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Kredite für Geringverdiener

Du verfügst über ein eher geringes Einkommen und benötigst einen Kredit? Hier findest du die wichtigsten Informationen!

Das Wichtigste in Kürze

Eigentlich paradox: Je weniger jemand wegen seiner persönlichen Finanzen einen Kredit benötigt, desto leichter bekommt er in der Regel einen. Denn je besser jemand verdient und je mehr Geld er 'auf der hohen Kante' hat, desto weniger Risiko bedeutet er für die Bank und desto einfacher und problemloser bekommt er auch höhere Kredite.

Am anderen Ende stehen Geringverdiener. Wenn du dazugehörst, bedeutet das, dass du nur ein niedriges monatliches Einkommen hast. Dementsprechend wird es nicht nur generell schwieriger, einen Kredit zu bekommen, sondern auch die möglichen Summen sind ziemlich scharf begrenzt. Unmöglich ist zwar nicht alles in Sachen Kredit, aber es gibt viele Einschränkungen und vieles, was du beachten solltest.

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Geringverdiener stellen wegen ihres niedrigen Einkommens für Banken ein recht hohes Risiko bei der Kreditvergabe dar.

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Die Zahl der Finanzierungsprodukte für diese Zielgruppe ist deshalb begrenzter und bei seriösen Angeboten in Sachen Betrag immer scharf limitiert.

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Zentraler Punkt für Geringverdiener ist es deshalb, Notwendigkeit, Höhe und Art des Kredits sowie das dahinterstehende Institut sehr genau zu eruieren.

Geringverdiener und ihre Risiken im Überblick

Ab wann eine Person Geringverdiener ist

Wann giltst du als Geringverdiener? Keine lapidare Frage, sondern eine, zu der es eine rechtlich einheitliche Definition gibt: Geringverdiener sind alle Angestellten, die monatlich weniger als 325 Euro bekommen und bei denen der Arbeitgeber den Beitrag des -nehmers zur Sozialversicherung vollständig zahlt.

Allerdings musst du wissen, dass der Begriff Geringverdiener oftmals breiter benutzt wird – er erstreckt sich umgangssprachlich auch auf geringfügig Beschäftigte. Das sind dann alle Arbeitnehmer, die maximal 450 Euro im Monat verdienen, etwa Minijobber. Teilweise werden auch noch Arbeitnehmer dazugerechnet, die mehr Geld verdienen, aber dennoch ein niedriges Einkommen weit unterhalb des jeweiligen Durchschnittsgehalts verdienen.

Eine ziemlich große Gruppe von Menschen. Etwa:

  • Studenten,

  • Halbtagskräfte,

  • Hausfrauen und -männer mit Nebenverdienst,

  • Auszubildende und

  • Mitunter Rentner,

um nur die Wichtigsten zu nennen. Sie alle haben ein sehr geringes Einkommen, dadurch wenig Geld zur Verfügung – und schon eine ungeplante Ausgabe, etwa eine Nachzahlung, eine Reparatur oder ein kaputtes Haushaltsgerät, kann ein Darlehen notwendig machen.

Geringverdiener aus Sicht der Banken

Wie wirkst du als Arbeitnehmer mit sehr niedrigem Einkommen auf ein Kreditinstitut? Vor allem wird man dich als Risikofaktor sehen, zumindest wenn es um Kredite geht. Du bekommst wenig Geld. Das heißt, es gibt nur einen sehr geringen Spielraum von frei verfügbarem Einkommen – das Geld, was du jenseits dessen, was du zum Lebensunterhalt benötigst, zur Zurückzahlung eines Darlehens aufbringen könntest.

Je kleiner dieser Spielraum, desto größer ist für die Bank das (theoretische) Risiko, dass du die geliehene Summe nicht samt Zinsen zurückzahlen kannst. Man wird dir deshalb nur geringe, maximal niedrig-vierstellige Beträge leihen. Wenn dir als Geringverdiener jemand mehr leihen möchte, solltest du extrem vorsichtig sein, denn es handelt sich höchstwahrscheinlich ein unseriöses Angebot.

