Baufinanzierung: Geld für den Traum vom Eigenheim

Wenn das eigene Zuhause Realität werden soll, ist meist eine Finanzierung nötig. Hier liest du alles zu diesem umfangreichen Thema.

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Das Wichtigste in Kürze

Viele Menschen können ein teures Haushaltsgerät mit ihren eigenen Mitteln finanzieren. Es gibt auch einige, bei denen die Eigenmittel für den Kauf eines brandneuen Autos genügen. Doch was Grundstück, Haus und Eigentumswohnung anbelangt, benötigen die meisten zusätzliche Gelder – denn das Eigenheim verlangt sowohl in neu errichteter wie auch in gebrauchter Form grundsätzlich niedrige bis mittlere sechsstellige Beträge. So viel haben oft nicht einmal ausgesprochene Gutverdiener auf ihrem Konto bei der Bank. Das Thema Baufinanzierung wird also vermutlich auch bei deinem Wunsch nach den berühmten eigenen vier Wänden eine zentrale Rolle einnehmen. Und es gibt sehr viel darüber zu wissen.

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Baufinanzierungen teilen sich auf in Eigen- und Fremdmittel. Letztere wiederum in Bankkredite und Gelder von Dritten, etwa staatliche Förderungen.

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Die Finanzierung und die Immobilie sollten sich an der eigenen Lebensrealität ausrichten, damit sie in späteren Jahren nicht zur untragbaren Belastung werden.

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Da Immobilien-finanzierungen für die meisten Personen die teuersten Projekte ihres Lebens sind, sollten hier Vergleich und sorgsames Abwägen vor allem anderen stehen.

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Grundbegriffe und Kosten

Was ist was bei der Baufinanzierung?

Rund ums Thema Baufinanzierung gibt es drei Begriffe, die häufig synonym verwendet werden:

Das liegt daran, dass sie tatsächlich auch weitestgehend das Gleiche bedeuten. Kredit ist generell der Oberbegriff für jede Form von geliehenem Geld. Gleiches gilt auch für FinanzierungDarlehen wird, zumindest in der Fachsprache, häufig für Kredite mit besonders hohen Summen und/oder Laufzeiten verwendet – wie beispielsweise im Fall von Immobilien. Auch Kreditinstitute nutzen die Begriffe recht frei. Wenn in diesem Artikel eines der Wörter genutzt wird, dann bedeutet es immer geliehenes Geld für deine Immobilie. Auch die Begriffe Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung werden in der Regel nicht voneinander unterschieden.

Die zumindest von vielen Laien ebenso synonym verwendete Hypothek bezeichnet nur eine Absicherung des eigentlichen Kredits – beispielsweise eine Hypothek auf eine Immobilie, durch die der Kreditgeber bei Nichterfüllung des Vertrags über die Immobilie verfügen dürfte.

Wie viel Immobilie es sein darf

Das Darlehen für ein Eigenheim unterscheidet sich von anderen Krediten vor allem hinsichtlich der Summen, um die es hier geht, sowie der Laufzeit – für die meisten Menschen stellt die Immobilienfinanzierung den längsten und höchsten Kredit dar, mit dem sie im Leben zu tun haben werden.

Daraus entsteht die für dich zentrale Fragestellung, an der sich alles andere bis zur Dacheindeckung deines Eigenheims orientieren wird: Wie viel Kredit mit welchem Zins und somit wie viel Immobilie kannst du dir leisten? Die Beantwortung dieser Frage ist eine hochpersönliche Angelegenheit. Im Einzelnen kommt es auf folgende Fragen an:

  1. Welche festen, regelmäßig planbaren Einnahmen hast du – eventuell im Zusammenspiel mit einem Partner?

  2. Welche unregelmäßigen, aber abzusehenden Einnahmen hast du?

  3. Wie viel Geld hast du bereits angespart – das sogenannte Eigenkapital, über das du im übernächsten Kapitel noch mehr lesen wirst?

  4. Wie viel musst du von diesen Summen monatlich fest ausgeben, ferner: wie viel Geld benötigst du für unregelmäßige Ausgaben (etwa Urlaubsreisen) und wie viel Geld wird dir dementsprechend monatlich zur Abtragung des Darlehens zur Verfügung stehen?

