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Altersvorsorge für Beamte – Sicherheit im Ruhestand

Altersvorsorge für Beamte ist ein wichtiges Thema. Denn auch für sie gibt es oft eine Rentenlücke. Was Beamte über private Altersvorsorge wissen sollten.

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Das Wichtigste in Kürze

Als Beamter hast du einen sicheren Job, wirst regelmäßig befördert und bekommst eine Pension, die dich im Alter ruhig schlafen lässt. Stimmt alles – fast. Auch wenn die Pension für dich als Staatsdiener höher sein wird als die Rente der meisten Arbeitnehmer: Es kann sein, dass sie trotzdem nicht reicht, um deinen gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Deshalb lohnt es sich auch für Beamte, die private Altersvorsorge gründlich zu planen.

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Die Höhe der Pension hängt unter anderem von deinen Dienstjahren und deiner Besoldungsgruppe ab.

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Beamte bekommen keine gesetzliche Rente, sondern eine Pension vom Staat.

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Trotz guter Beamtenversorgung ist es sinnvoll, sich zusätzlich um eine private Altersvorsorge zu kümmern.

Wie ist die Altersvorsorge für Beamte geregelt?

Anders als die meisten Angestellten zahlen Beamte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Für ihre Versorgung im Alter ist der deutsche Staat zuständig. Die Beamtenversorgung ist im Bundesbeamtengesetz geregelt. Auch andere öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse orientieren sich daran, zum Beispiel die der Kirchen.

Die Rente für Beamte heißt Pension oder Ruhegehalt. Das bekommst du, wenn du die sogenannte Wartezeit, also mindestens fünf Jahre lang, als Beamter, Richter oder Berufssoldat gearbeitet hast. 

Die Höhe deiner Pension richtet sich sowohl nach der Dienstzeit als auch nach den Bezügen des Amtes, das du in den letzten beiden Jahren ausgeübt hast. Wenn du innerhalb der letzten beiden Dienstjahre befördert wurdest, wird deine Pension aus dem niedrigeren Gehalt berechnet.

Auch Beamte haben eine Rentenlücke! Der Pensionsanspruch eines Beamten berechnet sich auf Basis der zuletzt erhaltenen Bezüge. Wer 40 Jahre Dienst getan hat, der erhält 71,75 Prozent der letzten Bezüge als Pension. Wer aber nur 35 Jahre Dienst getan hat, erhält nur 62,78 Prozent oder 53,81 Prozent bei 30 Dienstjahren.

Wann darf ein Beamter in Pension gehen?

Bund und Länder dürfen den Pensionseintritt von Beamten eigenständig regeln. Sie orientieren sich aber weitgehend am allgemeinen deutschen System.

Das heißt: Wer 1964 oder später geboren wurde, muss auch als Beamter voraussichtlich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Der Pensionseintritt für die Jahrgänge zwischen 1947 und 1964 ist gestaffelt. Er beginnt bei 65 und führt stufenweise zu 67 Jahren. Auf Antrag kann ein Beamter auch schon mit dem vollendeten 63. Lebensjahr vorzeitig in Pension gehen.

Doch nicht nur das Alter, sondern auch gesundheitliche Gründe können ausschlaggebend für den Eintritt in den Ruhestand sein. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2018 16 Prozent der Versetzungen in den Ruhestand mit Dienstunfähigkeit begründet. Auch in diesem Fall hat nur derjenige Anspruch auf eine Pension, der die Wartezeit vollendet hat.

Beamtenanwärter und Beamte auf Probe müssen also mindestens fünf Jahre im Dienst gewesen sein, um ein Ruhegehalt zu bekommen. Besonders bei einer risikoreichen Arbeit, die eine Dienstunfähigkeit wahrscheinlicher macht, ist daher die private Absicherung wichtig.

Solltest du vor dem Eintritt in den Ruhestand das Beamtenverhältnis kündigen, bekommst du keine Pension. Deine Beamtenzeit wird dann auf Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung angerechnet.

Wie hoch ist die Beamtenpension?

Generell gilt: Als Beamter hast du im Alter mehr Geld zur Verfügung als Arbeitende in der freien Wirtschaft.

Das hat Anfang 2019 eine Studie von Arbeitsministerium und Rentenversicherung erneut ergeben: Danach haben Beamte zwischen 40 und 44 Jahren bereits einen rund doppelt so hohen durchschnittlichen Pensionsanspruch wie die Rentenanwartschaft von gleichaltrigen Angestellten.

Wie wird das Ruhegehalt berechnet?

Für jedes Dienstjahr werden 1,79375 Prozent der letzten Bezüge angerechnet – bis zu einem Maximalsatz des Ruhegehalts von 71,75 Prozent. Dieser Maximalsatz wird erreicht, wenn ein Beamter 40 Jahre lang gearbeitet hat.

