Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Psychotherapie

Eine Psychotherapie ist bei Berufsunfähigkeitsversicherungen ein Ablehnungsgrund. Jedoch gibt es Fälle, in denen ein Abschluss trotzdem möglich ist.

Beratung anfordern

Das Wichtigste in Kürze

Psychische Erkrankungen sind in der modernen Gesellschaft keine Seltenheit, aber nach wie vor ein Tabuthema. Wer einmal in Psychotherapie war, erfährt in vielen Lebenssituationen ungeahnte Schwierigkeiten. Das gilt auch für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit psychischen Vorerkrankungen ist es nämlich beinahe unmöglich, einen solchen Versicherungsschutz abzuschließen. Wege gibt es in vielen Fällen aber trotzdem. In diesem Artikel erfährst du, wie das funktionieren kann und welche Alternativen du hast.

01

Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigste Ursachen für eine Berufsunfähigkeit.

02

Daher gelten psychische Vorerkrankungen für viele BU-Versicherer als Ausschlussgrund.

03

Dennoch gibt es Möglichkeiten für Betroffene, sich bestmöglich abzusichern.

CLARK Nutzer berichten

Bereits über 300.000 zufriedene Kunden managen ihre Versicherungen mit CLARK. Erfahre, was die Community über CLARK denkt.

Berufsunfähigkeit und Psyche hängen zusammen

Die Verbreitung psychischer Krankheiten in Deutschland

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt für Erwerbstätige als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Das hat seinen Grund: Das Risiko, im Laufe des Berufslebens zeitweise oder dauerhaft berufsunfähig zu werden, ist höher als viele Menschen vermuten. Die Berufsunfähigkeit bringt finanzielle Verluste mit sich, die durch die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausreichend aufgefangen werden.

Ursachen für die Berufsunfähigkeit kann es viele geben. In der Regel handelt es sich um Unfälle oder Erkrankungen. Letztere können körperlicher oder psychischer Art sein. Tatsächlich leiden in Deutschland rund 26 Prozent der Bevölkerung unter depressiven Symptomen. Rund jeder Vierte entwickelt zeitweise oder dauerhaft eine Angststörung. Deutlich über eine Million stationäre Behandlungen finden pro Jahr aufgrund von psychischen Problemen statt, so die aktuellen Zahlen des Statista Research Departments. Laut Definition handelt es sich dabei um psychische Störungen, bei denen eine krankheitswertige Veränderung des Erlebens oder Verhaltens eintritt.

Psychische Leiden und die Berufsunfähigkeit

In Bezug auf eine Berufsunfähigkeit sind die Zahlen ebenfalls interessant: Rund 15 Prozent aller Tage, an denen Arbeitnehmer arbeitsunfähig sind, gehen auf psychische Ursachen zurück. Das sind 80 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor – Tendenz steigend. Depressionen und depressive Episoden sind sogar zur drittwichtigsten Einzeldiagnose bei Arbeitsunfähigkeit geworden.

Betroffen sind keinesfalls nur ältere Personen, sondern vor allem jüngere Arbeitnehmer zwischen 35 und 39 Jahren. Dennoch lässt sich ein hohes Risiko für eine Krankheit wie Burnout oder Depressionen durch alle Altersklassen beobachten. Wenig verwunderlich ist daher auch, dass psychische Erkrankungen zur häufigsten Ursache einer Berufsunfähigkeit geworden sind. Versicherer gehen bei Vorerkrankungen der Psyche also ein hohes Risiko ein, eines Tages eine Berufsunfähigkeitsrente zahlen zu müssen. 

Zahlt die BU bei einer Berufsunfähigkeit wegen der Psyche?

Hast du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, so erhältst du die BU-Rente auch bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen. Voraussetzung dafür ist aber, dass beim Vertragsabschluss kein Ausschluss vereinbart wurde und du keine Vorerkrankungen verschwiegen hast. Denn falsche Angaben können dazu führen, dass dein Anspruch auf Leistungen erlischt. Bei einer erneuten Gesundheitsprüfung können diese schnell auffliegen.

Hat der Versicherte seinen Antrag aber gewissenhaft ausgefüllt und erfüllt die Versicherungsbedingungen – er kann seinen Beruf also nicht mehr (vollständig) ausüben –, muss der Anbieter die BU-Leistung zahlen. Häufig verlangt er vom Antragsteller die Diagnose und ein ausführliches Attest durch einen Psychologen beziehungsweise von den behandelnden Ärzten als Nachweis.

