Rürup für Ärzte und andere Berufsgruppen

Die Rürup-Rente eignet sich vor allem für Freiberufler und Selbstständige. Sie profitieren von hohen Steuerersparnissen und sorgen günstig fürs Alter vor.

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Die Rürup-Rente wurde 2005 eingeführt. Sie ist eine staatlich geförderte Form der Altersvorsorge und vor allem für Personen gedacht, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind und dies auch nicht wollen. Das trifft vor allem auf Selbstständige und Freiberufler zu.

Ist die Rürup-Rente für Selbstständige und Freiberufler sinnvoll?

Viele Selbstständige oder Freiberufler sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und können auch keine betriebliche Altersvorsorge abschließen. Stattdessen müssen sie selbst aktiv werden. Sie können sich dann zum Beispiel freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern, privat vorsorgen oder eben einen Rürup-Renten-Vertrag abschließen.

Die Rürup-Rente hat für Freiberufler und Selbstständige mehrere Vorteile:

  • Bestimmte Rürup-Verträge sehen eine garantierte Rente vor, wenn du regelmäßig deine Beiträge zahlst. Das hat den Vorteil, dass nicht die Gefahr besteht, dass du am Ende weniger bekommst. Erwirtschaften die Versicherungsunternehmen Überschüsse, können diese die Rente erhöhen.

  • Einige Verträge sind so flexibel, dass du auch mal mit den Beiträgen aussetzen oder Sonderzahlungen vornehmen kannst – je nachdem, wie dein Geschäft gerade läuft.

  • Vor allem wenn du viel verdienst, lohnt sich die Rürup-Rente, da du in der Ansparphase von Steuerersparnissen profitierst. 2020 kannst du in der Einkommensteuererklärung bis zu 25.046 Euro geltend machen, zusammenveranlagte Ehepaare können sogar bis zu 50.092 Euro angeben.

  • Die Rürup-Rente wird ein Leben lang gezahlt, egal, wie alt du wirst. Du musst also keine Angst haben, dass dir die Rente ausgeht, wenn du sehr alt wirst.

Lohnt sich die Rürup-Rente für Ärzte und andere Berufsgruppen, die durch eine berufsständische Versorgung abgesichert sind?

Viele Freiberufler, etwa Ärzte, Anwälte oder Architekten, haben die Möglichkeit oder die Pflicht, sich einer berufsständischen Versorgung anzuschließen. Sie zahlen regelmäßig Beiträge und erhalten daraus später eine Rente. Dadurch sind sie oft schon relativ gut fürs Alter abgesichert.

Bei Ärzten und Co. kann die Rürup-Rente als Ergänzung dienen. Da das Finanzamt auch die Einzahlungen in die berufsständische Versorgung miteinbezieht, verringert sich hier jedoch der in der Steuer absetzbare Betrag der Rürup-Rente im selben Umfang.

Ist die Rürup-Rente für Beamte sinnvoll?

Beamte erhalten keine Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern eine Pension. Diese entspricht allerdings nicht der vollen Höhe der letzten Dienstbezüge, sondern liegt bei etwa 70 Prozent. Außerdem hängt sie von der Anzahl deiner Dienstjahre ab. Dabei gilt aber, dass du dein letztes Amt mindestens zwei Jahre lang innegehabt haben musst. Ist dies nicht der Fall, bezieht sich die Pension auf das vorhergehende Amt. 

Auch hier kann es also zu einer Versorgungslücke kommen. Um diese auszugleichen, kannst du privat etwas zurücklegen. Gerade wenn du ein hohes Einkommen hast, eignet sich bei Beamten eine Rürup-Rente als private Altersvorsorge, denn auch in diesem Fall profitierst du als Beamter von der Steuerersparnis. Allerdings kannst du nicht den Maximalbetrag von 25.046 Euro (Stand 2020) ausschöpfen. Bei der Berechnung setzt das Finanzamt einen fiktiven Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung an, der davon abgezogen wird.

Können auch Angestellte eine Rürup-Rente abschließen?

Für Angestellte lohnt sich eine Rürup-Rente nur, wenn sie ein hohes Einkommen haben. Auch hier berücksichtigt das Finanzamt die Beiträge, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben, wodurch sich die Absetzbarkeit der Rürup-Rente im selben Umfang verringert.

Welche Art von Rürup eignet sich für Freiberufler und Selbstständige?

Rürup-Verträge gibt es in verschiedenen Varianten. Für welche du dich entscheidest, hängt vor allem davon ab, ob du noch zusätzlich fürs Alter vorsorgst. Wenn du dir unsicher bist, welche Option für dich geeignet ist, beraten dich die CLARK-Experten gerne.

Man unterscheidet:

  • Klassische Rentenversicherung: Bei diesem Modell weißt du von Anfang an, wie hoch deine Rente später sein wird; sie ist garantiert. Durch Überschüsse kann sie sich erhöhen, muss sie aber nicht. Die Rentenversicherung ist dann empfehlenswert, wenn du sie als Basis für deine Altersvorsorge nutzen willst – ähnlich der gesetzlichen Rentenversicherung bei Angestellten.

  • Fondsgebundene Rentenversicherung oder Fondssparplan: Bei dieser Variante investieren die Versicherer deine Beiträge zum Teil in Wertpapiere. Dadurch können sie höhere Renditen erwirtschaften, was natürlich auch deine Rente steigert. Allerdings ist dies nicht garantiert und wie bei allem, was an der Börse geschieht, ist ein gewisses Risiko dabei. Die Versicherer geben deshalb oft keine oder nur eine eingeschränkte Garantie für die Höhe der späteren Rente. Diese Variante eignet sich deshalb vor allem dann für dich, wenn du bereits anderweitig vorsorgst, zum Beispiel durch ein Versorgungswerk, und die Rürup-Rente nur eine Ergänzung ist. Oder, wenn du bis zum Renteneintritt noch viel Zeit vor dir hast. Denn über eine lange Laufzeit von zwanzig oder mehr Jahren hat der Wertpapiermarkt bislang immer Gewinne erzielt.

Worauf sollten Selbstständige und Freiberufler bei Abschluss des Rürup-Vertrags achten?

Viele Selbstständige wissen am Anfang des Monats nicht, wie viel sie am Ende verdient haben werden. Die Auftragslage schwankt, es gibt Durststrecken, aber auch Zeiten, in denen du deutlich mehr Geld hast als sonst. Achte deshalb darauf, dass dein Rürup-Vertrag flexibel ist. Du solltest die Möglichkeit haben, deine Zahlungen für einen gewissen Zeitraum problemlos auszusetzen, wenn es gerade nicht so gut läuft. Achte aber auch darauf, dass du Sonderzahlungen in deinen Vertrag leisten kannst, wenn dein Geschäft floriert.

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