Beitragsbemessungsgrenze: Deckel für KV-Beiträge

Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welcher Höhe des Gehaltes Beiträge abgeführt werden. 2021 liegt sie bei 4.837,50 Euro brutto im Monat.

Beratung anfordern

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen mit dem Einkommen. Wer allerdings mehr als 4.837,50 Euro brutto im Monat verdient, führt nur bis zu dieser Grenze Beiträge ab. Jeder weitere Euro bleibt beitragsfrei. Diese sogenannte Beitragsbemessungsgrenze wird einmal im Jahr angepasst. 2022 wird also eine andere KV-Bemessungsgrenze gelten als 2021. Zu unterscheiden ist davon die Versicherungspflichtgrenze als weitere Rechengröße der Sozialversicherung.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße der Sozialversicherung. Sie besagt, bis zu welcher Höhe deines Arbeitsentgelts du Beiträge abführst. Jeder Euro, den du mehr verdienst, bleibt beitragsfrei. Eine Beitragsbemessungsgrenze gilt jeweils für die Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Die Bemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung ist bundesweit einheitlich. Bei der  Arbeitslosen- und Rentenversicherung kommt es darauf an, ob du im Osten oder im Westen arbeitest. 

 

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2021?

In diesem Jahr liegt die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung bei einem Jahresbruttoverdienst von 58.050 Euro. Das sind 1.800 Euro mehr als 2020. Auf den Monat umgerechnet liegt die Bemessungsgrenze der KV bei einem Entgelt von 4.837,50 Euro brutto. Sie gilt im Osten Deutschlands in gleicher Höhe wie im Westen. 

Wer bestimmt die Bemessungsgrenze der Krankenkasse?

Zuständig ist die Bundesregierung. Sie passt die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze einmal im Jahr an. Dabei berücksichtigt sie die Lohnentwicklung. Die Bemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt also nicht in der Hand der Krankenkassen. 

 

Wo liegt der Höchstsatz zur gesetzlichen Krankenversicherung?

Die Summe hängt von drei Faktoren ab: der Beitragsbemessungsgrenze, dem Basisbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung und dem individuellen Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Legt man diese Faktoren zugrunde, ergibt sich für 2021 ein Maximalbeitrag von 783,67 Euro: 

Beitrag Beitragsbemessungsgrenze Basisbeitrag GKV Höchster Zusatzbeitrag einer frei zugänglichen Krankenkasse 2021 Gesamter KV-Beitrag Maximalbeitrag GKV gesamt Arbeitnehmeranteil am Maximalbeitrag Arbeitgeberanteil am Höchstbeitrag
Anteil 4.837,50 Euro monatliches Bruttogehalt 14,6 Prozent 1,60 Prozent 16,20 Prozent 783,67 Euro 391,83 Euro 391,83 Euro

Inwieweit beeinflusst die Beitragsbemessungsgrenze den Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung? 

In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Paritätsprinzip. Das heißt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils die Hälfte der GKV-Beiträge. Der Arbeitgeberanteil ist durch die Beitragsbemessungsgrenze damit genauso gedeckelt wie der Arbeitnehmeranteil. Ist der Arbeitnehmer privat versichert, zahlt der Arbeitgeber maximal so viel Beitrag, wie er gesetzlich Versicherten zuschießt. Für den Rest muss der Arbeitnehmer selbst aufkommen. 

 

Was hat die GKV-Bemessungsgrenze mit der privaten Krankenversicherung zu tun?

Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, dass die Beitragsbemessungsgrenze festlege, wer in die private Krankenversicherung wechseln darf. Darüber entscheidet bei Arbeitnehmern vielmehr die Versicherungspflichtgrenze.

Dennoch beeinflussen die Beitragsbemessungsgrenze und die Beitragssätze der GKV die private Krankenversicherung: Sie entscheidet mit darüber, wie hoch der Arbeitgeberanteil bei einem privat Versicherten ausfällt. In der privaten Krankenversicherung trägt der Arbeitgeber - anders als in der GKV - nicht genau die Hälfte der Beiträge. Vielmehr übernimmt er 2021 maximal 384,58 Euro. Diese Summe ergibt sich aus der Beitragsbemessungsgrenze der GKV, dem GKV-Basisbeitrag und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Kassen von 1,3 Prozent (Stand 2021).

