Private Altersvorsorge: Was du darüber wissen solltest

Was ist eigentlich eine private Altersvorsorge? Erfahre alles, was du zum Thema wissen musst.

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Die private Altersvorsorge ist ein Thema, mit dem sich vor allem junge Menschen nicht gerne auseinandersetzen. Es scheint kompliziert und lästig, ist aber unumgänglich, wenn man im Alter nicht nur auf die gesetzliche Rente und ggf. Betriebsrente angewiesen sein möchte. Denn die gesetzliche Rente wird, so sind sich alle einig, selten reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Was ist eine private Altersvorsorge?

Die private Altersvorsorge gehört zum 3-Schichten-Modell oder auch 3-Säulen-Modell des Rentensystems. Sie bildet neben der gesetzlichen und der betrieblichen Rente die Grundlage für die finanzielle Absicherung im Alter. Hier entscheidest du allein, ob und wie viel du ansparen möchtest.

Gut zu wissen

Das Statistische Bundesamt sagt in den nächsten 20 Jahren einen Zuwachs der älteren und einen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung voraus. Diese Tatsache macht eine Auseinandersetzung mit der privaten Altersvorsorge unabdingbar, denn die Rentenversicherung basiert auf einem Generationenvertrag.

Kann ich die staatliche Altersvorsorge durch eine private Altersvorsorge ergänzen?

Die staatliche Altersvorsorge wird in deiner Rentenzeit nicht so hoch sein wie dein Gehalt, das du in deiner Erwerbszeit verdienst. Um deinen gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können, ist eine Ergänzung der gesetzlichen Rente durch eine private Altersvorsorge daher unbedingt erforderlich. 

Warum brauche ich eine private Altersvorsorge?

Die private Altersvorsorge soll verhindern, dass du im Rentenalter in eine finanzielle Notsituation gerätst. In vielen Fällen reichen die gesetzliche und die betriebliche Rente nämlich nicht aus, um die monatlichen Ausgaben im Alter zu decken. Eine private Altersvorsorge kann diese Lücke schließen. 

Welche Möglichkeiten gibt es bei der privaten Altersvorsorge?

Um sich fürs Alter finanziell abzusichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge, die Rürup-Rente oder die flexible Altersvorsorge.

Worauf muss ich beim Vergleich der Möglichkeiten achten?

Bei der privaten Altersvorsorge kommt es immer auf die individuelle Situation an. Jede Option zeichnet sich durch bestimmte Vor- und Nachteile aus, die in die Entscheidung mit einfließen sollten.

Zu den möglichen Vorteilen für Sparer gehören unter anderem: 

  • staatliche Zuschüsse 

  • Option, die Beiträge steuerlich geltend zu machen 

  • einen Teil bereits vorab oder bei Renteneintritt als Kapital zu erhalten 

  • die Möglichkeit, den Vertrag zu vererben

Nachteile sind unter anderem: 

Wie viel private Altersvorsorge ist notwendig?

Wie viel private Altersvorsorge notwendig ist, erkennst du an der sogenannten Rentenlücke. Diesen Anteil kannst du ganz einfach berechnen, indem du von der gesetzlichen Nettorente deinen finanziellen Bedarf pro Monat abziehst.

Ein Beispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro kannst du in etwa mit einer monatlichen Nettorente von 1.317 Euro rechnen. Bei einem monatlichen Bedarf von 2.500 Euro ergibt das eine Rentenlücke von 1.183 Euro. Mindestens diese Summe solltest du durch eine private Altersvorsorge zusätzlich absichern.

Tipp

In deinem Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung siehst du deine Bruttorente. Auf deinem Konto landet letztendlich aber deine Nettorente, also die Rente nach Steuerabzug. Auch die Inflation spielt bei der Berechnung der Rentenlücke eine Rolle. Es ist gar nicht so einfach, als Laie herauszufinden, wie viel du im Alter bekommst. Die CLARK-Experten helfen dir dabei, deine Rentenlücke auszurechnen und geeignete Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu finden.

Wie viel Geld sollte ich monatlich für die private Altersvorsorge einplanen?

Um zu wissen, wie viel Geld du monatlich für die private Altersvorsorge einplanen solltest, ist die Berechnung der Rentenlücke erforderlich. Ausschlaggebend ist auch dein Alter. Je jünger du bist, desto weniger musst du monatlich einplanen. Achte allerdings auch darauf, dich mit den monatlichen Belastungen nicht zu übernehmen. 

Wie hoch sollte der Anteil meiner privaten Altersvorsorge sein?

Die private Altersvorsorge sollte ungefähr acht Prozent des Nettoeinkommens ausmachen. Das heißt: Bei einem Jahresnettogehalt von 40.000 Euro solltest du 3.200 Euro pro Jahr und 266 Euro im Monat „zurücklegen“. Aber auch hier gilt: Je nachdem, wann du mit dem Ansparen startest, reduziert oder erhöht sich der Betrag, den du für die private Altersvorsorge einplanen solltest. 

