Private Krankenversicherung für Selbstständige: Kosten und Vergleich

Selbständige und Freiberufer dürfen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Was gilt es zu beachten und welche Kosten gelten?

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Selbständige, Freiberufler und Gründer dürfen entscheiden, ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern. In der privaten Krankenversicherung bestimmen sie über Preise und Leistungen ihres Tarifs mit. Vor Vertragsabschluss empfiehlt sich eine Beratung. Denn der Wechsel ist eine Entscheidung für das Leben. 

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Wann habe ich als Selbstständiger Anspruch darauf, die gesetzliche Krankenversicherung verlassen?

Selbstständige und Freiberufler sind grundsätzlich von der Versicherungspflicht in der GKV befreit. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist aber durchaus auch möglich, wenn du zugleich selbständig und angestellt arbeitest. Die Bedingung ist, dass du hauptberuflich selbständig tätig bist. Konkret bedeutet das: Du darfst die GKV verlassen, wenn du neben deiner Festanstellung mehr als 18 Stunden pro Woche selbstständig arbeitest. Außerdem musst du mehr Geld durch die selbständige Tätigkeit verdienen als im festen Job.  Nähere Informationen zu den Voraussetzungen für den Beitritt einer privaten Krankenversicherung findest du hier

Welche Vorteile hat die private Krankenversicherung für Selbstständige im Vergleich zur gesetzlichen?

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Der Leistungsumfang verringert sich Jahr für Jahr. Und das wird auch so weitergehen, da die Bevölkerung immer älter wird und die Kosten im Gesundheitssystem kontinuierlich steigen. Kassenpatienten dürfen keine Privatpraxen aufsuchen und haben keine freie Krankenhauswahl. Die Beiträge ergeben sich prozentual aus dem Einkommen und sind nicht verhandelbar. Anders als Angestellte bekommen Selbstständige und Freiberufler keine Zuschüsse von einem Arbeitgeber. Sie zahlen alles selbst. (Ausnahme: Mitglieder der Künstlersozialkasse) Gesetzlich Versicherte zahlen für viele Leistungen hinzu. Die Höhe der Zuzahlung bestimmt der Gesetzgeber. Kassenpatienten sollten bestimmte Zusatzkrankenversicherungen abschließen. Sonst bleiben sie im Ernstfall auf den Kosten sitzen. Die Krankenkasse zieht zur Berechnung der Beiträge von Selbstständigen und Freiberuflern mehr Quellen heran als bei Angestellten. Dazu zählen beispielsweise Mieteinnahmen. Auf jeden Euro, den ein Selbständiger mehr verdient, wird Beitrag fällig. Schluss damit ist erst oberhalb der Bemessungsgrenze von 4.687,50 Euro.
Private Krankenversicherung (PKV) Privatpatienten werden stets bestmöglich medizinisch versorgt. Sie bekommen zum Beispiel schneller Termine beim Facharzt, sind im Krankenhaus im Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht und erhalten einen deutlich höheren Zuschuss zum Zahnersatz. Privatpatienten sind in jeder Praxis willkommen und dürfen sich in das Krankenhaus ihrer Wahl einweisen lassen. Selbstständige und Freiberufler können aus einer Fülle von Tarifen wählen und sich so genau die Leistungen sichern, die ihren Wünschen entsprechen. Danach richtet sich auch die Höhe der Beiträge. Privat Versicherte können eine Selbstbeteiligung vereinbaren: Sie verpflichten sich, im Leistungsfall eine Summe X hinzuzuzahlen. Im Gegenzug sinken die Beiträge. Privatpatienten erhalten je nach Vertrag und Tarif alle Leistungen aus einer Hand. Sie sind zum Beispiel automatisch während Aufenthalten im Ausland versichert, in der Regel bis zu sechs Monate lang. Die Beiträge von privat Versicherten ergeben sich vor allem aus dem Alter und dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Die Beiträge steigen moderat und je nach Marktlage, unabhängig vom Einkommen.

