Vor- und Nachteile der Riester-Rente

Private Altersvorsorge muss sein. Die Riester-Rente bietet die Möglichkeit dazu und bringt viele Vorteile. Sparer sollten aber auch die Nachteile kennen.

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Das Wichtigste in Kürze

Der demografische Wandel bringt die gesetzliche Rentenversicherung an ihre Grenzen. Sie alleine wird möglicherweise nicht mehr reichen, damit du deinen Lebensstandard im Alter hältst. Du musst zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat vorsorgen. Darin sind sich alle Experten einig. Über den richtigen Weg gehen die Meinungen allerdings auseinander. Das gilt auch für die Riester-Rente.  Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Das bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Dennoch steht dieses Angebot immer wieder in der Kritik. Sie ist teilweise berechtigt, oft aber auch zu pauschal.

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Die Riester-Rente setzt durch staatliche Zulagen und steuerliche Förderung attraktive Anreize.

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Dein Riester-Vertrag garantiert dir eine lebenslange Rente, egal, wie alt du wirst.

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Allerdings gehen vorgeschriebene Garantien zu Lasten der Rendite.

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Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Bei der Riester-Rente fördert der Staat deine Zahlungen zur Altersvorsorge mit Zulagen beziehungsweise steuerlichen Vorteilen.

Vorteile durch staatliche Zulagen solide gefördert steuerlich absetzbar zusätzlicher Steuervorteil statt Zulagen möglich Garantie auf eine stabile Rente bis zum Tod Rente vor Pfändung und Hartz IV geschützt Einmalauszahlung (30 %) bei Rentenbeginn möglich egal was passiert: in der Rente gibt es mindestens die eingezahlten Beiträge zurück
Nachteile für Laien schwer zu durchschauen bei Auszahlung fällt Steuer an Rendite meist niedriger als bei anderen Formen der Vorsorge Gebühren je nach Anbieter recht hoch Riester-Rente lohnt sich oft erst im hohen Alter Eingeschränkte Vererbbarkeit Kündigen ist teuer

Riester-Vorteile im Einzelnen

Die Riester-Förderung kann sich sehen lassen. Auch die Aussicht auf eine garantierte Rente spricht für einen Riester-Vertrag. 

Durch staatliche Zulagen solide gefördert

Riester-Sparer können Zulagen erhalten, mit denen der Staat die eigenen Beiträge aufbessert. 

  • Grundzulage: 175 Euro pro Jahr

  • Kinderzulage (Geburt bis 2007): 185 Euro pro Jahr

  • Kinderzulage (Geburt ab 2008): 300 Euro pro Jahr

  • Berufseinsteigerzulage für Versicherte bis 25 Jahre: einmalig 200 Euro

Bedingungen für Zulagen

Die vollen Zulagen fließen, sofern

Für die Beantragung einer steuerlichen Förderung gib deine Riesterbeiträge in der Anlage AV deiner Steuererklärung an – hier wird automatisch die Günstigerprüfung vollzogen, die deine optimale Förderung ermittelt.

Beiträge steuerlich absetzbar

Die Beiträge und Zulagen zur zusätzlichen Altersvorsorge lassen sich steuerlich geltend machen. Sie zählen zu den Sonderausgaben. Das verschafft dir eine gewisse Ersparnis bei der Einkommenssteuer. Der Höchstbetrag, den du von der Steuer absetzen kannst, liegt bei 2.100 Euro. Die Zulagen sind in dieser Summe bereits inbegriffen.

Zusätzlicher Steuervorteil statt Zulagen möglich

Manche Riester-Sparer beziehen bewusst keinerlei Zulagen. Sie profitieren ausschließlich von Steuervorteilen. Der Grund dafür ist die Günstigerprüfung: Das Finanzamt errechnet anhand der Einkommenssteuererklärung, ob die Vorteile bei der Steuer dem Riester-Sparer höhere Rendite bringen als die Zulagen. Der Fiskus gewährt in diesem Fall einen Sonderausgabenabzug bei der Einkommenssteuer. In der Praxis setzt diese Form der Förderung in der Regel ein hohes Einkommen voraus.

Garantie auf eine stabile Rente bis zum Tod

Für Riester-Renten gilt Kapitalschutz. Das heißt: Die Anbieter müssen dir auf jeden Fall eine Rente auszahlen, sofern du in der Ansparphase deinen Vertrag erfüllst. Nach Renteneintritt steht dir dieses Einkommen bis zum Lebensende zu. Die Anbieter dürfen die Höhe nicht zu ihren Gunsten ändern, nur weil du sehr alt wirst.