Zusammenfassung

  • Erkrankungen wie Depressionen oder andere psychische Leiden nehmen in Deutschland stetig zu und betreffen viele Menschen. Sie sind zum häufigsten Grund für eine Berufsunfähigkeit geworden.
  • Solche Vorerkrankungen oder eine Psychotherapie stellen für viele Versicherer ein Ausschlusskriterium dar.
  • Wer bereits vor der ersten Behandlung durch einen Psychotherapeuten oder einer Diagnose wie Depressionen die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, genießt eine volle Absicherung. Die Versicherung muss dann laut Vertrag die BU-Rente auch bei psychischen Ursachen zahlen. Voraussetzung: Der Versicherte hat bei Antragstellung korrekte Angaben gemacht.

Versicherung trotz Psychotherapie – (wie) geht das?

Der beste Zeitpunkt für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine BU-Absicherung ist für jeden Menschen sinnvoll. Die Versicherer stellen im Rahmen ihrer Gesundheitsprüfung aber explizite Gesundheitsfragen. Sie wollen wissen, ob bereits Beschwerden bestehen oder der Antragsteller in der Vergangenheit schon als Patient psychotherapeutisch behandelt wurde. Gerade, weil die Fälle in den letzten Jahren zugenommen haben, prüfen die Versicherer genauestens, wem sie eine Versicherung offerieren. Bei bestimmten Vorerkrankungen lehnt der BU-Versicherer den Antrag ab. Auch eine Therapie sollte noch nicht stattgefunden haben.

Am besten schließt du die Berufsunfähigkeitsversicherung daher ab, solange du keine Vorerkrankungen oder Psychotherapie angeben müsstest. Trotz Erkrankung oder Therapie eine Versicherung abzuschließen, bringt nämlich zahlreiche Nachteile mit sich.

BU-Versicherung trotzdem abschließen: mit diesen Tipps

Natürlich kann es vorkommen, dass du noch keinen Versicherungsschutz abgeschlossen hast, bevor eine Vorerkrankung auftrat oder du einen Psychotherapeuten aufgesucht hast – weil du beispielsweise noch sehr jung warst. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist trotzdem, oder gerade bei Vorerkrankungen wie Depressionen, sehr wichtig. Du solltest dann folgende Strategie anwenden, um eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten:

  • Eine anonyme Risikovoranfrage gibt dir Aufschluss darüber, ob Versicherer dir BU-Tarife anbieten und mit welchen Konditionen.

  • Bestimmte Krankheiten oder eine psychotherapeutische Behandlung müssen natürlich angegeben werden.

  • Der Versicherer kann einen Risikozuschlag oder Ausschluss verlangen. Am besten nimmst du online oder über einen Makler einen kostenlosen Vergleich vor, um deine individuellen Möglichkeiten zu prüfen.

Wenn dich alle Versicherer ablehnen, musst du nach preiswerten Alternativen suchen. In vielen Fällen erhältst du aber trotz Psychotherapie oder Vorerkrankungen wie Depressionen ein Angebot durch einen oder mehrere Versicherer. Allerdings ist der Versicherungsschutz oft stark eingeschränkt oder der Beitrag vergleichsweise hoch. Du musst also abwägen, ob sich die Versicherung für dich trotzdem als private Vorsorge lohnt. So wären zumindest andere Erkrankungen oder weitere Ursachen für eine Berufsunfähigkeit abgedeckt. In Einzelfällen ist sogar ein vollständiger Versicherungsschutz möglich. Dann musst du jedoch mit höheren Beiträgen rechnen. Einen Versuch ist die anonyme Risikovoranfrage aber in jedem Fall wert.

Die Gesundheitsprüfung ist beim Antrag entscheidend

Gerade, wenn es um psychische Beschwerden geht, sind kaum pauschale Aussagen möglich. Stattdessen kommt es darauf an, welche Gesundheitsfragen der Versicherer stellt und wie er deine Antworten bewertet. Das ist für dich auch eine Chance. Denn vor allem, wenn deine Behandlung durch einen Psychotherapeuten abgeschlossen ist, wird sie manchmal nicht mehr als Grund für eine Ablehnung gewertet. Viele Versicherungen fragen Depressionen oder entsprechende Behandlungen durch Psychotherapeuten nur fünf oder zehn Jahre im Nachhinein ab. Liegt deine Behandlung also länger zurück, musst du sie bei zahlreichen Anbietern nicht mehr angeben.

