riester) besitzt. Besprich das Prozedere eventuell telefonisch und lass es dir per Mail bestätigen.

  3. Gib im Antragsformular den Namen des alten Anbieters sowie die Vertragsnummer an.

Dein neuer Anbieter wickelt den Wechsel anschließend für dich ab. Er kommuniziert beispielsweise mit der Zentralen Zulagenstelle, um deine Riester-Zulagen in den neuen Riester-Vertrag umzuleiten. Wichtig: den alten Vertrag nicht kündigen!

Alternative 2: Vertrag ruhen lassen

Du musst einen laufenden Wohn-Riester-Vertrag nicht zwangsläufig bedienen. Wenn du unzufrieden bist oder das Bausparen keinen Sinn mehr für dich hat, lass den Vertrag ruhen. Dazu teilst du deinem Anbieter mit, dass du den Vertrag beitragsfrei stellen möchtest. Das heißt, du sprichst keine Kündigung aus, sondern zahlst keine Beiträge mehr. Das angesparte Kapital aus dem Wohn-Riester wandelt sich bei Rentenbeginn automatisch in eine (kleine) lebenslange Rente um. Du bekommst dann also monatlich eine Auszahlung.

Zusammenfassung

  • Es gibt vier Produkte, die das System der Riester-Rente hervorgebracht hat: die klassische Zusatzrente, den Wohn-Riester, Riester-Fondssparpläne und Riester-Banksparpläne.
  • Zwischen diesen Produkten kannst du bei Bedarf wechseln.
  • Du kannst deinen laufenden Wohn-Riester-Vertrag alternativ auch ruhen lassen.

Kündigen oder umwandeln?

Bist du als Wohn-Riester-Sparer unzufrieden, musst du deinen Vertrag nicht gleich kündigen; es gibt verschiedene Alternativen, mit denen du deinen Vertrag an deine Bedürfnisse anpassen kannst. Wenn du dir unsicher bist, für welche du dich entscheiden sollst, kannst du dich an die CLARK Experten wenden. Wir helfen dir mit persönlicher und unverbindlicher Beratung weiter.

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Alexander
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