Berufsunfähigkeit durch Depressionen

Das Thema Depression ist heute aktueller denn je. Hier erfährst du die wichtigsten Informationen zur Berufsunfähigkeit durch Depression.

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Das Wichtigste in Kürze

Psychische Erkrankungen waren einmal seltene Gründe für eine Berufsunfähigkeit. Binnen weniger Jahre haben sie sich jedoch zu einem der häufigsten Auslöser entwickelt: 2020 waren 32,70 Prozent aller Berufsunfähigkeiten auf die Diagnose "psychische Erkrankung" zurückzuführen. Von den insgesamt 11,5 Millionen Berufsunfähigen sind das über drei Millionen Menschen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Oft werden psychische Leiden nicht als „echte“ Erkrankungen anerkannt. Nicht zuletzt deshalb, weil psychische Symptome schwieriger zu diagnostizieren sind als körperliche. Betroffene haben es deshalb oft schwer, eine Berufsunfähigkeit anerkannt und von ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen zu bekommen.

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Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Auslösern für Berufsunfähigkeit in Deutschland.

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Bei Depressionen ist es oftmals schwer, Rechte gegenüber der BU-Versicherung geltend zu machen.

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Viele Versicherer verlangen Aufschläge oder schließen psychische Erkrankungen von ihren Leistungen aus.

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Was du über Depressionen, Berufsunfähigkeit und die Berufsunfähigkeitsversicherung wissen solltest

Depressionen sind vielfältig und komplex

Hat sich deine Stimmung während trüber Winterwochen schon einmal länger auf dem Tiefpunkt befunden? Du warst dauermüde, antriebs- und lustlos, vielleicht auch mürrisch? Dann hast du einen winzigen Einblick in eine Depression bekommen. Dieser "Winterblues", ausgelöst durch Mangel an Sonnenlicht und damit Vitamin-D, wird auch als "saisonal abhängige Depression" bezeichnet. Schnell kann so aus einem motivierten Menschen ein depressiver Charakter werden. In der Regel gibt sich die Depression jedoch zu Beginn des Frühlings. 

Menschen, die unter einer ausgewachsenen, dauerhaften Depression leiden, geht es jedoch um einiges schlechter. Etwa vier Millionen Deutsche leiden darunter und müssen behandelt werden. Die häufigsten Auslöser für Depressionen können jeden treffen:

  • Ein dauerhaft belastender Job. Ohne Möglichkeit, den Stress in der Freizeit auszugleichen, wirken sich die Folgen noch gravierender aus.

  • Ein konfliktreiches Verhältnis zu einem anderen Menschen oder das schmerzvolle Ende einer Beziehung.

  • Andere belastende Faktoren: Beispielsweise hoher Leistungsdruck, selbstauferlegter Perfektionismus oder auch Belastungen, unter denen geliebte Menschen leiden – etwa, wenn deine Kinder schulische Probleme haben oder gemobbt werden.

  • Traumatische Ereignisse: Krankheit, Tod oder auch die Trennung der Eltern.

  • Ein unbefriedigendes Dasein: Beispielsweise, wenn du kaum Anerkennung für deine Leistungen bekommst oder deine Ziele nicht erreichst.

Nicht immer entstehen unter den genannten Voraussetzungen Depressionen: Es gibt resiliente Menschen, die aus traumatischen Erfahrungen gestärkt hervorgehen. Aber jeder Mensch ist anders. Zudem gibt es neben psychologischen Triggern auch biologische Ursachen für Depressionen, etwa ein fehlerhafter Hormonhaushalt. Und nicht zuletzt können Depressionen auch ohne nachweisbaren Auslöser auftreten. Für dich bedeutet das Folgendes: Du kannst ein rundum zufriedener Mensch sein und dennoch nächste Woche unter Depressionen leiden. 

Die Berufsunfähigkeitsversicherung macht es dir häufig schwer

Angenommen, du hast dich monatelang depressiv gefühlt. Nach einigen Sitzungen bei einem Facharzt hat er dir Depressionen oder Burn-out diagnostiziert. Was kannst du jetzt von deiner BU-Versicherung erwarten? Zunächst einmal keine Leistungen. Denn, so hart und unfair es für die Betroffenen klingt: Depressionen lassen sich nicht so einfach diagnostizieren wie ein gebrochener Arm. Zudem hat es immer wieder Fälle gegeben, in denen Menschen nur Depressionen vorspielten, um Leistungen von der Versicherung zu beziehen. Deshalb wird die Versicherung weitere ärztliche Bescheinigungen verlangen, wahrscheinlich auch therapeutische Gutachten.

