Haftpflicht in der Steuerklärung angeben

Rückt der Termin der Einkommensteuererklärung näher, fragen sich viele Steuerzahler: Ist die Privathaftpflicht steuerlich absetzbar? Alles Wesentliche im Überblick.

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Ein Missgeschick passiert innerhalb von Sekunden. Ein Schaden, den wir anderen versehentlich zufügen, kann hingegen ein Leben finanziell auf uns lasten. Haftpflichtversicherungen schützen vor diesem Risiko. Der Gesetzgeber betrachtet die Privathaftpflicht deshalb als Vorsorge: Sie ist steuerlich absetzbar. Vielen Steuerzahlern nützt dieses Angebot des Staates aber allenfalls in der Theorie. 

Ist die Privathaftpflicht steuerlich absetzbar?

Deinen Beitrag zur Privathaftpflicht kannst du in der Einkommensteuererklärung eintragen. Auch andere Haftpflichtversicherungen sind steuerlich absetzbar. Dazu zählen unter anderem die 

  • Tierhalterhaftpflicht (vor allem für Hunde und Pferde)

  • Hausbesitzerhaftpflicht

  • Bauherrenhaftpflicht

  • Haftpflicht für Jäger

 

Wo trägt man die Haftpflicht in der Steuererklärung ein?

Die Haftpflicht gilt als Vorsorge. Dafür gibt es in der Einkommensteuererklärung ein eigenes Formular, die Anlage Vorsorgeaufwendungen. Deine Beiträge zu Versicherungen trägst du in Zeile 46 bis 50 ein. Auch deine Kfz-Haftpflichtversicherung hat hier ihren Platz. 

 

Unter welchen Umständen fällt die Haftpflicht bei der Steuer unter „Werbungskosten“?

Dient deine Haftpflichtversicherung dazu, dich vor beruflichen Risiken zu schützen, gehört sie nicht zu den privaten Sonderausgaben. Du gibst die Haftpflicht also nicht in der Anlage Vorsorgeaufwendungen an, sondern als Teil deiner Werbungskosten. Dort stehen neben beruflichen Haftpflichtversicherungen auch die Berufsunfähigkeitsversicherung oder die berufliche Unfallversicherung. 

 

Welche Bedingungen gelten, damit ich die Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen darf?

Die Grundvoraussetzung ist, dass du auf deine Einnahmen überhaupt Steuern zahlst. Darüber hinaus gelten steuerliche Höchstgrenzen für die Absetzbarkeit. Dabei werden alle Versicherungen zusammengezählt, die du als Vorsorgeaufwand angibst. Die folgende Übersicht verschafft Klarheit. 

  • Angestellte, Beamte, Rentner und Pensionäre können Versicherungsbeiträge in einer Gesamthöhe von 1.900 Euro absetzen.

  • Ehepaaren gestattet der Gesetzgeber einen gemeinsamen Höchstbetrag von 3.800 Euro.

  • Selbstständige dürfen als Single 2.800 Euro bei der Steuer geltend machen, weil sie ihre Krankenkassenbeiträge selbst aufbringen müssen. 

 

Lohnt es sich überhaupt, die Privathaftpflicht absetzen zu wollen?

Manche Ratgeber erwecken online den Eindruck, dass es sich rentiere, die Haftpflicht bei den privaten Sonderausgaben anzugeben. Die Höchstgrenzen für die steuerliche Absetzbarkeit sind aber so niedrig, dass sich der Aufwand nur für wenige Menschen lohnt. Denn als Vorsorgeaufwand gelten auch die

Allein deine jährlichen Beiträge zur Krankenversicherung dürften die Höchstgrenze überschreiten. Das Angebot des Staates, die Privathaftpflicht absetzen zu können, ist demnach eher theoretischer Natur. 

Tipp

Die Haftpflicht für dein Auto ist Pflicht. Der Staat kommt dir deshalb steuerlich etwas entgegen. „Entfernungspauschale“ lautet das Stichwort: Als Arbeitnehmer solltest du die Fahrten zur Arbeit und zurück steuerlich geltend machen. Du setzt sie als Werbungskosten ab. Das bringt dir mehr, als die Kfz-Haftpflicht als Teil des Vorsorgeaufwands anzugeben.

Welche Belege will das Finanzamt sehen?

Anders als früher musst du deine Versicherungen nicht mehr nachweisen. Das Finanzamt verzichtet auf das viele Papier, weil ihm die Versicherer die wesentlichen Daten ohnehin elektronisch übermitteln. Das bedeutet aber nicht, dass deine jährlichen Belege überflüssig geworden sind. Du bist vielmehr verpflichtet, die Belege über deine Versicherungen aufzubewahren. Das Finanzamt darf auch nachträglich von dir verlangen, dass du sie vorweist. 

 

Bis wann muss ich die Einkommensteuererklärung abgeben?

Hier kommt gelegentlich Verwirrung auf, weil früher einmal galt: Bis Mai muss die Steuererklärung vorliegen. Du wirst diese Angabe auch online noch in manch einem Ratgeber finden. Das Gesetz hat sich aber geändert. Wenn du deine Formulare selbst ausfüllst und einreichst, gibt dir das Finanzamt bis Ende Juli Zeit. Lässt du dir von einem Steuerberater helfen, verlängert sich die Frist bis Ende Februar des Folgejahres. 

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