Erster Rechenschritt: 4.837,50 x (0,146 + 0,013) = 769,16 Euro 

Zweiter Rechenschritt: 769,12 : 2 = 384,58 Euro 

 

Was unterscheidet die Versicherungspflichtgrenze von der Beitragsbemessungsgrenze?

Arbeitnehmer, die gut verdienen, können sich privat versichern. Sie werden dafür aus der GKV entlassen, bis wieder eine Versicherungspflicht eintritt. Was „gut verdienen“ bedeutet, definiert der Gesetzgeber mit der Versicherungspflichtgrenze beziehungsweise Jahresarbeitsentgeltgrenze. Diese Rechengröße der Sozialversicherung wird häufig mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt, liegt aber deutlich höher: 2021 beträgt die Versicherungspflichtgrenze 64.350 Euro. Wer also mehr als 5.362,50 Euro im Monat bezieht, darf eine private Krankenkasse wählen. In aller Regel lohnt sich das für die Betreffenden auch – sowohl finanziell als auch bei den Leistungen. 

Gut zu wissen

Keine Regel ohne Ausnahme – schon gar nicht in der deutschen Sozialversicherung. Wer heute als Angestellter in die private Krankenversicherung wechseln möchte, muss ein Jahresarbeitsentgelt von 64.350 Euro nachweisen. Die Versicherungspflichtgrenze liegt also um mehr als 6.300 Euro über der Beitragsbemessungsgrenze. Für Angestellte, die sich vor 2003 privat versichert haben, gilt diese Regel nicht. Für sie sind die beiden Grenzen identisch.

Muss ich meine private Krankenversicherung kündigen, wenn die Versicherungspflichtgrenze über mein Gehalt hinaus angehoben wird?

Du musst dich entscheiden: 

1)  Entweder du kehrst zurück in eine gesetzliche Kasse oder

2)  du reichst bei einer gesetzlichen Kasse deiner Wahl einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht ein. 

Für den Antrag hast du nach Bekanntgabe der neuen Versicherungspflichtgrenze drei Monate Zeit. Wird er bewilligt, darfst du künftig nicht mehr einfach in die GKV zurückwechseln. Eine Ausnahme macht der Gesetzgeber, wenn Gutverdiener arbeitslos werden oder in Teilzeit gehen. 

 

Tipp

Falls die Bundesregierung die Versicherungspflichtgrenze so weit anhebt, dass du wieder in der GKV versicherungspflichtig wirst, dann besteht kein Grund zur Panik. Lass dich von der Versicherungspflicht befreien und bleibe in der privaten Krankenversicherung. Angesichts deines guten Gehalts überwiegen die Vorteile die Nachteile deutlich. Und solltest du in Teilzeit gehen – beispielsweise wegen der Kinder – darfst du zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

Einen Krankenkassenwechsel beantragen

Die gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden sich lediglich in ihren Zusatzbeiträgen. Ein Vergleich kann sich dennoch lohnen. Eine vollständige Liste findest du beispielsweise online beim Spitzenverband der GKV. Generell gilt aber: Achte nicht ausschließlich auf die Beiträge, auch die Zusatzleistungen der gesetzlichen Kassen können ein Grund sein, zu einer anderen Kasse zu wechseln.  

Um die optimale Abdeckung deiner aktuellen Situation und Bedürfnisse mit den verschiedenen Angeboten abzugleichen, ist die Unterstützung von Experten sehr hilfreich. So gehst du vor:

Nächste Schritte

01

Registriere dich bei CLARK, entweder im Browser oder über die App.

02

Beantworte uns ein paar Fragen und schon erhältst du ein Angebot, das du direkt online annehmen kannst.

03

Für Rückfragen stehen dir die CLARK-Eperten per E-Mail, Telefon oder Chat in der App zur Verfügung.

CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

Jetzt Krankenkassenwechsel beantragen