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Betriebsrente: Was du über betriebliche Altersvorsorge wissen solltest

Als Angestellter fürs Alter vorsorgen: Was es beim Thema Betriebsrente zu beachten gilt und worauf es bei der Versteuerung einer Betriebsrente ankommt.

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Mit einer Betriebsrente als zusätzliche Leistung zum Gehalt werben viele Arbeitgeber um talentierte Mitarbeiter. Doch nur wenige Mitarbeiter wissen, dass sie auch selbst in eine Betriebsrente einzahlen können - auch dann, wenn der eigene Arbeit von sich aus kein solches Modell anbietet. Mit der Betriebsrente können Arbeitnehmer zusätzlich zur gesetzlichen Rente mit eigenen Beiträgen fürs Alters vorsorgen und dabei auch noch Steuern sparen. Wie das geht, verraten wir hier.

Was ist eine Betriebsrente?

Die Betriebsrente, häufiger auch betriebliche Altersvorsorge genannt, gehört zu den ältesten Formen der deutschen Rentenversorgung. Neben der gesetzlichen und privaten Rente ist sie auch als dritte Schicht (oder früher auch dritte Säule) der Altersvorsorge bekannt. Ursprünglich war sie eine reine Arbeitgeberleistung, bei der der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zusätzlich zum Gehalt einen Zuschuss zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung zahlte. Über das Mittel der Entgeltumwandlung kann seit 2002 aber auch der Arbeitnehmer eigene Beiträge aus seinem Bruttoentgelt umwandeln und in die Betriebsrente einzahlen. Dies wird bei Neuverträgen seit 2019 häufig sogar vom Arbeitgeber bezuschusst.

Welche Arten der Betriebsrente gibt es?

Insgesamt unterscheidet man zwischen fünf sogenannten Durchführungswegen, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Als Arbeitnehmer musst du dich allerdings nicht wirklich zwischen einem dieser Durchführungswege entscheiden, denn wie ein Arbeitgeber die Betriebsrente organisiert, ist allein ihm überlassen. Dafür steht er dir gegenüber aber auch für die versprochenen Leistungen ein. Nur dann, wenn es bei deinem Arbeitgeber noch gar keine Altersversorgung gibt und du aber selbst Beiträge einzahlen willst, kannst du von deinem Arbeitgeber den Abschluss einer Direktversicherung verlangen. Weitere Durchführungswege sind neben der Direktversicherung

Lohnt es sich, als Arbeitnehmer in eine Betriebsrente einzuzahlen?

Angesichts des sinkenden Rentenniveaus ist es angebracht, bei der Altersvorsorge nicht allein auf die gesetzliche Rente zu setzen. Für viele Angestellte ist die Betriebsrente daher eine sinnvolle Möglichkeit zum Aufbau einer Zusatzrente.

Während der Ansparphase profitierst du in der Betriebsrente vom Steuer- und Sozialabgabenvorteil bei der Entgeltumwandlung. Deine Beiträge werden direkt aus deinem Bruttoentgelt abgezogen und in die Betriebsrente eingezahlt. Nur auf den Rest deines Gehalts fallen Steuern und Sozialabgaben an. Weil dein Bruttogehalt nach Abzug der Beiträge niedriger ist, sind diese Abzüge geringer. So zahlst du zwar den vollen Beitrag in deine Altersversorgung ein, je nach Einkommen und Steuerklasse musst du netto aber nur auf etwa 50 Prozent verzichten! Außerdem müssen Arbeitgeber bei Neuverträgen, die nach 2019 geschlossen wurden, und die in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds durchgeführt werden, deinen eigenen Beitrag mit 15 Prozent bezuschussen! Diese Regelung gilt ab 2022 auch für Verträge, die vor 2019 geschlossen wurden.

Besonders lohnend ist die Betriebsrente natürlich dann, wenn sich auch dein Arbeitgeber daran beteiligt und von sich aus Beiträge in die Altersversorgung einzahlt. Manche Arbeitgeber wollen ihre Mitarbeiter regelrecht motivieren, mit eigenen Beiträgen fürs Alter vorzusorgen, und versprechen über ihr eigenes Engagement hinaus einen Zusatzbeitrag.

Ob sich eine Betriebsrente für dich als Arbeitnehmer lohnt, kann auch davon abhängen, ob und wie du sonst bereits fürs Alter vorgesorgt hast, wie alt du bei Beginn der Einzahlung bist und welcher Steuerklasse du angehörst. Wenn du dir unsicher bist, wende dich gern an einen unserer CLARK-Experten.

Wie verhält sich die Besteuerung einer Betriebsrente?