Das allerdings tun immer weniger Menschen: Wegen längerer Studienzeiten, einer späteren Verbeamtung oder Teilzeitstellen fällt die Alterssicherung von immer mehr Beamten immer geringer aus. Im Schnitt kommen sie auf eine Pension, die sich dem gesetzlichen Rentenniveau von 48 Prozent eines deutschen Durchschnittsgehalts annähert.

Wer zum Beispiel 30 Jahre lang als Beamter gearbeitet hat, erhält rund 54 Prozent seiner letzten Bezüge als Pension. Es kann außerdem sein, dass dieser Prozentsatz wegen der knappen Gelder in den öffentlichen Kassen weiter sinken wird.

Altersvorsorge für Beamte: Die Ruhegehaltssätze nach Dienstjahren

Dienstjahre 10 15 20 25 30 35 40
Ruhegehaltssatz in % 17,9375 26,90625 35,875 44,84375 53,8125 62,78125 71,75

Willst du früher in den Ruhestand gehen, was ab dem 63. Lebensjahr möglich ist, oder hast während deiner Dienstzeit in Teilzeit gearbeitet, bedeutet das natürlich eine geringere Pension.

Damit du deinen Lebensstandard weiterhin halten kannst, solltest du dich rechtzeitig mit dem Thema Altersvorsorge befassen. Die Experten von CLARK unterstützen dich gern dabei.

Gibt es auch eine Rentenlücke für Beamte?

Die Faustregel besagt: Im Alter sollte man rund 80 Prozent des letzten Einkommens beziehen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wie groß die Rentenlücke für dich als Beamter ist, hängt also von Folgendem ab: Wie kostenintensiv ist dein Lebensstandard? Wie möchtest du als Pensionär im Alter leben? Wie viel Geld brauchst du regelmäßig dafür?

Tatsächlich werden die meisten Beamten eine Rentenlücke haben – trotz Anspruch auf die Maximalpension aus 40 Dienstjahren. Denn diese beträgt „nur“ rund 72 Prozent der letzten Bezüge. Ohnehin werden immer weniger Beamte volle 40 Dienstjahre arbeiten. 2018 schied etwa jeder Sechste aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem öffentlichen Dienst aus.

Zusammenfassung

  • Die Rente für Beamte heißt Pension oder Ruhegehalt.
  • Die Höhe der Pension richtet sich nach deiner Dienstzeit und deinem letzten Gehalt. Zurzeit beträgt sie nach 40 Jahren Dienstzeit maximal 71,75 Prozent deiner letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge.
  • Für Angestellte und Beamte, die nach 1964 geboren wurden, beginnt der Ruhestand mit 67 Jahren.
  • Wenn du früher aus dem Dienst ausscheidest oder in Teilzeit gearbeitet hast, reicht dein Ruhegehalt möglicherweise nicht aus, um deinen Lebensstandard zu halten. Deshalb ist eine zusätzliche Altersvorsorge wichtig.

Private Altersvorsorge für Beamte: sinnvoll oder nicht?

Die private Altersvorsorge ist auch für dich als Beamter ein wichtiges Thema, denn in der Regel musst du im Alter mit einer Rentenlücke rechnen. Sie wird zwar nicht so gravierend ausfallen wie für die Mehrzahl der Arbeitnehmer in Deutschland. Aber um dich umfänglich abzusichern, solltest du auch privat etwas für deine Vorsorge tun.

Wie immer gilt: je früher, desto besser.

Du gehst dazu vor wie alle künftigen Rentner: Erst der Check deiner aktuellen Situation, dann der Kassensturz und schließlich die Antwort auf die Frage, wie viel Geld du im Alter zur Verfügung haben möchtest.

Lohnt sich die Riester-Rente als Altersvorsorge für Beamte?

Die Riester-Rente ist eines der umstrittensten Angebote der privaten Altersvorsorge. Sie gilt als teuer und kompliziert.

Das muss aber nicht sein: Sie kann als private Altersvorsorge dein Pensionspaket gut ergänzen. Das klappt jedoch nur in Verbindung mit einer privaten Rentenversicherung. Wenn du in diese mindestens vier Prozent deines Jahreseinkommens einzahlst, belohnt dich der Staat mit Zulagen.

Du erhältst:

  • einmalig 200 Euro, wenn du unter 25 Jahre alt bist,

  • 175 Euro jährliche Grundzulage,

  • 185 Euro für jedes Kind, das vor dem 1. Januar 2008 geboren ist,

  • 300 Euro für jedes später geborene Kind.

So wird die geförderte Riester-Rente besonders für Familien mit mehreren Kindern attraktiv. Beachte jedoch, dass hier die sogenannte nachgelagerte Besteuerung greift. Du kannst pro Jahr bis zu 2.100 Euro für die Riester-Rente steuerlich absetzen, musst jedoch die ausgezahlte Rente versteuern.

