Alter Person und Kind mit einer Pflanze

Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)

Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ist eine Kombi-Versicherung, die die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Altersvorsorge kombiniert.

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Das Wichtigste in Kürze

Mit einer privaten Altersvorsorge für den eigenen Ruhestand vorzusorgen, ist genauso wichtig, wie sich gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft abzusichern. Denn in beiden Fällen gilt: Mit staatlichen Leistungen allein wirst du deinen Lebensstandard nicht halten können. Umso einleuchtender scheint der Gedanke, beides zu kombinieren, um bis zum Lebensende abgesichert zu sein. Das verspricht zwei perfekt aufeinander abgestimmte Leistungen – und in der richtigen Kombination ergeben sich darüber hinaus sogar Steuervorteile. Doch was verlockend klingt, ist längst nicht für jeden die beste Lösung.

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich als Add-on zu jeder Form der Altersvorsorge hinzubuchen.

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Die Kombination aus beidem kann Vorteile bieten, etwa bei der Steuer, aber es macht die Vorsorge auch unflexibler.

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Wer in Zukunft mit schwankendem Einkommen rechnet, setzt lieber auf getrennte Verträge.

 

Risikoabsicherung aus einer Hand: Die Kombination aus Altersvorsorge und BU

Der Gedanke, die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Altersvorsorge zu koppeln, liegt nahe:

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert deinen Lebensstandard bis zum Eintritt in den Ruhestand ab.

  • Ab dann hilft dir eine private Altersvorsorge, deinen Lebensstandard auch über den Renteneintritt hinaus zu sichern.

  • Wer beides miteinander kombiniert, muss sich nur einmal um alles kümmern und hat einen Vertrag fürs Leben.

Das haben sich die Versicherungsunternehmen auch gedacht und die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung entwickelt, in Kurzform BUZ genannt. Die BUZ ist, wie der Name schon sagt, keine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern eine Art Add-on zu einer privaten Altersvorsorge. Das heißt, Basis der Versicherung ist eine private Altersvorsorge, auf die dann eine Berufsunfähigkeitsversicherung draufgesetzt wird. Das erscheint sinnvoll, denn beides sind Absicherungen, die für dich im Grunde ein Must-Have sind.

Warum an einer Berufsunfähigkeitsversicherung kein Weg vorbei führt

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung

  • ist lebenswichtig, weil statistisch jeder Vierte einmal in seinem Leben berufsunfähig wird.

  • greift, sobald du deinem derzeit ausgeübten Beruf zu mehr als 50 Prozent nicht mehr nachgehen kannst.

  • sichert deinen Lebensstandard, indem sie dir 70 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens auszahlt.

  • wird durch staatliche Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente nicht adäquat ersetzt.

Ein Bourn-out, der uns zu einer längeren Auszeit zwingt, oder ein schwerer Unfall mit langwierigem Heilungsprozess: Wer zumindest vorübergehend nicht mehr in der Lage ist, seinem bisher ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nachzugehen, der ist berufsunfähig. Und das trifft mehr als man denkt: Statistisch gesehen wird jeder Vierte im Laufe seines Lebens mindestens einmal berufsunfähig.

Jeder Vierte wird in seinem Leben mindestens einmal berufsunfähig. Zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit gehören Psychische Erkrankungen (33%), Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats (20%) und Krebs (16%). Unfälle machen nur etwa jeden 10. Fall aus (9%).

Die staatliche Hilfe reicht nicht aus

Auf staatliche Absicherung ist bei Berufsunfähigkeit kein Verlass. Denn der Staat zahlt nur eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Diese reicht mit durchschnittlich 800 Euro kaum aus, um deine Lebenshaltungskosten zu decken, und die Hürden, eine solche Erwerbsminderungsrente zugesprochen zu bekommen, sind deutlich höher als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

2018 gab ein Haushalt in Deutschland durchschnittlich 2.704 Euro pro Monat aus. Davon entfielen 908 Euro auf Wohnen, Energie und Instandhaltung, 379 Euro auf Verkehrsausgaben, 360 Euro auf Nahrungsmittel und 304 Euro auf Freizeit und Kultur.

Hohe Hürden für Erwerbsminderungsrente

Während du eine BU schon dann bekommst, wenn du deinem zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr nachgehen kannst, erhältst du eine Erwerbsminderungsrente erst dann, wenn du nicht einmal mehr 3 Stunden am Tag irgendeinem Beruf nachgehen kannst. Das bedeutet: Kannst du deinen derzeitigen Job als Teamleiter nicht mehr ausüben, dafür aber woanders noch als Pförtner arbeiten, erhältst du trotz erheblichen Einkommensverlusts keine finanzielle Unterstützung.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung deckt dagegen 70 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens ab und garantiert dir, dass du deinen gewohnten Lebensstandard auch in schweren Zeiten behalten kannst.

Warum an einer privaten Altersvorsorge kein Weg vorbei führt

Du solltest früh anfangen, fürs Alter vorzusorgen, denn

  • die gesetzliche Rente reicht schon heute nicht mehr für ein finanziell sorgenfreies Leben.

  • das Rentenniveau sinkt. 2050 wird es nur noch 43 Prozent des Durchschnittsverdienstes betragen.

  • wer gutverdient, ist nicht vollständig abgesichert. Denn Beiträge zur Rentenversicherung werden nur bis zu einer bestimmten Höhe erhoben. Der Rest ist nicht abgesichert.

