Riester-Rente: sinnvolle Altersvorsorge oder Flop?

Private Vorsorge schützt vor Altersarmut. Mit einem Riester-Vertrag sichern sich Arbeitnehmer staatliche Förderung. Das ist mal mehr, mal weniger sinnvoll.

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Das Wichtigste in Kürze

Die einen sagen top, die anderen flop. An der Riester-Rente scheiden sich die Geister. Wer genauer hinschaut, kommt zu einer differenzierteren Einschätzung: Ob diese Art der Vorsorge sinnvoll ist, hängt von der persönlichen und familiären Situation ab. Wir klären auf und nennen Alternativen.

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Das Riestern ist in der Vergangenheit in Verruf geraten.

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Die Härte der Kritik ist jedoch nicht berechtigt.

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Die Riester-Rente ist eine solide Grundabsicherung fürs Alter.

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Private Vorsorge staatlich gefördert

Jüngere Generationen können sich nicht mehr ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. Um Rentenlücken zu schließen, ist private Vorsorge notwendig. Wer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann sich dabei staatliche Förderung sichern. Das funktioniert entweder über eine betriebliche Altersvorsorge oder einen Riester-Vertrag.

Bei der Riester-Rente besteht die Förderung in staatlichen Zulagen oder Vorteilen bei der Steuer. Wer den Mindesteigenbeitrag leistet, sichert sich eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr. Für Kinder gibt es Extrazulagen. Alternativ gewährt der Staat einen Sonderausgabenabzug.

Wann du einsteigen solltest

Wie bei fast allen Produkten der Versicherungswirtschaft gilt auch bei Abschluss einer Riester-Rente: Je jünger, desto besser. Die lange Laufzeit wirkt sich positiv auf deine Rendite aus. Im Umkehrschluss heißt das, mit über 50 lohnt es sich kaum noch. Die Ansparphase wäre zu kurz. Wer sehr jung anfängt, bekommt sogar einen Bonus: Einmalig 200 Euro Förderung gibt es, wenn du vor Vollendung deines 25. Lebensjahres einen Riester-Vertrag abschließt.

Volle Wirkung entfaltet sich ab 80

Ein Argument der Riester-Verächter lautet: Du musst über 80 werden, damit die Auszahlungen die Beiträge übersteigen. Das trifft auf so manchen Sparer tatsächlich zu. Die Gründe liegen zum einen in den Abschluss- und Verwaltungskosten, die bei jedem Versicherungsvertrag in ähnlicher Höhe fällig werden, und zum anderen an Zinsen und Verrentungsfaktor. Denn die Riester-Rente bietet dir eine lebenslange Rentenzahlung, egal wie alt du wirst. Damit die Versicherung die auch immer bezahlen kann, geht sie von der für deinen Geburtsjahrgang üblichen Lebenserwartung aus und teilt dein Riester-Kapital in gleichmäßige monatliche Raten auf. Zugleich geht die Beitragsgarantie der Riester-Rente – du kannst nie weniger bekommen als du einbezahlt hast – zu Lasten der Zinsen. Wenn Spötter also sagen, du müsstest mindestens 80 Jahre alt werden, bis sich ein Riester-Vertrag rechnet, dann meinen sie damit, dass du erst dann mehr ausgezahlt bekommst als du während der Ansparphase eingezahlt hast.

Aber angesichts einer hohen Lebenserwartung verliert das Argument an Biss. Denn dafür ist dir die Rente ja garantiert, egal wie alt du auch werden magst. Außerdem bleiben bei den Modellrechnungen der Kritiker die Überschüsse unberücksichtigt. Das sind die Gewinne, die eine Versicherung durch die Anlage deiner Beiträge am Kapitalmarkt erwirtschaftet. Sie werden dir jeweils am Jahresende gutgeschrieben. Im Gegensatz zum Garantiezins, der sich zum Teil noch in Riester-Produkten findet, sind Überschüsse nicht garantiert, sondern können je nach Schwankungen am Kapitalmarkt von Jahr zu Jahr variieren. Darum ist es zwar seriös, bei Vorhersagen nur das Garantiekapital zu betrachten. Dass man am Ende aber tatsächlich nur mit der Garantierente auskommen muss, ist wenig wahrscheinlich. Für Riester-Sparer kann sich die Einzahlung also lohnen, sofern sie den optimalen Vertragspartner finden.

Zusammenfassung

  • Die gesetzliche Rente allein reicht nicht mehr aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Eine private Vorsorge ist notwendig.
  • Früh anfangen lohnt sich, denn nur so können sich die Beiträge zur Altersvorsorge optimal entwickeln.
  • Beim Riestern ist eine lebenslange Rentenzahlung garantiert.
  • Kritiker bemängeln, dass sich die Riester-Rente erst nach etwa 15 Jahren Laufzeit rechnet. Dabei lassen sie aber die Überschüsse außer Acht.
  • Die Beiträge zum Riester-Vertrag sind dir garantiert.

