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Focus Money - Beste Kundenbetreuung - Versicherungsmanager CLARK - Ausgabe 18/2023

Berufsunfähigkeits­­versicherung (BU) Ursache Übergewicht

Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Übergewicht?

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  • Übergewicht und Adipositas können in der Berufsunfähigkeits­versicherung als Vorerkrankungen gewertet werden.
  • Deshalb kann es für Betroffene schwieriger sein, eine Berufsunfähigkeits­versicherung abzuschließen.
  • Eventuell musst du Leistungsausschlüsse oder einen Risikozuschlag in Kauf nehmen.

Übergewicht und Adipositas

Immer mehr Deutsche sind übergewichtig

Die Zahl an übergewichtigen und stark übergewichtigen Menschen in Deutschland nimmt immer weiter zu. Das zeigt eine Erhebung der Deutschen Adipositas Gesellschaft: Demnach sind rund 53 % der Frauen und 67 % der Männer von Übergewicht betroffen. Dazu zählen alle Personen mit einem BMI über 25. Der BMI, also der Body-Mass-Index, setzt das Körpergewicht einer Person in Relation zu ihrer Körpergröße. Wer einen Wert über 30 erreicht, leidet unter Adipositas, auch als Fettleibigkeit bezeichnet.

Zwar steht der BMI als Kennzahl immer wieder in der Kritik, da er beispielsweise weder die Muskelmasse noch die unterschiedlichen Adipositas-Grade berücksichtigt. Dennoch entscheiden viele Versicherer auch aufgrund des BMI der Antragsteller:innen, ob sie ihnen eine Berufsunfähigkeits­versicherung offerieren oder nicht.

Starkes Übergewicht kann zu Berufsunfähigkeit führen

Je höher das Gewicht, desto höher das Risiko der Berufsunfähigkeit. Selbiges gilt für Untergewicht. Auch hier behalten sich die Versicherer Risikoausschlüsse oder Beitragszuschläge vor.

Die Gründe für das Übergewicht können zwar individuell sein, darunter fallen beispielsweise Essstörungen, hormonelle Störungen, Medikamente, genetische Faktoren oder psychische Ursachen wie Stress. Aber es kommt auf die Folgen an: Viele Erkrankungen, darunter auch schwere, können durch Adipositas hervorgerufen werden.

Je ausgeprägter die Erkrankung, desto höher die Risiken. Typische Folgen der Krankheit sind zum Beispiel:

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen
  • Erkrankungen am Rücken und Bewegungsapparat
  • Krankheiten der inneren Organe

Einige dieser Erkrankungen können wiederum chronisch werden und eine Berufsunfähigkeit zur Folge haben. Das bedeutet: Du bist zeitweise oder dauerhaft nicht in der Lage, deinem Beruf zu mehr als 50 % nachzugehen. Häufig führt das zu einer personenbedingten Kündigung. Sprich: Du verlierst deinen Job und kannst deiner beruflichen Tätigkeit auch bei keinem anderen Arbeitgeber mehr nachgehen. Das hat erhebliche finanzielle Folgen für dich als übergewichtige:n Arbeitnehmer:in, die durch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente der Rentenkasse nicht ausreichend aufgefangen werden.

In erster Linie dient eine Berufsunfähigkeits­versicherung also dazu, deine finanzielle Lebensgrundlage bei einer Berufsunfähigkeit oder krankheitsbedingten Kündigung zu sichern.

Wie hoch ist dein Risiko, an Adipositas zu erkranken?

Viele Deutsche sind übergewichtig oder adipös. Du kannst dein Gewicht aber in der Regel durch einen gesunden Lebensstil ohne ärztliche Behandlung kontrollieren. Der Vorteil: Im normalgewichtigen Bereich des BMI zu bleiben, beugt nicht nur eine Berufsunfähigkeit vor, sondern empfiehlt sich auch deiner Gesundheit zuliebe.

Trotzdem gibt es Fälle, in denen du die Ursache des Problems nicht in der Hand hast. Glücklicherweise ist die Medizin so weit fortgeschritten, dass das Gewicht dennoch kontrolliert werden kann und die körperlichen Folgen zumindest abgemildert werden. Wenn also dein Gewicht unkontrolliert steigt und weder Sport noch Diäten Wirkung zeigen, solltest du frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. So kannst du Folgen wie eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Adipositas vielleicht noch verhindern.