  • je früher du anfängst, desto mehr wirkt sich der Zinseszinseffekt auf dein Vorsorgevermögen aus.

Im Alter noch einmal die Welt bereisen oder sich endlich ausgiebig dem vielgeliebten Hobby widmen: Wer im Ruhestand keine finanziellen Abstriche machen möchte, der muss rechtzeitig fürs Alter vorsorgen. Denn die gesetzliche Rente allein reicht dazu schon lange nicht mehr aus.

 

Wir werden immer älter

Das liegt an der Umlagefinanzierung der gesetzlichen Rente, bei der die heute Erwerbstätigen die Renten der heutigen Rentner bezahlen. Treten die Erwerbstätigen selbst in den Ruhestand ein, bezahlen die jüngeren Generationen deren Rente. Diese Rechnung geht nur leider schon seit Jahrzehnten nicht mehr auf, denn die Zahl der Rentner wächst viel schneller als die der Erwerbstätigen – und älter werden wir auch. Bis 2050 wird sich die Anzahl der Rentner pro Erwerbstätigem verdoppelt haben.

Wir werden immer älter. 2020 zahlen noch etwa 3 Erwerbstätige für einen Rentner. Bis 2050 wird sich durch den demographischen Wandel jedoch die Zahl der Rentner pro Erwerbstätigem verdoppeln. Die Folge: Die gesetzliche Rente allein reicht nicht mehr aus.

Das Rentenniveau sinkt

Die Folge: Um die Renten noch finanzieren zu können, sinkt unter anderem das Rentenniveau. Das beschreibt das Verhältnis einer durchschnittlichen Netto-Rente (nach Sozialabgaben, vor Steuern) zu einem durchschnittlichen Netto-Gehalt. 2016 betrug das Rentenniveau 48,1 Prozent. Wer netto 45 Jahre lang 29.880 Euro verdient hatte, der bekam 14.367 Euro Rente. Das entspricht gerade einmal 1.197,25 Euro Rente im Monat. Das Rentenniveau wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter sinken. 2050 soll es nur noch 43 Prozent betragen.

 

Gutverdiener haben eine riesige Versorgungslücke

Wenn du über der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung verdienst, hast du automatisch eine Versorgungslücke. Denn Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung fallen nur bis zu dieser Grenze an. Alles, was du darüber hinaus verdienst, findet keine Entsprechung bei deiner späteren Rentenauszahlung.

Infografik, die die Rentenlücke eines Normal- und eines Gutverdieners visualisiert. Weil Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG) gezahlt werden, erwerben Gutverdiener, die über der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung verdienen, für den Teil ihres Gehalts, der über dieser Grenze liegt, keinen Rentenanspruch. Ihre Rentenlücke ist also noch größer als die eines Normalverdieners. Eine zusätzliche Absicherung ist unerlässlich.

Die Beitragsbemessungsgrenze wird jedes Jahr angehoben. 2021 liegt sie in Westdeutschland bei 85.200 Euro Bruttojahreseinkommen (7.100 Euro pro Monat) beziehungsweise 80.400 Euro Bruttojahreseinkommen (6.700 Euro pro Monat) in Ostdeutschland. Das bedeutet: Wenn du in Leipzig arbeitest und in deinem Job 100.000 Euro im Jahr verdienst, dann zahlst du nur auf 80 Prozent deines Einkommens Beiträge zur Rentenversicherung und erwirbst auch nur auf diesen Teil einen Rentenanspruch.

 

Früh anfangen, privat vorzusorgen

Wer also im Alter nicht jeden Euro zweimal umdrehen oder gar in Altersarmut fallen möchte, der sollte früh anfangen, vorzusorgen. Je früher, desto besser. Denn durch den Zinseszinseffekt, den selbst kleine Beiträge über 30 oder 40 Jahre erfahren, kann ganz schön was zusammenkommen. Mindestens 10 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens, besser 15 Prozent oder mehr, solltest du fürs Alter zurücklegen.

Warum nicht beides kombinieren?

Wenn also beide Absicherungen absolut notwendig sind, um dich gegen zwei der größten Risiken abzusichern, erscheint es total sinnvoll, beides miteinander zu kombinieren. Das spart Abschlusskosten und je nachdem, für welche Form der Altersvorsorge du dich entscheidest, kannst du beim Einzahlen auch noch richtig Steuern sparen.

Zusammenfassung

  • Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ist ein Add-on zu einer Vorsorgeversicherung wie einer privaten Altersvorsorge.
  • Eine BU ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, denn sie sichert dein Einkommen ab, wenn du zeitweilig oder dauerhaft berufsunfähig werden solltest.
  • Private Altersvorsorge ist notwendig, weil die gesetzliche Rente allein in der Regel nicht ausreicht, den eigenen Lebensstandard zu sichern.

Wann die Kombi Sinn macht – und wann nicht

Eine Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kann sinnvoll sein, wenn

  • du dauerhaft über ein höheres Einkommen verfügst, denn in der richtigen Kombination ergeben sich attraktive Steuervorteile.

  • deine Lebens- und Einkommenssituation auf absehbare Zeit stabil bleiben.

 

Eine Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung macht hingegen weniger Sinn, wenn

  • es dir schwerfällt, monatlich einen höheren Geldbetrag in eine Versicherung einzuzahlen.