Zusammenfassung

  • Geringverdiener sind rechtlich alle, die weniger als 325 Euro Einkommen im Monat haben.
  • Umgangssprachlich zählen jedoch auch geringfügig Beschäftigte bis 425 Euro dazu.
  • Unter diese Einkommensgrenze fallen viele verschiedene Gruppen aus allen Gesellschaftsschichten.
  • Immer bedeutet ein sehr niedriges festes Einkommen für Banken ein hohes Risiko für Zahlungsausfälle. Kreditsummen sind deshalb bei seriösen Angeboten scharf begrenzt.

Wichtige Voraussetzungen für Darlehen an Geringverdiener

Dein Schufa-Score sollte makellos sein

Du kannst durchaus wenig verdienen. Aber im Gegenzug solltest du mit dem Wenigen, das du hast, vorbildlich haushalten können. Das heißt, bevor du dir auch nur ein Angebot erstellen lässt, solltest du sichergehen, dass der auf der Schufa basierende Teil deiner Bonität keine Lücken hat. Das kannst du im Vorfeld durch die Anforderung einer Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO bei der Schufa überprüfen.

Ganz wichtig: Wenn es hier bereits hapert, du also einen schlechten Score und eine schlechte Bonität hast, solltest du wirklich sehr genau überlegen, ob ein womöglich schufafreier Kredit die Lösung deiner Probleme ist. Das Risiko ist hoch, dass er dich langfristig nur in tiefere wirtschaftliche Probleme zieht.

Prüfe Notwendigkeit und Kredithöhe sehr konservativ

Der oben erläuterte geringe Spielraum ist nicht nur eine Schikane der Banken gegenüber Geringverdienern. Er sollte auch für dich eine wichtige Rolle spielen: Je weniger freies Einkommen du im Monat hast und je mehr von diesem geringen Betrag als monatliche Rate wegfiele, desto vorsichtiger solltest du sein.

Eigentlich benötigst du schon jetzt dein gesamtes festes Einkommen zur Deckung deines Lebensunterhalts? Du bekommst von der Bank keinen Kredit? Dann solltest du von klassischen Darlehen besser Abstand halten. Die Gefahr, dass es zu Zahlungsausfällen kommt, wäre sehr hoch – und damit auch das Risiko, dass dein bisher guter Schufa-Score leidet und deine Bonität ruiniert.

Doch selbst wenn du einen Kredit bekommst, solltest du vorsichtig sein:

  1. Es sollte ein wirklich guter Grund vorliegen. Eine Ausgabe, die du nicht durch Ansparen bewältigen kannst. 

  2. Der Kredit sollte nur so hoch sein wie unbedingt nötig. 

  3. Du solltest zuvor alle eigenen Mittel einbezogen und ausgeschöpft haben.

Und selbst dann solltest du nochmals überlegen, bevor du dich durch eine Unterschrift bindest - selbst wenn der Kredit vielleicht nur 1.000 Euro beträgt.

Zusammenfassung

  • Ohne positiven Schufa-Score bleiben Kreditnehmern kaum seriöse deutsche Darlehen übrig.
  • Ein positiver Score sollte deshalb immer vorhanden sein.
  • Auch danach sollten Geringverdiener Notwendigkeiten und Kreditsumme äußerst präzise prüfen und Kreditvergleiche durchführen.

Geld für Geringverdiener: Mehr als Darlehen und Kredite?

Du brauchst Geld und kannst dir eine gewisse Kreditsumme auch leisten? Dann stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten dazu in Betracht kämen.

Suboptimal: Der Dispo-Kredit

Auch als Geringverdiener hast du oftmals die Option, dein Girokonto ins Minus zu überziehen. Vielfach räumen Banken als Grenze sogar die doppelte Gehaltsmenge ein, das kann also schon genügen.

Allerdings sollte der Dispo wirklich nur eine Notfalloption sein. Denn so einfach und schnell du ihn ohne langes Antragsprozedere nutzen kannst, so sehr wird er in der Lebensrealität von Geringverdienern doch häufig zur Belastung. Nicht nur, dass er meist mit ziemlich hohen Zinsen verbunden ist. Vor allem wirst du lange im Minus bleiben, selbst direkt nach einem Gehaltseingang.

