Frau mit Handy und Oma

Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler

Welche Möglichkeiten der Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler gibt es? Hier erfährst du, wie du fürs Alter vorsorgst & dabei noch Steuern sparst.

Beratung anfordern
Trust Seal von Focus Money
Trust Seal von Trustpilot
NTV Siegel, das CLARK als besten Versicherungsmanager ausweist
Focus Money Siegel, das CLARK höchstes Vertrauen bescheinigt

Das Wichtigste in Kürze

Wenn du selbstständig bist, kennst du das vermutlich: Du steckst deine ganze Kraft in deine freiberufliche Tätigkeit oder dein eigenes Unternehmen. Das Thema Altersvorsorge für Selbstständige bleibt oft auf der Strecke. Im Alter kann sich das rächen: Rund drei Millionen Freiberufler haben keine Altersvorsorge, und zwei von drei Selbstständigen sorgen sich um ihre finanzielle Absicherung im Alter. Doch welche Möglichkeiten der privaten Vorsorge hast du als Selbstständiger eigentlich?

01

Selbständige und Freiberufler müssen selbst fürs Alter vorsorgen.

02

Dafür gibt es viele Möglichkeiten: die Rürup- und Riester-Rente und eine private Rentenversicherung.

03

Einige der Optionen bieten während der Einzahlung Steuervorteile, andere während der Ausschüttung.

Brauchen Selbstständige und Freiberufler eine Altersvorsorge?

Ob du auf der Bühne stehst oder das Vermögen anderer verwaltest, einen Handwerksbetrieb leitest oder als Freelancer die Welt bereist – die Selbstständigkeit bietet viele Freiheiten. Aber sie bringt auch Verantwortung mit sich. Du musst dich um vieles von dem, was für Angestellte bereits geregelt ist, selbst kümmern – unter anderem um deine Altersvorsorge.

Neben Besprechungen, Projektplanungen und dem vollen Einsatz fürs Unternehmen bleibt es oft auf der Strecke, fürs Alter vorzusorgen. Dabei ist es besonders für Selbstständige und Freiberufler wichtig, die eigene Altersvorsorge in die Hand zu nehmen.

Angehörige der freien Berufe sind zwar oft in berufsständischen Versorgungswerken versichert oder zahlen in die gesetzliche Rente ein. Aber eine verpflichtende Altersvorsorge gibt es für Selbstständige bisher nicht.

Noch keine Versicherungspflicht

Eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Selbstständige ist bereits seit 2012 im Gespräch. Nach jahrelangen Diskussionen und Entwürfen soll es ab 2024 klappen.

Das Ziel der Reform ist klar: Das Risiko der Altersarmut, das bei Selbstständigen besonders hoch ist, soll verringert werden. Noch ist der Gesetzesentwurf nicht ausformuliert, aber die Eckpunkte stehen.

Selbstständige sollen sich künftig für eine dieser drei Vorsorge-Varianten entscheiden müssen: 

  • die gesetzliche Rentenversicherung

  • die Rürup-Rente als private Altersvorsorge

  • ein Versorgungswerk (zum Beispiel als Arzt oder Anwalt)

Klar ist: Die neue Regelung wird die Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler sicherstellen, die nicht schon verpflichtend in der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Die Altersvorsorge für Selbstständige soll insolvenz- und pfändungssicher sein und eine Rente über der Grundsicherung von rund 800 Euro im Monat ermöglichen.

Beschlossen ist jedoch noch nichts, und das Rentenniveau sinkt seit Jahren. Kümmere dich deswegen unbedingt um deine Absicherung. 

Zusammenfassung

  • Selbständige und Freiberufler müssen selbst fürs Alter vorsorgen.
  • Eine Versicherungspflicht gibt es bisher nur für einige Berufsgruppen. Ab 2024 soll sie für alle gelten.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die Rentenversicherungspflicht ist noch in Arbeit, aber bereits jetzt zahlen Freiberufler in die gesetzliche Rentenkasse ein. Einige unterliegen der Versicherungspflicht, andere sind freiwillig versichert. Sie alle werden im Alter eine monatliche Rente erhalten.