  • dein Einkommen aufgrund sich verändernder Lebensphasen (Studium, Elternzeit, Sabbatical) Schwankungen unterworfen sein kann.

  • dir eine hohe Flexibilität beispielsweise aufgrund von Selbstständigkeit wichtig ist.

 

Bei hohem Einkommen: ein Steuersparmodell

Stehst du bereits mit beiden Beinen im Beruf und verfügst du weder über eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch über eine Altersvorsorge, kann es attraktiv sein, mit einem Schlag beide Versicherungen abzuschließen:

  • Du bekommst einen Vertrag aus einer Hand.

  • In Kombination mit einer geförderten Altersvorsorge wie der Rürup-Rente sparst du bei der Einzahlung Steuern.

  • Wirst du berufsunfähig, stellt der Versicherer in vielen Verträgen die Altersvorsorge beitragsfrei. Das bedeutet, dass du keine Beiträge zur Altersvorsorge leisten musst, bei Eintritt in den Ruhestand aber dieselbe Leistung erhältst, als wärst du nie berufsunfähig geworden.

  • Du kannst bei Abschluss eine Renten-Dynamik vereinbaren. Wirst du wirklich berufsunfähig, erhöht sich deine spätere Rente automatisch jährlich um den in der Dynamisierung vereinbarten Prozentsatz.

Damit die Kombination aber auch Sinn macht, solltest du nach Möglichkeit über ein gewisses Einkommen verfügen.

 

Eine Altersvorsorge mit BUZ ist nicht günstig …

Ein Angestellter mit mittlerem Einkommen und ohne Führungsverantwortung zahlt für eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung bei guter Gesundheit etwa 75 Euro im Monat. Hinzu kommt, dass er für die Altersvorsorge etwa 15 Prozent seines monatlichen Nettoeinkommens zur Seite legen sollte. Bei einem monatlichen Nettoverdienst von 2.500 Euro ergibt das einen monatlichen Beitrag von 450 Euro (375 Euro Rente plus 75 Euro BUZ). Das sind 18 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens. Das ist nicht wenig und kann bei steigenden Lebenshaltungskosten zum Problem werden. Während man in getrennten Verträgen den Beitrag zur Altersvorsorge herabsetzen und die BU beibehalten könnte, erlaubt die Kombi-Versicherung nur ein gemeinsames Absenken der Leistung.

 

… kann sich aber lohnen

Die Attraktivität einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung entsteht nun aus der enormen steuerlichen Absetzbarkeit, die sich zumindest in Kombination mit der Rürup-Rente ergibt. Denn in der Kombi mit der auch als Basisrente bekannten Altersvorsorge können jährlich bis zu 25.787 Euro (Stand: 2021) steuerfrei eingebracht werden. So lässt sich gerade mit hohem Einkommen attraktiv vorsorgen, denn je nach deinem individuellen Steuersatz kannst du ca. 40 Prozent deiner Beiträge über die Steuererklärung zurückerhalten.

 

Obacht bei der Auszahlung

Was sich bei der Einzahlung als Vorteil erweist, kann bei der Auszahlung allerdings nachteilig sein. Denn hier verlierst du den Steuervorteil, der normalerweise mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung einhergeht. Eine BU-Rente wird normalerweise nämlich nur mit dem Ertragsanteil besteuert. In Kombination mit der Basisrente fällt bei Auszahlung hingegen der volle Steuersatz an – schließlich wurden die Steuern schon bei der Einzahlung gespart. Zwar ist dein Steuersatz in der Berufsunfähigkeit deutlich niedriger als im Erwerbsleben, dennoch solltest du die höhere Steuerlast gleich bei Festlegung des Tarifs mitbedenken.

Anders sieht es hingegen in der Kombination mit einer Privaten Rentenversicherung aus: Da diese genauso wie die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Einzahlung nicht steuerbegünstigt ist, wird sie bei Auszahlung wie die BU nur mit dem Ertragsanteil besteuert.

Die richtige Kombination ist eine Abwägung von Wahrscheinlichkeiten

Bei der Basisrente überwiegt die Steuerersparnis aus meiner Sicht das Risiko einer höheren Besteuerung im BU-Fall. Wer aber auf Nummer Sicher gehen will, kombiniert lieber mit der Privaten Rentenversicherung.

CLARK-Experte Nicolai

Nicolai

Versicherungsexperte bei CLARK

Bei wechselndem oder niedrigem Einkommen: wenig Flexibilität

Hast du (noch) kein hohes Einkommen oder erwartest du in absehbarer Zeit größere Einkommensveränderungen, beispielsweise weil du Elternzeit planst oder weil du als Selbstständiger ohnehin ein wechselndes Einkommen hast, dann kann sich die Kombination aus Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung schnell als Last erweisen, denn flexibel ist sie nicht.

  • Eine Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung mit Altersvorsorge erfordert hohe Beiträge.

  • Senkst du die Beiträge, sinkt auch dein BU-Schutz.

  • Getrennte Verträge erlauben ein Absenken der Altersvorsorge bei Beibehaltung des BU-Schutzes.

Berufsunfähigkeitsversicherung und private Altersvorsorge: Beide Versicherungen sind für die Absicherung deines persönlichen Lebensstandards nahezu unerlässlich. Doch so notwendig beide Versicherungen im Lauf des Lebens auch sind, sie sind nicht in jeder Lebenssituation gleich wichtig.