Es kann lange dauern, bis deine BU-Versicherung überhaupt anerkennt, dass du eine Depression hast. Dieses langwierige Verfahren kann kräftezehrend sein und deine Depression sogar verschlimmern. Umgekehrt können dich Depressionen so antriebslos machen, dass du dich nicht aufraffen kannst, die Nachweise zu erbringen. Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung deine Depression anerkennt, bedeutet das jedoch längst nicht, dass du eine Rente erhältst. Nun musst du nachweisen, dass du deinen Beruf auch nicht mehr zu 50 Prozent ausüben kannst. Das ist schwierig: Wie lässt sich abschließend nachweisen, dass du zu depressiv bist, um auf die Arbeit zu gehen?

Zusammenfassung

  • Depressionen haben zahllose Auslöser und unterschiedliche Ausprägungen.
  • Eine Depression kann jeden treffen.
  • Die Diagnose von psychischen Problemen ist schwierig. Insbesondere dann, wenn sie als Grundlage für einen Antrag bei BU-Versicherungen dienen.
  • Viele Depressive müssen lange kämpfen, bis ihre Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt.

Berufsunfähigkeitsversicherung vor und nach der Depression

Depressive werden oft nur eingeschränkt versichert

Mithilfe erfahrener Psychologen und richtiger Medikamente lassen sich auch schwere Depressionen heilen. Sie können sogar von selbst verschwinden, wenn die auslösende Ursache beseitigt ist. Doch so schwer sich BU-Versicherer tun, Leistungen im Fall von Depressionen zu zahlen, so leicht verweigern sie den Vertragsabschluss bei zurückliegenden Depressionen.

Natürlich musst du bei der Gesundheitsprüfung bzw. -befragung auch zurückliegende psychische Erkrankungen angeben. Wurde dir in den letzten fünf Jahren eine Depression diagnostiziert oder wurdest du deswegen behandelt, musst du die Wahrheit sagen. Für viele Versicherungen ist das jedoch ein Ausschlusskriterium. Andere werden dann nur einen sehr teuren Tarif anbieten.

Achte auf Ausschlüsse im Vertrag

Doch auch, wenn du noch keine depressiven Erkrankungen hattest, kann es im Ernstfall mit deiner Berufsunfähigkeitsversicherung schwierig werden. Viele Versicherer schließen nämlich psychische Erkrankungen oder zumindest Depressionen in ihren Verträgen aus. Egal, wie hart dich die Berufsunfähigkeit getroffen hat: Die Versicherung muss nicht zahlen. Sei also wachsam und meide Verträge mit solchen Klauseln. Du bringst dich sonst um einen wichtigen Teil deiner Absicherung.

Akzeptiere keine abstrakte Verweisung

Ein weiterer Haken vieler Versicherungsverträge besteht in den abstrakten Verweisungen. Damit schreiben dir die Versicherer im Fall von Depressionen oder psychischen Erkrankungen Berufe vor, die du ausüben musst, bevor du Leistungen bekommst.

Grundsätzlich sind Verträge mit abstrakten Verweisungen nicht zu empfehlen. Insbesondere nicht im Hinblick auf Depressionen – denn diese Krankheit wirkt sich auf alle Lebensbereiche und Tätigkeiten aus. Als Depressiver kannst du weder als Architekt arbeiten noch als Zahntechniker; dein Leiden verunmöglicht jeden Beruf.

Zusammenfassung

  • Da psychische Erkrankungen im Allgemeinen und Depressionen im Besonderen zunehmen, versuchen Berufsunfähigkeitsversicherungen, sich gegen das hohe Zahlungsrisiko zu wappnen.
  • Patienten, die eine Depression innerhalb des Zeitraumes der Gesundheitsbefragung überwunden haben, haben wenig Chancen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
  • Verträge sollten Leistungen bei psychischen Krankheiten nicht kategorisch ausschließen. Außerdem sollten sie keine abstrakte Verweisung enthalten.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

Neben Burn-out machen Depressionen einen Großteil der psychischen Erkrankungen in Deutschland aus. Da psychische Erkrankungen in der Regel schwer zu diagnostizieren sind, kann es schwer werden, Rechte gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung geltend zu machen. Falls du Fragen hast, kannst du dich gerne an die CLARK Experten wenden. Wir helfen dir persönlicher und unverbindlicher Beratung weiter.

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CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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