Person mit blauem Stift in der Hand benutzt einen Laptop

Riester-Rente: Für Beamte eine sinnvolle Vorsorge

Auch Beamte können mit einer Riester-Rente von den staatlichen Förderzulagen profitieren. Erfahre hier, was es beim Riestern als Beamter zu beachten gilt.

Beratung anfordern
Trust Seal von Focus Money
Trust Seal von Trustpilot
NTV Siegel, das CLARK als besten Versicherungsmanager ausweist
Focus Money Siegel, das CLARK höchstes Vertrauen bescheinigt

Das Wichtigste in Kürze

Die Riester-Rente steht grundsätzlich allen in Deutschland offen, die privat vorsorgen möchten, also auch den Beschäftigten des öffentlichen Diensts. Für Beamte, Soldaten und Richter gelten allerdings teils andere Voraussetzungen als für Angestellte, um die Zulagen zu dieser privaten Rentenversicherung zu erhalten.

01

Beamte können Anspruch auf die staatlichen Zulagen zur Riester-Rente erlangen und so von der privaten Altersvorsorge profitieren.

02

Um in dieser Rentenversicherung als förderfähig zu gelten, müssen Beamte unter anderem die Herausgabe von Daten erlauben.

03

Die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge lohnt sich vor allem für Beamte mit Kindern.

Als Beamter eine Riester-Rente abschließen

Grundsätzlich darf jede Person eine Riester-Rente abschließen, die in Deutschland lebt. Auf einem anderen Blatt steht, ob sich der Staat mit Zulagen am Riester-Renten-Vertrag beteiligt. Zum Kreis derer, die sich die geförderte Altersvorsorge sichern können, gehören viele Staatsdiener, denn die Absenkung des Rentenniveaus betrifft auch aktive Beamte.

Auch Beamte haben eine Rentenlücke! Der Pensionsanspruch eines Beamten berechnet sich auf Basis der zuletzt erhaltenen Bezüge. Wer 40 Jahre Dienst getan hat, der erhält 71,75 Prozent der letzten Bezüge als Pension. Wer aber nur 35 Jahre Dienst getan hat, erhält nur 62,78 Prozent oder 53,81 Prozent bei 30 Dienstjahren.

So gestaltet sich die staatliche Förderung

Die Förderung der Riester-Rente setzt sich aus Zulagen und steuerlichen Vorteilen zusammen.

Grundzulage und Kinderzulagen für die Rentenversicherung

Jeder Riester-Sparer, der im laufenden Jahr genug Beitrag zahlt, bekommt im Jahr darauf vom Finanzamt 175 Euro zu seiner Altersvorsorge hinzu. Dieser Betrag heißt Grundzulage. Wachsen im eigenen Haushalt Kinder auf, fließen zusätzlich Kinderzulagen.

Für jedes kindergeldberechtigte Kind, das vor 2008 zur Welt kam, gibt es jeweils 185 Euro. Nachwuchs, der ab 2008 geboren worden ist, bringt sogar je 300 Euro ein. Falls du bei Vertragsabschluss noch keine 25 Jahre alt bist, spendiert der Staat außerdem einen einmaligen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro.

Riester bringt Vorteile bei der Steuer

Die Beiträge zur Riester-Rente kannst du als Sonderausgaben geltend machen. Das lohnt sich besonders, wenn dein Gehalt etwas höher ist.

Der Grund dafür ist die sogenannte Günstigerprüfung des Finanzamts: Übersteigt der Steuervorteil deine Zulagen, bekommst du die Differenz über die Steuererklärung ausgezahlt. Allerdings sind die Förderungen nach oben gedeckelt. Der staatlich geförderte Höchstbetrag liegt bei 2.100 Euro pro Jahr.

Diese Besoldungsempfänger können Zulagen beantragen

Dein Riester-Vertrag ist im Grundsatz förderfähig, wenn du:

  • im Inland Besoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BbesG) oder einem Landesbesoldungsgesetz empfängst,

  • Amtsbezüge aus einem inländischen Amtsverhältnis erhältst und die Absätze 3 und 4 des § 69e des Beamtenversorgungsgesetzes (BeamtVG) auf dich zutreffen,

  • nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 SGB VI versicherungsfrei beschäftigt bist,

  • von der Versicherungspflicht befreit bist (nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB VI oder nach § 230 Abs. 2 Satz 2 SGB VI) und die Absätze 3 und 4 des § 69e BeamtVG auf dich zutreffen.