Rente vor Pfändung und bei Hartz IV sicher

Die staatlich geförderte Riester-Rente mag weniger Rendite erwirtschaften als manche rein private Rentenversicherung. Sie bringt aber auch einen großen Vorteil mit sich: Das angesparte Kapital ist sicher vor dem Gerichtsvollzieher. Es darf bei einer Privatinsolvenz nicht gepfändet werden. Zudem wird das Geld nicht auf Hartz IV und andere Sozialleistungen angerechnet.

Falls du im Internet etwas anderes liest: In der Vergangenheit wurde die Rente mit der Grundsicherung verrechnet. Diese Tatsache hat entscheidend dazu beigetragen, das Riestern in Verruf zu bringen. Der Gesetzeber hat reagiert und nachgebessert.

Einmalauszahlung bei Rentenbeginn möglich

Die Riester-Rente soll dir im Alter als stetiges, zusätzliches Einkommen zur gesetzlichen Rente dienen. Du kannst dir aber auch gleich zu Beginn des Ruhestands eine höhere Summe auszahlen lassen. Bis zu 30 Prozent deines angesparten Guthabens sind als Einmalauszahlung verfügbar. Hast du Riester vor 2005 abgeschlossen, wären es maximal 20 Prozent.

Mindestens Beiträge zurück

Egal was passiert: Deine Beiträge, die staatlichen Zulagen und die aus beidem erzielte Rendite stehen dir im Alter zu. Du sicherst dir eine zusätzliche lebenslange Rentenzahlung. Das macht die Riester-Rente zu einer sicheren Anlage.

Riester-Nachteile im Einzelnen

Ob du einen Riester-Vertrag abschließt oder dir Alternativen suchst: Bei der Altersvorsorge gibt es keinen goldenen Weg. Die Vorteile der staatlich geförderten Rente solltest du in jedem Fall mit den Nachteilen abwägen.

Für Laien schwer zu durchschauen

Juristen und Steuerberater zucken oft mit den Achseln, wenn Laien sie nicht verstehen. „Steht doch alles da.“ Einspruch! Paragrafen mögen korrekt formuliert sein. Einfach zu verstehen sind sie damit noch lange nicht. Auch bei der Riester-Rente ergeben sie ein Dickicht, das Laien nur schwer durchdringen.

Der Staat hat dies angesichts jahrelanger Missverständnisse indirekt eingestanden: Stolze 16 Jahre nach Einführung der Riester-Rente wurden Produktinformationsblätter verbindlich. Die Anbieter müssen darin seit 2017 bestimmte Standarddaten zu ihrem Riester-Tarif auflisten. Zwar lässt sich der Nachteil übermäßiger Komplexität nicht mehr aus der Welt schaffen. Aber immerhin erleichtern die Infoblätter den Vergleich von Angeboten.

Wenn du Fragen zu deiner Riester-Rente hast oder Probleme damit, jedes einzelne Detail des Produktinformationsblatts zu verstehen, ruf unsere CLARK-Experten an. Sie haben täglich mit Altersvorsorgeprodukten zu tun und können dir bestimmt weiterhelfen.

Bei Auszahlung fällt Steuer an

Die staatlich geförderte Altersvorsorge geht während der Ansparphase mit Steuervorteilen einher: Deine Beiträge wirken sich positiv auf deine Einkommenssteuer aus. Das führt allerdings oft zu Missverständnissen. Denn der Staat verzichtet keineswegs komplett auf die Besteuerung. Er verlagert sie in deinen Ruhestand. Auf deine Riester-Rente zahlst du also später Steuern. Allerdings wäre es ungerecht zu behaupten, der Fiskus hole sich zurück, was er dir vorher erlassen hat. Auf dein Einkommen im Alter zahlst du sehr wahrscheinlich deutlich niedrigere Steuern als momentan auf dein Gehalt. Die nachgelagerte Besteuerung kann unterm Strich also sinnvoll für dich sein – genau wie übrigens bei der betrieblichen Altersvorsorge

Rendite meist niedriger als bei anderen Formen der Vorsorge

Hohe Sicherheit geht bei Geldanlagen mit einer vergleichsweise niedrigeren Rendite einher – vor allem angesichts dauerhaft niedriger Zinsen. Der Zusammenhang ist logisch, trägt der klassischen Riester-Rente aber immer wieder Kritik ein.

