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Focus Money - Beste Kundenbetreuung - Versicherungsmanager CLARK - Ausgabe 18/2023

Berufsunfähigkeits­­versicherung (BU) Ursache Psychotherapie

Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Psychotherapie?

  • Jede:r Vierte wird berufsunfähig
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  • Psychische Erkrankungen sind in der modernen Gesellschaft keine Seltenheit, aber nach wie vor ein Tabuthema. Wer einmal in Psychotherapie war, erfährt ungeahnte Schwierigkeiten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeits­versicherung.
  • Mit psychischen Vorerkrankungen ist es beinahe unmöglich, einen solchen Versicherungsschutz abzuschließen.
  • Dennoch gibt es Möglichkeiten für Betroffene, sich bestmöglich abzusichern.

Berufsunfähigkeit und Psyche hängen zusammen

Die Verbreitung psychischer Krankheiten in Deutschland

Die Berufsunfähigkeits­versicherung gilt für Erwerbstätige als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Das hat seinen Grund: Das Risiko, im Laufe des Berufslebens zeitweise oder dauerhaft berufsunfähig zu werden, ist höher als viele Menschen vermuten. Die Berufsunfähigkeit bringt finanzielle Verluste mit sich, die durch die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Renten­versicherung nicht ausreichend aufgefangen werden.

Ursachen für die Berufsunfähigkeit kann es viele geben. In der Regel handelt es sich um Unfälle oder Erkrankungen. Letztere können körperlicher oder psychischer Art sein. Tatsächlich leiden in Deutschland rund 26 % der Bevölkerung unter depressiven Symptomen. Rund jede:r Vierte entwickelt zeitweise oder dauerhaft eine Angststörung. Deutlich über eine Million stationäre Behandlungen finden pro Jahr aufgrund von psychischen Problemen statt, so die aktuellen Zahlen des Statista Research Departments. Laut Definition handelt es sich dabei um psychische Störungen, bei denen eine krankheitswertige Veränderung des Erlebens oder Verhaltens eintritt.

Psychische Leiden und die Berufsunfähigkeit

In Bezug auf eine Berufsunfähigkeit sind die Zahlen ebenfalls interessant: Rund 15 % aller Tage, an denen Arbeitnehmer:innen arbeitsunfähig sind, gehen auf psychische Ursachen zurück. Das sind 80 % mehr als 10 Jahre zuvor – Tendenz steigend. Depressionen und depressive Episoden sind sogar zur drittwichtigsten Einzeldiagnose bei Arbeitsunfähigkeit geworden.

Betroffen sind keinesfalls nur ältere Personen, sondern vor allem jüngere Arbeitnehmer:innen zwischen 35 und 39 Jahren. Dennoch lässt sich ein hohes Risiko für eine Krankheit wie Burnout oder Depressionen durch alle Altersklassen beobachten. Wenig verwunderlich ist daher auch, dass psychische Erkrankungen zur häufigsten Ursache einer Berufsunfähigkeit geworden sind. Versicherer gehen bei Vorerkrankungen der Psyche also ein hohes Risiko ein, eines Tages eine Berufsunfähigkeitsrente zahlen zu müssen. 

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Jede:r Vierte wird berufsunfähig

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Zahlt die BU bei einer Berufsunfähigkeit wegen der Psyche?

Hast du bereits eine Berufsunfähigkeits­versicherung abgeschlossen, erhältst du die BU-Rente auch bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen. Voraussetzung dafür ist aber, dass beim Vertragsabschluss kein Ausschluss vereinbart wurde und du keine Vorerkrankungen verschwiegen hast. Denn falsche Angaben können dazu führen, dass dein Anspruch auf Leistungen erlischt. Bei einer erneuten Gesundheitsprüfung können diese schnell auffliegen.

Hat der oder die Versicherte seinen Antrag aber gewissenhaft ausgefüllt und erfüllt die Versicherungs­bedingungen – er oder sie kann den Beruf also nicht mehr (vollständig) ausüben –, muss der Anbieter die BU-Leistung zahlen. Häufig verlangt er von dem oder der Antragsteller:in die Diagnose und ein ausführliches Attest durch einen Psychologen oder eine Psychologin beziehungsweise von den behandelnden Ärzt:innen als Nachweis.

Zusammenfassung

  • Erkrankungen wie Depressionen oder andere psychische Leiden nehmen in Deutschland stetig zu und betreffen viele Menschen. Sie sind zum häufigsten Grund für eine Berufsunfähigkeit geworden.
  • Solche Vorerkrankungen oder eine Psychotherapie stellen für viele Versicherer bei Versicherungsabschluss ein Ausschlusskriterium dar.
  • Wer bereits vor der ersten Behandlung durch eine:n Psychotherapeut:in oder einer Diagnose wie Depressionen die Berufsunfähigkeits­versicherung abgeschlossen hat, genießt eine volle Absicherung. Die Versicherung muss dann laut Vertrag die BU-Rente auch bei psychischen Ursachen zahlen. Voraussetzung: Der oder die Versicherte hat bei Antragstellung korrekte Angaben gemacht.

Versicherung trotz Psychotherapie – (wie) geht das?