Zusammenfassung

  • Übergewicht ist eine Vorstufe von Adipositas. Der BMI ist hierbei die wichtigste Kennzahl.
  • Der BMI wird auch von Versicherern herangezogen, wenn du eine BU-Versicherung abschließen willst. Denn das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt in Relation zu deinem Gewicht.
  • Ein zu hohes Gewicht hat körperliche sowie psychische Auswirkungen und kann schwere Krankheiten nach sich ziehen. Das kann dazu führen, dass Arbeitnehmer:innen berufsunfähig werden und dadurch ihren Job verlieren.
  • Es ist wichtig, dein Körpergewicht im Blick zu behalten, zu kontrollieren oder rechtzeitig medizinischen Rat zu suchen.

Zahlt der Versicherer bei Übergewicht – und wann?

Du kannst dein Risiko zu Fettleibigkeit oft aktiv senken – und damit auch jenes einer Berufsunfähigkeit. Trotzdem ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung in jedem Fall eine gute Idee. Sie zählt nicht ohne Grund als eine der wichtigsten Versicherungen für Erwerbstätige.

Die private Berufsunfähigkeits­versicherung zahlt dir eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn du von einer Arbeitsunfähigkeit betroffen bist, die mindestens 6 Monate andauert (auch andere Zeiträume sind beim Versicherungsschutz möglich). Wird also die Belastung durch Adipositas oder ihre Folgeerkrankungen so hoch, dass du deine Arbeit nicht mehr ausüben kannst, ist dein Lebensunterhalt durch die Rente trotzdem gesichert.

Hierbei sind 2 Fälle denkbar: Entweder bist du durch das Übergewicht selbst so eingeschränkt, dass du deinen Beruf nicht mehr (vollständig) ausüben kannst. Oder es sind körperliche Folgen wie Rückenschmerzen, die die Einschränkung hervorrufen. In beiden Fällen erhalten die Versicherten die Leistungen der Berufsunfähigkeits­versicherung, sofern kein Ausschluss vereinbart wurde.

Wann genau der Versicherer zahlt und in welcher Höhe, hängt von deinem individuellen Vertrag ab.

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Wann die Berufsunfähigkeits­versicherung bei Übergewicht zahlt

Wichtig ist, dass du die Versicherung „richtig“ abschließt. Das heißt, sie sollte keine abstrakte Verweisung ermöglichen. Sprich: Der Versicherer muss leisten, sobald du den versicherten Beruf nicht mehr ausüben kannst – selbst wenn eine andere, auch sitzende Tätigkeit noch möglich wäre. Wichtig ist zudem, dass du die private BU bereits ab einem Zeitraum von 6 Monaten sowie ab 50-prozentiger Berufsunfähigkeit erhältst. Du hast also in der Regel einen großen Spielraum. Nicht zuletzt deswegen ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeits­versicherung sinnvoll.

Sollte der Fall eintreten, dass du deine Arbeit nicht mehr ausüben kannst und über einen Versicherungsschutz verfügst, brauchst du einen medizinischen Nachweis über deine Berufsunfähigkeit. Du erhältst die BU-Rente also erst, wenn du einen offiziellen Antrag gestellt hast und eine Gesundheitsprüfung samt Gesundheitsfragen durchgeführt wurde. Diese findet zum Beispiel durch deinen behandelnden Arzt statt. Allerdings kann Versicherung auch eine nochmalige Gesundheitsprüfung durch einen vom Versicherer ausgewählten Arzt veranlassen.

Wann genau der Versicherer dann die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente bezahlt, hängt auch von deinen individuellen Vertrags­bedingungen ab.

Wie du trotz (zu) hohem Gewicht eine BU bekommst

Eine vorvertragliche wahrheitsgemäße Gesundheitsprüfung mit diversen Gesundheitsfragen nimmt das Versicherungsunternehmen bereits vor dem Abschluss des Versicherungsantrages einer Berufsunfähigkeits­versicherung vor. So möchte er vermeiden, mit Versicherten wegen Vorerkrankungen der letzten Jahre ein zu hohes Risiko einzugehen und schaut, ob du in bestimmten Tarifen versicherbar bist.

