Frau schaut nachdenklich auf einen Laptop beim Kaffeetrinken.

Riester-Rente: Mindestbeitrag und Höchstbeitrag

Der Staat gewährt die Zulagen zur Riester-Rente in vollem Umfang, wenn der Sparer den Mindestbeitrag zahlt. Zugleich gilt für die Förderung ein Höchstbeitrag.

Beratung anfordern
Trust Seal von Trustpilot

Das Wichtigste in Kürze

Für die Beiträge zur Riester-Rente hat der Gesetzgeber zwei Grenzen festgesetzt: Nach unten regelt der Mindesteigenbeitrag, ob und in welcher Höhe Förderung gewährt wird. Nach oben bestimmt ein Höchstbetrag, wo die steuerliche Absetzbarkeit endet.

01

Die volle staatliche Förderung erhältst du, wenn du einen individuellen Mindesteigenbeitrag zahlst.

02

Die Riester-Förderung ist auf einen Maximalbeitrag von 2.100 Euro gedeckelt.

03

Geringverdiener benötigen zum Riester-Sparen nur 5 Euro im Monat.

Staatliche Förderung: Mindestbeitrag ist individuell

Theoretisch darf jeder so viel Beitrag in die Riester-Rente einzahlen, wie er möchte. Es ist allerdings sinnvoll, einen bestimmten Mindestbeitrag zu entrichten. Nur dann fließen die staatlichen Zulagen zur Rente in voller Höhe. Wie hoch dieser Mindestbeitrag ausfällt, unterscheidet sich jedoch von Fall zu Fall. So muss beispielsweise eine alleinstehende Mutter, die Teilzeit arbeitet, weniger Eigenbeitrag zahlen als ein gutverdienender, kinderloser Single. Das ist gerecht – wirft aber eine Frage auf: Wie errechnet sich mein Beitrag?

Auf diese Faktoren kommt es bei Riester an

Grundsätzlich gilt bei Riester: Die Förderung bekommt, wer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt und einen gewissen eigenen Beitrag zur zusätzlichen privaten Rente leistet. Niemand kann sich beispielsweise die volle Grundzulage von 175 Euro sichern, ohne seinen Riester-Vertrag bedient zu haben.

Wie hoch dein Eigenbeitrag ausfallen muss, hängt vor allem davon ab,

  • ob du ein Gehalt beziehst

  • wie viel du im Jahr verdienst (Höhe des Bruttojahresgehalts)

  • ob du Kinder hast und 

  • wann diese Kinder geboren worden sind.

Welche Förderung dir zusteht, stellt das Finanzamt anhand deiner Steuererklärung fest. Das bedeutet: Hast du beispielsweise 2020 Beiträge eingezahlt, bekommst du die Riester-Förderung im Jahr 2021. Du musst die Zulagen lediglich beantragen. Dazu nutzt du die Anlage AV deiner Steuererklärung. Für die Überweisung des Geldes an den Versicherer ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) zuständig.

Persönlichen Eigenbeitrag ausrechnen

Wie viel Beitrag du mindestens für die Riester-Rente einzahlen solltest, kannst du mit einer simplen Formel selbst ermitteln:

Bruttojahresgehalt des letzten Jahres mal 0,04, maximal jedoch 2.100 Euro, minus zu erwartende Zulagen = Mindesteigenbeitrag

Schauen wir zunächst auf den ersten Teil der Gleichung: Gehalt mal 0,04. Der Gesetzgeber sieht vor, dass du mindestens 4 Prozent deines letzten Bruttojahresgehalts – also dein vertraglich festgeschriebenes Gehalt vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben – für die Riester-Rente einplanst, maximal jedoch 2.100 Euro. Angenommen du verdienst 25.677,00 Euro brutto im Jahr. Dann multiplizierst du diesen Betrag mit 0,04 und erhältst so die 4 Prozent: 1.027,08 Euro.

Jetzt ziehst du davon die Altersvorsorgezulagen ab, die du vom Staat erwarten kannst. Die Grundzulage beträgt 175 Euro. Für jedes Kind, das noch kindergeldberechtigt ist, bekommst du ebenfalls eine Zulage. Die volle Zulage für Nachwuchs, der bis 2007 geboren wurde, liegt bei 185 Euro. Für ein Kind, das ab 2008 zur Welt kam, zahlt der Staat eine Riester-Zulage in Höhe von 300 Euro.

Die Summe, die sich aus dieser Rechnung ergibt, ist der Mindesteigenbeitrag. Wenn du ihn in deinen Riester-Vertrag einzahlst, hast du deine Schuldigkeit getan: Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) wird die Zulagen in voller Höhe an deinen Versicherer überweisen. Zahlst du weniger, sinken deine Zulagen zur Rente. Dein Vertrag läuft aber auch in diesem Fall weiter.

Beispiel Eigenbeitrag Riester-Rente

Veronika arbeitet als Krankenschwester. Sie hat einen Sohn, geboren 2009. Ihr Einkommen betrug 2019 brutto 34.567,77 Euro. 4 Prozent davon sind 1.382,71 Euro. Für 2020 konnte sie die Grundzulage von 175 Euro und die Kinderzulage von 300 Euro voraussetzen.