Wie viel übernimmt der Arbeitgeber bei der privaten Altersvorsorge?

Seit 2002 hast du einen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Entweder zahlt dein Arbeitgeber einen bestimmten Betrag ein und/oder du zahlst einen Teil deines Bruttoeinkommens in den Vertrag ein. In diesem Fall spricht man auch von Entgeltumwandlung. Diese Möglichkeit hast du immer. Bei Verträgen, die 2019 oder später abgeschlossen werden, ist dein Arbeitgeber sogar dazu verpflichtet, sich an dem Vertrag zu beteiligen. Er muss 15 Prozent deiner Beiträge zuschießen. Bei älteren Verträgen ist dies derzeit noch nicht der Fall. Viele Arbeitgeber steuern trotzdem etwas dazu bei. 

Dabei kann er sich zwischen fünf Durchführungswegen entscheiden: Direktversicherung, Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse oder Pensionsfond. Weitere Informationen findest du im Ratgeber zur betrieblichen Altersvorsorge.

Gut zu wissen

Dadurch, dass die betriebliche Altersvorsorge von deinem Bruttolohn abgezogen wird, verringern sich deine Sozialabgaben. Die Rente muss jedoch voll besteuert werden, wenn du Bezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge erhältst.

Gibt es eine staatlich geförderte private Altersvorsorge?

Die bekannteste private Altersvorsorge, die vom Staat unterstützt wird, ist die Riester-Rente. Bei dieser Rente erhältst du 175 Euro pro Jahr zusätzlich vom Staat. Außerdem bekommst du je Kind, das bis Ende 2007 geboren wurde, 185 Euro Zulage im Jahr und sogar 300 Euro im Jahr für Kinder, die ab 2008 geboren wurden. Wenn du bei Abschluss deines Riester-Vertrags unter 25 Jahre alt bist, erhältst du einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Hinzu kommt, dass du von deinen Beiträgen 2.100 Euro pro Jahr steuerlich absetzen kannst, was dir einen weiteren Vorteil verschafft. Weitere Informationen findest du im Ratgeber zur Riester-Rente.

Tipp

Die Riester-Rente eignet sich aufgrund der Zulagen besonders für Geringverdiener mit Kindern. Selbstständige und Freiberufler sind von dieser Förderung ausgeschlossen.

Welche private Altersvorsorge gibt es für Selbständige?

Selbständige und Freiberufler, die keinen Anspruch auf die Riester-Rente haben, können mit der Rürup-Rente privat vorsorgen. Durch die Rürup-Rente erhalten sie einen hohen Steuervorteil. Anders als bei der Riester-Rente kannst du hier mehr als 24.000 Euro (Stand 2020) Beitragszahlungen bei der Steuererklärung absetzen. Auch Besserverdiener profitieren von diesen Steuervorteilen. Ein weiterer Vorteil der Rürup-Rente ist die flexible Einzahlungsmöglichkeit. Die Höhe des Beitrags kannst du jederzeit ändern. Hinzu kommt, dass es keinen fixen Mindestbeitrag gibt und somit jeder selbst entscheidet, wie viel er investieren möchte. Lies alle Details im Ratgeber zur Rürup-Rente.

Bei der Rürup-Rente wird zwischen zwei Varianten unterschieden: zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Rürup-Rente. Bei erstgenannter weißt du als Versicherter aufgrund der Garantieverzinsung genau, wie hoch deine Rente später sein wird. Die Renditechancen bleiben dabei eher gering. Bei der fondsgebundenen Rente hingegen wird dein Geld in Fonds investiert. Damit ist dir mindestens dein angespartes Kapital für die Rente sicher.

Die Nachteile der Rürup-Rente sind die Versteuerung der späteren Rente, keine Möglichkeit der Kapitalauszahlung und der frühzeitigen Auszahlung. Als Versicherter hast du erst mit 62 Jahren Anspruch auf die Rente.

Welche private Altersvorsorge ist die beste?

Was für dich die beste Altersvorsorge ist, hängt von deiner finanziellen Situation ab. 

Altersvorsorge durch … Riester-Rente Rürup-Rente Immobilie Flexible Altersvorsorge
Besonders geeignet für … Geringverdiener, Alleinerziehende Gutverdiener, Selbstständige und Freiberufler Personen mit entsprechendem Kapital Personen, die sich selbstständig um ihre Altersvorsorge kümmern möchten

Experten-Tipp

Um all deine Wünsche abzudecken, kannst du auch mehrere Möglichkeiten miteinander kombinieren. Dadurch bist du nicht an eine Variante gebunden. Lass dich dazu von einem CLARK-Experten beraten.

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