Welche Selbständigen sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert?

Schon heute sind einige Selbstständige und Freiberufler Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung. Folgende Berufsgruppen zählen dazu:

  • freiberufliche Lehrer

  • Künstler und Publizisten

  • Hebammen

  • Pflegende

  • Handwerker

Wenn du über die Künstlersozialkasse versichert bist, zahlst du in die gesetzliche Rentenkasse ein.

Lohnt sich die gesetzliche Rentenversicherung für Selbstständige?

31 Millionen Deutsche waren am 31. Dezember 2017 versicherungspflichtig beschäftigt. Das heißt, sie zahlten automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Weil du als Selbstständiger deine Altersvorsorge selbst organisieren musst, kannst du dich in den ersten fünf Jahren deiner Selbstständigkeit auch freiwillig für die gesetzliche Rentenversicherung entscheiden.

Unter Umständen lohnt sich das: Wäge also alle Vor- und Nachteile der gesetzlichen Altersvorsorge für Selbständige ab.

Anspruch auf eine gesetzliche Rente hast du, sobald du fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hast. Wenn du aus einem rentenversicherungspflichtigen Angestelltenjob in die Selbstständigkeit wechselst, könnte es für dich sinnvoll sein, in der gesetzlichen Rentenversicherung zu bleiben.

Doch auch, wenn du es nicht tust: Deine angesammelten Rentenpunkte aus deiner Zeit als Angestellter bleiben erhalten.

Unabhängig davon, wie du dich entscheidest, solltest du bedenken: In der gesetzlichen Rentenversicherung erwirbst du dir zwar den Anspruch auf eine Altersrente, eine Erwerbsminderungsrente und eine Hinterbliebenenrente.

Aber schon heute ist klar, dass dein Geld nicht ausreichen wird, um im Alter deinen gewohnten Lebensstandard zu halten. Das aktuelle Rentenniveau beträgt nur noch 48,2 Prozent des Durchschnittsverdienstes in Deutschland.

Worauf musst du als Selbstständiger bei der gesetzlichen Rentenversicherung achten?

Regelbeitrag, einkommensabhängig oder zwölf Mal im Jahr nach deinen Möglichkeiten: Als Selbstständiger kannst du deine Beiträge flexibel in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Allerdings musst du sie alleine in voller Höhe stemmen.

Anders die Arbeitnehmer: Für sie übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge.

Zwölf Mal im Jahr so viel Beitrag zahlen, wie du willst und kannst – das hört sich gut an. Aber Achtung: Damit verzichtest du auf deinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.

Wie auch immer du dich bei der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidest: Eine zusätzliche private Altersvorsorge ist auch für dich als Selbstständiger unverzichtbar.

Zusammenfassung

  • Du kannst dich innerhalb der ersten fünf Jahre deiner Selbstständigkeit für eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse entscheiden.
  • Einige Berufsgruppen sind in der staatlichen Rentenversicherung pflichtversichert.
  • Als freiwillig Versicherter kannst du die Einzahlungen flexibler gestalten, verlierst dabei jedoch deinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Private Altersvorsorge für Selbständige: Welche Optionen gibt es?

Die Rürup-Rente

Liebling unter den privaten Angeboten der Altersvorsorge ist die vom Staat geförderte Rürup- oder auch Basisrente. In der Beitragsphase lohnt sich die Rürup-Rente wegen der attraktiven Steuervergünstigungen, was sie besonders für gutverdienende Selbständige interessant macht:

  • Im Jahr 2021 kannst du Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 25.787 Euro (bei Verheirateten sind es 51.574 Euro) pro Jahr zu 92 Prozent als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.

  • Die steuerliche Absetzbarkeit wächst jedes Jahr um zwei Prozent, und bis 2025 sollen 100 Prozent erreicht sein. 

