Eine Pflegerin hilft einer älteren Frau aus einem Sessel.

Betriebshaftpflicht für Pflegeheime

Die Betriebshaftpflichtversicherungen für Pflegeheime stellen einen komplexen Versicherungsschutz dar, der für Pflegeheimbetreiber essenziell ist.

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Das Wichtigste in Kürze

Pflegeheime erfüllen eine äußerst wichtige gesellschaftliche Aufgabe: Sie kümmern sich um diejenigen, die entweder niemand anderen haben oder deren Pflegebedürftigkeit die Fähigkeiten ihrer Angehörigen einfach überfordert. Allerdings liegt es deshalb auch in der Natur von Pflegeheimen, dass hier einiges passieren kann. Schäden, für die das Heim haftbar gemacht werden kann und die es in den wirtschaftlichen Ruin treiben können. Da auch die meisten Heime als Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten, sollten sie gegen die unterschiedlichsten Ansprüche versichert sein. Eine Betriebshaftpflichtversicherung für Pflegeheime schützt das Heim vor hohen Schadensforderungen.

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Pflegeeinrichtungen beherbergen ältere und körperlich wie geistig beeinträchtige Menschen. So entstehen große Risiken für Haftung.

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Personenschäden gehören zu den größten Risiken in Pflegeheimen und führen am häufigsten zu einer Inanspruchnahme der Betriebshaftpflicht.

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Teilungsabkommen der Versicherer mit anderen Versicherungen macht eine Betriebshaftpflichtversicherung meist signifikant teurer

Pflegeheime: sehr spezielle Versicherungsnehmer

Risikofaktor Heimbewohner

Pflegeheime sind auch als Unternehmen insofern ein Sonderfall, als jeder ihrer Insassen ein erheblich erhöhtes Risiko aufweist, Opfer eines Schadens zu werden. Das liegt daran, dass die Insassen häufig motorisch oder geistig eingeschränkt sind – aufgrund ihres hohen Alters oft auch beides. Diese Menschen können beispielsweise nicht mehr richtig gehen oder leiden vielleicht unter Demenz und sind verwirrt. Selbst in den besten Heimen kann es deshalb vorkommen, dass die Bewohner sich verletzen – ohne dass das geringste fehlerhafte Verhalten des Heims bzw. seiner Betreiber vorliegt. Außerdem ist bei älteren Menschen die Notwendigkeit von Heilmaßnahmen größer als bei jüngeren – im Alter heilen Wunden langsamer, Narkotisierungen müssen behutsamer erfolgen. Das alles führt dazu, dass Schäden nicht nur häufiger auftreten, sondern auch insgesamt kostspieliger ausfallen. Und es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: die dünne Personaldecke.

Risikofaktor Personaldecke

Wenn du regelmäßig das Tagesgeschehen verfolgst, hast du sicherlich mitbekommen, dass es in der Pflege einen dramatischen Personalmangel gibt. Der wirkt sich nicht nur direkt auf die Arbeit der Heime aus, sondern auch auf die Häufigkeit von Schäden. Wo weniger Personal vorhanden ist, geschieht leichter etwas – eine Pflegekraft misst gerade einem Insassen den Puls, die als Nächste an die Reihe kommende Dame steht auf und knickt um. Verhindern ließe sich Derartiges nur bei einem Pflegeschlüssel von 1 : 1, also einer Pflegekraft pro Heimbewohner. Aufgrund des Dreischichtsystems bräuchte es also dreimal so viele Pflegekräfte wie Insassen. Das kann kein Pflegeheim bezahlen.

Zusammenfassung

  • Pflegeheime sind speziell gearteten Risiken für Unfälle ausgesetzt.
  • Das liegt daran, dass ihre Insassen betagte sowie physisch und psychisch oft nicht mehr hundertprozentig leistungsfähige Personen sind.
  • Ein weiterer Grund ist die oft sehr dünne Personaldecke.

Wie eine Betriebshaftpflichtversicherung für Pflegeheime aussehen sollte

Die grundsätzlichen Leistungen der Haftpflichtversicherung

Betriebshaftpflichtversicherungen unterscheiden sich für verschiedene Einrichtungen oft nur im Detail. Deshalb unterscheidet sich diese Versicherung bei Heimen nicht grundlegend von  Absicherungen für praktisch jeden anderen Betrieb. Es werden die gleichen Bereiche abgedeckt:

  • Sachschäden: alles, was an materiellen Dingen beschädigt werden kann

  • Personenschäden: medizinische Schäden sowohl physischer wie psychischer Natur

  • unechte Vermögensschäden: finanzielle Ansprüche, die infolge der beiden vorherigen Schadensarten entstehen, beispielsweise Schmerzensgelder

In Pflegeheimen kommt es vor allem zu Personenschäden. Sachschäden kommen seltener vor und Vermögensschäden sind, zumindest bei den Heimbewohnern selbst, ebenfalls kaum ein Thema – einem bettlägerigen Senior kann ja beispielsweise kein Verdienstausfall entstehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Versicherungsschutz in der Pflege schwächer ausfallen sollte – immerhin werden die Heime ja auch von anderen frequentiert. Angehörige der Bewohner etwa oder auch Mitarbeiter von Firmen, die hier etwas zu tun haben, sind regelmäßige Gäste. 

