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Focus Money - Beste Kundenbetreuung - Versicherungsmanager CLARK - Ausgabe 18/2023

Berufsunfähigkeits­­versicherung (BU) Ursache Sehnenscheidenentzündung

Berufs­unfähigkeit durch eine Sehnenscheid­en­entzündung?

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  • Eine Sehnenscheidenentzündung ist eine anerkannte Berufskrankheit. Sie kann zu einer zeitweisen oder dauerhaften Berufsunfähigkeit oder Dienstunfähigkeit führen. Die Absicherung ohne private Berufsunfähigkeits­versicherung mit passender Berufsunfähigkeitsrente ist jedoch unzureichend
  • Die Versicherung zahlt dir eine Berufsunfähigkeitsrente, um die finanziellen Folgen der Erkrankung abzufangen.
  • Häufig kannst du eine Berufsunfähigkeits­versicherung sogar noch abschließen, wenn du bereits eine Entzündung hattest.

Berufsunfähig durch eine Tendovaginitis?

Definition: Was hinter der Diagnose der Sehnenscheidenentzündung steckt

Die Sehnenscheidenentzündung (auch: Tendovaginitis, Tendosynovitis oder Peritendinitis) ist eine Entzündung der Sehnenscheiden im Unterarm. Besonders häufig sind entweder die Handgelenke oder die Hände selbst betroffen. Die Symptome können jedoch unterschiedlich ausfallen.

In der Regel macht sich die Entzündung durch starke Schmerzen über der Sehnenscheide bemerkbar. Diese umschließt als hüllenartige Struktur die Sehne, um sie vor Reibung mit dem benachbarten Gewebe zu schützen. Eine Sehnenscheidenentzündung ist demnach an allen Körperstellen möglich, wo solche Sehnen liegen. Vor allem im beruflichen Rahmen tritt sie aber vermehrt in der Hand sowie im Unterarm auf.

Weitere Beschwerden wie ein Schnappfinger können neben den stechenden Schmerzen ebenfalls auftreten – müssen sie aber nicht. Es obliegt somit dem Arzt oder der Ärztin, die richtige Diagnose zu stellen und eine passende Strategie für die Behandlung zu entwickeln.

Ursachen und Prognose bei der Sehnenscheidenentzündung

Im Rahmen der ärztlichen Abklärung wird erst einmal nach den Ursachen gesucht. Im Regelfall entsteht die Entzündung nicht-bakteriell, sondern durch Überlastung, falsche Haltung, Arthrose oder psychische Faktoren wie Stress.

Jedoch kann eine Sehnenscheidenentzündung in seltenen Fällen auch aus einer rheumatoiden Arthritis resultieren oder durch Bakterien verursacht werden. In letzterem Fall ist die Chance auf eine schnelle sowie vollständige Heilung prinzipiell besser.

Handelt es sich hingegen um eine Sehnenscheidenentzündung durch die Tätigkeit im Beruf, beispielsweise das Tippen am Computer, ist das Risiko hoch, dass diese erneut auftritt und sogar chronisch wird. Dann wird sie als Berufskrankheit anerkannt, also auch als häufige Ursache für eine Berufsunfähigkeit.

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Möglichkeiten kennt die moderne Medizin viele, von Kortison-Spritzen bis hin zu Operationen. Dennoch hat die Sehnenscheidenentzündung häufig einen langwierigen Verlauf. Sie entwickelt sich schnell von einer akuten zu einer chronischen Krankheit mit großer Belastung für den Patienten.

Schnelles und richtiges Handeln zu Beginn der Erkrankung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Prognose ist demnach besser, je früher und umfassender die betroffene Sehne geschont wird. In der Konsequenz bedeutet das, dass der oder die Patient:in die Arbeit nicht mehr (vollständig) nachgehen kann und zeitweise oder dauerhaft berufsunfähig wird.

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Absicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit durch die Entzündung

Das Risiko, durch eine Sehnenscheidenentzündung berufsunfähig zu werden, ist hoch und bedroht den finanziellen Lebensstandard. Es hängt jedoch auch von deinem Beruf ab. Es gibt Berufe, bei denen die Sehnenscheiden mehr beansprucht werden, an Überbelastung leiden und damit die Gefahr einer Entzündung steigt. Das betrifft zum Beispiel:

  • Masseur:innen und Physiotherapeut:innen
  • Musiker:innen
  • Schreibkräfte
  • Alle Personen, die viel im Büro arbeiten, also mit den Händen tippen, die Computermaus bedienen u. s. w.

Unterm Strich sind also viele Menschen von diesem Risiko betroffen. Das gilt natürlich ebenso, wenn du in der Vergangenheit bereits Schmerzen oder andere Beschwerden im Bereich der Sehnenscheiden hattest.

Sollte es zur Berufsunfähigkeit durch eine solche Entzündung und ihre Symptome kommen, hast du eventuell Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente durch die Renten­versicherung. Allerdings ist diese Rente gering und an viele Bedingungen geknüpft, beispielsweise an die vollständige Erwerbsunfähigkeit. Auch eine abstrakte Verweisung ist dann möglich und die Rente wird in der Regel erst nach vielen Monaten ausbezahlt. Bis dahin musst du die finanzielle Lücke aus deinen Ersparnissen decken, was für viele Personen nicht möglich ist.

In einigen Berufen ist die Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt. Dadurch hast du Anspruch auf Leistungen durch die Unfall­versicherung, beispielsweise auf therapeutische Maßnahmen. Auch diese reichen jedoch für einen umfassenden Versicherungsschutz nicht aus.