Jede Menge Wenns

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch beurlaubte Beamte und Berufssoldaten Riester-Zulagen erhalten. Angenommen du bist Beamter, Berufssoldat, Zeitsoldat oder Richter. Du bist für eine andere Beschäftigung beurlaubt und bekommst keinen Sold. Dann kannst du die Riester-Förderung beanspruchen, wenn deine Versorgungsanwartschaft nach § 5 Abs. 1 Satz 1 SGB VI gewährleistet bleibt.

Angenommen du bist steuerpflichtig im Sinne von § 10a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 EStG. Du bist beurlaubt und bekommst keinen Sold, keine Amtsbezüge und kein Entgelt. Dann hast du Anspruch auf die Zulagen und steuerlichen Erleichterungen, sofern du Kindererziehungszeiten nach § 56 SGB VI anrechnen lassen könntest, wenn du in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig wärst.

Zusammenfassung

  • Die Pension von Beamten fällt oft höher aus als die Rente von Angestellten. Trotzdem ist es sinnvoll, zusätzlich privat vorzusorgen.
  • Die staatlichen Zuschüsse setzen sich aus einer jährlichen Grundzulage und Kinderzulagen zusammen.
  • Staatliche Förderungen erhältst du bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr.
  • Du erhältst entweder Zulagen oder einen Steuervorteil, je nachdem, was für dich günstiger ist.

Voraussetzungen für die staatlichen Zulagen

Die staatliche Förderung der Altersvorsorge sicherst du dir, indem du drei wesentliche Bedingungen erfüllst:

  1. Du legst gegenüber dem Versicherer deinen Beamtenstatus offen,

  2. du erlaubst einen Datenaustausch zwischen deinem Arbeitgeber und der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) und

  3. du zahlst ausreichend Beiträge in deine Riester-Rente.

Zulagenantrag: Probleme von vornherein vermeiden

Deinen Riester-Vertrag schließt du bei einer Versicherung oder einer Bank ab. Schon in deinem Antrag musst du gegenüber dem Anbieter offenlegen, ob und in welcher Form du im vergangenen Jahr Besoldungsempfänger warst. Nur wenn diese Angaben stimmen, sind deine Riester-Beiträge zulagenberechtigt.

Einwilligung zum Datenaustausch

Ob Arbeitnehmer, Beamte oder andere – die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) prüft, ob dem Sparer die vollen Zulagen zustehen. Sie gleicht unter anderem die gezahlten Beträge mit dem Einkommen ab und steht in direktem Kontakt zum Finanzamt.

Bei Beamten, Soldaten und anderen Besoldungsempfängern fehlen der ZfA ein paar Daten, die sie zur Berechnung braucht. Du musst daher schriftlich erklären, dass deine Besoldungsstelle beziehungsweise dein Arbeitgeber diese Daten übermitteln darf.

Inhalt und Form deiner Erklärung

Zu den preiszugebenden Daten gehören die Höhe der letztjährigen Besoldung und die Zahl der Kinder, für die noch Kindergeld fließt. Nur so kann die Zulagenstelle ermitteln, ob du deinen Mindestbeitrag zur Riester-Rente entrichtet hast und wie viel Kinderzulage dir zusteht.

Deine Einwilligung darfst du formlos erteilen, du erleichterst dir die Arbeit aber deutlich, wenn du ein Formular nutzt. Das bekommst du in der Regel bei deinem Dienstherrn beziehungsweise der zuständigen Stelle.

Keine Sorge: Du musst nur einmal einwilligen. Danach läuft alles geräuschlos im Hintergrund ab. Das heißt, die Zulagenstelle erfährt ohne dein weiteres Zutun, inwieweit du noch zulagenberechtigt bist. Ein Widerruf deiner Einverständniserklärung ist jederzeit möglich.

Deine persönliche Nummer bei der ZfA

Im Formular wird nach der Sozialversicherungsnummer gefragt. Die bekommen in der Regel nur Arbeitnehmer zugewiesen. Falls du nie angestellt warst, machst du dein Kreuz in einer anderen Spalte: Du gibst an, dass du eine persönliche Zulagennummer brauchst. Die Zulagenstelle vergibt diese Nummer und übermittelt sie auch dem Arbeitgeber.

Frist einhalten

Möchtest du dir die vollen Zulagen sichern, musst du die Einwilligung bis zum Ende des ersten Beitragsjahres erteilen. Ob du deine Riester-Rente beispielsweise im Juni 2021 abschließt oder erst im November 2021, spielt für die Frist keine Rolle: Am 31. Dezember ist Stichtag. Auf manchen Internetseiten liest du, Beamte hätten bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres Zeit. Diese Angabe ist veraltet.