  5. Wie alt bist du und wie viel Lebensarbeitszeit liegt noch vor dir? Als Faustregel im Immobiliengeschäft gilt, dass dein Eigenheim bis zum Eintritt der Rente abbezahlt werden sollte. Ein wichtiger Punkt, denn je älter du bei Baubeginn bist, desto kleiner muss die Kreditsumme für die Immobilienfinanzierung sein oder desto höher die monatlichen Abtragungssummen.

  6. Wie hoch ist das Zinsniveau? Die aktuelle außerordentliche Niedrigzinsphase ist auch langfristig besonders günstig für dich. Es ist wichtig, sich zum Thema Zinsen rund um die Immobilienfinanzierung immer aktuell zu informieren. Der Zinssatz entscheidet auch darüber, auf welchen Zeitraum die Zinsbindung festgelegt wird – doch dazu an späterer Stelle mehr.

Letztendlich bedeutet die Beantwortung dieser Fragen für dich, einen großen Kassensturz zu machen: Was nimmst du ein, was gibst du aus und was kannst du dir dementsprechend leisten? Für den Anfang solltest du Einnahmen und Ausgaben der zurückliegenden zwölf Monate vergleichen und daraus einen Mittelwert bilden.

Dazu sei dir allerdings dringend geraten, nicht nur zu Hause allein mit dem Taschenrechner zu arbeiten. Die meisten Kreditinstitute wie auch Vergleichsportale und andere Seiten haben Berechnungstools für genau solche Fälle. Diese musst du nur mit deinen Daten bestücken und erhältst ein Ergebnis, das klar zeigt, wie hoch das Darlehen insgesamt sein kann und welche monatlichen Abschlagsleistungen auf dich zukommen – natürlich solltest du mehrere Tools nutzen, um zu vergleichen.

Falls du aktuell zur Miete lebst, kannst du dich für die Rückzahlungsquote an deren Kosten (plus einige wenige Prozent) orientieren. Insgesamt sollten die monatlichen Raten für eine Immobilie nicht mehr als 35-40 Prozent des Fixeinkommens deines bisherigen Haushalts betragen. Vergiss an diesem Punkt nicht, dass du als Immobilienbesitzer nicht nur diese monatliche Rate zahlen, sondern künftig auch Rücklagen für Wartungen und Reparaturen bilden musst. Je größer die monatliche Rate ist, desto weniger finanzieller Spielraum verbleibt dir also für solche Dinge und andere Eventualitäten. Und: Falls du noch keinen Nachwuchs hast, aber fest mit diesem planst, solltest du noch vorsichtiger rechnen.

Die Kosten

Einmal angenommen, du benötigst eine Immobilienfinanzierung für ihren klassischen Einsatzzweck, den Bau eines neuen Einfamilienhauses: Was genau musst du dann alles bezahlen? Die Endsumme und damit das, was du als Darlehen benötigst, wird sich aus mehreren Positionen zusammensetzen. Dazu gehören:

  • der Kaufpreis des Grundstücks

  • die etwaigen Planungsarbeiten (falls sie nicht im Gesamtpreis einer Baufirma inbegriffen sind)

  • die gesamten Baukosten zwischen Gründung und Ausgestaltung des Vorgartens

  • die Grunderwerbssteuer

  • die Kosten für den Notar und Grundbucheinträge

  • ggf. die Maklerkosten

Die Grunderwebssteuer, die Kosten für Notar und Grundbucheinträge sowie die Maklerkosten ergeben die sogenannten Baunebenkosten. All jene Faktoren sind einzelfallabhängig. Sie unterscheiden sich nicht nur je nach Bundesland, sondern hängen auch von der konkreten Lage eines Hauses in einer Kommune ab. Für dich stehen folgende Aufgaben an:

  1. Recherchiere für deinen künftigen Wohnort so präzise wie möglich. Falls du in einem Neubaugebiet errichten möchtest, sprich auch ruhig mit Bauherren, die dort schon angefangen haben zu bauen.

  2. Lass dir von Bauunternehmern Kostenvoranschläge, Baukostenabschätzungen und dergleichen geben. Du möchtest so genau wie möglich wissen, was das Haus am Ende kosten wird.

  3. Gehe bei allen Kostenpunkten im Zweifel von einer höheren Summe aus. Im Klartext: Plane die Kosten großzügig. Das bedeutet zwar, dass du mehr Geld leihen musst, es schützt dich aber davor, dass dir durch unvorhersehbare Kostenüberschreitungen vor der Fertigstellung das Geld ausgeht – was dann mit teuren Nachfinanzierungen verbunden wäre.

