Die private Rentenversicherung – sinnvoll oder nicht?

Jeder sollte selbst fürs Alter vorsorgen. Doch wie? Ob eine private Rentenversicherung sinnvoll ist oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Beratung anfordern

Die private Lebensversicherung soll dafür sorgen, dass du nach Erreichen des Rentenalters auch weiterhin deinen gewohnten Lebensstandard halten kannst. Die Angebotsvielfalt ist allerdings groß – entsprechend schwer fällt die Entscheidung für ein Versicherungsprodukt. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Eine private Rentenversicherung ist nicht immer sinnvoll.

Was ist eine private Rentenversicherung und wie funktioniert sie?

Die private Rentenversicherung ist eine Form der Lebensversicherung. Die Unterschiede zur „normalen“ Lebensversicherung sind schnell erklärt:

  • Die „normale“ Lebensversicherung zahlt, wenn der Versicherungsnehmer stirbt oder aufgrund eines Unfalls invalide wird. Tritt dies nicht ein, muss die Versicherung auch nicht zahlen.

  • Die private Rentenversicherung zahlt ab dem Erreichen des Rentenalters einen monatlichen Betrag aus. 

Die Beitragszahlungen laufen bei beiden Formen der Lebensversicherung ähnlich ab. Abhängig von deinen finanziellen Verhältnissen kannst du wählen, in welcher Höhe du einen monatlichen oder jährlichen Beitrag in die Versicherung einzahlst. Das eingezahlte Geld wird dann vom Versicherer angelegt (beispielsweise in Aktien oder Fonds) und verzinst. 

Ab wann ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?

Ob eine private Rentenversicherung für dich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem davon, wann du anfängst einzuzahlen, wie viel du monatlich einzahlen kannst und wie risikoaffin du bist. Um bei einer klassischen Rentenversicherung mit dem derzeit gültigen Garantiezins von 0,9 Prozent pro Jahr eine Rentenlücke von 400 Euro zu schließen, müsstest du mit 20 Jahren rund 220 Euro einzahlen. Wenn du 35 Jahre alt bist, wären es hingegen schon 325 Euro pro Monat. Voraussetzung ist immer, dass du mit 67 in Rente gehst. Sehr wahrscheinlich genügt auch schon ein geringerer monatlicher Beitrag. Denn zusätzlich zum Garantiezins gibt ein Versicherer auch die Überschüsse an dich weiter. Bei Überschüssen handelt es sich um die Gewinne, die der Versicherer bei der Anlage deiner Beiträge am Kapitalmarkt erzielt. Anders als der Garantiezins, sind dir die jährlichen Überschüssen jedoch nicht sicher.

Weil die Garantiezinsen so niedrig sind und in Zukunft auch noch weiter fallen werden – auf Verträge, die ab 2021 geschlossen werden, gibt es nur noch 0,5 Prozent Garantiezins –, gibt es eine ganze Reihe anderer Rentenversicherungen, die die Chancen des Kapitalmarkts besser für dich zu nutzen versuchen. Weil die Renditeerwartungen hierbei höher sind, sind auch die monatlichen Beiträge deutlich niedriger. Allerdings: Höhere Renditen gehen immer zu Lasten von Garantien.

Du solltest dich auf jeden Fall beraten lassen, bevor du eine Rentenversicherung abschließt. Die CLARK-Experten kennen die Tarife verschiedenster Anbieter und wissen genau, worauf zu achten ist. Sie helfen dir gerne weiter.

Gut zu wissen

Egal, für welche Form der Rentenversicherung du dich entscheidest, immer gilt: Je früher du mit dem Sparen anfängst, desto mehr lohnt sich die private Rentenversicherung für dich. Denn du profitierst immer vom sogenannten Zinseszinseffekt. Das bedeutet: Auf die Zinsen, die du in der Vergangenheit erhalten hast, bekommst du ebenfalls Zinsen.

Welche Arten der Versicherung gibt es?

Innerhalb der privaten Rentenversicherung werden zwei Formen der Geldanlage beziehungsweise -auszahlung unterschieden. Diese sind:

  • Die aufgeschobene Rentenversicherung: Der Klassiker. Der Versicherungsnehmer zahlt monatlich Geld in die Versicherung ein. Bei Erreichen des Rentenalters beginnt die Versicherung, eine monatliche Rente zu zahlen. 

  • Die Sofortrente: Bei dieser Variante zahlt der Versicherte einmalig einen hohen Betrag in die Police ein. Dieses Geld zahlt die Versicherung sofort wieder in monatlichen Beträgen aus (sogenannte Verrentung des Guthabens). Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Auszahlung einige Jahre hinauszuschieben. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Sofortrente.