Sei dir bewusst: Trotz staatlicher Förderung können deine Beiträge unmöglich eine üppige Rente erwirtschaften. Riester bleibt eine zusätzliche Form der Altersvorsorge. Als Alternative zur klassischen Riester-Rentenversicherung steht dir die fondsgebundene Riester-Rente offen. Solche Verträge versprechen eine etwas höhere Rendite. Jenseits von Riester bietet der Finanz- und Versicherungsmarkt eine Fülle weiterer Produkte. Die Renditeaussichten für Sparer liegen deutlich höher. Genau wie die Risiken. Lass dich also in jedem Fall beraten, zu Beispiel von den Versicherungsexperten von CLARK.

Gebühren je nach Anbieter recht hoch 

Das Modell "private Altersvorsorge plus staatliche Förderung" stand von Anfang an in der Kritik. Dabei geht es häufig um die Kosten, die vielen Verbraucherschützern zu hoch erscheinen. Tatsächlich gibt es Versicherungen, die dir in den ersten Jahren deiner Vertragsbeziehung kräftig in die Tasche greifen würden. Andere Anbieter verlangen für die gleichen Leistungen weniger Geld. Manche Versicherer verzichten sogar komplett auf Abschlussgebühren. Ein Riester-Rente-Vergleich lohnt sich schon deshalb auf jeden Fall. Die Kosten sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zu deiner Rendite stehen.

Riester-Rente lohnt sich oft erst im hohen Alter

In Zukunft stehen mehr alte Menschen immer weniger Jungen gegenüber. Zudem steigt die Lebenserwartung. Beides zusammen überfordert die Deutsche Rentenversicherung. Insofern ist eine private Vorsorge fürs hohe Alter mehr als vernünftig. Die Riester-Rente geht allerdings von vornherein von einer hohen Lebenserwartung aus. Konkret: Du musst alt werden, um von Riester zu profitieren. Bis du etwa 80 Jahre alt bist, bekommst du – vereinfacht gesagt – bloß deine eigenen Einzahlungen zurück. Erst danach gehen die Auszahlungen tatsächlich zulasten der Versicherung.

Riester-Ansprüche gehören nicht zum Erbe 

Ein klassischer Riester-Vertrag gilt für genau einen Vertragsnehmer. Die Police lässt sich nicht übertragen. Sollte der Sparer vor Rentenbeginn sterben, kann sich der Ehepartner das Guthaben auszahlen lassen. Die Erben unverheirateter Sparer hingegen bekämen ausschließlich die eingezahlten Beiträge zurück. Die bereits erhaltenen Zulagen würde das Amt vor der Überweisung vom Guthaben abziehen. Das gilt auch für die steuerlichen Begünstigungen, die während der Ansparphase gewährt worden sind.

Vertragsbedingungen anpassen

Falls du dein gesamtes Gutgaben für den Fall der Fälle sichern willst, dann passe den Vertrag vor Abschluss an. Klassische Riester-Produkte lassen sich um eine Garantiezeit ergänzen. Das bedeutet: Deine Hinterbliebenenen würden bis zum Ablauf einer festgesetzten Zeit deine monatliche Rente beziehen. Der Kreis der Hinterbliebenen ist vom Gesetzgeber genau definiert: Zu ihnen gehören ausschließlich dein Ehepartner, dein eingetragener Lebenspartner sowie kindergeldberechtigte Kinder.

Kündigen ist teuer

Erstmal abschließen und später überlegen, ob es sinnvoll war? Keine gute Idee! Du zahlst zu Beginn Gebühren an die Versicherung. Die bekämst du bei einer Kündigung nicht wieder. Außerdem müsstest du die volle Förderung, die dir der Staat gewährt hat, zurückzahlen. Ein Alternative zur Kündigung bestünde darin, den Vertrag ruhen zu lassen.

Fazit: Riester-Rente ja oder nein?

Deine Recherche zur Riester-Rente wird kein einheitliches Bild ergeben. Die Anbieter tauchen die Pluspunkte in rosiges Licht. Manche Verbraucherschützer und Medien wiederum dreschen bei jeder Gelegenheit auf die staatlich geförderte Altersvorsorge ein. Beides ist derart pauschal nicht sinnvoll. Ob Riester ja oder Riester nein – das lässt sich nur anhand der persönlichen Gesamtsituation beurteilen. Am besten lässt du dich individuell beraten.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Altersvorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld. Eine Riester-Rente erhältst du schon ab 5 Euro im Monat.

Ob die Riester-Rente für dich jedoch das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Experten helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Angebot, das am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt.

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CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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