Gibt es für Selbständige auch Nachteile, wenn sie sich privat versichern?

GKV Die gesetzliche Krankenversicherung bietet eine Familienversicherung an. Es ist möglich, Kinder oder sogar den Partner mitzuversichern. Die gesetzlichen Kassen dürfen niemanden ablehnen, nur weil er an einer bestimmten Erkrankung leidet. Deshalb sind bei einem Wechsel von einer Kasse in eine andere auch keine Gesundheitsfragen zu beantworten. Gesetzlich Versicherte können in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sie die Bedingungen erfüllen. Auch zwischen den einzelnen gesetzlichen Kassen können Versicherte relativ einfach wechseln.
PKV In der privaten Versicherungswirtschaft gilt: ein Versicherter, ein Vertrag. Mitversichern geht nicht. Für Kinder gibt es allerdings günstige Tarife. Private Versicherungsgesellschaften verlangen eine Gesundheitsprüfung. Sie erfolgt in Form eines Fragebogens, den der Antragsteller gewissenhaft beantworten sollte. Stellt sich später heraus, dass der Versicherte gelogen oder sich geirrt hat, zahlt der Versicherer nicht. Der Gesetzgeber errichtet hohe Hürden, um als Privatpatient zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Das gilt vor allem für Menschen über 55 Jahre, die jahrzehntelang von den Leistungen der PKV profitiert haben. Ihre Rückkehr ins Solidarsystem ist unerwünscht.

Warum kann es sich für Selbständige auch finanziell lohnen, in die PKV zu wechseln?

Solange du angestellt bist, übernimmt ein Arbeitgeber die Hälfte deiner Beiträge. Den Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss verlierst du, sobald du dich selbständig machst. Lediglich Künstler und Publizisten können sich einen Zuschuss sichern. Dazu müssen sie der Künstlersozialkasse beitreten. Als Selbständiger zahlst du deine Beiträge in der Regel also vollständig aus eigener Tasche. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung kann finanziell vor allem dann sinnvoll sein, wenn du bei Vertragsbeginn jung und gesund bist. Dann sicherst du dir Beiträge, die oft deutlich unter den GKV-Beiträgen liegen. Außerdem erstatten viele private Versicherer einen Teil der Beiträge zurück, wenn du in einem bestimmten Zeitraum keine Leistungen abrufst. 

Steigen die Beiträge wirklich so deutlich wie oft behauptet?

Das ist ein Klischee. Finanzstarke Versicherungsunternehmen erhöhen die Beiträge stets moderat. Was ein finanzstarken Krankenversicherer ausmacht, erfährst du von einem Experten. CLARK steht dir gerne zur Seite.

Was kostet eine private Krankenversicherung für Selbstständige?

Die Beiträge ergeben sich in der PKV aus dem Alter, dem Gesundheitszustand und den individuellen Bedürfnissen eines Versicherten. Die gewählten Leistungen beeinflussen die Beitragshöhe. Die Kosten der Versicherung sind also hochgradig individuell. In der GKV dagegen richten sich die Beiträge nach dem Einkommen. Jeder zahlt einen Basisbetrag und einen Zusatzbeitrag prozentual vom Einkommen. Beitragsfrei bleibt lediglich Einkommen oberhalb der Bemessungsgrenze. Diese Grenze liegt bei 4.687,50 Euro brutto im Monat. 

 

Auf welche Leistung sollten Selbständige bei einer privaten Krankenversicherung auf keinen Fall verzichten?

Es mag verlockend sein, das eine oder andere Risiko unversichert zu lassen. Denn dadurch sinken die Beiträge. Eines allerdings brauchen Selbstständige und Freiberufler auf alle Fälle: eine ordentliche Absicherung bei längerer Krankheit. Stell dir vor, du liegst wochenlang im Krankenhaus und verdienst keinen Cent. Dann bewahrt dich womöglich nur das Krankentagegeld davor, deine Ersparnisse aufzubrauchen oder dich zu verschulden. Berechne also, wie viel Geld am Tag du mindestens brauchst. Überlege auch, ab welchem Tag der Krankheit du das Krankentagegeld von deinem Versicherer erhalten möchtest. 

