Inhalt

Riester Rente Grundsicherung

Wer riestert, hat mehr im Alter

Bezieher der Grundsicherung dürfen bis zu einer gewissen Höhe auch eine Riester-Rente bekommen. Auch eine Erwerbsminderung steht dem Riestern nicht im Wege.
Über 180 Versicherer
App Store, 4.5
Trustpilot Logo
Basierend auf 2,012 Bewertungen
4.4 TrustScore

Hervorragend
Bereits über 500.000 CLARK Kund:innen

Das Wichtigste in Kürze

Wer im Alter auf Grundsicherung angewiesen ist, darf zusätzlich eine Riester-Rente beziehen. Dafür sorgen Freibeträge, die der Gesetzgeber regelmäßig nach oben anpasst. Auch eine Erwerbsminderung ist kein Grund, aufs Riestern zu verzichten.

  1. Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge.
  2. Grundsicherung oder Erwerbsminderung sind kein Ausschlusskriterium beim riestern.
  3. Die Riester-Rente stockt somit das Einkommen aus der Grundsicherung auf.

Grundsicherung – das sind die Hintergründe

Wer von Armut bedroht ist, hat in Deutschland in der Regel Anspruch auf eine Grundsicherung. Diese Leistung des Sozialstaats gibt es für drei Personenkreise:

  1. Erwerbsfähige Menschen, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, können die Grundsicherung für Arbeitsuchende beantragen (Hartz IV).
  2. Alte Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht, haben gegebenenfalls Anspruch auf Grundsicherung im Alter.
  3. Menschen, die so schwer und dauerhaft erkranken, dass sie kaum noch arbeiten können, erhalten Grundsicherung bei Erwerbsminderung.

Eine Art Hartz IV für Senioren

Experten gehen davon aus, dass künftig mehr Menschen als heute von Altersarmut betroffen sein werden. Besonders hoch ist das Risiko für Eltern, die lange in Teilzeit arbeiten, für Selbstständige in prekären Berufen und für Geringverdiener in Vollzeit.

Dazu zählen Arbeitnehmer, die weniger als rund 2.200 Euro brutto verdienen. Laut Statistischem Bundesamt betrifft das etwa jeden fünften Arbeitnehmer in Deutschland.

Das Problem der Geringverdiener: Sie zahlen so wenig Pflichtbeiträge in die Renten­versicherung, dass ihre Rente nicht ausreichen wird, um über die Runden zu kommen.

Grundrente soll Problem lösen

Wer mindestens 33 Beitragsjahre in der Renten­versicherung verbuchen kann, hat seit 2021 Anspruch auf eine Grundrente. Sie bessert die gesetzliche Rente bis zu einem bestimmten Betrag auf. Wer nicht auf die geforderten Beitragsjahre kommt, muss als Rentner beim Sozialamt Grundsicherung beantragen. Diese Sozialleistung entspricht in ihrer Höhe in etwa dem Arbeitslosengeld II, auch bekannt als Hartz IV.

Die Grundrente für langjährig Versicherte ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Mehr erfährst du beispielsweise beim Bundesarbeitsministerium

Sozialleistung bei Erwerbsminderung

Manche Menschen erkranken vor Erreichen des Rentenalters so schwer, dass sie auf absehbare Zeit nicht mehr arbeiten können. Die wesentliche Voraussetzung, in dieser Situation Grundsicherung zu beziehen, besteht in einer dauerhaften vollen Erwerbsminderung. Sie tritt ein, wenn der Betroffene in keinem Beruf mehr länger als drei Stunden am Tag tätig sein kann. 

Das gilt fürs Riestern bei Erwerbsminderung

Eine schwere Krankheit kann jeden von uns treffen und das Berufsleben jäh beenden. Zu den vielen Fragen, die sich dann stellen, gehört: Was wird aus meinem Riester-Vertrag, wenn ich Sozialleistungen beantrage?

Die wichtigste Botschaft: Hüte dich, voreilig auf deine Alters­vorsorge und die damit verbundenen staatlichen Zulagen zu verzichten.

Das Sozialamt verlangt nicht von dir, dass du kündigst. Die Grundsicherung bei Erwerbsminderung steht der privaten Alters­vorsorge nicht im Wege. Du darfst deinen Riester-Vertrag weiterhin bedienen. Die Beiträge – egal ob zur klassischen Riester-Rente oder zu einem Wohn-Riester – gelten nicht als anrechenbares Vermögen. Das gilt auch für das bereits angesparte Kapital inklusive der erhaltenen Zulagen.

