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Pflege­­versicherung wird für Kinderlose teurer

Seit dem 1. Januar 2022 müssen Menschen ohne Kinder mehr Geld für die gesetzliche Pflege­versicherung bezahlen. Grund dafür ist die neue Pflegereform, die so unter anderem erreichen will, dass Pflegekräfte künftig besser bezahlt werden.

Für Mitglieder, die nach ihrem 23. Geburtstag noch kein Kind bekommen, adoptiert oder zur Pflege haben, heißt das: Ihr Beitrag steigt von 3,3 Prozent auf 3,4 Prozent an. Versicherte mit Kindern müssen dagegen weiterhin nur 3,05 Prozent ihres Bruttoeinkommens bezahlen. Begründet wird der Beitragszuschlag für Kinderlose damit, dass sie im Vergleich zu Familien geringere Ausgaben haben.

Bei Angestellten übernimmt die Hälfte des Beitrags der Arbeitgeber, – allerdings ohne den Kinderlosenzuschlag.

Eine Pflegerin hilft einer älteren Frau aus einem Sessel.

Das gilt für alle Bundesländer außer für den Freistaat Sachsen: Dort müssen kinderlose Versicherte am meisten bezahlen, da der Arbeitgeber aufgrund eines Sonderfalls nur 1,025 Prozent des Beitrags übernimmt. 

Mehr Beiträge? Ja – Mehr Leistungen? Fehlanzeige

Aber was bedeutet der Anstieg für all diejenigen, die mit 23 noch kinderlos sind? Erhalten sie auch mehr Leistungen, wenn sie mehr bezahlen? 

Leider nein. Auch wenn sich die Beiträge für Kinderlose erhöhen, leistet die gesetzliche Pflege­versicherung weiterhin nur eine Grundversorgung. Mehr Ansprüche haben sie daher nicht – im Gegenteil: Es könnten sogar Leistungen gestrichen werden. Denn genau wie die gesetzliche Rente steht auch die Pflege­­versicherung aufgrund des demografischen Wandels enorm unter Druck. 

Einfach erklärt: Wir werden immer älter und dadurch statistisch gesehen auch länger pflegebedürftig. Gleichzeitig wird die Gesellschaft insgesamt immer älter, da weniger junge Menschen nachkommen, die als Arbeitnehmer über ihre Beiträge die Pflege der älteren Versicherten finanzieren. Um dennoch eine Grundversorgung aufrecht zu erhalten, ist es gut möglich, dass trotz des gestiegenen Beitrags die Leistungen der gesetzlichen Pflege zukünftig sogar gekürzt werden.

Weniger Sorgenfalten – dank privater Pflege­versicherung

Umso wichtiger ist es daher, frühzeitig fürs Alter vorzusorgen – und zwar nicht nur für die Rente, sondern auch einen möglichen Pflegefall. Denn Pflege ist teuer und die gesetzlichen Pflegekassen übernehmen meist nur einen Teil der Kosten.

Mit einer privaten Pflegezusatz­versicherung muss man im Alter keine Sorge haben, dass die Pflegekosten die eigene Rente auffressen und kann gleichzeitig sichergehen, dass man eine umfassende Versorgung erhält.