Ansparphase:

In der Ansparphase sind die Beiträge zu deiner Betriebsrente in bestimmten Grenzen steuerfrei. Wird deine Betriebsrente über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt, kannst du jährlich 8 % der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung (BBG) steuerfrei einzahlen. In den Durchführungswegen Direktzusage und Unterstützungskasse ist die Einzahlung sogar unbegrenzt steuerfrei.

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist die Grenze deines Bruttogehalts, bis zu der du Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten musst. Sie wird jährlich vom Staat angehoben. 2020 liegt sie bei 82.800 Euro im Jahr bzw. 6.900 Euro pro Monat. 8 % entsprechen also 6.624 Euro Beitrag pro Jahr bzw. 552 Euro im Monat.

Deine Beiträge sind darüber hinaus bis 4 % der BBG, also 3.312 Euro/Jahr bzw. 276 Euro/Monat sozialabgabenfrei.

Auszahlungsphase:

In der Auszahlungsphase musst du deine Betriebsrente regulär versteuern. Weil dein Einkommen im Ruhestand aber wahrscheinlich niedriger ist als während des Erwerbslebens, ist auch deine Steuerlast geringer. Es fallen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an, dafür aber die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung - auch der Arbeitgeberanteil. Die Wertentwicklung deiner Beiträge sowie der Zuschuss, den dir dein Arbeitgeber häufig zahlen muss, gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus.

In vielen Verträgen hast du die Wahl, ob du dir deine Betriebsrente bei Eintritt in den Ruhestand als lebenslange Rente oder als einmalige Kapitalzahlung auszahlen lassen willst. Bei der Kapitaloption solltest du berücksichtigen, dass eine hohe Einmalsumme auch deine Steuerlast erhöht. Bei Auszahlungen aus einer Direktversicherung oder Unterstützungskasse wird mit der sogenannten Fünftelungsregel allerdings bereits darauf geachtet, dass du nicht die vollen Steuern bezahlen musst. Im Gegensatz zur Rente hat die Kapitaloption den Vorteil, dass du dein Geld frei vererben kannst.

Tipp

Es reicht in der Regel, wenn du dich kurz vor Eintritt in den Ruhestand für eine Auszahlungsoption entscheidest. Wende dich vor deiner Entscheidung am besten an deinen Steuerberater.

Wie hoch ist der zu entrichtende Krankenkassenbeitrag beim Bezug von Betriebsrente?

Auf Einkünfte aus einer Betriebsrente fallen die vollen Beiträge zur Krankenkasse und zur Pflegeversicherung an - auch der Arbeitgeberbeitrag. Die Wertentwicklung deiner Betriebsrente während der Ansparphase sowie der Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent, den du bei Neuverträgen seit 2019 in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds erhältst, gleichen das in der Regel jedoch mehr als aus.

Privat Versicherte sowie Rentenempfänger, deren monatliche Zusatzrentenzahlung 159,25 Euro (1/20 der Bezugsgröße in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungnicht überschreitet, sind von der Abgabepflicht befreit.

Was hat es beim Bezug von Betriebsrente mit der Doppelverbeitragung bzw. Doppelversteuerung auf sich?

Die Betriebsrente ist während der Ansparphase in bestimmten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei. Beide Abgaben müssen erst im Ruhestand geleistet werden. Dann müssen Betriebsrentenbezieher Steuern entrchten sowie den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, auch den Arbeitgeberanteil, weil auch dieser beim Einzahlen in die betriebliche Altersversorgung Sozialabgaben gespart hat.

Das war aber nicht immer so. Bis 2004 zahlten Arbeitnehmer ihre Beiträge nicht aus dem unversteuerten Brutto, sondern von ihrem bereits mit Abgaben belegten Nettoeinkommen. 2004 änderte die rot-grüne Bundesregierung diese Regelung zur heute gültigen, jedoch ohne Betriebsrentner davon zu befreien, deren Versicherungsverträge schon 2004 bestanden hatten. Deren Beiträge werden seitdem doppelt verbeitragt. Bis 2004 in der Ansparphase und seitdem in der Auszahlungsphase. Erst 2019 wurde im Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die Situation der Betriebsrenter verbessern soll.

Gut zu wissen

Wenn du keinen Vertrag über eine betriebliche Altersversorgung besitzt, der vor 2004 geschlossen wurde, musst du dir über Doppelbesteuerung beziehunsgweise Doppelverbeitragung keine Gedanken machen.

Wenn du noch offene Fragen hinsichtlich einer Betriebsrente hast, helfen dir unsere CLARK-Experten gerne weiter.

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