Private Rentenversicherung – welche Vor- und Nachteile gibt es?

Die private Rentenversicherung hat einige Vorteile: Zum Beispiel ist dir deine Rente garantiert. Das bedeutet, dass du bis zum Tod Rentenzahlungen in der vereinbarten Höhe erhältst, auch wenn das bedeutet, dass der Versicherer dir bei einem langen Leben mehr auszahlen muss als du eingezahlt hast. Entscheidest du dich, deinen monatlichen Beitrag zu erhöhen, steigt automatisch auch deine monatliche Rentenzahlung. Zu deinen Einzahlungen kommen Überschussbeteiligungen und Zinsen hinzu, wodurch sich die private Rente automatisch jedes Jahr erhöht. Außerdem gibt es sogenannte Rentengarantiezeiten. Stirbt der Versicherte innerhalb des vereinbarten Zeitraums, erhalten seine Hinterbliebenen bis zum Ende der vereinbarten Zeit seine Rente. Allerdings hat die private Rentenversicherung auch Nachteile: So bindest du dich mit dem Abschluss eines solchen Vertrags in der Regel für eine ziemlich lange Zeit an einen Versicherer. Der Versicherer sollte darum sorgsam ausgewählt sein und du dir deiner Entscheidung sicher. Zwar kannst du, wenn du finanziell den Gürtel einmal enger schnallen musst, deine Beiträge senken, aussetzen oder vorübergehend stunden, kündigen solltest du deine Versicherung aber nicht. Hier erhältst du häufig nur den sogenannten Rückkaufswert deiner Versicherung. Der entspricht der Summe deiner Beiträge abzüglich der Abschluss- und Verwaltungskosten. Diese fallen meist zu Beginn der Vertragslaufzeit an. Gerade in den ersten Jahren würdest du bei Kündigung also deutlich weniger zurückbekommen, als du bislang eingezahlt hast.

Muss ich die monatliche Rente versteuern?

Grundsätzlich zählt die Rente, die du aus einer privaten Rentenversicherung beziehst, zum steuerpflichtigen Einkommen. Bei der privaten Rentenversicherung zahlt sich das aber durchaus aus. Denn weil du hierfür während der Ansparphase keine Förderung erhalten hast, wird bei der privaten Rentenversicherung bei der Auszahlung nur der sogenannte Ertragsanteil besteuert. Und der ist umso niedriger, je später du den Beginn deiner Auszahlung ansetzt.

Alter bei Rentenbeginn 60 bis 61 62 63 64 65 bis 66 67 68 69 bis 70 71 72 bis 73 74 75
Ertragsanteil in % 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11

Welche Alternativen gibt es zur privaten Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung zu haben, ist eigentlich immer sinnvoll. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Vorsorgeprodukte, mit denen sich die private Rentenversicherung ergänzen lässt. Zu erwähnen sind hier vor allem die betriebliche Altersvorsorge, die Riester-Rente oder die Rürup-Rente. Bei den genannten Alternativen gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich das angesparte Kapital auszahlen zu lassen. Konkret kannst du zwischen diesen Formen wählen:

  • Monatliche Rente bis zum Ableben

  • Auszahlung in einer Summe (nach der Vertragslaufzeit ohne Verluste; nicht bei jeder Altersvorsorge möglich)

Bei der letztgenannten Auszahlungsart gehst du ein geringeres Risiko ein, dein angespartes Kapital nicht mehr in voller Höhe zurückzuerhalten. Generell sehen viele Vorsorgeprodukte keine Auszahlung vor Eintritt in den Ruhestand vor und wenn, dann in der Regel nur mit Verlusten. Eine Ausnahme ist nur der eigene Tod vor Rentenbeginn, bei dem die meisten Versicherer eine vorher vereinbarte Summe (beispielsweise die eingezahlten Beiträge) an die Hinterbliebenen auszahlen.

Gut zu wissen

Die Hinterbliebenen sind nicht gleichzusetzen mit den Angehörigen oder Erben. Wer zum Kreis der Hinterbliebenen gehört, ist vom Gesetzgeber klar geregelt: Hierzu zählen ausschließlich dein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner sowie kindergeldberechtigte Kinder.

CLARK Nutzer berichten

Bereits über 300.000 zufriedene Kunden managen ihre Versicherungen mit CLARK. Erfahre, was die Community über CLARK denkt.