Wann ist man berufsunfähig?

Zwei Faktoren entscheiden darüber, ob du als berufsunfähig giltst und einen Anspruch auf die Auszahlung deiner Berufsunfähigkeitsrente hast.

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Das Wichtigste in Kürze

Berufsunfähig wird in Deutschland statistisch gesehen jeder Vierte. Mit Hilfe einer Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du einem möglichen Einkommensausfall entgegenwirken. Doch wie wird Berufsunfähigkeit definiert und wann greift dementsprechend der volle Umfang der BU-Versicherung? 

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Als berufsunfähig gilt, wer seinen Beruf ab einer voraussichtlichen Zeit von mindestens sechs Monaten nicht mehr ausüben kann.

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Eine Berufsunfähigkeit wird diagnostiziert, sobald 50 Prozent der beruflichen Aufgaben nicht erledigt werden können.

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Die Ursache für eine Berufsunfähigkeit wird von deinem Arzt festgestellt und von dem Leistungsprüfer der Versicherung bestätigt.

Wann ist man berufsunfähig?

Solltest du auf längere Zeit ungeplant deinem ausgeübten Beruf aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung nicht nachkommen können, kann dich eine Berufsunfähigkeitsversicherung vor privaten Geldnöten bewahren. Doch ab wann gilt man als berufsunfähig und hat einen vollen Anspruch auf seine Berufsunfähigkeitsrente?

Per Definition giltst du als berufsunfähig, wenn du deinen aktuellen Beruf ab mindestens sechs Monaten auf unbestimmte Zeit hin nur noch zu maximal 50 Prozent ausüben kannst. Die Grundlage für diese Regelung liefert deine wöchentliche Arbeitszeit. Arbeitest du normalerweise in Vollzeit 40 Stunden die Woche, kannst du bereits berufsunfähig werden, falls du nur noch die 20 Stunden in Teilzeit arbeiten könntest. Diese 50-Prozent-Regel kann jedoch nicht immer sinnvoll angewendet werden. Von Berufsunfähigkeit wird auch gesprochen, wenn du den prägenden Hauptteil deiner Arbeit nicht mehr ausführen kannst – auch wenn dieser vielleicht nicht 50 Prozent entspricht. Damit du auch in diesem Fall deine monatliche BU-Rente erhältst, kann es sein, dass du deinen üblichen Tagesablauf vor der BU bei deiner Versicherung aufführen musst, um nachzuweisen, welche der wichtigsten Aufgaben du aufgrund deiner Einschränkung nicht mehr ausüben kannst. 

Nicht auf die Erwerbsminderungsrente verlassen

Eine staatliche Absicherung bei BU gibt es nicht, daher kannst du nur eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente kann nicht wirklich als gleichwertiger Ersatz zur BU-Versicherung betrachtet werden, denn für sie gelten deutlich größere Hürden. Denn solltest du in deinem ausgeübten Beruf von Berufsunfähigkeit getroffen werden, heißt dies für die deutsche Rentenversicherung, die eine Erwerbsminderungsrente auszahlt, nicht automatisch, dass du keine andere Arbeit antreten kannst. Du wärst demnach nicht erwerbsunfähig, da du in einem anderen Beruf arbeiten könntest und hättest daher keinen Anspruch auf staatliche Hilfe. Dass dieser andere Beruf dir möglicherweise nicht deinen bisherigen Lebensstil und gesellschaftliche Anerkennung garantieren kann wie dein vorheriger, spielt für die Erwerbsunfähigkeit keine Rolle. 

Private Berufsunfähigkeitsversicherungen halten ihre Definition von BU – und damit ihre Auffassung, wann du den vollen Beitrag deiner BU-Rente erhalten solltest – in dem "Allgemeinen Versicherungsbedingungen"-Teil  deines Versicherungsvertrages fest. Bei dieser Definition müssen sich BU-Versicherungen eigentlich an die gesetzlich geltenden Vorgaben hinsichtlich Berufsunfähigkeit halten. Also das du berufsunfähig bist, wenn du deinen ausgeübten Beruf ab einer Zeit von sechs Monaten nicht mehr nachgehen kannst oder eben nur noch bis zu 50 Prozent deine beruflichen Aufgaben übernehmen kannst. Dennoch solltest du gerade die "Allgemeinen Vertragsbedingungen" gründlich lesen, bevor du deinen Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung unterschreibst. Schwammige Formulierungen oder eingebaute Klauseln können dazu führen, dass sich Versicherer aus der Zahlungspflicht winden können und du deine BU-Rente im Zweifelsfall nicht ausbezahlt bekommst.