Für ein erhöhtes Risiko, den bisherigen Beruf nicht mehr ausüben zu können, sorgt auch starkes Übergewicht. Während leichtes Übergewicht oft noch keinen Grund darstellt, potenzielle Versicherte abzulehnen oder Anpassungen wie einen Risikozuschlag vorzunehmen, reagieren viele BU-Versicherungen bei starkem Übergewicht oder Adipositas erheblich vorsichtiger.

Neben psychischen Erkrankungen, gefährlichen Hobbys oder weiteren Vorerkrankungen wird von der Versicherung daher in der Regel auch der BMI abgefragt. Bei dieser Gesundheitsprüfung hast du eine vorvertragliche Anzeigepflicht. Du musst also ehrlich sein. Ansonsten kann die Versicherung im Versicherungsfall die Leistung verweigern. Liegt dein Gewicht stark über der Norm, kann es also zum Problem werden.

Solltest du dir unsicher sein, ob du aufgrund deines Körpergewichts eine Berufsunfähigkeits­versicherung bekommst oder nicht, kannst du erst einmal eine anonyme Risikovoranfrage durchführen (lassen). Dadurch siehst du, ob und bei welchem Versicherer du überhaupt einen BU-Vertrag erhalten würdest – und zu welchen Bedingungen. Häufig wirst du trotzdem angenommen. Manchmal erhältst du aufgrund deiner Übergewichtigkeit einen Risikozuschlag oder Leistungsausschluss. Manchmal kannst du diesbezüglich noch verhandeln.

Ansonsten lohnt sich die Versicherung für viele Menschen in der Regel trotzdem, denn so sind sie wenigstens bei anderen Ursachen einer Berufsunfähigkeit durch die Rente abgesichert. Außerdem wird die Berufsunfähigkeits­versicherung manchmal trotzdem bei Folgeerkrankungen gezahlt – zum Beispiel, wenn du wegen Diabetes berufsunfähig wirst.

Zusammenfassung

  • Prinzipiell zahlt der Versicherer immer bei einer Berufsunfähigkeit, auch bei Übergewicht. Die Voraussetzung: Es wurde kein Ausschluss vereinbart. Das gilt unabhängig davon, ob der oder die Arbeitnehmer:in noch weniger als 50 % arbeitet oder der Arbeitgeber die (teilweise) Berufsunfähigkeit als Kündigungsgrund sieht und ihm die Kündigung ausspricht.
  • Es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherungsverträgen. Jeder Mensch muss also den BU-Schutz finden, dessen Leistungen optimal zu ihm passen.
  • Wann die Rente ausbezahlt wird und in welcher Höhe, hängt vom Einzelfall ab. Voraussetzung ist, dass du überhaupt eine BU-Versicherung erhältst.
  • Bei zu hohem oder zu niedrigem Körpergewicht empfiehlt sich eine anonyme Risikovoranfrage. Häufig wirst du trotzdem von der Versicherung angenommen. Eventuell kommt es zu Leistungsausschlüssen oder Beitragszuschlägen.
  • Auch wenn ein Mensch unter Übergewicht leidet oder deshalb bereits in Behandlung ist, hat er gute Chancen auf eine BU-Rente.
  • Achte darauf, dass der Vertrag keine abstrakte Verweisung erlaubt, wie das bei neueren Verträgen gehandhabt wird. Denn durch eine abstrakte Verweisung muss der oder die Versicherte bei einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit oder Kündigung einen anderen als den versicherten Beruf ausüben.

Welche Alternativen zur BU-Police gibt es?

Ist deine Adipositas so stark, dass du von der Versicherung abgelehnt wirst, oder entscheidest du dich aus anderen Gründen gegen die Berufsunfähigkeits­versicherung, gibt es Alternativen. Du kannst dann zum Beispiel eine

Auch dann erhältst du in gewissen Fällen eine Rente und bist somit besser abgesichert, falls du nicht mehr arbeiten kannst oder du vom Arbeitgeber die krankheitsbedingte Kündigung erhältst. Zwar sind die Leistungen oftmals nicht so gut wie die Berufsunfähigkeitsrente. Sie helfen den betroffenen Arbeitnehmer:innen aber dennoch weiter.

Zusammenfassung

  • Solltest du vollständig abgelehnt werden oder sich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr lohnen, gibt es Alternativen. Diese bieten oft einen geringeren Schutz, aber zumindest einen besseren als die rein staatliche Absicherung.

Nächste Schritte

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