  • Mit welcher Beitragshöhe du die meisten Steuern sparen kannst, besprichst du am besten mit deinem Steuerberater.

Im Alter musst du die Rürup-Rente voll versteuern. Aber weil du als Rentner in der Regel einen günstigeren Steuersatz hast, lohnt sich die Rürup-Rente unter dem Strich trotzdem.

Ein weiterer Vorteil: Die einmal vereinbarte Rürup-Rente ist dir garantiert – sie ist nicht von der Bevölkerungsentwicklung abhängig.

Allerdings bringt die Rürup-Rente auch gewisse Einschränkungen mit sich:

  • Sie wird erst ab einem Rentenalter von 62 Jahren ausgezahlt.

  • Es ist keine Kapitalauszahlung möglich: Die Auszahlung erfolgt nur in Form einer Rente.

  • Die Rürup-Rente ist nicht vererbbar.

Die Riester-Rente

Bei der Riester-Rente bekommst du während der Einzahlphase eine Förderung in Form staatlicher Zulagen oder eines Steuerausgabenabzugs, allerdings nur bis zu 2.100 Euro im Jahr. Die Auszahlung der Rente musst du voll versteuern.

Wenn du als Freiberufler in der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Künstlersozialkasse pflichtversichert bist, kannst du direkt in die Riester-Rente einsteigen. Es gibt aber auch zwei weitere Möglichkeiten:

  • Erstens: Wenn du verheiratet bist, kannst du über deinen Ehepartner von der abgeleiteten Riester-Förderung profitieren. Dafür muss dein Partner eine Riester-Rente abgeschlossen haben und förderberechtigt sein. Außerdem musst du mindestens 60 Euro pro Jahr in den Vertrag einzahlen.

  • Zweitens: Du nimmst einen zusätzlichen Minijob an, für den Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung fällig werden.

Eine private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung kann für dich eine sinnvolle Absicherung fürs Alter sein. Vor allem dann, wenn du noch nicht weißt, wie du später einmal leben möchtest. Schließlich zeichnen sich private Rentenversicherungen durch Flexibilität aus.

Es gibt sie in vielen Varianten: So bietet zum Beispiel nur sie die Möglichkeit einer Einmalzahlung zu Rentenbeginn.

Berücksichtigen musst du allerdings, dass eine private Rente in der Ansparphase die teuerste ist, da du keine staatliche Förderung bekommst. Es gibt also keine Steuervorteile durch höhere Freibeträge und keine Zulagen.

Dafür hast du im Alter steuerliche Vorteile, weil du während der Auszahlungsphase nur den sogenannten Ertragsanteil versteuern musst. Dieser berechnet sich aus deinem Alter bei Renteneintritt und der voraussichtlichen Bezugsdauer und fällt somit deutlich niedriger aus als die gesamte Rente.

Zusammenfassung

  • Ein Rürup-Vertrag lohnt sich vor allem, wenn du gut verdienst und die hohen Steuerfreibeträge nutzen kannst. In der Auszahlung ist die Rürup- oder Basis-Rente wenig flexibel.
  • Du kannst einen Riester-Vertrag abschließen, wenn du verpflichtend in die staatliche Rentenversicherung einzahlst, einen nicht-selbstständigen Zweitjob hast oder über deinen Ehepartner die abgeleitete Riester-Förderung nutzt.
  • Eine private Rentenversicherung ist besonders flexibel, allerdings kannst du die Einzahlungen nicht von der Steuer absetzen.

Kosten und Besteuerung der Altersvorsorge

Ist die Altersvorsorge für Selbstständige steuerlich absetzbar?

Vielen Selbständigen und Freiberuflern mit unregelmäßigem Einkommen ist es wichtig, dass sie in der Gegenwart möglichst viele Steuervorteile in Anspruch nehmen können. Dafür bietet die Altersvorsorge attraktive Möglichkeiten.