Am Ende dieses Prozesses steht eine Summe X, die dich dein Eigenheim voraussichtlich kosten wird. Keine unumstößliche Summe –im Verlauf des Bauprozesses (und auch bei erworbenen Bestandsimmobilien, die noch umgebaut bzw. saniert werden müssen) wird es vermutlich immer wieder Dinge geben, die alles verteuern –, aber ein realistischer Näherungswert.

Zusammenfassung

  • Unter dem Oberbegriff Baufinanzierung laufen mehrere weitere Begriffe. Teils sind sie Synonyme für alle Formen von geliehenem Geld, teils aber auch eigenständige Begriffe für spezielle Kredite – sie alle zu kennen, ist für Bauherren in spe Pflicht.
  • Der wichtigste Faktor für die Baufinanzierung ist der Umfang der geplanten Immobilie. Der sollte sich vornehmlich an der finanziellen Leistungsfähigkeit orientieren, zusätzlich aber auch an weiteren Faktoren wie etwa dem Lebensalter.
  • Insgesamt teilen sich die Kosten in Baukosten und Baunebenkosten auf. Vor allem die Baukosten können sich im Verlauf des Projekts steigern und sollten deshalb für die Finanzierung nur als unterer Richtwert gesehen werden.

Eigenkapital, das Zünglein an der Waage

Könntest du mit festen Einkünften, aber ohne Eigenkapital, also mit einem völlig leeren Konto zur Bank gehen und ein Immobiliendarlehen beantragen? Ja, durchaus. Das Prinzip nennt sich Vollfinanzierung. Allerdings ist es grundsätzlich die teuerste Form des Immobilienkredits, außerdem ist die Auswahl an Finanzprodukten im Vergleich zu klassischen Darlehen deutlich eingeschränkt. Das ist also ganz klar nur eine Notfalloption, denn wie bei jedem Kredit so gilt auch hier: Je weniger Geld du dir leihen musst, desto besser. Außerdem gilt zu beachten: Vollfinanzierung bedeutet nicht automatisch, dass auch die Nebenkosten inbegriffen sind. 

Das bringt uns zu dem, was du bereits hast: deinem Eigenkapital. Allerdings ist das nicht nur das, was vielleicht jetzt schon auf deinem Konto liegt. Konkret umfasst das Eigenkapital:

  • deine vorhandenen Geldbestände in bar sowie auf Konten

  • einen etwaigen Bausparvertrag, falls er zuteilungsreif ist

  • Gelder in Fonds, Wertpapieren usw.

  • geldwerte Besitztümer, etwa Kunstgegenstände, wertvolle Uhren, aber auch Lebensversicherungen

  • abbezahlte Immobilien in deinem Besitz

  • Gelder, die du von Dritten bekommen könntest (etwa ein vorzeitig ausbezahltes Erbe)

  • Eigenleistungen, die du am Bau selbst erbringen könntest – du benötigst also nur die Materialkosten, nicht aber auch den Arbeitslohn für Handwerker

Abermals solltest du hier einen umfangreichen Kassensturz machen und in jedem Fall mit Freunden und Verwandten sprechen. Ziel sollte es sein, zumindest die Baunebenkosten und 10 Prozent der restlichen Summe aus deinen eigenen Mitteln bestreiten zu können. Aber natürlich gilt wieder: je mehr, desto besser. Sei deshalb kreativ und trage so viel Geld wie möglich zusammen, bevor du in die Bankgespräche und Vergleiche gehst. Aber vergiss dabei einen weiteren, heute immens wichtigen Punkt nicht: Die Fremdfinanzierung muss nicht von der Bank kommen.

Zusammenfassung

  • Eine Immobilienfinanzierung ohne Rücklagen ist möglich, aber meist kostspielig.
  • Je weniger du dir Leihen musst, umso besser.
  • Unter Eigenkapital versteht man nicht nur deine vorhandenen Geldbestände, sondern auch Bausparverträge, Fonds, Wertpapiere und andere geldwerte Besitztümer.
  • Mindestens die Baunebenkosten sowie etwa 10 Prozent der restlichen Summe sollten durch Eigenkapital finanziert werden.

