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Hundekranken­­versicherung: gut für den Vierbeiner, günstig für den Halter

Wird der Hund krank, kann das beim Tierarzt teuer werden. Eine Hundekranken­versicherung schützt vor hohen Kosten.
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Wer jemals einen Hund besaß, weiß: Der Stromer wird im Handumdrehen ein Teil der Familie. Und ein Familienmitglied lässt man nicht tatenlos leiden, wenn es krank wird oder sich verletzt. Doch was, wenn der Tierarzt für den Eingriff Hunderte von Euro verlangt und die Familienkasse leer ist? Dann hilft eine Hundekranken­versicherung.

Mit welchen Tierarztkosten müssen Hundehalter rechnen?

Hier eine Übersicht häufiger Behandlungen und der Kosten, die der Tierarzt für den Eingriff in Rechnung stellt:

Tiermedizinische Leistung Kosten
Wurmkur bis zu 80 Euro für mehrere Behandlungen
MRT rund 500 Euro
Blutwerte bestimmen bis zu 100 Euro
Ultraschall etwa 100 Euro
Magendrehung beheben zwischen 1.200 Euro und 2.000 Euro
Kreuzbandriss operieren bis zu 1.800 Euro
Arthrose der Gelenke behandeln bis zu 1.500 Euro
Kranken Zahn ziehen zwischen 150 Euro und 1.000 Euro
Hauttumor entfernen bis zu 1.000 Euro
Knochenbruch heilen rund 1.400 Euro
Othämatom (Blutohr) behandeln etwa 420 Euro
Grauen Star stechen bis zu 2.500 Euro

Hinzu kommen die Kosten der Voruntersuchung und der Nachbehandlung.

Wie kommen die Beträge auf der Tierarztrechnung zustande?

Die Kosten für die tiermedizinische Behandlung von Nutz- und Haustieren sind in der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) geregelt. Die Palette reicht von Gutachten über die Verschreibung von Medikamenten bis zu Operationen. Der Tierarzt kann den Rechnungsbetrag beeinflussen, indem er den einfachen Gebührensatz laut GOT verdoppelt oder verdreifacht. Zu diesem Mittel wird der Veterinär greifen, wenn der Aufwand einer Behandlung höher ist als gewöhnlich oder wenn du ihn am Wochenende aufsuchen musstest. Auch Tierarztpraxen in gefragten Wohnlagen sowie Tierkliniken rufen häufig den dreifachen GOT-Satz auf. 

Tipp

Die GOT-Sätze sind öffentlich. Du kannst sie online recherchieren, um die potenziellen Kosten einer Hunde-OP einzuschätzen. Bedenke bitte, dass zu allen Beträgen jeweils 19 Prozent Umsatzsteuer hinzukommen.

Was ist eine Hundekranken­versicherung?

Früher oder später wird jeder Hund einmal krank oder verletzt sich. Die Gelegenheiten sind vielfältig: Beim Toben gerät eine Pfote in eine Wurzel und bricht. Der Hund würgt beim Spazierengehen etwas Falsches herunter. Ein Virus geht um und der Hund bekommt Fieber. Für die Behandlung beim Tierarzt muss der Hundehalter aufkommen. Es sei denn, er verfügt über eine spezielle Versicherung: eine Hundekranken­versicherung. Sie übernimmt je nach Anbieter und Tarif die Tierarztkosten teilweise oder komplett. Rechtzeitig abgeschlossen, bewahrt eine solche Police vor unverhofften Ausgaben und erweist sich somit unter dem Strich meistens als günstig. Zudem stellt der Versicherungsschutz sicher, dass der vierbeinige Liebling die passende Behandlung bekommt. 

Wofür kommt die Hundekranken­versicherung auf?

Der Versicherungsschutz hängt vom gewählten Leistungsumfang ab. Du kannst wählen zwischen

  • einer Voll­versicherung, die ambulante Behandlungen und Medikamente ebenso bezahlt wie Operationen
  • einer OP-Versicherung, die Operationen finanziert und je nach Tarif die Voruntersuchung sowie die Nachsorge bezahlt
  • einer Unfall­versicherung für Hunde, die Operationen, Medikamente und Behandlungen absichert, sofern die Ursache in einem Unfall liegt

Die gewöhnliche Hundekranken­versicherung greift, wenn der Hund bei einer Familie, einem Paar oder Single als Haustier lebt. Züchter brauchen eine Extra-Versicherung. 

