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Vermögenswirksame Leistungen als betriebliche Altersvorsorge nutzen

Vermögenswirksame Leistungen für die betriebliche Altersvorsorge nutzen und für das Rentenalter vorsorgen. Diese Möglichkeiten gibt es.

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Arbeitgeber zahlen oft schon ihren Auszubildenden vermögenswirksame Leistungen, um sie beim Vermögensaufbau zu unterstützen. Die Zahlung vermögenswirksamer Leistungen ist freiwillig und der Arbeitnehmer hat die Wahl zwischen verschiedenen Anlage- beziehungsweise Investitionsformen. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen betrieblicher Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen und anderen Vorsorgemöglichkeiten.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksamen Leistungen (oft als VL oder VwL abgekürzt) sind freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers, die sich auch zur Investition in eine betriebliche Altersversorgung eigenen. Maximal 40 Euro pro Monat kann ein Arbeitnehmer als VL von seinem Arbeitgeber erhalten; das sind jährlich 480 Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers handelt, sofern die VL nicht tariflich geregelt sind. Zudem ist es notwendig, dass der Arbeitnehmer einen Fondssparplan, einen Bausparvertrag oder einen Rentensparplan vorlegt, in den die vermögenswirksamen Leistungen eingezahlt werden. Denn vermögenswirksame Leistungen werden nie direkt an den Arbeitnehmer gezahlt, sondern fließen stets zweckgebunden in ein geeignetes Finanzprodukt. Vermögenswirksame Leistungen können auch für die betriebliche Altersvorsorge genutzt werden.

Gut zu wissen

Vermögenswirksame Leistungen können nicht nur zum Vermögensaufbau, sondern auch zum Schuldenabbau verwendet werden. Du kannst sie beispielsweise zur Tilgung einer bestehenden Baufinanzierung verwenden.

Welche Auswirkungen hat die Arbeitnehmersparzulage auf deine vermögenswirksamen Leistungen?

In Deutschland profitieren Geringverdiener von der „Arbeitnehmersparzulage“. Neben dem Arbeitgeber beteiligt sich hier auch der Staat an der Vermögensbildung. Mit dem Zuschuss möchte der Staat Berufsanfänger und Menschen mit geringem Einkommen dazu ermuntern, frühzeitig Vermögen aufzubauen. Voraussetzung für einen Anspruch ist ein Jahreseinkommen von maximal 17.900 Euro für Singles oder 35.800 Euro für Ehepaare, sofern sie die Arbeitnehmersparzulage für wohnwirtschaftliche Zwecke beispielsweise in einen Bausparvertrag investieren wollen. Wer in Bank- oder Fondssparpläne investieren möchte, darf im Jahr als Single maximal 20.000 Euro und als Ehepaar 40.000 Euro verdienen, um die staatliche Unterstützung zu erhalten.

Fondssparpläne werden vom Staat mit 20 Prozent bezuschusst, Bausparverträge mit 9 Prozent. Bist du förderberechtigt und zahlt dir dein Arbeitgeber weniger als 40 Euro vermögenswirksame Leistung, empfiehlt es sich, die Differenz aus dem eigenen Geld beizusteuern, um die volle staatliche Förderung zu erhalten. Es ist möglich, beide Förderungen zu erhalten und somit einen Fondssparplan und einen Bausparvertrag gleichzeitig zu besparen.

Die Arbeitnehmersparzulage ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings beträgt die Mindestlaufzeit sieben Jahre. Erst nach sieben Jahren überweist dir das Finanzamt die Arbeitnehmersparzulage.

Gut zu wissen

Wenn du deine vermögenswirksamen Leistungen stattdessen in eine betriebliche Altersvorsorge investierst, hast du keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage. Dafür profitierst du jedoch vom Brutto-/Netto-Effekt der Entgeltumwandlung. Denn: Normalerweise erhöht eine VL dein Bruttoeinkommen, obwohl sie dir nicht ausbezahlt wird, und es fallen mehr Steuern- und Sozialabgaben an. Gibst du deine VL stattdessen in die bAV, geht der volle Betrag in die Altersversorgung, ohne dass du darauf Steuern und Sozialabgaben entrichten musst.