Passiert dann noch etwas Unvorhergesehenes, fehlt dir der Dispo als letzte Rückfallebene. Er ist vielfach der Beginn einer 'Schuldnerkarriere' und deshalb für dich idealerweise eine nie ausgeschöpfte Option.

Klein- oder Minikredite

Für Menschen mit kleinem Einkommen gibt es spezielle Kredite, die je nach Höhe als Klein-, Mini- oder teils auch Hausfrauenkredit firmieren. Sie sind, falls die anderen Optionen für dich nicht greifen, deine erste Wahl. Die Beträge sind bei ca. 2500 bis 3000 Euro gedeckelt. Als Nachweis genügt ein guter Schufa-Score.

Plus: Die Zinsen sind zwar höher als bei normalen Krediten, aber immer noch im Rahmen des Erträglichen.

Ein Helfer als Sicherheit

Du allein bekommst wegen deines geringen Einkommens vielleicht keinen Kredit. Bringst du jedoch eine zweite Person als bürgenden Kreditnehmer ins Spiel, sieht die Angelegenheit meist völlig anders aus.

Achte jedoch bitte darauf, dass es eine dir äußerst nahestehende Person ist. Und lass dich durch ihre Sicherheit nicht dazu verleiten, mehr als zwingend nötig zu leihen. Die Bürgschaft soll schließlich nur gegenüber der Bank bestehen, nicht wirklich greifen müssen.

Geld von Privat

Muss es eine Bank sein? Denn immerhin könntest du dir auch Geld von Privatleuten leihen. Entweder solchen, die als Bürge infrage kämen oder über den Umweg von Vermittlungsportalen.

Bei Verwandten hätte das noch den Vorteil, dass es hier hohe Steuerfreibeträge gibt. Ihr könntet also ein zinsfreies Darlehen vereinbaren und wärt dennoch nicht von der Schenkungssteuer betroffen.

Du bringst zusätzliche Sicherheiten

Du bekommst nicht einmal einen Minikredit, weil die Bank glaubt, dass du trotz Einkommen nicht genügend freie Mittel hättest. Dann kann es eine Option sein, ihr einfach etwas aus deinem Besitz zu präsentieren, dessen Wert die Höhe des Kredits erreicht. Dein Auto, eine Lebensversicherung, Immobilien… übrigens könntest du diese Option auch mit einem Bürgen verbinden und sie so doppelt absichern. Das sollte jedem deutschen Kreditinstitut genügen.

Du beleihst Gegenstände

Allerdings sind deine Besitztümer nicht nur über den Umweg der Sicherheit geeignet. Denn immerhin stellen sie auch selbst einen mitunter beträchtlichen Wert dar. Deine finale Option besteht deshalb darin, einen solchen Gegenstand zu beleihen, etwa in einem Pfandhaus.

Der Vorteil ist, dass die Sache sehr schnell abläuft und weder die Schufa noch dein Einkommen etwas damit zu tun haben. Der Nachteil: Du bekommst deutlich weniger als den Schätzwert und möchtest du das Stück in einigen Monaten auslösen, sind auch die Zinsen im Vergleich zu normalen Krediten recht hoch.

Dafür aber ist der Pfandleiher eine Option, wenn du keine zusätzliche Belastung möchtest, sondern nur Geld für etwas willst, das dir sowieso gehört.

Zusammenfassung

  • Auch mit kleinem Einkommen ist es durchaus möglich, auf mehrere Darlehensprodukte zurückzugreifen.
  • Kleinstkredite stellen dabei die erste Wahl dar, mitunter durch Bürgen und/oder Wertgegenstände abgesichert.
  • Der Dispo-Kredit ist dagegen suboptimal, da dadurch die gesamten Finanzen ins Minus rutschen, selbst bei hervorragender Zahlungsmoral.
  • Alternativ funktionieren auch Kredite von Privat. Sie haben überdies den Vorteil, dass die Schufa nicht zwingend bemüht werden muss.
  • Falls der Kreditnehmer Wertgegenstände besitzt, kann er allerdings auch diese verpfänden und so kein Kreditrisiko bei einer Bank eingehen – allerdings ein Verlustrisiko für den Gegenstand.

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