Altersvorsorge für Beamte – Sicherheit im Ruhestand

Altersvorsorge für Beamte ist ein wichtiges Thema. Denn auch für sie gibt es oft eine Rentenlücke. Was Beamte über private Altersvorsorge wissen sollten.

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Als Beamter hast du es gut: einen sicheren Job, einen beruflichen Lebensweg, auf dem du regelmäßig befördert wirst, und eine Pension, die dich später einmal ruhig schlafen lässt. Stimmt alles – fast. Auch wenn du als Staatsdiener mit höheren Altersbezügen rechnen kannst als die meisten Arbeitnehmer, werden sie trotzdem oft nicht reichen, um deinen gewohnten Lebensstandard in der Pension zu halten. Deshalb lohnt es sich auch für Beamte, die private Altersvorsorge gründlich zu planen. Wir geben dir Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Altersvorsorge für Beamte.

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Wie ist die Altersversorgung für Beamte geregelt?

Die Rente für Beamte heißt Pension oder Ruhegehalt. Das bekommst du, wenn du mindestens fünf Jahre als Beamter, Richter, Berufssoldat oder Priester gearbeitet hast oder in einem sonstigen öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis warst, zum Beispiel als Kirchenbeamter.

Die Beamtenpension ist im Bundesbeamtengesetz geregelt. Sie richtet sich einerseits nach der Dienstzeit und andererseits nach den Bezügen aus dem Amt, das in den letzten beiden Jahren ausgeübt wurde. Wer innerhalb der letzten beiden Dienstjahre nochmal befördert wurde, dessen Pension wird aus dem niedrigeren Gehalt berechnet.

Wann darf ein Beamter in Pension gehen?

Grundsätzlich dürfen Bund und Länder den Pensionsantritt von Beamten eigenständig regeln. Sie folgen aber weitgehend dem System des allgemeinen Renteneintritts in Deutschland. Das heißt: Wer 1964 oder später geboren ist, muss auch als Beamter voraussichtlich bis 67 Jahre arbeiten. Für alle zwischen 1947 und 1964 Geborenen gibt es einen gestaffelten Pensionseintritt, der mit 65 Jahren beginnt und stufenweise bis zum Pensionsalter von 67 führt. Auf Antrag kann ein Beamter auch schon mit vollendetem 63. Lebensjahr in den Ruhestand gehen.

Wie hoch ist die Beamtenpension?

Generell gilt: Als Beamter hast du im Alter mehr Geld zur Verfügung als so mancher, auch besser gestellter Rentner. Das hat erst Anfang 2019 wieder eine Studie von Arbeitsministerium und Rentenversicherung ergeben: Demnach haben Beamte zwischen 40 und 44 Jahren bereits einen durchschnittlichen Pensionsanspruch, der rund doppelt so hoch ist wie die Rentenanwartschaft von gleichaltrigen Angestellten.

Wie wird die Beamtenpension berechnet?

Für jedes Dienstjahr werden 1,79375 Prozent der letzten Bezüge angerechnet – bis zu einem Ruhegehaltssatz von 71,75 Prozent. Dieser Maximalsatz wird erreicht, wenn ein Beamter 40 Jahre lang gearbeitet hat. Das allerdings tun immer weniger: Wegen längerer Studienzeiten, einer späteren Verbeamtung oder auch Teilzeit kommen immer mehr Beamte auf eine immer geringere Alterssicherung. Im Schnitt kommen sie auf eine Pension, die sich dem gesetzlichen Rentenniveau von 48 Prozent eines Durchschnittsgehalts in Deutschland annähert. Wer zum Beispiel 30 Jahre lang als Beamter gearbeitet hat, erhält rund 54 Prozent seiner letzten Bezüge als Pension.

Altersvorsorge für Beamte – die Ruhegehaltssätze nach Dienstjahren

Dienstjahre 10 15 20 25 30 35 40
Ruhegehaltssatz in % 17,9375 26,90625 35,875 44,84375 53,8125 62,78125 71,75

Will ein Beamter früher in den Ruhestand gehen, was ab dem 63. Lebensjahr möglich ist, oder hat er während seiner Dienstzeit auch Teilzeit gearbeitet, bedeutet das natürlich auch weniger Pension.

Gibt es auch eine Rentenlücke für Beamte?

Du kennst vielleicht die Faustregel, wonach man im Alter über rund 80 Prozent seines letzten Einkommens verfügen können sollte, um seinen gewohnten Lebensstandard zu halten. Die Frage nach der Rentenlücke für Beamte hängt also zuerst davon ab, was der gewohnte Lebensstandard für dich bedeutet, wie du als Pensionär im Alter leben möchtest und wie viel Geld du regelmäßig dafür brauchst. Aber tatsächlich wird für die meisten Beamten einen Rentenlücke entstehen, auch wenn sie einen Anspruch auf die Maximalpension aus 40 Dienstjahren haben. Denn diese macht „nur“ rund 72 Prozent der letzten Bezüge aus. Und Fakt ist: Weniger Beamte werden in Zukunft noch die vollen 40 Dienstjahre erreichen.

Private Altersvorsorge für Beamte: sinnvoll oder nicht?

Private Altersvorsorge ist auch für dich als Beamter ein wichtiges und sinnvolles Thema, denn in den meisten Fällen wirst du im Alter eine Rentenlücke haben. Sie wird zwar nicht so gravierend ausfallen wie für die Mehrzahl der Arbeitnehmer in Deutschland, aber dennoch solltest du etwas für deine Vorsorge tun, um dich für das Alter beruhigend abzusichern. Und wie immer gilt: je früher, desto besser.