Zusammenfassung

  • Rentner, denen Altersarmut droht, erhalten eventuell die neue Grundrente.
  • Die Grundsicherung im Alter kommt infrage, falls die Bedingungen für die Grundrente nicht erfüllt sind.
  • Die Grundsicherung bei Erwerbsminderung ist mit dem Riester-Sparen vereinbar.

Private Zusatzrente bei Grundsicherung im Alter

Viele Arbeitnehmer werden in Zukunft nicht mehr ausschließlich von der (gesetzlichen) Rente leben können, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden. Deshalb bietet der Staat allen, die Beiträge in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlen, Förderung bei der zusätzlichen privaten Vorsorge an.

Das Modell ist als Riester-Rente bekannt: Sparer überweisen einen Mindestbeitrag und erhalten dafür jedes Jahr Zulagen: 

  • die Grundzulage von 175 Euro
  • die Kinderzulage von 185 Euro für jedes Kind, das bis 2007 geboren wurde und für das noch Kindergeld fließt
  • die Kinderzulage von 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind

Neben den Zulagen sind Vorteile bei der Einkommenssteuer möglich.

Freibetrag sichert Auszahlung

Lange hatte das Riester-System einen gravierenden Schönheitsfehler: Rentner, die auf Sozialhilfe angewiesen waren, hatten nichts von ihren Riester-Bezügen, denn dieses Einkommen wurde von der staatlichen Unterstützung abgezogen.

Für viele Geringverdiener bedeutete diese Praxis, dass sich die Vorsorge kaum lohnte. 2018 reagierte der Gesetzgeber. Er verabschiedete das Betriebsrentenstärkungsgesetz und führte im Sozialgesetzbuch einen Freibetrag für die freiwillige Alters­vorsorge ein (SGB XII).

Maximaler und individueller Freibetrag – so unterscheiden sie sich

Der Freibetrag für Einkommen aus einer zusätzlichen Alters­vorsorge liegt monatlich zwischen 100 und 223 Euro (Stand: 2021). Die 100 Euro sind der Sockelbetrag, der allen zusteht. Der Maximalbetrag von 223 Euro leitet sich vom Regelsatz der Grundsicherung ab.

Dieser Satz steigt mit den Jahren, sodass es immer wieder einen neuen Freibetrag für private Renten gibt. Im Jahr 2021 beträgt der Regelsatz 446 Euro, der Freibetrag ist auf 50 Prozent davon gedeckelt, also auf 223 Euro.

Die Angabe „zwischen 100 und 223 Euro“ deutet bereits an, dass der Freibetrag auf Einkommen aus einer Riester-Rente nicht für alle gleich ausfällt. Individuell errechnet er sich wie folgt: 

  1. Das Sozialamt ermittelt die Summe aller Alterseinkünfte, die auf privater Vorsorge beruhen, also ausdrücklich ohne die gesetzliche Rente.
  2. Für diese Summe gilt grundsätzlich der Sockelfreibetrag von 100 Euro. Liegt die Riester-Rente darunter, hat sie also keinen Einfluss auf die Höhe der Sozialhilfe.
  3. Von jedem Euro, der über 100 Euro hinausgeht, bleiben 30 Prozent anrechnungsfrei.
  4. Jeder Euro, der über den Maximalbetrag von 223 Euro hinausgeht, wird auf die Grundsicherung angerechnet (Stand: 2021).

Beispiel: Eine Person, die 2021 eine Bruttorente von 510 Euro bezieht, bekommt den maximalen Freibetrag.

Für diese Renten gilt der Freibetrag

Der Freibetrag für Einkommen aus zusätzlicher Alters­vorsorge ist im Betriebsrentenstärkungs­gesetz verankert. Anders als der Name vermuten lässt, beschränkt sich die Regelung aber nicht auf Betriebsrenten. Wer heute wenig verdient und deshalb später auf Sozialhilfe angewiesen sein könnte, darf die Beträge auch für andere Renten geltend machen.

Auf der Internetseite des Bundesarbeitsministeriums steht dazu : „Damit sich die betriebliche Altersversorgung (und auch sonstiges Sparen für eine Zusatzrente) am Ende auch für Geringverdiener wirklich auszahlt, wird künftig die Anrechnung von Zusatzrenten auf die Grundsicherung im Alter begrenzt. Damit wird sichergestellt, dass sich zusätzliches Sparen am Ende des Erwerbslebens auch für Geringverdiener immer lohnt.“

Unter „sonstiges Sparen für eine Zusatzrente“ fallen:

  • die Riester-Rente, die im Kern für die Beitragszahler der Deutschen Renten­versicherung gedacht ist,
  • die Rürup-Rente, auf die überwiegend Selbstständige und Freiberufler sparen, und
  • freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung.