Um als Versicherter nicht in eine solche Situation zu geraten, solltest du deinen Vertrag zur BU-Versicherung unbedingt auf zu vermeidende optionale Klauseln hin überprüfen. Zu diesen gehört vor allem die Klausel einer abstrakten Verweisung. Der Versicherer muss dir bei dieser die Leistung einer BU-Rente nicht gewähren, solange du noch irgendeine andere Tätigkeit, die deiner Ausbildung und bisherigen Lebensstellung – bis hin zu einer 50-prozentigen Erwerbsminderung – entspricht, ausführen könntest. Deine Berufsunfähigkeitsversicherung wird durch die abstrakte Verweisung zu einer Erwerbsminderungsversicherung, obwohl du den entsprechenden Beitrag für Erstere zahlst. Wenn du dir nicht sicher bist über die Details in deinem Vertrag, zögere nicht, dich an unsere CLARK Experten zu wenden. Sie kennen die entsprechenden Formulierungen und helfen dir, deinen Vertrag zu verstehen.

Zusammenfassung

  • Per Definition bist du berufsunfähig, wenn du deinem bisher ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate auf unbestimmte Zeit hin nicht mehr nachkommen kannst.
  • Ob du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, wird mit der 50-Prozent-Regel beurteilt.
  • Wie BU definiert wird, legen die Versicherer in ihren Verträgen fest. Achte darauf, dass sich keine schwammige Formulierungen oder eine sogenannte abstrakte Verweisung darin befinden.
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente kann die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gleichwertig ersetzen.

Wie lange ist man berufsunfähig?

Dauer der Berufsunfähigkeit

Von deinem Arzt solltest du dir eine voraussichtliche Dauer und Ursache der Berufsunfähigkeit diagnostizieren lassen, da diese bei der BU-Versicherung vorgewiesen werden muss. Besonders bei weniger schwerwiegenden Krankheiten, bei denen sich der voraussichtliche Ausfall der Arbeitskraft gut prognostizieren lässt, kann dies sinnvoll sein. Wenn du dir zum Beispiel bei einem Unfall eher mindere Verletzungen zugezogen hast und nach einem Reha-Aufenthalt wahrscheinlich wieder in deinen Beruf zurückkehren kannst, kannst du deinen Versicherern die voraussichtliche Dauer deines Ausfalls mitteilen. Deine Berufsunfähigkeitsversicherung greift, sobald du dich in deinem zuletzt ausgeübten Beruf für eine Zeitspanne von sechs Monaten nicht mehr betätigen kannst. Deine BU-Rente wird rückwirkend vom ersten Krankheitstag ausgezahlt und weiterhin solange, bis du wieder arbeiten gehen kannst. Dabei kann es sich um deinen alten Beruf handeln oder auch um eine neue Tätigkeit, die du erlernt hast. 

Vertragsende der Berufsunfähigkeitsversicherung

In den meisten Fällen endet deine Berufsunfähigkeit mit dem Eintritt ins gesetzliche Rentenalter, solltest du davor nicht wieder in einen Beruf zurückkehren können. Ab 65 oder 67 bist du dann offiziell Rentner und erhältst den monatlichen Beitrag deiner Altersrente. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist besonders dann sinnvoll, wenn du deinen Vertrag direkt bis zu dem Jahr abschließt, in dem du 67, beziehungsweise 65 wirst. 

Was vielen in diesem Zusammenhang nicht bewusst ist: Während du berufsunfähig bist und eine private Berufsunfähigkeitsrente beziehst, zahlst du keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Das heißt, mit fortdauerndem Bestehen deiner Berufsunfähigkeitsversicherung sinken auch deine Ansprüche auf eine gesetzliche Rente. Um zu vermeiden, dass du mit Eintritt in den Ruhestand auf staatliche Grundsicherung angewiesen bist, solltest du rechtzeitig auch über eine private Altersvorsorge nachdenken.

Zusammenfassung

  • Bei weniger schweren Beeinträchtigungen der Arbeitskraft kann dein Arzt die voraussichtliche Dauer deiner Abwesenheit prognostizieren.
  • Die BU-Rente wird bis zu deinem Wiedereintritt in die Arbeit ausgezahlt.
  • Solltest du nicht wieder in deinen Beruf zurückkehren können, wärt deine Berufsunfähigkeitsversicherung bis du das gesetzliche Rentenalter erreichst.
  • Dein Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag sollte demnach mindestens bis zu deinem 65. oder 67. Lebensjahr laufen.
  • Während der Zeit, in der du deine Berufsunfähigkeitsrente erhältst, werden für dich keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt. Deine gesetzliche Rente sinkt. Du solltest also rechtzeitig eine private Altersvorsorge abschließen.

Wann ist man berufsunfähig?

Die Ursache für eine Berufsunfähigkeit hängt oft direkt mit dem ausgeübten Beruf zusammen. Bei handwerklichen Berufen spielen oft Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates eine Rolle, während bei besonders stressigen Berufen eher psychische Erkrankungen der Auslöser für einen Ausfall sein können.

Welche Krankheiten führen zur Berufsunfähigkeit?

Vor allem psychische Erkrankungen und Nervenkrankheiten sind die häufigsten Ursache für eine Berufsunfähigkeit, sie machen 43 Prozent der Fälle aus. Krankheiten der Psyche wie Depressionen oder Burnouts führen demnach besonders häufig dazu, dass Versicherte an der Ausübung ihres Berufes gehindert werden. Gefolgt werden psychische Erkrankungen von physischen Verletzungen wie Wirbelsäulen-, Gelenk- und Muskelbeschwerden. Besonders bei Berufen, in denen eine hohe körperliche Belastung zum Standard gehört, führen gesundheitliche Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates zu einem Arbeitsausfall. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Unfälle sind weitere häufige Ursachen für eine Berufsunfähigkeit.

