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Die Pensionskasse: Freiwillige Pensionszusage für Arbeitnehmer

Die Pensionskasse als betriebliche Altersvorsorge ist eine von fünf Varianten der zusätzlichen Altersabsicherung.

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Die Pensionskasse ist eine von fünf Varianten, mit denen Unternehmen die betriebliche Altersvorsorge (bAV) durchführen können. Als Arbeitnehmer solltest du wissen, wie eine Pensionskasse zusätzlich zur staatlichen Rente und privaten Vorsorge zu deiner Absicherung im Alter beitragen kann.

Was ist die Pensionskasse?

Die Pensionskasse ist eine von fünf Varianten der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und bezeichnet gleichzeitig das Lebensversicherungsunternehmen, das die betriebliche Altersversorgung durchführt. Die Pensionskasse ist – wie jede Form der bAV – eine sogenannte kapitalgedeckte Zusatzversorgung, die zusätzlich zur gesetzlichen Rente aufgebaut wird. Im Rahmen einer Entgeltumwandlung kann ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttolohns abführen und direkt in die Pensionskasse einzahlen.

Pensionskassen gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert; sie werden zwischen drei Parteien vereinbart: dem Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber und einer dritten Partei. Diese dritte Partei ist eine rechtlich selbstständige Einrichtung, entweder ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder eine Aktiengesellschaft.

Da die Altersvorsorge mit einer Versicherungsgesellschaft geschlossen wird, spricht man von einer extern finanzierten Versorgung, anders als beispielsweise bei der Direktzusage oder Unterstützungskasse. In der Praxis besteht kaum ein Unterschied zur Direktversicherung – beide sind unternehmensunabhängige Einrichtungen. Ihren Anfang hatten Pensionskassen jedoch unter anderem in Großunternehmen und im öffentlichen Dienst, von denen sie auch selbst betrieben wurden. Damit waren Pensionskassen nicht für alle Arbeitnehmer zugänglich; das ist mittlerweile anders.

Wie funktioniert die Pensionskasse?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge über eine Pensionskasse sind das Verhältnis und die Pflichten von Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der gewählten Pensionskasse genau definiert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer treffen eine arbeitsrechtliche Vereinbarung über die bAV. Dabei ist der Arbeitgeber zur Zahlung oder Abführung der Beiträge an die Pensionskasse verpflichtet, die wiederum zur Zahlung der Versorgungsleistung an den Arbeitnehmer verpflichtet ist.

Was zahlt der Arbeitgeber in die Pensionskasse ein?

Die Beiträge zur Pensionskasse können vollständig vom Arbeitgeber übernommen oder als Mischform vereinbart werden. Seit 2019 müssen Arbeitgeber bei neuen Verträgen die Beiträge der Mitarbeiter mit mindestens 15 Prozent bezuschussen – mehr ist immer möglich. Ab 2022 gilt diese Vorgabe auch für ältere Verträge. Zuvor musste der Arbeitgeber nichts zahlen, sondern konnte sich lediglich bereit erklären, dem Mitarbeiter die betriebliche Altersvorsorge und die Entgeltumwandlung zu ermöglichen.

Was zahlt der Arbeitnehmer in die Pensionskasse ein?

Du als Arbeitnehmer kannst ebenfalls einen monatlichen Beitrag in die Pensionskasse einzahlen. Da dies über eine Entgeltumwandlung passiert, hast du steuerliche Vorteile: Du zahlst einen Teil deines Bruttolohns in die Pensionskasse ein, wodurch sich dein lohnsteuerpflichtiges Gehalt und somit auch die anteiligen Sozialabgaben verringern. Durch die Entgeltumwandlung zahlst du effektiv mehr in die Pensionskasse ein, als dir später auf der Gehaltsabrechnung netto fehlt.

Die Abzüge bei der Auszahlung aus der Pensionskasse

Allerdings bist du die Steuern nicht ganz los, denn die Rentenzahlungen der Pensionskasse unterliegen der nachgelagerten Besteuerung. Sobald dir die Pensionskasse deine Altersvorsorge auszahlt, werden also Steuern fällig, je nach deinem Steuersatz und abzüglich eines sogenannten Versorgungsfreibetrags, der zu Beginn des Renteneintritts festgesetzt wird. Der Steuersatz für Rentner ist jedoch normalerweise niedriger als für Arbeitnehmer, weswegen die nachgelagerte Besteuerung in der Regel vorteilhaft für dich ist.

Was ist eine regulierte Pensionskasse?

Wenn von regulierten und deregulierten Pensionskassen die Rede ist, meint man traditionelle Firmenpensionskassen und lebensversicherungsähnliche Pensionskassen. Im Jahr 2006 kam es zur Deregulierung aller vorhandenen Pensionskassen, weswegen es mittlerweile bis auf ein paar Ausnahmen nur noch deregulierte Pensionskassen gibt. Rechtlich werden diese wie Lebensversicherungsunternehmen behandelt. Regulierte Pensionskassen müssen hingegen sämtliche Tarife und Bedingungen aufsichtsrechtlich genehmigen lassen.

Welche Leistungen bietet die Pensionskasse?