Förderungen

Was KfW und andere beitragen können

Die Zeiten, in denen ein Immobiliendarlehen einzig eine Sache zwischen dem künftigen Hausbesitzer und einem Kreditinstitut war, sind schon lange vorbei. Dem deutschen Staat ist sehr daran gelegen, dass sich Häuser in möglichst hochwertigem Zustand befinden – das gilt sowohl für Neubauten wie auch für Bestandsbauten, die dann zu sanieren bzw. umzubauen sind. Hochwertig bedeutet in diesem Kontext vor allem, dass ein Haus energetisch optimiert ist, also so wenig Energie wie möglich verbraucht. Hier geht es um den Umweltschutz, aber auch barrierefreies Wohnen und Einbruchsschutz sind Thema.

An diesem Punkt kommt eine ganze Reihe von Drittmittelgebern ins Spiel. Konkret sind das primär die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie bundeslandspezifische zusätzliche Programme. Sie alle eint, dass du hier die Möglichkeit hast, weitere Mittel jenseits des Bankkredits und deines Eigenkapitals zu bekommen. Meist läuft dies auf zinsgünstige Kredite hinaus, teilweise gehören dazu aber auch direkte Zuschüsse oder auch Tilgungszuschüsse (Tilgung = Rückzahlung zum Schuldausgleich) für dein herkömmliches Darlehen.

Das ist stets mit gewissen Anforderungen an dein Heim verbunden. Wenn du beispielsweise die Zuschüsse für ein KfW-Effizienzhaus 40 erhalten möchtest, darf deine Immobilie durch bauliche Maßnahmen nur 40 Prozent des durchschnittlichen Primärenergiebedarfs eines bloß nach den staatlichen Mindeststandards errichteten Gebäudes aufweisen. Für dich ergeben sich hieraus wieder einige Aufgaben:

  • Eruiere sorgfältig, was in deinem Bundesland möglich ist. Achte dabei auch darauf, dass es bei den staatlichen Programmen teilweise jährlich begrenzte Töpfe gibt – mitunter kann es deshalb günstiger sein, den Bau ins nächste Jahr zu verschieben.

  • Prüfe bei allen Fördermitteln, wie hoch und entsprechend teuer der Aufwand wäre, um ihre Anforderungen bei deinem Haus zu erfüllen. Eventuell kann es auch günstiger sein, auf die Fördermittel zu verzichten – weil das Erfüllen der für die Förderung vorgegebenen Standards teurer wäre als die mögliche Förderungssumme.

Wenn du Fragen hast, was deine Baufinanzierung angeht, kannst du dich an unsere CLARK Experten wenden. Wir stehen dir mit unabhängiger und persönlicher Beratung zur Seite und helfen dir dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Zusammenfassung

  • In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Drittmittelgebern, allen voran die KfW, die dich abseits von Eigenkapital und Bankkredit bei der Immobilienfinanzierung unterstützen.
  • Für praktisch jedes Bauprojekt ist es möglich, Drittmittel durch KfW und andere Akteure zu erhalten. Die besten Angebote sollten frühzeitig geprüft und beantragt werden, damit die restliche Finanzierung sich um sie herum gestalten kann.
  • Manchmal kann es günstiger sein, auf diese Sonderförderungen zu verzichten.

Tipps

Vergleichen und noch mehr vergleichen

An diesem Punkt weißt du, was deine gewünschte Immobilie ungefähr kosten wird. Außerdem hast du eine Ahnung davon, welche Fördermittel infrage kommen und was du an Eigenkapital in die Waagschale werfen kannst. Was jetzt noch übrig ist, sind die Summen, die du dir als Darlehen leihen musst.

Wer früher eine Immobilie erwerben oder bauen wollte, ging dazu zu seiner Hausbank – auch diese Zeiten sind längst passé. Unabhängig von der Art der Immobilie sollten mindestens fünf verschiedene Angebote verglichen werden – wenngleich du heutzutage natürlich auch durch die Möglichkeit von Onlinevergleichen leicht umfangreicher arbeiten kannst.

Bei einer solchen Konditionsanfrage überprüft die Bank zunächst bei der Schufa deine Bonität. Sie erstellt dann basierend auf der von dir gewünschten Kreditsumme ein Angebot. Daraus gehen die Gesamtlaufzeit, der Sollzins, der Effektivzins sowie die voraussichtlichen Tilgungssätze und schließlich ein effektiver Jahreszins hervor. In den effektiven Jahreszins fließen auch Posten wie Bearbeitungsgebühren, etwaige Provisionen und mehr ein. Baukredite sind heute meistens sogenannte Annuitätendarlehen. Hierbei ist am Anfang der Tilgungsanteil gering, es werden zunächst nur die Zinsen bezahlt. Erst mit den Jahren steigt der prozentuale Anteil der monatlichen Rückzahlungssummen, die in den tatsächlichen Kredit fließen. Die Tilgungssätze in solchen Angeboten gehen in der Regel vom ersten Jahr aus.