Erst an die BU, dann ans Alter denken

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem zu Beginn deines Arbeitslebens wichtig. Sie in jungen Jahren abzuschließen, macht gleich aus mehreren Gründen Sinn: Zum einen sind die Beiträge niedrig, da die Rente in weiter Ferne liegt und die Vertragslaufzeit lang ist. Zum anderen sind junge Menschen in der Regel gesünder und haben keine Krankheitshistorie. Das ist gut für die Gesundheitsprüfung. Auch die kann sich nämlich auf die Kosten deines Tarifs auswirken. Wer Vorerkrankungen hat, muss hingegen mit Ausschlüssen oder Risikoaufschlägen rechnen. Daher lohnt es sich, sich früh einen günstigen Tarif zu sichern.

Anders als die BU fällt bei der Altersvorsorge keine Gesundheitsprüfung an. Natürlich ist es auch hier wichtig, rechtzeitig mit dem Vermögensaufbau fürs Alter zu beginnen, und bereits ein kleiner Beitrag kann wegen des Zinseszinseffekts über 30 oder 40 Jahre eine enorme Wirkung entfalten. Dennoch solltest du, wenn du dich entscheiden musst, zunächst an die BU denken und dann an deine Altersabsicherung. Für beide solltest du außerdem getrennte Verträge abschließen, das gibt dir mehr Flexibilität. Eine Riester-Rente samt jährlicher Förderung von mindestens 175 Euro gibt es schon ab 5 Euro im Monat.

Getrennte Verträge für größtmögliche Flexibilität

Wenn du wenig Einkommen besitzt oder perspektivisch schwankende Einnahmen erwartest, empfiehlt es sich, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung getrennt abzuschließen. Hier kannst du die Beiträge zur Altersvorsorge je nach Bedarf rauf oder runter setzen. In der Kombi-Variante sinkt mit dem Beitrag hingegen auch jedes Mal deine Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Ein Beispiel:

Angenommen, du verdienst 2.500 Euro netto: Davon zahlst du 75 Euro in deine BU-Absicherung und 375 Euro zur Altersvorsorge, zusammengenommen also 450 Euro. Wenn du nun Familie gründest, wird sich dein Einkommen während der Elternzeit verringern – und auch danach entstehen plötzlich Ausgaben fürs Kind, die vorher nicht da waren. Hast du BU und Altersvorsorge voneinander getrennt, kannst du deine Berufsunfähigkeitsversicherung für 75 Euro monatlich einfach weiterlaufen lassen und die Beiträge für deine Altersvorsorge so weit nach unten anpassen, dass du sie dir noch leisten kannst. Wenn es sein muss, kannst du sie auch komplett beitragsfrei stellen. Dadurch sinkt deine Rentenleistung etwas. Aber das kannst du später wieder ausgleichen, wenn du zurück im Beruf bist und vielleicht auch etwas mehr verdienst. Solltest du berufsunfähig werden, bist du genauso abgesichert, wie bei Vertragsabschluss.

Hast du hingegen einen Kombi-Vertrag, kannst du den Beitrag nur insgesamt absenken. Das heißt, mit der Beitragssenkung sinkt auch deine Leistung aus der BU-Rente. Wirst du während der Zeit des gesenkten Beitrags berufsunfähig, erhältst du möglicherweise weniger Leistungen als ursprünglich bei Vertragsabschluss vereinbart. Musst du die Beitragszahlung vorübergehend sogar ganz aussetzen, verlierst du für diese Zeit auch deinen BU-Schutz.

Ein weiteres Argument für getrennte Verträge ist die Wahl des Anbieters. Willst du Altersvorsorge und BU-Versicherung kombinieren, musst du einen Altersvorsorgeanbieter wählen, der eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung anbietet. Der beste Altersvorsorgeanbieter muss aber nicht auch der beste BU-Versicherer sein.

Hinzu kommt eine geringere Flexibilität bei der Kapitalanlage: Der Versicherer muss dir im Falle der Berufsunfähigkeit die vereinbarte Summe garantieren. Das schränkt ihn bei der Anlage deiner Beiträge ein. Außerdem wird er gerade in den ersten Jahren die Beiträge dazu nutzen, Kapital für den Fall der Berufsunfähigkeit aufzubauen, was zu Lasten deiner Altersabsicherung gehen kann. Viele Versicherte sind enttäuscht, wenn sie trotz hoher monatlicher Beiträge ihre jährliche Mitteilung über ihr Altersvorsorgevermögen erhalten.

Vorteile ‒ Was spricht für eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung:

  • Kombi-Versicherungen sind im Vergleich zu zwei getrennten Policen häufig günstiger, da nur einmal Abschlusskosten anfallen.
  • Du verknüpfst zwei wichtige Vorsorgeversicherungen miteinander.
  • Wirst du berufsunfähig, stellt der Versicherer die BU in der Regel beitragsfrei. Bei Eintritt in den Ruhestand erhältst du trotzdem eine Rentenleistung, als wärst du nie berufsunfähig geworden.
  • In Kombination mit einer Rürup-Rente kannst du deine Beiträge vollständig von der Steuer absetzen.

Altersarmut betrifft uns alle, Berufsunfähigkeit nicht.

Mit der BUZ freue ich mich über die Steuerersparnis und fühle mich für den Fall einer Berufsunfähigkeit trotzdem gut abgesichert.