Beispielrechnung: zusätzliche Altersrente bei Grundsicherung

De facto bedeutet diese Regelung: Du kannst dich auf die Zahlungen aus deinem Riester-Vertrag auch verlassen, falls du im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sein solltest.

Dazu ein Rechenbeispiel: Ottilie Fischer hat als Kassiererin gearbeitet. Die Rente der geschiedenen Mutter und Großmutter beträgt 620 Euro netto. Aus ihrem Riester-Vertrag stehen ihr monatlich 94 Euro zu. In Summe verfügt Ottilie also über ein Einkommen von 714 Euro. Für Ottilies knapp 50 Quadratmeter große Wohnung in Berlin-Hellersdorf werden monatlich 576 Euro Warmmiete fällig. Klar, dass Ottilie Fischer mit den verbleibenden 138 Euro nie und nimmer über die Runden käme. Sie beantragt deshalb Grundsicherung im Alter.

Das Sozialamt akzeptiert die Miete als angemessene Kosten, verzichtet also darauf, dass Ottilie umzieht: Angesichts der stadtweit gestiegenen Mietpreise wäre ein Wohnungswechsel unsinnig. Vermögen besitzt die ehemalige Kassiererin kaum. Die 4.200 Euro auf dem Sparbuch tastet das Amt nicht an. Als Bedarf gelten demzufolge der volle Regelsatz für Alleinstehende von 439 Euro und die Warmmiete. Insgesamt sind das 1.015 Euro monatlich.

Abzüglich der gesetzlichen Rente von 620 Euro beträgt die Unterstützung für Ottilie Fischer 395 Euro. Die private Rente aus dem Riester-Vertrag wirkt sich nicht auf diese Summe aus, denn die 94 Euro liegen unter dem Sockelfreibetrag von 100 Euro. Unterm Strich verfügt Ottilie Fischer also über 489 Euro für Lebensmittel, Kleidung und so weiter.

Riester-Förderung im Zweifel mitnehmen

Manche Ratgeber im Internet bezeichnen eine zusätzliche Altersrente aus einem Riester-Vertrag verächtlich als Taschengeld. Es stimmt, dass andere Formen der privaten Alters­vorsorge höhere Renditen erzielen.

Aber man sollte sich vor Augen führen: Im obigen Beispiel macht die Riester-Rente ein Fünftel des Geldes aus, das der Empfängerin von Alterssozialhilfe im Monat zum Leben bleibt. Und Riestern geht schon ab 5 Euro Eigenbeitrag im Monat. Für diesen niedrigen Betrag können sich Riester-Sparer mit sehr niedrigem Einkommen die staatliche Förderung sichern.

Weitere Freibeträge möglich

Rentner, die neben der (gesetzlichen) Rente auf soziale Leistungen angewiesen sind, dürfen Einkommen in bestimmter Höhe behalten. Das gilt für betriebliche Renten und die Riester-Rente.

Wer im Ruhestand einer Tätigkeit nachgeht, muss aber ebenfalls nicht fürchten, dafür vom Sozialamt bestraft zu werden. Rentner mit Grundsicherung dürfen 30 Prozent ihres Einkommens aus selbstständiger oder nicht selbstständiger Tätigkeit behalten. Für ehrenamtliche Tätigkeiten bleiben 200 Euro abzugsfrei.

Zusammenfassung

  • Riester-Sparer können sich auf Freibeträge verlassen, falls sie im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind.
  • 100 Euro der Riester-Rente fließen stets ohne Abzüge.
  • Übersteigende Beträge werden je nach Höhe teilweise oder ganz angerechnet.

Eine Riester-Rente abschließen

Eine private Alters­vorsorge abzuschließen ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung und Unabhängigkeit im Alter, den man gar nicht früh genug gehen kann. Dafür braucht es nicht einmal viel Geld. Eine Riester-Rente erhältst du schon ab 5 Euro im Monat.

Ob die Riester-Rente für dich jedoch das beste Vorsorgeprodukt ist, ist maßgeblich von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig. Darum ist eine persönliche Beratung so wichtig. Lass dich deshalb unbedingt beraten. Unsere CLARK Experten helfen dir dabei, durch den Vorsorge-Dschungel zu navigieren. Sie gehen mit dir deine finanzielle Situation durch, ermitteln deinen Bedarf und finden für dich das Angebot, das am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt.

Nächste Schritte

  • Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.
  • Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.
  • Du wählst deinen Wunsch­versicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

Erhalte jetzt dein Angebot!

Hey! Ich bin Nicolai. Du bist neugierig auf deinen Tarif? Wir beraten dich gerne und vollkommen unverbindlich!

Verschlüsselte Verbindung

Das könnte dich auch interessieren

Mehr Artikel anzeigen