Weiterhin gibt es immer wieder Berufsunfähigkeitsversicherungen, die du mit vereinfachten Gesundheitsfragen abschließen kannst. Sie bieten zwar oft nur abgespeckte Leistungen. Aber dafür hast du bessere Chancen, überhaupt eine Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten. Der Betrachtungszeitraum und die Gesundheitsfragen sind daher zwei Faktoren, die du unbedingt berücksichtigen musst. Mit ihrer Hilfe kannst du eventuell doch eine Versicherung abschließen.

Die Bewertung der Psychotherapie durch die Versicherer

Musst du die Depressionen oder Vorerkrankungen angeben, empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung. Das Ziel: Der Arzt stellt dir ein Attest mit einer positiven Prognose aus. Auch eine Erklärung, dass deine Behandlung abgeschlossen ist, erfolgreich war und kein Rückfall zu erwarten ist, kann deine Chancen erhöhen.

Wie genau die Versicherungen solche Angaben bewerten, hängt vom Einzelfall ab. Auch dieser Prozess kann vollständig anonym ablaufen. Am besten lässt du dich von einem Makler beraten. Üblich sind folgende Bewertungen:

  • Bei einer einmaligen therapeutischen Behandlung kannst du manchmal einen BU-Vertrag unter Normalbedingungen abschließen. Die Voraussetzung: Die Ursache war keine Krankheit, sondern ein Anlass wie ein Todesfall in der Familie.

  • Bei einer abgeschlossenen Psychotherapie erhältst du in vielen Fällen ein Angebot zu Normalbedingungen oder mit Risikozuschlag.

  • Bei einer laufenden Psychotherapie ist die Ablehnung oder ein Leistungsausschluss zu befürchten.

Manchmal nimmt der Versicherer auch eine eingehende Prüfung vor. Sprich: Du musst weitere Informationen oder einen psychiatrischen Befundbericht einreichen. Auch eine abstrakte Verweisung wird von den Anbietern oft eingefordert. Diese ist jedoch nicht empfehlenswert, weshalb du dein Glück dann besser bei anderen Anbietern versuchst.

Zusammenfassung

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schließt du am besten ab, solange du noch keine Vorerkrankungen zu verzeichnen hast.
  • Hattest du bereits Probleme wie Depressionen oder eine Behandlung durch einen Therapeuten, empfiehlt sich eine anonyme Risikovoranfrage.
  • Entscheidend ist, welche Gesundheitsfragen gestellt werden, welcher Betrachtungszeitraum infrage kommt, und wie deine Antworten bewertet werden.
  • Manchmal erhältst du trotzdem eine Versicherung zu Normalbedingungen. Alternativen sind Risikozuschläge, eine abstrakte Verweisung oder Ausschlüsse von Leistungen.
  • Eine Krankheit kann zur Ablehnung des Antrags führen – vor allem bei Patienten, die noch durch einen Psychologen behandelt werden, beispielsweise wegen Burnout oder Depressionen.
  • Am besten lässt du dich von einem Makler beraten und eventuell eine ärztliche Untersuchung vornehmen. So schätzt die Versicherung das Risiko so gering wie möglich ein.

Was du noch tun kannst

Erhältst du kein (zufriedenstellendes) Angebot oder der abgeschlossene BU-Schutz ist aufgrund von Leistungsausschlüssen nicht ausreichend, kannst du andere Versicherungen stattdessen oder ergänzend abschließen. Trotz seelischer Vorerkrankungen sind in der Regel Abschlüsse von ErwerbsunfähigkeitsversicherungenDread-Disease-Versicherungen oder Multi-Risk-Versicherungen möglich.

Wenn du dir unsicher bist, wie du vorgehen solltest, kannst du dich an die CLARK Experten wenden. Wir helfen dir mit persönlicher und unverbindlicher Beratung dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Nächste Schritte

01

Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Telefon, per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

02

Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

03

Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

Beratung anfordern