CLARK-Experte Nicolai

Nicolai

Versicherungsexperte bei CLARK

Nachteile ‒ Was spricht gegen eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung:

  • Beitragsveränderungen wirken sich immer auf Altersvorsorge und BU aus. Senkst du den Beitrag, sinkt auch dein BU-Schutz. Die Versicherung passt sich nicht deiner Lebenssituation an.
  • Steuervorteile bei der Einzahlung werden bei der Auszahlung zu einem Nachteil. Deine Berufsunfähigkeitsrente muss voll versteuert werden.
  • Du bist bei der Auswahl der Anbieter beschränkt. Der beste Altersvorsorge-Versicherer muss nicht auch das beste BU-Angebot haben.
  • Ein Kombi-Produkt kann zwei getrennte Verträge in der Regel nicht ersetzen. Häufig müssen bei mindestens einer von beiden Policen Abstriche gemacht werden.

Vorsorge und Risikoabsicherung besser immer voneinander trennen

Das Leben hält gerne mal die eine oder andere Überraschung bereit. Da finde ich es wichtig, flexibel zu bleiben. Ich würde Altersvorsorge und BU daher immer voneinander trennen.

CLARK-Experte

Alex

Versicherungsexperte bei CLARK

Kündigung

Folgendes musst du über die Kündigung einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wissen:

  • Mit Kündigung der BU verlierst du auch deinen Schutz. Eingezahlte Beiträge gehen verloren. Bei einem Neuabschluss ist eine erneute Gesundheitsprüfung nötig.

  • Die BU bildet den Zusatzvertrag zu einer Hauptversicherung. Die BUZ lässt sich kündigen, ohne den Hauptvertrag zu berühren. Die Kündigung des Hauptvertrags führt jedoch auch zur Kündigung der BU-Zusatzversicherung.

Grundsätzlich ist eine BU-Versicherung, unabhängig davon, ob du sie einzeln oder als BUZ abschließt, eine Versicherung fürs Leben, die man nach Möglichkeit nicht mehr kündigen sollte. Denn mit einer Kündigung verlierst du nicht nur deinen BU-Schutz: Alle Beiträge, die du bis dahin in deine BU gezahlt hast, gehen dann „verloren“. Du bekommst kein Geld zurück. Willst du dich später noch einmal gegen Berufsunfähigkeit absichern, musst du wieder eine Gesundheitsprüfung ablegen und zahlst gegebenenfalls einen anderen Beitrag, weil du beim Abschluss älter bist und sich dein Gesundheitszustand möglicherweise verschlechtert hat. Eine Kündigung sollte immer der letzte Schritt sein.

Unabhängig davon lässt sich eine BU und auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung natürlich jederzeit kündigen, ohne dass das Auswirkungen auf deine private Altersvorsorge hat.

Der Hauptvertrag muss bestehen bleiben

Es ist allerdings nicht möglich, die Altersvorsorge zu kündigen und die BU-Versicherung aus den zuvor genannten Gründen zu behalten. Du erinnerst dich: Die BUZ ist das Add-on zum Hauptvertrag. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Hauptvertrag nicht gekündigt werden kann, während der Zusatzvertrag beibehalten wird. Du kannst nur beides oder die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung allein kündigen.

Die Grafik zeigt die Abhängigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) vom Hauptvertrag im Modell der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ). Die BUZ ist nur das Addon zum Hauptvertrag. Das bedeutet, man kann zwar die BUZ kündigen und die Altersvorsorge behalten, umgekehrt lässt sich aber nicht die Altersvorsorge kündigen und die BUZ behalten. Denn: Der Hauptvertrag muss bestehen bleiben. Das macht die BUZ unflexibel. Passt die Altersvorsorge irgendwann nicht mehr und will man wechseln, kommt man nicht aus dem Vertrag raus, ohne seine Berufsunfähigkeitsversicherung zu verlieren.

Das solltest du bedenken, denn es nimmt dir Flexibilität: Stellst du beispielsweise irgendwann fest, dass eine andere Form der Altersvorsorge besser zu deiner derzeitigen Lebenssituation passt, kannst du nur wechseln, wenn du auch einen neuen BU-Vertrag abschließt. Die alte BU-Versicherung ist verloren und für die neue musst du noch einmal eine Gesundheitsprüfung ablegen. 

Entscheidend ist, dass du zufrieden bist!

Nur wer mit seiner Wahl zufrieden ist, bleibt auch lange dabei. Bist du mit deiner Versicherung nicht zufrieden, sprich mit uns. Wir helfen dir gerne, die beste Lösung zu finden.

CLARK-Experte Nicolai

Nicolai

Versicherungsexperte bei CLARK

 

Alternativen zur Kündigung

Anstatt die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung direkt zu kündigen, gibt es drei Alternativen, die du zuvor bedenken solltest:

  • Beitrag senken: Gerätst du in einen finanziellen Engpass, kann eine Kombiversicherung aus Altersvorsorge und BU schnell sehr erdrückend werden. In einem solchen Fall lohnt es sich, darüber nachzudenken, den Beitrag vorübergehend zu senken. Damit sinkt zwar automatisch auch dein BU-Schutz, denn im Kombi-Vertrag lassen sich die Beiträge zu Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung nicht getrennt voneinander senken, du bleibst aber dennoch geschützt. Und wenn sich deine finanzielle Situation wieder bessert, kannst du den Beitrag wieder raufsetzen.