Der beste Zeitpunkt für eine Berufsunfähigkeits­versicherung

Eine BU-Absicherung ist für jeden Menschen sinnvoll. Die Versicherer stellen im Rahmen ihrer Gesundheitsprüfung aber explizite Gesundheitsfragen. Sie wollen wissen, ob bereits Beschwerden bestehen oder Antragsteller:innen in der Vergangenheit schon als Patient:innen psychotherapeutisch behandelt wurden. Gerade weil die Fälle in den letzten Jahren zugenommen haben, prüfen die Versicherer genauestens, wem sie eine Versicherung offerieren und was die Hauptursache für bestimmte Krankheiten ist. Bei bestimmten Vorerkrankungen und Krankengeschichten im bestimmten Abfragezeitraum lehnt der BU-Versicherer den Antrag ab. Auch eine Therapie sollte noch nicht stattgefunden haben.

Am besten schließt du die Berufsunfähigkeits­versicherung daher ab, solange du keine Vorerkrankungen oder Psychotherapie angeben müsstest. Trotz Erkrankung oder Therapie eine Versicherung abzuschließen, bringt nämlich zahlreiche Nachteile mit sich.

BU-Versicherung trotzdem abschließen: Mit diesen Tipps klappt’s beim Versicherungsunternehmen

Natürlich kann es vorkommen, dass du noch keinen Versicherungsschutz abgeschlossen hast, bevor eine Vorerkrankung auftrat oder du eine:n Psychotherapeut:in aufgesucht hast – weil du beispielsweise noch sehr jung warst. Die Berufsunfähigkeits­versicherung ist trotzdem, oder gerade bei Vorerkrankungen wie Depressionen, sehr wichtig. Du solltest dann folgende Strategie anwenden, um eine private Berufsunfähigkeits­versicherung zu erhalten:

  • Eine anonyme Risikovoranfrage gibt dir Aufschluss darüber, ob Versicherer dir BU-Tarife anbieten und mit welchen Konditionen.
  • Bestimmte Krankheiten oder eine psychotherapeutische Behandlung müssen natürlich angegeben werden.
  • Der Versicherer kann einen Risikozuschlag oder Ausschluss verlangen. Am besten nimmst du online oder über eine:n Makler:in einen kostenlosen Vergleich vor, um deine individuellen Möglichkeiten zu prüfen.

Wenn dich alle Versicherer ablehnen, musst du nach preiswerten Alternativen suchen. In vielen Fällen erhältst du aber trotz Psychotherapie oder Vorerkrankungen wie Depressionen ein Angebot durch einen oder mehrere Versicherer. Allerdings ist der Versicherungsschutz oft stark eingeschränkt oder der Beitrag vergleichsweise hoch.

Du musst also abwägen, ob sich die Versicherung für dich trotzdem als private Vorsorge lohnt. So wären zumindest andere Erkrankungen oder weitere Ursachen für eine Berufsunfähigkeit abgedeckt. In Einzelfällen ist sogar ein vollständiger Versicherungsschutz möglich. Dann musst du jedoch mit höheren Beiträgen rechnen. Einen Versuch ist die anonyme Risikovoranfrage aber in jedem Fall wert.

Risikoprüfung: Die Gesundheitsprüfung ist beim Antrag entscheidend

Gerade wenn es um psychische Beschwerden geht, sind kaum pauschale Aussagen möglich. Stattdessen kommt es darauf an, welche Gesundheitsfragen der Versicherer stellt und wie er deine Antworten bewertet. Das ist für dich auch eine Chance. Denn vor allem, wenn deine Behandlung durch eine:n Psychotherapeut:in abgeschlossen ist, wird sie manchmal nicht mehr als Grund für eine Ablehnung gewertet.

Viele Versicherungen fragen Depressionen oder entsprechende Behandlungen durch Psychotherapeut:innen nur 5 oder 10 Jahre im Nachhinein ab. Liegt deine Behandlung länger zurück, musst du sie bei zahlreichen Anbietern nicht mehr angeben.

Weiterhin gibt es immer wieder Berufsunfähigkeits­versicherungen, die du mit vereinfachten Gesundheitsfragen abschließen kannst. Sie bieten zwar oft nur abgespeckte Leistungen. Aber dafür hast du bessere Chancen, überhaupt eine Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall zu erhalten.

Der Betrachtungszeitraum und die Gesundheitsfragen sind daher 2 Faktoren, die du unbedingt berücksichtigen musst. Mit ihrer Hilfe kannst du eventuell doch eine Versicherung abschließen. Um dein Risiko vorab anonym einzuschätzen, kannst du auch eine Voranfrage bei Versicherern stellen. Hier bekommst du eine direkte Einschätzung zur Versicherbarkeit, eventuellen Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen.

Die Bewertung der Psychotherapie durch die Versicherungswirtschaft

Musst du die Depressionen oder Vorerkrankungen angeben, empfiehlt sich eine ärztliche Untersuchung. Das Ziel: Der Arzt oder die Ärztin stellt dir ein Attest mit einer positiven Prognose aus. Auch eine Erklärung, dass deine Behandlung abgeschlossen ist, erfolgreich war und kein Rückfall zu erwarten ist, kann deine Chancen erhöhen.