Im Jahr 2021 fallen auf 81 Prozent der Rente Steuern an, bis 2040 wird der Besteuerungsanteil schrittweise auf 100 Prozent steigen.

Wie sinnvoll ist eine Rürup-Rente für Beamte?

Die Rürup-Rente – oder auch Basisrente – ist wegen beträchtlicher Steuervergünstigungen für alle mit hohem Einkommen als Altersvorsorge attraktiv – auch für Beamte.

Im Jahr 2021 kannst du Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 25.787 Euro (bei Verheirateten sind es 51.574 Euro) zu 92 Prozent steuerlich geltend machen. Dieser Anteil steigt jedes Jahr um zwei Prozent bis auf 100 Prozent im Jahr 2025.

Die Nachteile: Im Alter musst du die Rürup-Rente voll versteuern. Du bekommst das angesparte Kapital nur als Rente und nicht als Kapitalauszahlung. Außerdem kannst du die Basisrente nicht vererben.

Dennoch kann sie sich finanziell für dich lohnen. Am besten rechnest du vor dem Abschluss eines Vertrags einmal alles durch.

Weitere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Beamte

Als Beamter bist du im Alter vergleichsweise gut abgesichert. Du profitierst von einem sicheren Arbeitsplatz und, meistens, regelmäßigen Beförderungen. So hast du viel Spielraum für die private Altersvorsorge. 

Du kannst klassischere Versicherungen wie eine Kapitallebensversicherung oder eine Sofortrente wählen. Außerdem kannst du auch auf Produkte zurückgreifen, die etwas riskanter sind, dafür aber höhere Renditen versprechen. Infrage kommen dafür zum Beispiel börsennotierte Indexfonds (ETF) oder eine fondsgebundene Rentenversicherung. 

Private Rentenversicherungen sind für dich vor allem dann sinnvoll, wenn du noch nicht weißt, wie du im Alter leben willst: Sie gehören zwar zu den teuersten Vorsorgeprodukten in der Ansparphase, weil es keine staatliche Förderung und damit keine Steuervorteile und Zulagen gibt. Dafür bleibst du im Ruhestand flexibel und musst die Rente nur mit ihrem Ertragsanteil versteuern.

Was muss ich als Beamter zur gesetzlichen Rentenversicherung wissen?

Ob Rente für alle, Erwerbstätigenversicherung oder Bürgerversicherung: Immer wieder wird in Deutschland diskutiert, ob auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden sollten.

Unabhängig von diesen Debatten kannst du schon zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wenn du deine Altersversorgung aufstocken möchtest – zwischen 83,70 Euro und 1.283,40 Euro pro Monat. Je länger du einzahlst, desto höher die Zusatzrente im Ruhestand.

Der Vorteil gegenüber der Riester- und Rürup-Rente: Erst im Jahr 2040 wird die gesetzliche Rente voll steuerpflichtig. Bis dahin steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um zwei Prozentpunkte, 2021 zum Beispiel sind es 81 Prozent.

Zusammenfassung

  • Die Beamtenversorgung im Alter ist zwar gut, aber nicht immer ausreichend.
  • Auch als Beamter kannst du die Riester-Förderung nutzen und Zulagen zur Rentenversicherung bekommen.
  • Eine Rürup-Rente verschafft dir steuerliche Vorteile während der Einzahlphase. Die ausgezahlten Beträge müssen allerdings voll versteuert werden.
  • Eine private Rentenversicherung bringt keine steuerlichen Vorteile mit sich. Jedoch muss von der ausgezahlten Rente nur der deutlich niedrigere Ertragsanteil versteuert werden.
  • Als Beamter kannst du bei deiner privaten Altersvorsorge etwas höhere Risiken eingehen, um höhere Renditen zu bekommen.
  • Du kannst als Beamter zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und deine Altersvorsorge aufstocken.

Die Lücke in der Beamtenversorgung schließen

Auch wenn du gut absichert bist: Die Beamtenversorgung reicht nicht immer aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Die maximale Höhe der Pension beträgt nach 40 Jahren Dienstzeit etwa 72 Prozent deiner bisherigen Bezüge. Besonders für Beamte in niedrigeren Besoldungsstufen oder im mittleren Dienst kann es im Ruhestand finanziell eng werden. Kümmere dich deshalb selbst um deine Altersvorsorge.

Du hast online die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote zu vergleichen. Doch um zu entscheiden, ob eine private Rentenversicherung, eine Riester-Rente oder eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rente für dich das Richtige ist, lohnt sich eine persönliche Beratung.

Die Experten von CLARK beantworten gern deine Fragen und unterstützen dich, die Altersvorsorge zu finden, die perfekt zu dir passt.

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Alexander
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