Doch so gut Konditionsanfragen sind, um dir einen ersten Überblick zu verschaffen, so wirst du doch nicht umhinkommen, zumindest bei ein, zwei Instituten, die es in die engere Wahl geschafft haben, konkrete Kreditanfragen zu stellen – bei denen dann ein wirklich persönlich auf dich zugeschnittenes Angebot erstellt wird. Du benötigst jetzt in jedem Fall umfassende Unterlagen (falls du das Darlehen mit einem Partner beantragst, müssen die persönlichen Unterlagen von euch beiden vorhanden sein). Dazu gehören:

  • ein Identitätsnachweis

  • eine Selbstauskunft der Schufa

  • drei aktuelle Gehaltsnachweise sowie der aktuelle Lohnsteuerbescheid

  • Kontoauszüge für den Nachweis des Eigenkapitals

  • Objektunterlagen (Grundbuchauszüge, Baubeschreibungen, Pläne, Baukostenberechnungen usw. Frage zuvor nach, welche Unterlagen das Kreditinstitut genau haben möchte)

Falls du selbstständig/freischaffend bist, musst du alternativ zwei aktuelle Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen und die letzten beiden Einkommensteuerbescheide mitbringen.

Was einen guten Kredit ausmacht

Nicht zuletzt durch die Niedrigzinsphase mit ihren historisch günstigen Zinsen kann es gut sein, dass sich die Angebote mehrerer Institute stark ähneln. Das macht es für dich als Laie auf diesem Gebiet wahrscheinlich schwierig, den für dich optimalen Kredit zu bestimmen. Allerdings gibt es einige Dinge, auf die du achten kannst und solltest.

  1. Wichtig ist zunächst einmal die Zinsbindung. Die Zinsbindungsfrist sollte so lang wie möglich sein. Du möchtest auf jeden Fall, dass bei deiner Zinsbindung der derzeit so konkurrenzlos niedrige Zinssatz bis in ferne Zukunft festgelegt wird. Lass dich nicht davon blenden, dass Angebote mit kürzerer Zinsbindung mit niedrigerem Zins werben – beispielsweise würde derzeit bei 250.000 Euro bei zehnjähriger Bindung ein Sollzins von etwa 0,60 Prozent anfallen, wohingegen es bei zwanzigjähriger Bindung über 1,00 Prozent wären. Ersteres ist aber in der heutigen Zeit vermutlich die langfristig schlechtere Wahl. Kurze Zinsbindungen lohnen sich nur in einer Hochzinsphase, wenn ein hoher Zinssatz zu zahlen ist.

  2. Vor allem als Selbstständiger und/oder Person mit noch nicht ganz gewisser Zukunft (Stichwort Kinder) sollten die Kreditraten flexibel anpassbar sein. Es gibt viele günstig wirkende Angebote, die das jedoch nicht ermöglichen und so langfristig sehr teuer, vielleicht sogar untragbar werden können.

  3. Sei bei der Tilgungsrate nicht zu vorsichtig. Viele Banken beginnen ihre Angebote mit einer Tilgung von 1 Prozent. Das ist jedoch, abermals wegen des aktuell so niedrigen Zinssatzes, zu wenig. Es könnte dann mehr als 50 Jahre dauern, bis deine Immobilie mit allen Zinsen abbezahlt wäre. Lass dir mehrere Szenarien mit unterschiedlichen Tilgungsraten aufstellen und prüfe gründlich, ob du sie dir leisten kannst. Eine zu niedrige Tilgung, wie die Tilgung mit 1 Prozent, ist nicht empfehlenswert. 2 Prozent Tilgung sind schon deutlich besser. Letztendlich gilt: Je höher die Tilgungsrate, desto schneller ist das Darlehen abbezahlt. Als frisch gebackener Immobilienbesitzer wirst du dich künftig so oder so bei den Ausgaben einschränken müssen.