Versäumst du deine Frist, geht dir der Anspruch auf die staatliche Riester-Förderung nicht automatisch verloren. Du darfst dein Einverständnis nachträglich abgeben.

Die Details dazu sparen wir uns aber ebenso wie dir: Um eine reibungslose Bearbeitung deines Zulagenantrags zu ermöglichen, solltest du die Angelegenheit gleich nach dem Abschluss der privaten Altersvorsorge erledigen. Der Aufwand beschränkt sich auf das Ausfüllen von maximal zwei Formularseiten.

Beitrag zahlen und Zulagen mitnehmen

Die dritte Voraussetzung teilst du mit Erwerbstätigen, die in der gesetzlichen Rente pflichtversichert sind: Beiträge zahlen. Die Höhe richtet sich nach deinem Einkommen. Der Mindestbeitrag zur Riester-Rente beträgt 4 Prozent des Bruttojahreseinkommens minus Zulagen. Das heißt, von den 4 Prozent deiner Besoldung ziehst du die Zulagen ab, die du im nächsten Jahr erwarten darfst. Die sich ergebende Differenz zahlst du an deine Versicherung.

Zusammenfassung

  • Beamte müssen ihr Dienstverhältnis gegenüber dem Riester-Anbieter offenlegen.
  • Anders als Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung müssen Beamte außerdem ihr Einverständnis zum Datenaustausch erklären.
  • Die Riester-Beiträge lassen sich leicht ausrechnen. Ein Riester-Renten-Rechner ist dazu nicht notwendig.

Wann sich die Riester-Rente für Beamte lohnt

Wer sehr gut verdient und früh verbeamtet wird, dürfte sich eher für die steuerlichen Aspekte des Riester-Modells interessieren. Der Sonderausgabenabzug ermöglicht es, im Arbeitsleben Steuern zu sparen. Auch hierbei gilt jedoch der steuerlich absetzbare Höchstbetrag von 2.100 Euro im Jahr.

Für andere Besoldungsempfänger können sich aber auch die Zulagen lohnen. Besonders bezahlt macht es sich dann, wenn du Kinder hast. Mit den Kinderzulagen sammelt sich in deinem Vertrag schnell Kapital an.

Wie die zusätzliche Rente ausgezahlt wird

Die Auszahlung der Riester-Rente beginnt für Beamte mit dem Pensionseintritt, frühestens aber mit 62 Jahren. Ausbezahlt wird das angesparte Guthaben in der Regel als lebenslange monatliche Rente. Alternativ kannst du dich für eine Kombination aus Einmalzahlung und Monatsrente entscheiden.

In jedem Fall musst du das Kapital, das du mit Steuervorteilen angespart hast, nun versteuern. Durch eine nachgelagerte Besteuerung holt sich der Fiskus also einen Teil der entgangenen Einnahmen zurück. Das ist unterm Strich trotzdem lohnend für dich, denn deine Bezüge liegen im Ruhestand niedriger als im Erwerbsleben. Entsprechend niedriger fällt die Steuerschuld aus.

Weitere Riester-Produkte erwägen

Alternativ zur klassischen Riester-Rentenversicherung bieten Versicherungen und Banken Optionen an, die nach der Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 hinzugekommen sind. Besonders hervorzuheben sind Wohn-Riester-Verträge, die dem Bausparen dienen, sowie Riester-Fondssparpläne, die mehr Renditechancen bieten, aber auch mit höheren Risiken einhergehen. Riester-Varianten wie der Wohn-Riester sind ebenfalls förderfähig.

Falls du unsicher bist, ob Riester für dich sinnvoll ist, und falls du besprechen möchtest, welche staatlich geförderte Altersvorsorge zu dir passt, ruf unsere CLARK-Experten an. Sie beraten dich gern.

Zusammenfassung

  • Riester kann sich unter anderem für Beamte lohnen, die spät verbeamtet worden sind.
  • Die Rente wird frühestens ab 62 Jahren ausgezahlt und muss versteuert werden.
  • Zusätzlich zur klassischen Riester-Rente können Beamte weitere Varianten der privaten Vorsorge wählen.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Altersvorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld. Eine Riester-Rente erhältst du schon ab 5 Euro im Monat.

Ob die Riester-Rente für dich jedoch das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Experten helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Angebot, das am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt.

Nächste Schritte

01

Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

02

Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

03

Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

Wir beraten dich gerne und vollkommen unverbindlich!
Bild von Alexander, Versicherungsexperte
Alexander
Versicherungsexperte

Beratung anfordern

CLARK Nutzer berichten

Bereits über 300.000 zufriedene Kunden managen ihre Versicherungen mit CLARK. Erfahre, was die Community über CLARK denkt.