Wann Riestern sich lohnt

Bei deiner Recherche stößt du möglicherweise auf Sätze wie diese: „Die Riester-Rente lohnt sich für Gutverdiener. Geringverdiener haben nichts davon.“ Wie so oft in Sachen Versicherung sind pauschale Aussagen wenig sinnvoll.

Gesetzt den Fall …

… du verdienst gut 

Der Staat greift alleinstehenden Menschen, die gut verdienen, tief in die Tasche. Mitunter zeigt er sich aber auch kulant und gewährt Steuervorteile. Bei Riester ist das der Fall. Die staatliche Förderung besteht zwar in der Regel aus Zulagen. Du kannst aber alternativ beachtliche Vorteile bei der Einkommenssteuer erzielen. Voraussetzung ist das Ergebnis der sogenannten Günstigerprüfung: Stellt das Finanzamt fest, dass dir die Zulagen keine optimale Rendite bringen, gewährt es einen Abzug bei den Sonderausgaben.

… du hast bis vor kurzem recht gut verdient

Je nachdem, wie viel Bruttoeinkommen du beziehst, gewährt das Finanzamt Steuervorteile statt Zulagen. Denn die automatische Günstigerprüfung kann ergeben, dass du so die höhere Rendite erzielst. Nun trittst du im Job eine Weile kürzer. Das wirkt sich zunächst auf dein Jahresgehalt aus. Und in der Folge auf deinen Mindesteigenbeitrag für deine private Altersvorsorge sowie die Günstigerprüfung. Riester bleibt aber sinnvoll, denn die 175 Euro Grundzulage bekommst du auf jeden Fall.

… du bist noch keine 25 Jahre alt

Neben der Grundzulage von 175 Euro und den Kinderzulagen (s.u.) gibt es eine dritte: Wer bei Abschluss eines Riester-Vertrags jünger als 25 ist, bekommt eine Berufseinsteigerzulage. Der Bonus beträgt 200 Euro und wird einmalig gezahlt. Nun mag diese Summe für sich allein genommen kein großer Anreiz sein. Aber du profitierst möglicherweise ohnehin von der langen Laufzeit deines Vertrags. In dem Fall sind die 200 Euro ein willkommenes Zubrot.

… du verdienst dauerhaft wenig und hast keine Kinder

In manchen Berufen beziehen Menschen dauerhaft ein sehr niedriges Gehalt. Somit erwerben sie geringe Rentenansprüche und bleiben im Alter womöglich auf die gesetzliche Grundsicherung angewiesen. Bis 2018 galt, dass eine privat angesparte Rente auf die Grundsicherung voll angerechnet wird. Vor allem für kinderlose Geringverdiener, die den größten Teil ihrer Riester-Beiträge selbst entrichten mussten, lohnte sich das Riestern deshalb nicht. Mittlerweile hat sich das Gesetz aber geändert. Die Betroffenen dürfen später bis zu 200 Euro ihrer Riester-Rente behalten. Die Grundsicherung bleibt unangetastet.

… du hast eine große Familie

Die Riester-Rente sieht beachtliche staatliche Zulagen für Eltern vor. Für jedes Kind, das bis 2007 geboren wurde, erhält ein Elternteil 185 Euro im Jahr zur privaten Altersvorsorge. Kam der Nachwuchs ab 2008 zur Welt, sind es sogar 300 Euro. Dieses Geld fließt nicht direkt aufs Konto. Vielmehr verringern die Zulagen den Beitrag, den ein Sparer in seinen Riester-Vertrag einzahlen muss. Dieser sogenannte Mindesteigenbeitrag errechnet sich so: Bruttojahresgehalt mal 0,04, minus zu erwartende Zulagen. Die vollen Zulagen stehen jedem zu, der im Vorjahr den Mindesteigenbeitrag in seinen Riester-Vertrag eingezahlt hat. Du kannst also damit im wahrsten Sinne des Wortes rechnen.

Beispielrechnung Kinderzulagen

Lisa und Maria haben drei Kinder:

  • Für den ältesten Sohn, geboren 2006, bezieht Lisa das Kindergeld. Deshalb wird ihr auch die Kinderzulage gutgeschrieben.

  • Lisa verdient brutto 31.786,00 Euro. Mindestens 4 Prozent dieser Summe bekommt der Riester-Anbieter, also 1.271,44 Euro.

  • Lisa weiß aber im Vorhinein, dass der Staat davon 360 Euro übernehmen wird: 175 Euro Grundzulage plus 185 Euro Kinderzulage.

  • Demnach überweist Lisa dem Versicherer einen Mindesteigenbeitrag von 911,44 Euro. Das sind 75,95 Euro im Monat für die private Altersvorsorge.

 

Maria zahlt noch weniger Riester-Beitrag:

  • Als leibliche Mutter der beiden nach 2007 geborenen Töchter bezieht sie jeweils 300 Euro Zulage.