Wie genau die Versicherungen solche Angaben bewerten, hängt vom Einzelfall ab. Auch dieser Prozess kann vollständig anonym ablaufen. Am besten lässt du dich von einem unserer Versicherungsexpert:innen beraten. Üblich sind folgende Bewertungen:

  • Bei einer einmaligen therapeutischen Behandlung kannst du manchmal einen BU-Vertrag unter Normal­bedingungen abschließen. Die Voraussetzung: Die Ursache war keine Krankheit, sondern ein Anlass wie ein Todesfall in der Familie.
  • Bei einer abgeschlossenen Psychotherapie erhältst du in vielen Fällen ein Angebot zu Normal­bedingungen oder mit Risikozuschlag.
  • Bei einer laufenden Psychotherapie ist die Ablehnung oder ein Leistungsausschluss zu befürchten.

Manchmal nimmt der Versicherer auch eine eingehende Prüfung vor. Sprich: Du musst weitere Informationen oder einen psychiatrischen Befundbericht einreichen. Auch eine abstrakte Verweisung wird von den Anbietern oft eingefordert. Diese ist jedoch nicht empfehlenswert, weshalb du dein Glück dann besser bei anderen Anbietern versuchst.

Wann gilt eine Psychotherapie beim BU-Antrag als verjährt?

Wenn man bedenkt, dass vor einigen Jahren eine Psychotherapie noch als hundertprozentiger Ablehnungsgrund bei einer BU galt, dann hat sich inzwischen doch etwas verändert in der Versicherungswirtschaft. Mittlerweile gibt es Versicherer, die die entsprechenden BU-Anträge von Interessenten nicht so pauschal ablehnen. Stattdessen schauen sie sich die Einzelfälle genau an, führen gegebenenfalls noch ein Gespräch mit dir und entscheiden dann, ob und zu welchen Konditionen sie dich versichern wollen.

Die Chancen mögen gering sein, aber es gibt welche. Nutze sie unbedingt. Denn die Absicherung deiner Arbeitskraft ist wichtig.

Je länger deine Psychotherapie zurückliegt, desto besser stehen deine Chancen auf den Erhalt einer BU-Versicherung.

Die meisten Versicherungsunternehmen fragen in der Regel nach dem Zeitraum der letzten 5 bis 10 Jahre. Wenn deine Psychotherapie länger zurückliegt als dieser Abfragezeitraum, gilt sie als verjährt. Das bedeutet, dass du sie nicht mehr im Versicherungsantrag angeben musst.

Denke daran, dass die genauen Richtlinien je nach Versicherungsunternehmen variieren können. Es ist immer ratsam, sich direkt bei der Versicherungsgesellschaft zu erkundigen, um zu erfahren, wie sie mit vergangenen Psychotherapien umgehen und ob diese bei deinem Versicherungsantrag berücksichtigt werden.

Zusammenfassung

  • Eine Berufsunfähigkeits­versicherung zur Absicherung im Arbeitsleben schließt du am besten ab, solange du noch keine Vorerkrankungen zu verzeichnen hast.
  • Hattest du bereits Probleme wie Depressionen oder eine Behandlung durch einen Therapeuten oder einer Therapeutin, empfiehlt sich eine anonyme Risikovoranfrage.
  • Entscheidend ist, welche Gesundheitsfragen gestellt werden, welcher Betrachtungszeitraum infrage kommt, und wie deine Antworten im Rahmen der vorvertraglichen Anzeigepflicht bewertet werden.
  • Manchmal erhältst du trotzdem eine Versicherung zu Normalbedingungen. Alternativen sind Risikozuschläge, eine abstrakte Verweisung oder Ausschlüsse von Leistungen.
  • Eine Krankheit kann zur Ablehnung des Antrags führen – vor allem bei Patient:innen, die noch durch eine:n Psycholog:in behandelt werden, beispielsweise wegen Burnout oder Depressionen.
  • Am besten lässt du dich von einem Makler oder einer Maklerin beraten und eventuell eine ärztliche Untersuchung vornehmen. So schätzt die Versicherung das Risiko so gering wie möglich ein.
  • Eine Psychotherapie gilt als verjährt, wenn du sie noch komplett (also bis zum Ende) vor dem Zeitraum gemacht hast, den der Versicherer in der Gesundheitsprüfung abfragt.

Was du noch tun kannst

Erhältst du kein (zufriedenstellendes) Angebot oder der abgeschlossene BU-Schutz ist aufgrund von Leistungsausschlüssen nicht ausreichend, kannst du andere Versicherungen stattdessen oder ergänzend abschließen. Trotz seelischer Vorerkrankungen sind in der Regel Abschlüsse von Erwerbsunfähigkeits­versicherungenDread-Disease-Versicherungen oder Multi-Risk-Versicherungen möglich.

Wenn du dir unsicher bist, wie du vorgehen solltest, kannst du dich an die CLARK Expert:innen wenden. Wir helfen dir mit persönlicher und unverbindlicher Beratung dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Nächste Schritte

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