Welche Leistungen kann ich absichern?

Die Kranken­versicherung für den Hund bezahlt je nach Vertrag und Situation beispielsweise

  • die allgemeinen Tierarztkosten (Untersuchungen)
  • Medikamente
  • Vorsorge­maßnahmen (Impfungen)
  • Diagnosemethoden (zum Beispiel Computertomographie)
  • Operationen (chirurgische Eingriffe)
  • Voruntersuchungen und Nachsorge bei OP
  • die Unterbringung in einer Tierklinik
  • das Ziehen kranker Zähne
  • Homöopathie, Akupunktur, Lasertherapie und
  • die Einäscherung nach dem Tod des Tieres

Beachte bitte, dass diese Liste eine Auswahl möglicher Leistungen darstellt. Welche du davon in welcher Kombination bekommst, hängt vom Anbieter ab. In vielen Tarifen sind bestimmte Leistungen explizit ausgeschlossen, zum Beispiel Impfungen. 

Wann zahlt die Versicherung auf keinen Fall?

Die Anbieter verweigern die Kostenübernahme, wenn das Tier einer medizinisch überflüssigen Operation unterzogen wird. Wer beispielsweise die Ohren oder den Schwanz seines Hundes kupieren lässt, zahlt selbst. Darüber hinaus musst du mit einer Ablehnung rechnen, wenn eine zu behandelnde Erkrankung schon vor Vertragsabschluss vorlag und du es versäumt hast, der Versicherung dies mitzuteilen. Deshalb unser dringender Rat: Beantworte alle Fragen von Versicherern gewissenhaft und wahrheitsgemäß. Kommt später heraus, dass du geschwindelt hast, bist du im Versicherungsfall selbst der Geschädigte. 

Kranken- und OP-Versicherung im Vergleich: Welche Hundekranken­versicherung ist die beste?

Ob Hundekrankenvoll­versicherung, OP-Versicherung oder Unfallschutz: Alle Optionen haben ihre Berechtigung, je nach der persönlichen Situation des Hundehalters. Du selbst musst die Risiken, Kosten und Leistungen abwägen und auf dieser Basis entscheiden, welche die beste Hundekranken­versicherung ist. Eine reine OP-Versicherung beispielsweise ist günstiger als der Rundum-Schutz und sichert die größten Kostenrisiken ab. Du kannst über einen solchen Tarif aber keine Medikamente abrechnen und auch keine einfachen Erkrankungen behandeln lassen. 

Tipp

Falls dich der Online-Vergleich von Hundekranken­versicherungen eher verunsichert als bestärkt, lass dich beraten. CLARK steht dir gerne zur Verfügung. 

Wonach richten sich die Beiträge einer Hundekranken­versicherung?

Die Beiträge hängen vor allem von den gewünschten Leistungen ab. So kostet eine reine OP-Versicherung deutlich weniger einer Voll­versicherung. Weitere Faktoren sind

  • das Alter des Hundes
  • die Rasse (mitunter auch die Schulterhöhe)
  • das Vorliegen einer Kennzeichnung (Chip beziehungsweise Tätowierung) 
  • die Höhe der Selbstbeteiligung

Warum spielt die Hunderasse für die Versicherung eine Rolle?

Das Risiko bestimmter Krankheiten und Schädigungen hängt maßgeblich von der Rasse ab. Deutsche Schäferhunde oder Labradore beispielsweise neigen zu Hüftschäden. Halter von Bulldoggen müssen damit rechnen, dass ihr Tier Atembeschwerden bekommt. Und der starke Dobermann hat tendenziell ein schwaches Herz. Diese Risiken möchten die Versicherer einkalkulieren und fragen deshalb vor Abschluss einer Hundekranken­versicherung nach der Rasse. 

Tipp

Erkundige dich, ob dein Tier rassespezifische Krankheitsrisiken aufweist. Achte anschließend bei deinem Tarif-Vergleich darauf, dass diese Risiken explizit mitversichert sind. 

Was hat es mit der Selbstbeteiligung auf sich?

