Private Auslandskrankenversicherung: Reisen und leben fern der Heimat

Die private Krankenversicherung gewährt im Ausland umfassenden Schutz. In welchen Fällen eine zusätzliche private Auslandsversicherung oder eine Anwartschaft sinnvoll sind.

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Privat Versicherte genießen im Vergleich zu gesetzlich Versicherten im Ausland einen umfassenden Versicherungsschutz. In bestimmten Situationen können dennoch die Leistungen einer zusätzlichen privaten Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein. 

Was leistet die private Krankenversicherung im Ausland?

Innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums bietet deine private Krankenversicherung (PKV) umfassenden Versicherungsschutz. Im Vergleich zu gesetzlich Versicherten brauchst du auf Reisen also in keinem unserer Nachbarländer eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung. Das gilt sogar für längere Aufenthalte von ein paar Jahren. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „Europageltung“. Zum europäischen Wirtschaftsraum gehören alle Länder der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. 

Sollte ich auch als privat Versicherter eine Auslandskrankenversicherung abschließen?

Für dich als privat Versicherter kann sich eine Auslandsreisekrankenversicherung lohnen, um die Lücke bei einer eventuell vereinbarten Selbstbeteiligung in deinem PKV-Tarif zu schließen. Ein Beispiel: Du hast für den ambulanten und stationären Teil eine Selbstbeteiligung im Jahr von 500 Euro vereinbart, erst wenn diese erreicht wird, übernimmt deine PKV alles darüber hinaus. Reichst du die Rechnung über die Auslandsreisekrankenversicherung ein, erstattet sie dir direkt den gesamten Betrag.

Auch gewähren manche Tarife der PKV eine Beitragsrückerstattung, wenn ein oder mehrere Jahre keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Sollte im Ausland eine Behandlung anfallen, kannst du diese über die Auslandsreisekrankenversicherung geltend machen und somit deine Beitragsrückerstattung weiterhin sichern.

 

Welche Kosten bekomme ich im europäischen Ausland erstattet?

Deine private deutsche Krankenversicherung besteht uneingeschränkt weiter. Dein Anbieter erstattet die Kosten von Behandlungen und Medikamenten bis zur gleichen Höhe wie in Deutschland. Du reichst also einfach weiterhin deine Belege ein. Sollte die Rechnung nicht in Euro ausgestellt sein, rechnet die Versicherung die Fremdwährung um. Dafür gilt der Tag des Rechnungseingangs. 

 

Wie bin ich außerhalb Europas krankenversichert?

Dein privater Versicherungsschutz gilt mindestens einen Monat lang weltweit. Viele PKV-Anbieter gewähren bis zu vier Monate Schutz. Falls du dich länger im Ausland aufhalten willst, rufe deinen Versicherer an. Möglicherweise lässt sich eine Zusatzvereinbarung abschließen. Das Angebot deiner aktuellen Gesellschaft solltest du anschließend mit Tarifen einer separaten privaten Auslandskrankenversicherung vergleichen. Eventuell wird es günstiger für dich, den nicht versicherten Zeitraum bei einem anderen Anbieter zu versichern. 

Gut zu wissen

Angenommen du wirst im außereuropäischen Ausland so krank, dass sich deine Rückkehr nach Deutschland verzögert. Dann informiere deinen Versicherer und schicke ihm gegebenenfalls einen Nachweis deiner Erkrankung. Dein vertraglich vorgesehener Versicherungsschutz verlängert sich dann kostenfrei um bis zu zwei Monate.

Ich wandere aus. Was ist zu tun?

Falls du in ein anderes europäisches Land auswanderst, also länger als ein paar Jahre bleiben möchtest, sprich mit deinem Versicherer. Verlasse dich in diesem Fall nicht auf eine unbefristete Europageltung. Ziehst du dauerhaft in ein Land außerhalb Europas, musst du dich dort versichern. Zusätzlich eine private Krankenversicherung in Deutschland fortzuführen, ist nicht ohne weiteres möglich – und auch eher sinnlos. Du solltest besser eine Anwartschaftsversicherung abschließen, um dir für deine Rückkehr optimale Leistungen zu sichern. 

 

Welchen Vorteil bringt eine Anwartschaft?

Diese Zusatzversicherung friert die Bedingungen ein, zu denen du deine Krankenversicherung seinerzeit abgeschlossen hast. Kehrst du zurück nach Deutschland, ist alles wie früher. Außerdem sichern solche Tarife die Ansprüche auf die Pflegeversicherung. Die Anwartschaftsversicherung darfst du nicht mit einer „Krankenversicherung light“ verwechseln. Aus ihr leiten sich keine Ansprüche auf Behandlungen oder Medikamente ab. 

 

Worauf sollte ich vor einem längeren Auslandsaufenthalt achten?

Schau in deinem Vertrag nach, ob für den Fall der Fälle ein Rücktransport nach Deutschland abgesichert ist. Die Kosten für einen solchen Krankentransport gehen je nach Aufenthaltsort in die Tausende. Am besten abgesichert bist du, wenn in deinem Vertrag ein „medizinisch sinnvoller“ Rücktransport abgedeckt ist. Mindestens aber sollte der Passus die Formulierung „medizinisch notwendiger Rücktransport“ enthalten sein. Sollte der Rücktransport in deinem Tarif nicht vorgesehen sein, schließe eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung ab.  

Benötigen privat Versicherte eine Auslandsreisekrankenversicherung für Kurzreisen?

Ein gesetzlich Versicherter benötigt für jede Reise ins Ausland eine Auslandsreisekrankenversicherung. Privatversicherte haben diesen zusätzlichen Schutz in der Regel nicht nötig. Wie für längere Reisen gilt aber: Prüfe, ob dein Tarif einen möglichen Rücktransport vorsieht. Falls nicht, kannst du dieses Risiko mit einer einfachen Auslandsreisekrankenversicherung nachträglich absichern. Anspruch auf Leistungen besteht in den meisten Tarifen für sechs Wochen am Stück.  

 

Mein Versicherer stellt „Übersetzungskosten“ in Rechnung. Darf er das?

Die PKV übernimmt im Ausland die Kosten für Leistungen, die sie auch in Deutschland auf sie zukämen. Entsteht durch deinen Auslandsaufenthalt Aufwand, kann die Versicherung die Kosten berechnen. Reichst du beispielsweise einen Beleg auf Französisch oder Norwegisch ein, möchte der Versicherer den Inhalt kennen. Also lässt er ihn auf deine Kosten übersetzen. 

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