Also zahlte sie 2019 insgesamt 907,71 Euro in ihren Riester-Vertrag ein (1.382,71 - 175 - 300 = 907,71). 

2020 bekam Veronika eine Gehaltserhöhung. Sie verdient nun 39.789,86 Euro brutto. Abzüglich der Zulagen, die ihr 2021 gutgeschrieben werden, beträgt ihr Mindesteigenbeitrag nunmehr 1.116,59 Euro.

Zusammenfassung

  • Der Mindestbeitrag zur Riester-Rente ist individuell.
  • Um Anspruch auf die vollen Zulagen zu haben, müssen vier Prozent des letztjährigen Bruttogehalts abzüglich zu erwartender Zulagen eingebracht werden.

Sockelbeitrag: Altersvorsorge für 5 Euro monatlich

Doch was, wenn du deinen Job verloren hast, also auch kein Einkommen beziehst? Dann kann dein Riester-Vertrag gefördert werden, wenn du den sogenannten Sockelbeitrag entrichtest. Darunter versteht der Gesetzgeber eine pauschale Mindest-Eigensparleistung von 60 Euro im Jahr. Das entspricht 5 Euro im Monat für die künftige Rente. Diese geringe Summe ist das absolute Minimum, das ein Riester-Sparer aufbringen muss. 

Dank Sockelbetrag können auch einkommensschwache Menschen die volle Förderung beanspruchen. Dazu zählen vor allem Empfänger von Hartz-IV-Leistungen. Aber auch kinderreiche Eltern, die im Job wenig verdienen, zahlen oft den Sockelbeitrag an ihren Versicherer. Sie sichern sich mit nur 60 Euro den Anspruch auf hohe staatliche Zulagen zu ihrer privaten Altersvorsorge.

Beispielrechnung Sockelbeitrag

Maja und Tom haben fünf Kinder, für die sie Kindergeld beziehen. Beide beziehen eher geringe Einkommen und erreichen beim Riestern die maximale Förderung.

Das erste Kind wurde 2006 geboren. 2008 kamen Zwillinge zur Welt. 2017 und 2018 vergrößerten zwei Nesthäkchen die Familie.    

Maja verdient als Frisörin 22.000 Euro brutto im Jahr. Tischler Tom arbeitet Teilzeit und bekommt 14.000 Euro brutto. Beide haben einen Riester-Vertrag. 

4 Prozent von Majas Bruttoeinkommen: 880 Euro  Grundzulage: 175 Euro  Kinderzulage 1. Kind: 185 Euro  Kinderzulage 2. und 3. Kind (je 300 Euro): 600 Euro  Mindesteigenbeitrag: keiner  Sockelbeitrag: 60 Euro 

4 Prozent von Toms Bruttoeinkommen: 560 Euro  Grundzulage: 175 Euro  Kinderzulage 4. und 5. Kind (je 300 Euro): 600 Euro  Mindesteigenbeitrag: keiner  Sockelbeitrag: 60 Euro

Gut zu wissen: Ein Hartz-IV-sicheres Investment

Die Riester-Rente verfolgt das Ziel, jedem die Chance auf eine private Altersabsicherung zu ermöglichen und Altersarmut vorzubeugen. Darum ist die Riester-Rente auch Hartz-IV-sicher. Heißt: Wenn du Arbeitslosengeld II beziehst, wird das Vermögen in deinem Riester-Vertrag bei der Bedürftigkeitsermittlung nicht berücksichtigt. Du bekommst ALG II und darfst deinen Vertrag weiter behalten und besparen. Obwohl du keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehst, erhältst du trotzdem die vollen staatlichen Zulagen.

Auch wenn du später in der Rente auf Grundsicherung angewiesen bist, wird dir ein Riester-Vertrag nicht nachteilig ausgelegt. Mit einem eigenen Riester-Vertrag hast du im Alter immer mehr als die Grundsicherung.

Zusammenfassung

  • Für Geringverdiener reichen schon 5 Euro monatlich für die vollen Riester-Zulagen.
  • Ein Riester-Vertrag ist Hartz-IV-sicher.
  • Riester-Sparer haben in der Rente immer mehr als die Grundsicherung.

Höchstbetrag der Riester-Rente

Du darfst so viel in die staatlich geförderte Altersvorsorge einzahlen wie du möchtest. Die staatliche Förderung beziehungsweise dein Steuervorteil sind allerdings gedeckelt: Der Riester-Höchstbetrag liegt bei 2.100 Euro pro Jahr inklusive Zulagen. Die vollen Zulagen erhältst du bereits ab einem Beitrag von 4 Prozent deines letzten Jahresbruttogehalts. Entsprechen 4 Prozent mehr als 2.100 Euro, erhältst du die volle Förderung dennoch ab dem Riester-Höchstbetrag von 2.100 Euro.

Konkret bedeutet das: Steht dir ausschließlich die Grundzulage zu, wirst du bis zu einem Eigenbeitrag von 1.925 Euro gefördert. Hast du ein nach 2007 geborenes Kind, schießt der Staat weitere 300 Euro hinzu. Demnach investierst du 1.625 Euro, wenn du den steuerlich absetzbaren Riester-Höchstbetrag einhalten möchtest.