Sollten vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag oder in eine betriebliche Altersvorsorge fließen?

Welche Form der Anlage für die vermögenswirksamen Leistungen am sinnvollsten ist, hat viel mit deiner momentanen Situation zu tun. Es kann sowohl sinnvoll sein, die vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag zu investieren, als auch in deine betriebliche Altersvorsorge.

Investierst du sie in einen Bausparvertrag, musst du sie versteuern und Sozialabgaben darauf entrichten. Dafür kannst du nach sieben Jahren Sparzeit, solltest du förderfähig sein, zusätzlich von der Arbeitnehmersparzulage profitieren. Für kurz- bis mittelfristige Anschaffungen oder Investitionen ist solch eine Anlageform daher durchaus sinnvoll.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zielt hingegen auf die Sicherung des Lebensstandards im Rentenalter ab. Mit eigenen Beiträgen in eine bAV einzuzahlen, ist daher immer sinnvoll. Nutzt du dazu die vermögenswirksamen Leistungen, sorgst du automatisch fürs Alter vor, ohne dass es dich einen Cent kostet. Du musst die VL nicht einmal versteuern und Sozialabgaben darauf entrichten. Stattdessen profitierst du von den Wertsteigerungen, den deine Altersvorsorge aufgrund von Zinsen und Überschüssen im Laufe der Jahre macht. Anderseits kannst du eine betriebliche Altersversorgung nicht mehr kündigen, um so beispielsweise an dein Vorsorgevermögen heranzukommen. Du kannst sie nur beitragsfrei stellen. Das Geld, das du in eine bAV einzahlst, wird dir erst wieder mit Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt.

Kein Geld verschenken!

Sichert dir dein Arbeitgeber arbeits- oder tarifvertraglich vermögenswirksame Leistungen zu, solltest du auf jeden Fall Gebrauch davon machen. Da es zweckgebunden ist, kann es nie einfach mit dem Gehalt ausbezahlt werden. Führst du die vermögenswirksamen Leistungen keinem Zweck zu, verfallen sie einfach. Das solltest du nicht zulassen, schließlich hast du doch kein Geld zu verschenken, oder?

Welche Vorteile hat es, VL für die betriebliche Altersvorsorge zu nutzen?

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge genießen Arbeitnehmer die Vorzüge der sogenannten Entgeltumwandlung. Ein direkter Vergleich von klassischen Sparprodukten mit VL und einer Kombination aus betrieblicher Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen verdeutlicht die Unterschiede. Wir gehen dabei von einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro und vermögenswirksamen Leistungen von 40 Euro pro Monat aus.

  • Bei Abschluss einer bAV werden die 40 Euro VL vom Bruttogehalt abgezogen und in den gewählten Vertrag eingezahlt. Das steuer- und sozialversicherungspflichtige Gehalt beträgt weiterhin 3.000 Euro. Das entspricht netto einem monatlichen Einkommen von etwa 1.973 Euro (Steuerklasse I, keine Kinder, GKV-Zuschlag 1,1 %)

  • Beim klassischen VL-Sparen wird das Bruttogehalt um 40 Euro erhöht, sodass nun ein Bruttogehalt von 3.040 Euro zu versteuern ist und entsprechend höhere Abgaben für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgeführt werden. Netto bleiben davon etwa 1.955 Euro (Steuerklasse I, keine Kinder, GKV-Zuschlag 1,1 %).

  • Das Bedeutet: Investierst du in diesem Beispiel deine vermögenswirksamen Leistungen in eine betriebliche Altersversorgung, hast du netto knapp 20 Euro mehr auf dem Konto und 40 Euro monatlich in der Altersversorgung.

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