Die Berufsunfähigkeits­versicherung zählt daher als eine der wichtigsten Versicherungen für jeden Menschen, der beruflich tätig ist. Denn die BU-Rente ist deutlich höher, und die BU-Versicherung zahlt schneller. So bist du im Fall einer Berufsunfähigkeit besser abgesichert – unabhängig davon, ob eine chronische Sehnenscheidenentzündung oder eine andere Krankheit beziehungsweise ein Unfall die Auslöser waren.

Wichtig ist, dass du beim Abschluss darauf achtest, dass keine abstrakte Verweisung möglich ist. Sobald du also den versicherten Beruf nicht mehr ausüben kannst, erhältst du die vereinbarten Leistungen. Das gilt selbst dann, wenn du theoretisch einer anderen Arbeit nachgehen könntest.

Zusammenfassung

  • Die Sehnenscheidenentzündung kann verschiedene Ursachen und Beschwerden haben. Sie ist ein häufiger Grund für eine Berufsunfähigkeit.
  • Es gibt Berufe, die von dieser Gefahr besonders betroffen sind. Das gilt auch, wenn du bereits eine entsprechende Vorerkrankung hattest.
  • Eine Berufsunfähigkeits­versicherung ist für jede:n Berufstätige:n für den Leistungsfall sinnvoll. Denn der Versicherungsschutz greift auch bei anderen Ursachen neben der Tendovaginitis, beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall, einer Depression, einer Arthritis u. v. m.
  • Sie bietet zudem eine deutlich schnellere und bessere Absicherung als beispielsweise die (gesetzliche) Erwerbsunfähigkeitsrente, Krankenkasse oder die Unfall­versicherung.

Berufsunfähigkeits­versicherung trotz Vorerkrankung

Kannst du eine Versicherung trotz Entzündung abschließen?

Die Berufsunfähigkeit kann jede:n treffen. Dafür können vielfältige Ursachen wie Erkrankungen oder Unfälle verantwortlich sein. Sinnvoll ist es deshalb, die Notwendigkeit zu erkennen und frühzeitig eine BU-Versicherung für den Leistungsfall abzuschließen. Besonders durch die vorvertragliche Gesundheitsprüfung samt Gesundheitsfragen können bei Vorerkrankungen Leistungsausschlüsse bzw. Ausschlussklauseln sowie Risikozuschläge die Folge sein.

Bestenfalls versicherst du dich, bevor du deine berufliche Tätigkeit aufnimmst und Symptome für eine Krankheit wie rheumatoide Arthritis, Tendovaginitis oder andere Beschwerden entwickelst. Denn ohne solche Erkrankungen in deiner Patientenakte erhältst du vom Versicherer einfacher einen Vertrag, und dazu noch bessere Konditionen.

Ist es jedoch zu spät und du warst bereits wegen der Krankheit in Behandlung, gibt es trotzdem Möglichkeiten, um noch eine BU-Police abschließen zu können. Dazu führst du zuerst eine anonyme Risikovoranfrage durch. Dann hast du einen besseren Überblick, ob dir ein Versicherer einen BU-Schutz offeriert, und kannst du die unterschiedlichen Angebote vergleichen.

Hattest du in der Vergangenheit nur geringe Beschwerden, trat die Krankheit nur einmal auf oder nicht in Verbindung mit deiner Tätigkeit? Viele Versicherer nehmen dich dann sogar ohne Risikozuschlag oder Ausschluss an, obwohl Gelenkerkrankungen als Risikofaktor gelten. Eventuell holen sie sich über Versicherte aber noch ein ärztliches Attest ein, um die Schwere sowie Ursache der Beschwerden zu überprüfen.

Wann wird die Sehnenscheidenentzündung zum Ausschlussgrund?

Prinzipiell entscheidet jeder Versicherer selbst, ob und ab wann eine Erkrankung der Sehnenscheide als Ausschlussgrund gilt. Schließlich kann sie schnell für Arbeitnehmer:innen zu einer solchen Belastung werden, dass sie berufsunfähig werden. Das gilt vor allem bei besonders starken oder chronischen Symptomen. Warst du also bereits des Öfteren in ärztlicher Behandlung oder aufgrund der Tendovaginitis arbeitsunfähig, wird die Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Leistungsausschluss führen.

Das bedeutet aber nicht, dass du überhaupt keinen BU-Versicherungsvertrag abschließen kannst. Lediglich bei einer Berufsunfähigkeit wegen Sehnenscheidenentzündung erhältst du dann keine BU-Rente. Du kannst dich aber durchaus gegen andere Ursachen absichern. Die Berufsunfähigkeits­versicherung ist also trotzdem empfehlenswert. Eventuell kannst du auch einen Risikozuschlag anstelle des Leistungsausschlusses aushandeln. Schlimmstenfalls wirst du von den Versicherungsinstituten aber von vornherein abgelehnt.

Zusammenfassung

  • Bestenfalls schließt du eine BU-Police ab, bevor du Symptome oder Erkrankungen hattest, die als Ausschlussgrund dienen können.
  • Trotzdem stehen deine Chancen gut, auch bei Schmerzen im Handgelenk oder ähnlichen Symptomen noch einen BU-Vertrag zu erhalten. Eine anonyme Risikovoranfrage ist dann das beste Vorgehen.
  • Eine Sehnenscheidenentzündung kann zu einem Ausschluss oder einem Risikozuschlag führen – muss sie aber nicht.
  • Da es große Unterschiede zwischen den Versicherungsanbietern gibt, kannst du durch einen Vergleich eine passende Police finden.

Nächste Schritte

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