  • Stundung: Anstatt den Beitrag zu senken, kannst du mit deinem Versicherer auch über eine Stundung verhandeln. Bei einer Stundung wird dein Beitrag ebenfalls für eine gewisse Zeit ausgesetzt, du versprichst aber, die Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt nachzuzahlen. Dadurch verlierst du deinen Versicherungsschutz nicht.

  • Beitragsfreistellung: Wenn die gewählte Versicherung wirklich nicht mehr das Wahre ist, kannst du die Versicherung auch beitragsfrei stellen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du durch eine Kündigung staatliche Förderungen zurückzahlen müsstest, wie beispielsweise im Fall einer Riester-Rente. Auf die BUZ hat die Freistellung jedoch dieselbe Wirkung wie eine Kündigung: Du verlierst für die Dauer der Freistellung deinen BU-Schutz.

Zusammenfassung

  • Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung lässt sich jederzeit kündigen, ohne dass der Basisvertrag davon berührt wird.
  • Der Basisvertrag lässt sich allerdings nicht kündigen, ohne dass auch die BUZ gekündigt wird.
  • Durch eine Kündigung verlierst du deinen BU-Schutz.
  • Eine Kündigung sollte also immer das letzte Mittel sein. Beitragssenkung, Beitragsstundung oder Beitragsfreistellung sind als Alternativen vorzuziehen.

Mit welcher Versicherung macht die Kombi Sinn?

Du kannst eine BUZ mit folgenden Vorsorgeversicherungen verknüpfen:

  • Rürup-Rente

  • Private Rentenversicherung

  • Riester-Rente

  • Risikolebensversicherung

  • Betriebliche Altersvorsorge

Allerdings ist nicht jede Kombination aus Vorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung gleich sinnvoll. Das hat manchmal etwas mit der maximalen Beitragshöhe zu tun, manchmal auch mit der Besteuerung während der Einzahlungs- oder der Auszahlungsphase. Ganz generell solltest du im Auge behalten, dass der Versicherer einen Teil deiner Beiträge in die Berufsunfähigkeitsabsicherung investieren muss. Diese werden nicht in deine Altersvorsorge investiert, sodass im Vergleich zu einer separaten Altersvorsorge trotz viel Beitrags wenig Altersrente übrigbleiben kann.

 

Steuerliche Absetzbarkeit macht BUZ attraktiv

Gerade der Aspekt der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge bildet häufig die Motivation, über den Abschluss einer BUZ nachzudenken. Denn durch die Form der Zusatzversorgung zählt die BU-Versicherung steuerlich zur Altersvorsorge und nicht mehr zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Da zu diesen auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zählen, ist der Freibetrag von 1.900 Euro für Angestellte beziehungsweise 2.800 Euro für Selbstständige normalerweise schon ausgereizt. Altersvorsorgeaufwendungen können hingegen, abhängig von der Schicht, in der sie angesiedelt sind, steuerlich geltend gemacht werden.

Altersvorsorge Pyramide, zeigt die 3 Stufen / Säulen der Altersvorsorge

 

Vorsicht vor der nachgelagerten Besteuerung

Wenn Steuereinsparungen auch für dich ein Argument sind, um über eine Kombi-Versicherung nachzudenken, bedenke, dass Steuererleichterungen in der Einzahlungsphase automatisch eine höhere Besteuerung in der Leistungsphase nach sich ziehen. Wer eine separate BU besitzt, muss in der Berufsunfähigkeit seine BU-Rente nur mit dem Ertragsanteil besteuern. Versicherte, die hingegen bei der Einzahlung Steuern gespart haben, zahlen auf ihre Berufsunfähigkeitsrente voll Steuern. Das solltest du bei Abschluss des Vertrages bedenken und deine Berufsunfähigkeitsrente entsprechend höher ansetzen.

Rürup-Rente mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Aufgrund des enormen Steuersparpotenzials bei der Einzahlung ist die Kombination von Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, und Berufsunfähigkeitsversicherung eine der beliebtesten Varianten. Denn in eine Rürup-Rente kannst du jährlich bis zu 25.787 Euro steuerfrei einzahlen (Stand: 2021). Ehepaare können sogar das Doppelte, also 51.574 Euro steuerlich absetzen.

Das ist natürlich besonders attraktiv für Versicherte mit sehr hohem Einkommen, die über die Altersvorsorge so ihre Steuerlast senken können, aber auch und gerade für Selbstständige, die nicht gesetzlich versichert sind und deshalb deutlich mehr für ihre Altersvorsorge zur Seite legen müssen. Die einzige Voraussetzung, um beides zu kombinieren, ist, dass die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung nicht mehr als 49 Prozent des Beitrags ausmachen darf.

Die Rürup-Versicherung muss dafür allerdings bei der Auszahlung versteuert werden. Aktuell werden 92 Prozent versteuert. Dieser Anteil steigt bis 2025 auf 100 Prozent an. Für Gutverdiener ist das dennoch ein Vorteil, denn der Steuersatz ist im Ruhestand aufgrund des geringeren Einkommens deutlich niedriger als während des Erwerbslebens, sodass in Summe in der Regel deutlich mehr gespart als später versteuert wird. Diese Besteuerung trifft auch die BU-Rente. Daher empfiehlt es sich, eine höhere BU-Leistung zu vereinbaren, sodass auch nach Abzug der Steuern genug von deiner Berufsunfähigkeitsrente übrigbleibt.