  4. Achte auf die Bereitstellungszinsen. Die meisten Darlehen werden schrittweise abgerufen – wenn ein Bauschritt beendet ist, überweist die Bank bzw. du die nötigen Summen an die ausführenden Firmen. Wenn das Geld abgehoben werden könnte, du es aber noch nicht tust, fallen Bereitstellungszinsen von in der Regel monatlich ca. 0,25 Prozent an. Achte darauf, dass das Institut die Zinsen erst nach einem halben Jahr oder noch längerer Zeit verlangt – vergiss nie, dass gerade beim Hausbau einige Verzögerungen auftreten können. Diese sollen nicht zu deinem finanziellen Nachteil sein. Übrigens: Aufschläge für eine derart gestückelte Auszahlung gelten als nicht mehr zeitgemäß. Wenn ein Institut das von dir fordert, sollte das Angebot anderweitig einiges zu bieten haben.

  5. Sprich auch wegen der ersten Rate mit dem Bankberater. Normalerweise beginnt die Kreditrückzahlung, sobald die ersten Summen ausbezahlt wurden – da dann aber dein Haus noch nicht fertig ist, kann es zu einer schwerwiegenden Doppelbelastung zwischen Rückzahlung und Miete kommen.

  6. Plane mit Spielraum, um Nachfinanzierungen zu vermeiden. Generell solltest du mindestens 5 Prozent der Gesamtsumme als Zusatzoption haben. Diese Reserve kann entweder als zusätzlicher, zu gleichen Konditionen buchbarer Kredit bestehen oder mit einem darauf zugeschnittenen Sondertilgungsrecht gebucht werden – in jedem Fall kannst du die zusätzlichen 5 Prozent bei Bedarf nutzen oder, falls sie nicht benötigt werden, ohne Zusatzkosten verfallen lassen. Der Begriff Anschlussfinanzierung hat mit der Nachfinanzierung nichts zu tun. Eine Anschlussfinanzierung wird abgeschlossen, wenn nach dem Ende der Erstfinanzierung noch eine Restschuld verbleibt. Diese Restschuld kann dann im Rahmen der Anschlussfinanzierung zum Beispiel durch ein neues Angebot der Bank beglichen werden.

Und: Sei bei deinen Eigenleistungen realistisch. Selbst als erfahrener Selbermacher wirst du für die Arbeiten länger benötigen. Schätze die „Muskelhypothek“ also nicht zu hoch ein, damit daraus keine verzerrt niedrige Darlehenssumme entsteht. Vereinbare lieber ein umfangreiches Sondertilgungsrecht. Denn natürlich möchtest du gute Jahre nutzen können, um schneller aus den Schulden herauszukommen.

Du solltest dich niemals scheuen zu verhandeln. Bedenke immer: Was die Banken dir hier vorlegen, sind Angebote – keine in Stein gemeißelten Zahlen. Bei den allermeisten Instituten hast du durch geschicktes Feilschen immer die Möglichkeit, zu deinen Gunsten zu justieren. Hast du dann ein passendes Angebot gefunden und alle Unterlagen eingereicht, kannst du damit rechnen, dass du innerhalb einer Woche eine Zusage bekommst – und mit dieser in der Hinterhand kann es dann auch so zügig losgehen, wie die Handwerker, Notare usw. es erlauben.

Zusammenfassung

  • Um Kredite zu vergleichen, sollten zunächst nur Konditionsanfragen getätigt werden, da sie sich nicht auf die Schufa auswirken.
  • Ein guter Kredit ist im Höchstmaß personalisiert. Das heißt, er ist nicht nur günstig, sondern seine gesamten Konditionen richten sich nach der Lebens- und der Finanzrealität des Antragstellers.

Eine Baufinanzierung beantragen

Eine eigene Immobilie zu erwerben, ist ein großer Schritt und meist eine Entscheidung fürs Leben. Umso wichtiger ist es im Vorfeld, sich gründlich Gedanken über die Finanzierung zu machen. Was kannst du dir heute leisten und was geschieht, wenn sich morgen deine Lebensumstände ändern? Welche Fördermöglichkeiten ergeben sich für dich und welche machen Sinn?

Du wirst im Internet eine ganze Reihe an Vergleichsrechnern finden, die dir möglicherweise einen Anhaltspunkt geben können. Doch am Ende ist eine Baufinanzierung eine höchst individuelle Angelegenheit, die passgenau auf dich und deine Lebenssituation zugeschnitten sein muss.

Die Experten von CLARK beraten dich zu deiner Vermögenssituation und helfen dir dabei, dir den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.

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CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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