Wie bei jeder Betriebshaftpflichtversicherung gilt auch hier:

  1. Die Versicherung zahlt nur bei Schäden an Dritten bzw. Eigentum von Dritten.

  2. Die Versicherung zahlt nur, wenn es keine fahrlässige Pflichtverletzung aufseiten des Versicherten gab.

  3. Der Versicherungsschutz greift nur innerhalb des Heims, auf dessen Grundstücken und bei Schäden, die im Zuge der Unterbringung im Betrieb auftreten – etwa, wenn ein Bewohner zu einem externen Arzt gefahren wird und sich dort verletzt.

Nur wenn alle drei Positionen erfüllt sind, ist es ein Fall für die Betriebshaftpflichtversicherung und die Leistungen werden erbracht.

Die Kosten dieser Betriebshaftpflichtversicherungen

Eine solche Absicherung kann ebenso pauschal gestaltet werden wie in einem anderen Betrieb, denn die Betriebshaftpflicht wird in diesem Fall gestaffelt nach der Anzahl der Betten berechnet. Derart gestaffelt kannst du davon ausgehen, dass die Preise pro Bett zwischen 25 und 150 Euro betragen, je mehr Personen, desto teurer wird es. Die Deckungshöhen liegen zwischen 2 und 15 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, die unechten Vermögensschäden können weitaus geringer abgesichert werden. Ca. 150.000 Euro sind hier ein gängiges Maß.

Allerdings gibt es noch eine weitere Besonderheit bei der Versicherung in der Pflege: den Zusammenhang zwischen Betriebshaftpflicht und Krankenversicherung.

Das Teilungsabkommen

Einmal angenommen, die unter Alzheimer leidende Insassin eines Heimes stürzt schwer und bricht sich die Hüfte – ein nicht seltenes Vorkommnis bei Senioren: zahlt dann die Krankenkasse der Seniorin die Behandlung oder muss die Betriebshaftpflicht der Pflege aufkommen?

Das ist deshalb ein solches Problem, weil sich derartige Unfälle immer wieder ereignen. Im Normalfall würde das vor allem den Versicherungen einen unheimlichen Rechercheaufwand bei jedem Einzelfall bescheren. Bei jeder Verletzung, jedem Sturz müsste nachgeforscht werden, ob das Heim die Sache hätte vermeiden können oder nicht. 

Aus diesem Grund gehen viele Anbieter von Haftpflichtversicherungen in solchen Fällen mit anderen Versicherungen ein sogenanntes Teilungsabkommen ein – beide Seiten verpflichten sich einfach, in jedem Fall die Kosten zur Hälfte zu übernehmen, ohne dass der Schaden länger geprüft wird. Das spart zwar Arbeit, hat aber für die Heime oft den Nachteil, dass die Versicherungsprämien und die Kosten steigen – ihre Haftpflichtversicherung muss ja in jedem Fall zahlen.

Daher kann es sinnvoller sein, eine Versicherung zu wählen, die kein Teilungsabkommen abgeschlossen hat. In dem Fall muss die Krankenversicherung von betroffenen Insassen zwar Nachweise erbringen, da die Heime aber real seltener die Schuld tragen, können sie dem standhalten und häufig vermeiden, dass ihre Betriebshaftpflicht zahlen muss.

Zusammenfassung

  • Die Betriebshaftpflicht für Pflegeheime unterscheidet sich nicht im Grundsatz von anderen betrieblichen Haftpflichtversicherungen. Allerdings sind hier in der Realität Personenschäden deutlich häufiger als andere Schäden.
  • Kalkuliert werden die Versicherungen in aller Regel nach Anzahl der Betten. Dabei unterscheiden sich die Tarife teils erheblich voneinander.
  • Es kann vorteilhaft sein, wenn der Versicherer kein Teilungsabkommen mit anderen Trägern abschließt – in dem Fall muss er nicht bei jedem Schaden automatisch zahlen, sondern nur dann, wenn tatsächlich Eigenverschulden ausgeschlossen werden kann.

Eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist eine wichtige Absicherung deines Unternehmens. Es hängt viel von ihr ab. Daher brauchst du auch eine, die perfekt zu dir und deinem Unternehmen passt. Online gibt es eine Menge Vergleichsrechner, die dir bei der Suche nach dem günstigsten Tarif behilflich sein können. Doch am Ende sollte nicht der Preis entscheidend sein, sondern wie gut die Betriebshaftpflichtversicherung auf deine Bedürfnisse und dein Unternehmen zugeschnitten ist. Hierzu ist eine unabhängige Beratung, die dich und deine berufliche Situation in den Blick nimmt, unumgänglich. Die Experten von CLARK helfen dir dabei, den Tarif zu finden, der am besten zu dir und den Risiken passt, denen dein Betrieb täglich ausgesetzt ist. So gehst du vor:

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