Private Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Im Gegensatz zur Rürup-Rente bietet die Private Rentenversicherungen keine Steuervorteile in der Einzahlungsphase, dafür aber bei der Auszahlung. Ebenso wie die BU-Versicherung wird sie dann nur mit dem Ertragsanteil besteuert, der umso niedriger ist, je später man die Leistung abruft.

Der Vorteil der Privaten Rentenversicherung ist ihre Flexibilität, denn sie lässt sich jederzeit kündigen und die Beiträge werden wieder ausgezahlt. Das unterscheidet sie von der Basisrente, in der die Beiträge bis zum 62. Lebensjahr nicht mehr ausgezahlt werden können. In Kombination mit der BUZ liegt darin aber auch ein Nachteil, denn eine BU-Versicherung sollte ja am besten gar nicht mehr gekündigt werden.

Unabhängig davon, ob du deine Private Rentenversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombinierst oder lieber auf getrennte Verträge setzt, kannst du einen Tarif wählen, bei dem deine Private Rentenversicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit beitragsfrei gestellt wird. Du zahlst dann zwar keine weiteren Beiträge mehr in deine Rentenversicherung, bei der Auszahlung wird die Versicherung aber so behandelt als hättest du nie aufgehört, dort einzubezahlen.

  

Riester-Rente mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Theoretisch lässt sich auch eine Riester-Rente mit einer BUZ kombinieren. Das lohnt sich jedoch bei näherer Betrachtung so gut wie nie.

Eine Riester-Rente gewinnt ihre Attraktivität durch die staatlichen Zulagen und Förderungen. Als Versicherter erhältst du jährlich mindestens 175 Euro Zulage. Wenn du Kinder hast, die nach 2008 geboren wurden, erhältst du je Kind noch einmal 300 Euro. Für vor 2008 geborene Kinder gibt es je 185 Euro Zulage. Bist du bei Vertragsabschluss noch unter 25, erhältst du einmalig noch einmal 200 Euro. Die Voraussetzung für den Erhalt dieser Förderung ist, dass du jährlich mindestens 4 Prozent deines Jahresbruttogehalts in die Riester-Rente einbezahlst. Das ist besonders für Personen mit geringem Einkommen attraktiv, weil schon 5 Euro monatlicher Beitrag ausreichen können, um sich für die vollen Zulagen zu qualifizieren. Bei drei nach 2008 geborenen Kindern bedeutet das 1.075 Euro Zulage pro Jahr.

Der Nachteil ist jedoch, dass die Förderung der Riester-Rente bei 2.100 Euro gedeckelt ist. Für Personen mit einem Einkommen über 52.500 Euro brutto im Jahr (4 % entsprechen 2.100 Euro) beginnt sich diese Form der Altersvorsorge damit schon nicht mehr zu lohnen ‒ zumindest wird die Riester-Rente allein dann schon nicht mehr zur Absicherung des Lebensstandards reichen. Normalerweise könnte man die Riester-Rente dann beitragsfrei stellen und eine andere Altersvorsorge besparen. Hast du die Riester-Rente aber mit einer BUZ gekoppelt, würdest du dann auch deinen BU-Schutz verlieren.

Hinzu kommt, dass maximal 15 Prozent deines Beitrags in die BUZ fließen dürfen. Das hat zur Folge, dass deine Berufsunfähigkeitsrente im Falle einer Berufsunfähigkeit sehr gering ausfällt. Mehr noch: Auch deine zu erwartende Altersrente verringert sich durch Zeiten der Berufsunfähigkeit. Denn während du berufsunfähig bist, zahlst du keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rentenversicherung, wodurch du auch den Anspruch auf Riester-Förderung verlierst. Schließlich sind Auszahlungen aus deinem Riester-Vertrag voll steuerpflichtig. Das betrifft auch deine BU-Rente, die aufgrund des niedrigen Beitragsanteils von 15 Prozent ohnehin schon gering ausfällt.

Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Eine Risikolebensversicherung sichert deine Hinterbliebenen ab, falls du während der Laufzeit der Versicherung versterben solltest. In Kombination mit einer BUZ leistet sie auch, falls du während der Laufzeit berufsunfähig wirst. Der Vorteil der Kombination ist, dass du nur einmal eine Gesundheitsprüfung für beide Policen ablegen musst. Jedoch ist die Berufsunfähigkeitsrente aus einer Risikolebensversicherung mit BUZ in den meisten Fällen geringer als die BU-Rente aus einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Zudem verlierst du, ähnlich wie bei der Privaten Rentenversicherung, die Flexibilität. Viele Versicherte kündigen ihre Risikolebensversicherung, wenn das Haus abbezahlt oder die Kinder aus dem Haus sind. Hast du deine Versicherung aber mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert, kannst du die Risikolebensversicherung nicht kündigen, ohne auch deinen BU-Schutz zu verlieren.

 

Betriebliche Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Was ist eine betriebliche Altersvorsorge

Unter einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) versteht man zwei Arten der betrieblichen Vorsorgemöglichkeit: Im ursprünglichen Sinn ist darunter eine reine Arbeitgeberleistung zu verstehen, bei der dein Arbeitgeber für dich Beiträge in eine Altersvorsorge einzahlt. Diese Leistung ist freiwillig und gehört zu dem Nebenleistungspaket, das dir bei Unterzeichnung deines Arbeitsvertrags zugesagt wird.