 

Wie hoch sollte meine Selbstbeteiligung ausfallen?

Wer jedes Jahr einen bestimmten Teil seiner Krankheitskosten selbst übernimmt, zahlt einen geringeren Monatsbeitrag. Das ist so ähnlich wie bei der Haftpflicht. Diese Versicherung bekommst du auch günstiger, wenn du für einen Schaden von beispielsweise bis zu 150 Euro selbst geradestehst. Wie hoch die Selbstbeteiligung ausfallen sollte, hängt unter anderem davon ab, welchen Monatsbeitrag du für die gewählten Leistungen zu zahlen bereit bist. Sei bei der Wahl deiner Selbstbeteiligung realistisch. Wie viel Geld kannst du pro Jahr erübrigen, ohne dass es wehtut? 500 Euro? 1.000 Euro? Sorge für ein entsprechendes Polster auf deinem Konto. 

 

Wie viel Krankenkassenbeitrag können Selbstständige und Freiberufler von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich kannst du als privat Versicherter deine Kosten beim Finanzamt geltend machen. Gesetzlich Versicherte dürfen ihre GKV-Beiträge ja auch absetzen. Den genauen Betrag, den du absetzen kannst, teilt dir die private Kasse einmal im Jahr mit. Die entsprechende Bescheinigung reichst du mit der Einkommensteuererklärung ein. Als Faustregel kannst du dir merken: Das Finanzamt erkennt mindestens so viel an, wie du für den Basistarif deines privaten Krankenversicherers zahlen würdest. 

 

Angenommen ich bleibe als Selbstständiger zeitweise ohne Einkommen. Was dann?

Dein privater Versicherer wird dir möglicherweise gestatten, die Beiträge auszusetzen und später nachzuzahlen. Sollte sich die Flaute über mehrere Monate erstrecken, muss dir der Versicherer einen Tarifwechsel erlauben. Hast du dich ursprünglich für einen großen Leistungsumfang entschieden, kannst du auch den Beitrag senken: Wechsle bei deinem Anbieter in einen anderen Tarif. Laut Gesetz muss jede private Versicherungsgesellschaft beispielsweise einen Basistarif anbieten. Leistungen und Beitrag ähneln der gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn sogar die Kosten des Basistarifs deine Möglichkeiten übersteigen, musst du in den Notlagentarif der PKV wechseln. Diese absolute Notlösung gestattet immerhin eine medizinische Grundversorgung. 

Gut zu wissen

Anfangs günstig, in Notlagen unbezahlbar – so lässt sich das Fazit mancher Medien zur privaten Krankenversicherung zusammenfassen. Panik ist allerdings unangebracht. Versicherte, die knapp bei Kasse sind, dürfen in der PKV in den Basistarif wechseln. In besonders aussichtsloser Lage hilft der Notlagentarif.

Kann ich zur Not auch in die gesetzliche Krankenversicherung zurück?

In der Regel versperrt das Gesetz eine Rückkehr in die GKV. Du müsstest dich fest anstellen lassen, wenn du wieder versicherungspflichtig werden möchtest. Der Wunsch nach Rückkehr basiert bei Selbständigen oft auf Fehlern bei Vertragsabschluss. Zum Ausstieg aus der privaten Krankenversicherung lies den Artikel Private Krankenversicherung verlassen

Welchen Fehler sollte ich bei Vertragsabschluss unbedingt vermeiden? 

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, bindet sich idealerweise für das Leben. Schließe deshalb niemals einen Vertrag ab, nur weil ein Vergleichsrechner den angeblich besten Tarif heraussucht. Eine vermeintlich günstige private Krankenversicherung kann Selbstständige teuer zu stehen kommen. Online-Vergleiche liefern immer nur Anhaltspunkte. Lass dich unabhängig und deinen Bedürfnissen gemäß beraten!