Wie wird die Berufsunfähigkeit nachgewiesen?

Die BU muss bei der Versicherung meist durch die Diagnose eines Arztes nachgewiesen werden. Hierbei ist es wichtig auszuführen, inwiefern die Erkrankung die tatsächliche Ausübung der Arbeit als unmöglich gestaltet. Es muss ein konkreter Bezug der Krankheit zum Beruf vorhanden sein. 

Bekunden die Versicherer Zweifel, inwieweit die Ausübung des Berufes tatsächlich betroffen ist und der Versicherte demnach keinen vollen Anspruch auf die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung haben könnte, kann ein Gutachter herangezogen werden. Ein Streitfall zwischen dem Versicherungsnehmer und Versicherer kann vor allem bei schwer nachweisbaren Erkrankungen entstehen wie zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, die sich der objektiven Beurteilung entziehen. Oder es ist nicht ganz eindeutig, inwieweit sich das diagnostizierte Leiden auf deinen Beruf auswirkt. Ein Bandscheibenvorfall kann sich beispielsweise auf das Ausführen von beruflichen Tätigkeiten sehr unterschiedlich auswirken, je nachdem, ob man vielleicht als Verkäufer den ganzen Tag steht oder einen Bürojob hat. In dem Fall kann es sein, dass du deinen Versicherern sehr konkrete Fragen zu deinem Arbeitsalltag oder deiner gesundheitlichen Verfassung beantworten musst.

Wer stellt eine Berufsunfähigkeit fest?

Dein Arzt kann dir ein Attest ausstellen, in dem die Ursache, die dich zu einer Berufsunfähigkeit zwingt, diagnostiziert wird. In manchen Fällen kann der Arzt bereits auch eine Prognose über die Dauer deiner Krankheit geben und dementsprechend beurteilen, wie lange du die Leistung der Versicherer in Anspruch nimmst. Dieses Attest ist zum größten Teil ausreichend für deine Berufsunfähigkeitsversicherung, in speziellen nicht eindeutigen Fällen kann jedoch ein zusätzliches Gutachten nötig sein. Letztendlich entscheidet aber nicht der Arzt, ob du als berufsunfähig eingestuft wirst, sondern der Leistungsprüfer der Versicherung. 

Welcher Arzt stellt eine Berufsunfähigkeit fest?

Da sich die Berufsunfähigkeit aufgrund der Beschwerden, die sie ausgelöst haben, bescheinigen lässt, stellen entweder Haus- oder Fachärzte die Diagnose. Spezifische Krankheiten, die sich auf den Beruf auswirken, verlangen oft nach einer Beurteilung durch Fachärzte. Bei Erkrankungen des Skeletts oder Bewegungsapparats ist es wahrscheinlicher, dass ein Orthopäde die genaue Diagnose stellt, genauso wie bei Herz- und Gefäß-Krankheiten ein Kardiologe und bei Krebs oder anderen bösartigen Geschwüren ein Onkologe. Betroffene von psychischen Erkrankungen – der häufigsten Ursache für eine Berufsunfähigkeit –, müssen sich von einem Psychiater oder Therapeuten beurteilen lassen. Oft ist es der erste Schritt, zum Hausarzt zu gehen, der die entsprechende Überweisung an einen Facharzt ausstellt. 

Zusammenfassung

  • Für die Bewilligung einer Leistung muss ein Bezug der Krankheit zum Beruf des Versicherten vorhanden sein.
  • Ein Arzt diagnostiziert die Ursache und stellt das entsprechende Attest aus.
  • Die Ursache einer BU wird häufig vom Facharzt festgestellt.
  • Psychische Erkrankungen diagnostiziert der Psychiater oder Therapeut.
  • Letztendlich entscheidet der Leistungsprüfer der Versicherung über die Einstufung des Betroffenen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die wichtigste Absicherung überhaupt. Im Idealfall wird sie nur einmal abgeschlossen und sichert dich für den Rest deines Erwerbslebens ab. Du solltest deswegen nicht leichtfertig einen Vertrag abschließen, sondern dir den Versicherer genau aussuchen.

Online kannst du vergleichen, was Berufsunfähigkeitsversicherungen leisten und wie viel sie kosten. Doch der Vergleich ersetzt keine Beratung. Der Tarif-Dschungel ist außerdem weitläufig und unübersichtlich. Schneller und sicherer kommst du voran, wenn du einen Experten heranziehst. Die Versicherungsexperten von CLARK helfen dir dabei, den Versicherer herauszusuchen, der am besten zu dir passt.

Denn am Ende zählt bei deiner Absicherung die Leistung mehr als der Preis. Schließlich geht es um deine Existenz. So gehst du vor:

Nächste Schritte

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Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Telefon, per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

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Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

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Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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