In der anderen Variante leistest du selbst Beiträge zur Altersvorsorge aus deinem Bruttoentgelt. Diese Beiträge sind in einem gewissen Rahmen steuer- und sozialversicherungsfrei. Weil du netto nur etwa auf die Hälfte dessen verzichten musst, was du tatsächlich eingezahlt hast, ist diese Form der Altersvorsorge, Entgeltumwandlung genannt, bei Mitarbeitern recht beliebt, zumal in vielen Varianten der Arbeitgeber den Mitarbeiterbeitrag mit mindestens 15 Prozent bezuschussen muss.

Im Gegensatz zur ersten Variante ist diese Form der Vorsorge für den Arbeitgeber nicht freiwillig. Er muss dir diese Möglichkeit anbieten, wenn du danach verlangst. In großen Betrieben wird meist beides angeboten: eine arbeitgeberfinanzierte bAV und Entgeltumwandlung.

 

Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Anders als bei allen anderen Absicherungen kannst du dir den Tarif für die betriebliche Altersvorsorge in der Regel nicht aussuchen. Über welchen Anbieter die bAV abgewickelt wird, entscheidet allein der Arbeitgeber. Häufig haben diese Tarife aber ebenso eine Invaliditätsklausel. Diese verspricht meistens eine Beitragsfreistellung im Falle einer Berufsunfähigkeit. Das bedeutet, dass die Versicherung dann deine Beiträge zur bAV übernimmt und du bei Renteneintritt eine Auszahlung aus deiner bAV erhältst, die so hoch ist, als hättest du denselben Beitrag bis zum Renteneintritt weitergezahlt. Manche Verträge gehen noch weiter und versprechen auch eine Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Allerdings können bAV-Verträge mit einer BU-Zusatzversicherung eine eigene private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel nicht ersetzen, denn:

  • Die Leistung aus einer solchen Versicherung bleibt häufig weit hinter denen einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung zurück.

  • Du hast keinen Einfluss auf die Ausgestaltung des Tarifs und die Höhe der versicherten Leistung.

  • Ist dein BU-Schutz Teil der arbeitgeberfinanzierten bAV, verlierst du deine Absicherung, wenn du das Unternehmen innerhalb der ersten 3 Jahre wieder verlässt. Verlässt du das Unternehmen nach dieser Zeit, bleibt zwar dein Vertrag bestehen, er wird aber beitragsfrei gestellt, wodurch deine BU-Absicherung sinken kann.

  • Ist dein BU-Schutz Teil der durch Entgeltumwandlung finanzierten bAV, behältst du den Anspruch auf deine Beiträge auch dann, wenn du das Unternehmen innerhalb der ersten drei Jahre verlässt. Aber auch dann wird dein bAV-Vertrag inklusive der BU in der Regel beitragsfrei gestellt. Nur in manchen Konstellationen kannst du einen solchen Vertrag dann privat fortführen oder zu deinem künftigen Arbeitgeber mitnehmen. Darauf verlassen solltest du dich nicht.

  • Im tatsächlichen Fall einer Berufsunfähigkeit musst du außerdem deinem Arbeitgeber Auskunft über die Ursachen geben. Das sind sehr empfindliche Informationen, die man nicht immer gerne mit dem eigenen Arbeitgeber teilt, zumal die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit der eng mit dem Arbeitsplatz verbundene Burn-out ist.

  • Eine Berufsunfähigkeitsrente aus einer bAV muss voll versteuert werden, da diese Form der Vorsorge schon bei der Einzahlung steuerbegünstigt war.

Zusammenfassung

  • Eine Berufsunfähigkeitsrente lässt sich mit allen Vorsorgeversicherungen kombinieren.
  • Wirklich Sinn macht eine Kombination aber nur mit einer Rürup-Rente oder einer Privaten Rentenversicherung.
  • Wegen der Chance, Steuern zu sparen, ist die Kombination mit der Rürup-Rente besonders attraktiv.
  • Allerdings: Steuern, die bei der Einzahlung nicht angefallen sind, müssen in der Auszahlungsphase entrichtet werden.

Altersvorsorge und BU zusammen oder getrennt?

Sowohl eine private Altersvorsorge wie auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind für deine persönliche Absicherung nahezu unerlässlich. Die Kombination beider Versicherungen kann in bestimmten Lebensphasen attraktiv sein, besonders wenn die BUZ mit der Rürup-Rente kombiniert wird, wodurch sich große Steuereinsparungsmöglichkeiten ergeben.

Allerdings bedeutet eine Kombination in der Regel immer, dass man bei der Leistung mindestens einer der Policen Abstriche hinnehmen muss. Zudem geht mit der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung häufig die Flexibilität verloren, die gerade bei so langwierigen Versicherungen wichtig sein kann. Eine Kündigung ist nur noch unter Verlust der BU-Absicherung möglich.

Gerade weil beide Versicherungen für die Absicherung deines Lebensstandards so wichtig sind, sollten sie nicht leichtfertig abgeschlossen werden. Eine Beratung ist nahezu unerlässlich. Wende dich hierzu gerne an unsere CLARK-Experten. Sie schauen gemeinsam mit dir auf deine Lebenssituation und finden mit dir die Absicherung, die am besten zu dir passt. So gehst du am besten vor:

Nächste Schritte

01

Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.

02

Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.

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Du wählst deinen Wunschversicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

Wir beraten dich gerne und vollkommen unverbindlich!
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Alexander
Versicherungsexperte

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