Die meisten Anbieter erstatten die Kosten ambulanter Behandlungen oder von Operationen vertragsgemäß bis zu einer bestimmten Höhe. Den Rest zahlst du als Hundehalter selbst. Eine verbreitete Selbstbeteiligung liegt zum Beispiel bei 20 Prozent pro Versicherungsfall. Eine Hundekranken­versicherung ohne Selbstbeteiligung kostet entsprechend mehr Beitrag. Alternativ deckeln die Anbieter die Gesamtsumme, die sie in einem Jahr zu zahlen bereit sind. CLARK ist nur ein einziger Tarif bekannt, der ohne Selbstbeteiligung und ohne Jahreslimit auskommt (Stand 2020). 

Was kostet eine Hundekranken­versicherung?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab (siehe oben).  

Beispiel 1: Die Voll­versicherung eines jungen Jack-Russel-Mischlings schlägt je nach Anbieter mit 20 bis 70 Euro pro Monat zu Buche. OP-Schutz ist für den gleichen Hund schon ab 7 Euro zu haben.  

Beispiel 2: Ein dreijähriger, reinrassiger Golden Retriever kostet in der Voll­versicherung zwischen 27 und 75 Euro monatlich. Der Monatsbeitrag für reinen Unfallschutz beginnt bei etwa 12 Euro. 

Kann ich den Beitrag beeinflussen, ohne auf Leistungen zu verzichten?

Es gibt ein paar Kniffe, wie du die Beiträge zu deiner Hundekranken­versicherung senkst: 

  1. Willige ein, einmal im Jahr zu zahlen statt monatlich. Das senkt den Aufwand beim Versicherer und wirkt sich gegebenenfalls günstig für dich aus.
  2. Binde dich bei Abschluss für mehr als ein Jahr an deinen Anbieter (Sonderkündigung bei Tod des Tieres trotzdem möglich).
  3. Versichere deinen Hund, so lange er jung und gesund ist. Oft akzeptieren Versicherer Welpen bereits ab einem Alter von acht bis zwölf Wochen. 

Viele Anbieter gewähren Rabatte auf die Beiträge, wenn du zusammen mit der Hundekranken­versicherung eine Hundehaftpflicht abschließt. Lies zur Hundehaftpflicht­versicherung unseren Online-Ratgeber Haftpflicht: Tiere richtig versichern

Worauf sollte ich vor Abschluss einer Hundekranken­versicherung achten?

Die Tarife unterscheiden sich erheblich. Bei deinem Online-Vergleich solltest vor allem darauf achten, 

  • dass es neben der Hundekrankenvoll­versicherung auch Tarife gibt, die nur unter bestimmten Voraussetzungen greifen (Unfallschutz beziehungsweise OP-Schutz)
  • welchen GOT-Satz die Anbieter im Versicherungsfall maximal übernehmen: Der Tierarzt darf den einfachen Gebührensatz laut GOT verdoppeln oder sogar verdreifachen (siehe oben). Manche Versicherer erstatten nur den einfachen Gebührensatz
  • welche Obergrenzen pro Jahr gelten: Viele Anbieter deckeln ihre Leistungen mit einem Jahresgesamtbetrag beziehungsweise Jahreslimit
  • ob und in welcher Höhe der Beitrag mit dem Alter des Hundes steigt
  • wie lange die Wartezeit dauert
  • wie hoch die Selbstbeteiligung pro Versicherungsfall ausfällt 
  • ob du im Versicherungsfall selbst entscheiden kannst, zu welchem Tierarzt du gehst 
  • ob die Nachbehandlung nach einer OP bezahlt wird 
  • wie gut dein Hund im Ausland geschützt ist
  • ob du einen Rüden aus gesundheitlichen Gründen kastrieren oder eine Hündin sterilisieren lassen kannst

Muss ich mit einer Wartezeit rechnen?

Generell beginnt nach dem Abschluss von Versicherungen oftmals eine Wartezeit, in der Versicherte keine Leistungen abrufen können. Bei der Hundekranken­versicherung gilt in vielen Tarifen für Erkrankungen eine Wartezeit von drei Monaten. Die Behandlung einer Infektion beispielsweise kannst du dir also frühestens im vierten Monat nach Vertragsabschluss erstatten lassen. Passiert dem Hund hingegen kurz nach Abschluss der Versicherung ein Unfall, wird die Behandlung meistens übernommen. Hier war der Versicherungsfall ja noch nicht abzusehen.  

Gibt es eine Hundekranken­versicherung ohne Wartezeit?