Tipp

Damit du dich Schritt für Schritt auf die für dich passende Altersversorgung vorbereiten kannst, empfehlen wir dir unseren Ratgeber zur Altersversorgung. Für Beamte gilt hier dasselbe wie für alle zukünftigen Rentner: erst der Check deiner aktuellen Situation, dann der Kassensturz, und schließlich solltest du für dich selbst die Frage beantworten, wie viel Geld du im Alter zur Verfügung haben möchtest. 

Lohnt sich die Riester-Rente als Altersvorsorge für Beamte?

Die Riester-Rente ist eines der umstrittensten Angebote der privaten Altersvorsorge, weil sie oft als teuer und kompliziert gilt. Das muss aber nicht sein, und für dich als private Altersvorsorge für Beamte kann sie das Pensionspaket durchaus gut ergänzen. Das klappt aber nur in Verbindung mit einer privaten Rentenversicherung. Wenn du hier mindestens vier Prozent deines Jahreseinkommens einzahlst, belohnt dich der Staat mit Zulagen:

  • einmalig 200 Euro, wenn du unter 25 Jahren alt bist

  • 175 Euro jährliche Grundzulage

  • 185 Euro für jedes Kind, das vor dem 1. Januar 2008 geboren ist

  • 300 Euro für jedes später geborene Kind

So wird die Riester-Rente besonders für Familien mit mehreren Kindern attraktiv. Besonders reizvoll für Beamte: Da sie einen sicheren Arbeitsplatz haben und mit stabil guten Einkommen rechnen können, sind vor allem Riester-Produkte interessant, die auch höhere Renditen erzielen können. Dazu zählen zum Beispiel Riester-Renten auf Basis von Fondssparplänen.

Wie sinnvoll ist eine Rürup-Rente für Beamte?

Die Rürup-Rente – oder auch Basisrente – eignet sich wegen ihrer hohen Steuervergünstigungen besonders für Selbstständige, sie ist aber auch als Altersvorsorge für Beamte mit hohem Einkommen attraktiv. Im Jahr 2020 kannst du Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 25.046 Euro (bei Verheirateten sind es 50.092 Euro) pro Jahr zu 90 Prozent steuerlich geltend machen. Dieser Anteil, den du von der Steuer absetzen kannst, steigt jedes Jahr um zwei Prozent bis auf 100 Prozent im Jahr 2025. Dabei musst du aber bedenken: Im Alter musst du die Rürup-Rente voll versteuern, du bekommst sie nur als Rente und nicht als Kapitalauszahlung, und du kannst sie nicht vererben.

Ob sich die Rürup-Rente als zweites Standbein der Altersvorsorge für Beamte lohnt und die steuerlichen Vorteile in der Ansparphase die Nachteile im Alter aufwiegen, das klärst du am besten in einem Beratungsgespräch mit unseren CLARK-Experten. 

Welche weiteren Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Beamte gibt es?

Als Beamter bist du für das Alter schon gut abgesichert. Das gibt dir attraktiven Spielraum für die zusätzliche private Altersvorsorge. Beamte profitieren von einem sicheren Arbeitsplatz und einem Erwerbsleben mit meist regelmäßigen Beförderungen. Deswegen kannst du bei der Wahl deiner Altersvorsorge auch auf Produkte zurückgreifen, die etwas riskanter sind, dafür aber auch höhere Renditen versprechen. In Frage kommen dafür zum Beispiel börsennotierte Indexfonds (ETF) oder eine private Rentenversicherung, die du an einen ETF koppeln kannst. 

Eine private Rentenversicherung ist für dich vor allem dann sinnvoll, wenn du noch nicht weißt, wie du im Alter leben willst: Private Rentenversicherungen gehören zwar zu den teuersten Vorsorgeprodukten in der Ansparphase, weil sie steuerlich nicht gefördert werden und es auch keine Zulagen gibt, dafür bleibst du im Ruhestand flexibel und musst eine Privatrente später auch nur mit ihrem Ertragsanteil versteuern.

Was muss ich als Beamter zur gesetzlichen Rentenversicherung wissen?

Ob Rente für alle, Erwerbstätigenversicherung oder Bürgerversicherung: Immer wieder wird diskutiert, ob auch bei uns nach der verpflichtenden Altersvorsorge für Selbstständige auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden sollen. Als Vorbild dient unser südliches Nachbarland Österreich, wo auch Beamte zu einer Einheitsversicherung beitragen und die Pensionen durchschnittlich deutlich höher sind als bei uns. Dennoch ist der langfristige Erfolg einer Rente für alle umstritten.

Unabhängig von all diesen Debatten kannst du heute schon als Beamter zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wenn du deine Altersversorgung aufstocken möchtest – zwischen 83,70 Euro und 1.283,40 Euro pro Monat. Je länger du das tust, umso mehr Zusatzrente bekommst du im Ruhestand. Der Vorteil gegenüber Riester- oder Rüruprente: Erst im Jahr 2040 wird die gesetzliche Rente voll steuerpflichtig. Bis dahin steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um zwei Prozentpunkte, 2020 zum Beispiel sind es 80 Prozent. Dafür unterwirfst du dich natürlich auch allen demografischen und politischen Unwägbarkeiten, die die gesetzliche Rente so wenig planbar machen.