Tipp: Wenn du deine Altersvorsorge steuerlich absetzen kannst, trägst du sie in der Steuererklärung in die Anlage Vorsorgeaufwand ein.

Betrachte aber immer das ganze Bild: Wie wirkt sich deine Altersvorsorge steuerlich aus, wenn du später Rente beziehst? Manche Beiträge sind während der Einzahlung absetzbar. Dafür musst du aber die ausgezahlte Rente voll versteuern.

In der Regel fällt der Einkommenssteuersatz im Alter jedoch niedriger aus als während des Erwerbslebens. So überwiegen unterm Strich die Steuervorteile. Andere Versicherungen kannst du steuerlich überhaupt nicht absetzen. Dafür sparst du Steuern bei der Auszahlung.

Modell Gesetzliche Rente Rürup-Rente Riester-Rente Private Rente
In der Ansparphase Beiträge zur Rentenversicherung können als Sonderausgabenabzug steuerlich geltend gemacht werden. 2021 sind 92 Prozent absetzbar. Ab 2025 sind es 100 Prozent. Bis zu einem Höchstbetrag von 25.787 Euro (51.574 Euro bei Verheirateten) können 2021 92 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Dieser Anteil steigt bis 2025 auf 100 %. Beiträge sind bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Keine Steuervorteile.
Im Rentenbezug Nachgelagerte Besteuerung: Die Rente muss versteuert werden (2021 zu 81 Prozent, ab 2040 zu 100 Prozent). Nachgelagerte Besteuerung: Die Rente muss versteuert werden (2021 zu 81 Prozent, ab 2040 zu 100 Prozent). Nachgelagerte Besteuerung: Die Rente muss voll versteuert werden. Die Rente wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Bei Kapitalauszahlung wird die Hälfte der Erträge mit deinem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert.

Was kostet eine Altersvorsorge für Selbstständige?

Die Kosten für deine Altersvorsorge sind so individuell wie deine berufliche Tätigkeit. Sie hängen von verschiedenen Vorsorgeoptionen, den Verträgen und Versicherungsanbietern ab. Einige Versicherer verlangen Mindesteinzahlungen in einer bestimmten Höhe.

Letztlich bestimmt allerdings dein Einkommen, wie viel du in die Vorsorge fürs Alter investieren kannst. Du kommst also nicht darum herum, deine finanzielle Situation durchzurechnen.

Zusammenfassung

  • Einzahlungen für die Rürup- und Riester-Rente kannst du als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Einzahlungen für eine private Rentenversicherung nicht.
  • Die Kosten einer Altersvorsorge hängen von der gewählten Versicherung und deinem Einkommen ab.

Die richtige Altersvorsorge für Selbständige finden

Rürup-Rente? Riester-Rente? Private Rentenversicherung? Lebensversicherung? Es gibt viele Optionen der Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler. Welche am besten zu dir passt, kommt auf dich und deine individuelle Situation an. Jede Selbstständigkeit ist anders – da solltest du auch bei der finanziellen Absicherung fürs Alter genau auswählen, was zu dir passt.

Du hast online die Möglichkeit, dich zu informieren und die zahlreichen Angebote zu vergleichen. Doch auch, wenn du Dinge in der Regel selbst erledigst. Der schnellste und einfachste Weg zur besten Altersvorsorge führt über eine persönliche Beratung.

Die Experten von CLARK unterstützen dich gern dabei, die Altersvorsorge zu finden, die am besten zu dir und deiner selbstständigen Tätigkeit passt.

Nächste Schritte

01

Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

02

Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

03

Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

Wir beraten dich gerne und vollkommen unverbindlich!
Bild von Alexander, Versicherungsexperte
Alexander
Versicherungsexperte

Beratung anfordern

CLARK Nutzer berichten

Bereits über 300.000 zufriedene Kunden managen ihre Versicherungen mit CLARK. Erfahre, was die Community über CLARK denkt.