Viele Hundebesitzer wünschen sich von der Hundekranken­versicherung Sofortschutz. Solche Tarife ohne Wartezeit sind allerdings rar gesät und gehen in der Regel mit höheren Beiträgen oder eingeschränkten Leistungen einher. Ein gesundes Misstrauen solltest du hegen, wenn du beim Hundekranken­versicherung-Vergleich auf Angebote stößt, die alles auf einmal versprechen: Eine billige Hundekranken­versicherung ohne Wartezeit, ohne Selbstbeteiligung und ohne Gesundheitsfragen, die sämtliche Kosten erstattet, hat ziemlich sicher einen oder mehrere Haken. 

Wozu dient die Wartezeit? 

Manche Verbraucher sehen die Wartezeit als Schikane. Die meisten Experten und auch Verbraucherschützer widersprechen dieser Sichtweise allerdings. Denn mit der Wartezeit schützen sich die Versicherer vor Antragstellern, denen bereits ein Schaden entstanden ist und ihn noch fix auf ein Unternehmen abwälzen möchten. Die Maßnahme nützt letztlich der Gemeinschaft der Versicherten: Würden die Versicherungsgesellschaften Sofortschutz anbieten, wenn der Hund schon krank ist, müssten sie die Mehrkosten auf die Beiträge umlegen. Es wäre somit keinem Unternehmen möglich, eine günstige Hundekranken­versicherung anzubieten. 

Mein Hund ist schon ziemlich alt. Bekomme ich noch eine Hundekranken­versicherung?

Manche Versicherer akzeptieren Neukunden, deren Hund bis zu neun Jahre alt ist. Generell gilt: Je älter der Hund, desto anfälliger ist er für Krankheiten und desto höher liegen die Beiträge bei Abschluss einer Hundekranken­versicherung. 

Kann ich einen weiteren Hund mitversichern?

Verfügst du bereits über eine Hundekranken­versicherung für deinen ersten Hund, kannst du einen zweiten problemlos mitversichern lassen. Eine Hundekranken­versicherung für 2 Hunde kostet zwar mehr Beiträge. Die Anbieter gewähren aber in der Regel Rabatt. Bevor du unterschreibst, lasse einen Kostenvoranschlag erstellen. Unter Umständen kann es günstiger sein, für den zweiten Hund eine separate Police bei einem anderen Anbieter abzuschließen. 

Wie reiche ich die Kosten bei der Versicherung ein?

Der Tierarzt stellt für seine Leistungen eine Rechnung. Normalerweise legst du den Rechnungsbetrag aus, reichst die Rechnung beim Versicherer ein und bekommst je nach Vertrag die gesamte Summe oder einen Teil erstattet. Theoretisch ist es auch möglich, dass der Veterinär direkt mit der Versicherung abrechnet. Das mögen viele Tierärzte aber nicht sonderlich. 

Gibt es einen Test? Welche Hundekranken­versicherung ist Testsieger? 

Bestimmte Medien und Organisationen unterziehen die zahllosen Tarife gelegentlich einem Test. Es kann kaum überraschen, dass dabei so gut wie immer eine andere Hundekranken­versicherung zum Testsieger gekürt wird. Denn erstens ist der Versicherungsmarkt ständig in Bewegung. Die sehr gute Hundekranken­versicherung von gestern ist heute möglicherweise nur noch Mittelmaß. Und zweitens kommt es bei jedem Test auf die Kriterien an, die dem Verfahren zugrunde liegen. Wenn du bei deinem Vergleich von Preisen und Leistungen Zeit sparen möchtest, recherchiere am besten mehrere solcher Tests. Vergleiche die jeweils besten Hundekranken­versicherungen anschließend gewissenhaft selbst. Oder ziehe einen Experten als Ratgeber hinzu. 

Wann kann ich eine Hundekranken­versicherung kündigen?

Du kannst ordentlich kündigen oder ein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen. Die ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Frist von drei Monaten zum Vertragsende. Läuft deine Hundekranken­versicherung also beispielsweise zum 1. Juni aus, muss die Kündigung Ende Februar vorliegen. Andernfalls verlängert sich der Vertrag automatisch. 

„Außer der Reihe“ kündigen kannst du beispielsweise, wenn dein Hund gestorben ist oder wenn du ihn abgeben musstest. Außerdem kannst du den Vertrag auflösen, wenn dein Hund entlaufen ist. In diesem Fall möchte der Versicherer eine Bescheinigung darüber sehen, dass du das Tier von der Steuer abgemeldet hast.

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