Die Pensionskasse zahlt dem Arbeitnehmer beim Eintritt ins Rentenalter, bei Berufsunfähigkeit oder im Todesfall Leistungen aus. Die Leistungen im Überblick:

  • Regulär erfolgt die Auszahlung als lebenslange Rente im Alter oder als einmalige Kapitalauszahlung.

  • Bei Invalidität kann eine Beitragsbefreiung vereinbart werden, auch eine Invalidenrente ist möglich. Dabei würde die Auszahlung der Pensionskasse vor dem Rentenbeginn starten.

  • Für den Todesfall kann zudem die Versorgung der Hinterbliebenen vereinbart werden.

Invalidität

Invalidität bedeutet in der Regel, dass du wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Gebrechen deinen Job nicht mehr ausüben kannst. Klingt erst einmal nach einer klassischen Definition für Berufsunfähigkeit. Viele bAV-Verträge knüpfen die Voraussetzung für den Erhalt einer Invalidenrente aber an den Erhalt einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente und das ist nicht dasselbe, wie du in unserem Ratgeber dazu lesen kannst. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt so eine Absicherung über die bAV in der Regel nicht. Wende dich hierzu gerne an unsere CLARK Experten. Sie vergleichen deine Verträge zeigen dir genau auf, wo du gut abgesichert bist und wo man vielleicht noch etwas tun kann.

Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel mit der Pensionskasse?

Wechselst du den Arbeitgeber, gehen dir die Ansprüche auf deine betriebliche Altersvorsorge nicht verloren, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Beiträge, die du selbst in die Altersversorgung eingezahlt hast, sind, wie man sagt, „unverfallbar“. Das heißt, schon mit dem Tag der Einzahlung erhältst du einen dauerhaften Anspruch auf die Summe der eingezahlten Beiträge und deren Zinsen. Beiträge, die dein Arbeitgeber für dich entrichtet hat, sind - sofern arbeits- oder tarifvertraglich nicht anders geregelt - dann unverfallbar, wenn du mindestens 5 Jahre bei deinem Arbeitgeber verbracht hast und mindestens 23 Jahre alt bist. Ab 2021 reicht es aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung bereits, wenn du bloß 3 Jahre dem Betrieb angehört hast und 21 Jahre alt bist.

Bei einem Arbeitgeberwechsel wird eine betriebliche Altersvorsorge in der Regel beitragsfrei gestellt. Das bedeutet, es werden keine neuen Beiträge mehr eingezahlt, aber das vorhandene Vermögen bleibt erhalten, wird weiter verzinst und mit Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt. Du hast aber auch die Möglichkeit, den Vertrag auf dich übertragen zu lassen. Dann kannst du ihn selbst mit Beiträgen aus deinem Netto weiter finanzieren oder zu deinem neuen Arbeitgeber mitnehmen, falls dieser einverstanden ist, den Vertrag zu übernehmen. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber bAV wechseln, kündigen, stilllegen.

Welche Vorteile hat die Pensionskasse als betriebliche Altersvorsorge?

Der Abschluss einer Pensionskasse bietet Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, denn beide Seiten können Geld einsparen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Deine Beiträge zur Pensionskasse sind bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG) steuerfrei und bis 4 % der BBG auch sozialabgabenfrei. Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grenze des Bruttogehalts, bis zu der Arbeitnehmer Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen. Sie wird jährlich vom Staat angehoben. 2020 beträgt sie 82.800 Euro pro Jahr, bzw. 6.900 Euro pro Monat. Das heißt, du kannst monatlich 276 Euro (4 % von 6.900 Euro) steuer- und sozialabgabenfrei in die bAV einzahlen. Davon schießt dir dein Arbeitgeber 15 Prozent zu. Es reicht also, 240 Euro einzuzahlen (240 x 0,15 = 36), um vom vollen Steuer- und Sozialabgabenvorteil zu profitieren. Da dein Gehalt erst nach Abzug der 240 Euro versteuert und verbeitragt wird, fehlen dir davon, je nach Steuerklasse und Gehalt, netto nur etwa 50 Prozent.

Also: Monatlich 276 Euro in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen, aber netto nur auf etwa 120 Euro verzichten!

Bei der Auszahlung fallen zwar Steuerabzüge und Sozialabgaben an. Da du im Rentenalter jedoch normalerweise ein geringeres Gesamteinkommen und eine günstigere Steuerklasse hast, werden insgesamt weniger Steuern fällig. Außerdem profitierst du von der Wertsteigerung deiner Beiträge.

Vorteile für Arbeitgeber

Der Arbeitgeber spart durch das Modell der Pensionskasse Lohnnebenkosten. Außerdem kann er etwaige arbeitgeberfinanzierte Beiträge als Betriebsausgabe beim Finanzamt geltend machen.

Welche Nachteile hat die Pensionskasse?

Bei der Auszahlung der Beiträge aus der Pensionskasse fallen Steuern an. Dazu zahlst du zwar keine Beiträge mehr zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, dafür aber fallen die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an – auch der Anteil des Arbeitgebers. Der Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent für Beiträge aus Entgeltumwandlung sowie die Wertentwicklung deiner Beiträge und der niedrigere Steuersatz im Alter gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber betriebliche Altersvorsorge - Vor- und Nachteile.

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