Sterbegeld für Beamte: Wie beantragen und was vorab klären

Angehörigen eines Beamten steht im Todesfall Sterbegeld zu. Mit welchen Leistungen laut Hinterbliebenenversorgung zu rechnen ist.

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Wenn ein Beamter stirbt, können die Angehörigen einen Antrag auf Sterbegeld stellen. Das gilt auch für Beamte im Ruhestand. Die Leistung ist Teil der Hinterbliebenenversorgung und ist lohnsteuerpflichtig. Ausgenommen von der Lohnsteuer ist das sogenannte Kostensterbegeld. 

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Warum können Erben für einen Beamten Sterbegeld beantragen?

So gut wie niemand bekommt noch Sterbegeld, außer den Beamten. Handelt es sich also um ein Privileg für Staatsdiener? Das Bestattungsgeld steht Beamten im Todesfall zu, weil für sie kein Sterbevierteljahr gilt. Diese Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen Hinterbliebene von Angestellten. Sie entspricht in der Regel drei Mal dem monatlichen Einkommen des Toten. 

Wie viel Sterbegeld zahlen Bund und Land für ihre Beamten?

Das Sterbegeld entspricht den Bezügen zweier Monate, exklusive Kindergeld. Darüber hinaus dürfen die Erben die Bezüge behalten, die der Beamte für den Monat seines Todes erhalten hat. Hintergrund: Anders als Angestellte werden Beamte im Voraus bezahlt.

Was passiert mit bereits ausgezahlten Bezügen im Sterbemonat?

Bereits ausgezahlte Dienstbezüge im Sterbemonat müssen grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden. Gleiches gilt bei Beamten im Ruhestand. Wurden Teile der Bezüge für den Sterbemonat noch nicht ausgezahlt, stehen diese dem Ehegatten, dem eingetragenen Lebenspartner oder den Erben zu.

Gibt es auch Sterbegeld für Beamte im Ruhestand?

Auch Beamten im Ruhestand steht Sterbegeld zu. Der Staat zahlt nach ihrem Tod Sterbegeld in Höhe des zweifachen Ruhegehalts, also den Rentenbezügen, die sie vom Staat erhalten. 

Wem zahlen Bund beziehungsweise Land das Sterbegeld aus?

In der Praxis bekommt meistens eine Witwe beziehungsweise ein Witwer das Geld. War der Beamte geschieden oder selbst bereits verwitwet, geht der Anspruch auf die Kinder über, nachgelagert auch die Enkel und weitere Familienmitglieder. Die Reihenfolge legt  §18 des Beamtenversorgungsgesetzes fest. 

Kommen Empfänger infrage, die mit dem Beamten nicht verwandt oder verheiratet waren?

Der Dienstherr des verstorbenen Beamten oder Pensionärs gewährt auf Antrag ein Kostensterbegeld. Es steht beispielsweise einem nicht eingetragenen Lebensgefährten zu, wenn er den Bestatter bezahlt hat. Auch Freunde oder Nachbarn können sich Aufwendungen zurückholen. In Summe übersteigt das Kostensterbegeld aber nie die Leistung, die einem Familienmitglied zugestanden hätte. Das Kostensterbegeld entspricht also maximal zwei monatlichen Bezügen des Beamten.

So unterscheiden sich Sterbegeld und Kostensterbegeld

Ein pauschales Sterbegeld erhalten Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, „Abkömmlinge“ (Kinder, Enkel) oder sonstige Verwandte eines Beamten. Die Leistung ist steuerpflichtig. Entscheidend bei der Ermittlung der Steuerhöhe ist die Steuerklasse des Empfängers. Kostensterbegeld hingegen kommt Menschen zugute, die den Bestatter bezahlt haben, ohne zur Familie gehört zu haben. Diese Leistung fließt auf Antrag und bleibt steuerfrei. 

Für welche Auslagen gibt es Kostensterbegeld?

Freunde oder Nachbarn, die sich um die Bestattung eines Beamten gekümmert haben, müssen die Originalbelege gut aufheben. Der Staat erstattet die Kosten für

  • die Bestattung,

  • Grabstein und ersten Grabschmuck,

  • Todesanzeigen, Trauerkarten, Danksagungen, 

  • die Trauerfeier, 

  • die Überführung vom Sterbeort nach Hause. 

Nicht erstattet werden unter anderem die Kosten für Trauerkleidung, Kränze, Blumen und Grabpflege. 

Wird das Sterbegeld für Beamte mit dem Nachlass verrechnet?

Das Sterbegeld gehört nicht zum Nachlass des Beamten. Das bedeutet zweierlei: 

  1. Der Beamte kann zu Lebzeiten nicht testamentarisch verfügen, wer das Sterbegeld bekommt. 

  2. Der Staat kann von Angehörigen nicht verlangen, die Bestattung aus dem Nachlass zu bezahlen. 

Wo stelle ich den Antrag auf Sterbegeld für Beamte?

Hinterbliebene können sich an die Versorgungsdienststelle des Verstorbenen oder die letzte Dienststelle wenden, um einen Antrag auf Auszahlung von Sterbegeld zu stellen. 

Wie sieht es mit der Versteuerung von Sterbegeld für Beamte aus?

Das Sterbegeld ist laut Beamtenversorgungsgesetz lohnsteuerpflichtig. Wie viel Steuern anfallen, hängt von der Steuerklasse der Person ab, die das Sterbegeld erhält. Es wird somit ähnlich wie Einkommen behandelt. Wenn keine Verwandten vorhanden sind, wird das Sterbegeld auf Antrag an sonstige Personen wie Freunde oder Nachbarn gezahlt, die die Kosten der letzten Krankheit oder der Bestattung getragen haben. Da es sich in diesem Fall um eine Notstandsbeihilfe handelt, bleibt diese steuerfrei.

CLARK-Experte Nicolai Schieffer steht mit verschränkten Armen vor dunklem Hintergrund.

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