Anhand deiner Steuererklärung prüft das Finanzamt, welche Art der staatlichen Riester-Förderung besser für dich ist. Erzielst du ein hohes Einkommen und hast keine Kinder, könnte ein Sonderausgabenabzug mehr Rendite einbringen als direkte Zulagen. Welchen Eurobetrag dir der Staat bei der Einkommenssteuer erlässt, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. 

Riester-Fondssparplan erwägen

Falls du mehr als den Höchstbetrag in die Riester-Rente stecken kannst, schau dir Riester-Fondssparpläne an. Zwar kannst du die „zu viel gezahlten“ Beiträge nicht hier und heute von der Steuer absetzen. Du profitierst davon aber im Alter. Denn das überzahlte Riester-Kapital wird weniger stark besteuert als bei einer klassischen Riester-Rente. Das Finanzamt rechnet nur die Hälfte des erzielten Gewinns nach dem Steuersatz ab, der im Alter für dich gilt. Solltest du also grundsätzlich beispielsweise 25 Prozent Steuer berappen, fallen auf die überzahlten Beiträge und ihre Überschüsse nur 12,5 Prozent Steuer an.  

Diesen Vorteil eines Sparplans verschaffst du dir, sofern du deine Riester-Rente frühestens mit 62 Jahren beanspruchst. Zudem muss der Riester-Fondssparplan zu Rentenbeginn mindestens zwölf Jahre bestanden haben.

Bevor du jedoch zusätzliches Geld in deinen Riester-Vertrag investierst, lass dich zu alternativen Formen der Altersvorsorge beraten. Denn wegen der Beitragsgarantie der Riester-Rente kann die Verzinsung vergleichsweise gering ausfallen. Die CLARK Experten helfen dir bei allen Fragen rund um Riester gerne weiter.

Zusammenfassung

  • Du kannst so viel in deinen Riester-Vertrag ansparen, wie du möchtest.
  • Eine Förderung gibt es aber nur bis zu 2.100 Euro jährlich, inklusive Zulagen.
  • Wer mehr als die 2.100 Euro einzahlen will, für den könnte wegen der steuerlichen Behandlung ein Riester-Fondssparplan interessant sein.

Riestern für Paare

Heiraten zwei Riester-Sparer, laufen beide Verträge weiter. Das heißt: Beide erwerben mit dem jeweiligen Mindesteigenbeitrag Anspruch auf die volle Grundzulage. Beide können außerdem zu Steuervorteilen beitragen, denn der steuerlich absetzbare Höchstbetrag verdoppelt sich von 2.100 Euro auf 4.200 Euro.

Wenn das Paar Kinder hat, fließt die Kinderzulage pro Kind genau einmal. In der Regel an die Mutter. Mitunter kann es sich aber rentieren, die zu erhaltenden Zulagen auf den Vater zu übertragen. Dazu informiert ihr eure jeweiligen Versicherer und passt eure Steuererklärung an (Anlage AV).

Förderberechtigte Ehepartner

Angenommen, nur einer von euch hat vor der Heirat Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung gezahlt. Dann durfte auch nur dieser Partner einen Riester-Vertrag abschließen. Der andere Partner war bislang im Rahmen der Riester-Rente nicht förderfähig. Die Ehe beziehungsweise eingetragene Partnerschaft ändert dies nun. Ehepartner von Riester-Sparern dürfen einen Vertrag abschließen und werden so auch förderberechtigt. Als jährlicher Riester-Beitrag genügt der Sockelbetrag. Die Zulagen fließen dann in vollem Umfang. Ein nennenswerter Steuervorteil ergibt sich aus der Zahlung des Sockelbetrags von 60 Euro hingegen nicht: Der steuerlich absetzbare Betrag steigt von 2.100 Euro nur auf 2.160 Euro. Anders als bei Verträgen, die unabhängig voneinander laufen, ist keine Verdoppelung vorgesehen. 

Zusammenfassung

  • Sind in einer Ehe beide Riester-Sparer, sind auch beide Zulagenberechtigt.
  • Der steuerlich absetzbare Höchstbetrag verdoppelt sich auf 4.200 Euro.
  • Zulagen für gemeinsame Kinder gibt es aber nur einmal.
  • Ehepartner, die früher nicht förderfähig waren, werden über ihren Ehepartner nur auch förderberechtigt.
  • Für eine Förderung genügt der Sockelbeitrag.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Altersvorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld. Eine Riester-Rente erhältst du schon ab 5 Euro im Monat.

Ob die Riester-Rente für dich jedoch das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Experten helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Angebot, das am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt.

Nächste Schritte

01

Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

02

Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

03

Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

Wir beraten dich gerne und vollkommen unverbindlich!
Bild von Alexander, Versicherungsexperte
Alexander
Versicherungsexperte

Beratung anfordern

CLARK Nutzer berichten

Bereits über 300.000 zufriedene Kunden managen ihre Versicherungen mit CLARK. Erfahre, was die Community über CLARK denkt.