  • Maria arbeitet Teilzeit und verdient 18.656,00 Euro. 4 Prozent davon sind 746,24 Euro.

  • Zieht sie davon die Grundzulage von 175 Euro und die 600 Euro Kinderzulagen ab, bleibt kein Mindesteigenbeitrag.

  • Maria zahlt deshalb lediglich den gesetzlichen Sockelbeitrag. Er liegt bei 60 Euro im Jahr.

  • Für diese geringe Summe bekommt Maria jährlich 746,24 Euro für ihre Altersvorsorge vom Staat.

Förderung auf Eltern verteilen

Das Finanzamt rechnet Kinderzulagen standardmäßig der Mutter zu. Für kinderreiche Ehepaare kann es sich aber lohnen, die eine oder andere Zulage auf den Vater zu übertragen. Angenommen die Mutter verdient relativ wenig und ihr stehen Riester-Zulagen für vier nach 2007 geborene Kinder zu. Dann sinkt ihr Mindesteigenbeitrag um insgesamt 1.200 Euro auf wahrscheinlich deutlich unter Null. Dadurch gehen Vorteile verloren. Um zum Beispiel zwei Kinderzulagen auf den Vater zu übertragen, ändert das Paar einfach die Angaben in Anlage AV der Steuererklärung. Zudem informiert es die jeweiligen Riester-Anbieter.

Zusammenfassung

  • Die Riester- Rente lohnt sich für verschiedene Sparergruppen:
  • Gutverdiener ohne Kinder, weil sie die Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen können.
  • Geringverdiener, weil schon ein Sockelbeitrag von 5 Euro im Monat ausreichen kann, um die vollen Zulagen zu erhalten. Außerdem ist die Riester-Rente sicher vor Hartz-IV und Grundsicherung.
  • Für Familien mit vielen Kindern, weil es hier hohe Zulagen gibt.

Alternativen zur Riester-Rente

Alternativ zu Riester – oder gerne zusätzlich – kommen vor allem Aktien und Fonds infrage. Bei Aktien und Fonds sind die Risiken höher, eine Beitragsgarantie gibt es ebenso wenig wie staatliche Zulagen, allerdings ergibt sich auch die Chance auf mehr Rendite. Vorausgesetzt, du lässt dich seriös und kompetent beraten, kann die direkte Geldanlage am Kapitalmarkt eine zufriedenstellende Alternative für dich sein.

Eine mittlerweile veraltete Alternative der Altersvorsorge soll hier nicht unerwähnt bleiben: Früher schloss ein Familienvater eine Kapitallebensversicherung ab. Damit waren Frau und Kinder versorgt, falls er sterben würde. Zusätzlich tat das „Familienoberhaupt“ etwas für sich selbst: Er sparte in einen Vertrag zur Altersvorsorge. Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen lohnen sich Kapitallebensversicherungen heute allerdings kaum noch. Auch nicht für moderne Frauen, die lieber selbst vorsorgen...

Fazit

Unterm Strich ist die Riester-Rente ein solides Angebot der Altersvorsorge. Wer Sicherheit schätzt, sich gerne auf eine garantierte Altersrente verlässt und gerade so viel verdient, dass 4 Prozent seines Bruttoeinkommens an der Förderobergrenze liegt, für den kann ein Riester-Vertrag eine gute Grundabsicherung fürs Alter darstellen – auch wenn man alt werden muss, um mehr rauszubekommen als man reingesteckt hat. Das ist jedoch bei jeder Altersvorsorge mit Beitragsgarantie so. Hier ist ein Riester-Vertrag sogar herausragend transparent, weil er den Riester-Sparer in jährlichen Schreiben über den Stand seiner Versorgung und die anfallenden Gebühren und Abschlusskosten aufklärt. Dass die Medien daraus eine Abzocke oder "Riester-Falle" konstruiert haben, ist eher der Sensationslust der Medien geschuldet sowie der mangelnden Bereitschaft, die Riester-Rente in Vergleich mit anderen geförderten und nicht geförderten Altersvorsorgeprodukten zu stellen.

Ob die Riester-Rente für dich das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner individuellen Situation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung unabdingbar.

Zusammenfassung

  • Renditeträchtigere Alternativen zum Riestern können Aktien- und Fondssparpläne sein. Das geht jedoch zu Lasten von Sicherheiten.
  • Klassische Kapitallebensversicherungen sind wegen der Niedrigzinsphase keine attraktive Alternative mehr.
  • Die Riester-Rente ist eine solide Form der Vorsorge und bestens geeignet für kleinere und mittlere Einkommen, denen Sicherheit wichtiger als Rendite ist.
  • Eine individuelle Beratung ist vor Abschluss einer privaten Altersvorsorge unerlässlich.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Altersvorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld. Eine Riester-Rente erhältst du schon ab 5 Euro im Monat.

Ob die Riester-Rente für dich jedoch das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Experten helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Angebot, das am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt.

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CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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