Ein Vater spielt mit seinem lachenden Sohn.

Haftpflichtversicherung Drohnen

Drohnen werden immer beliebter. Unschlagbare Aussichten, Filme und Fotos - aber ab wann braucht man eine Drohnen-Haftpflicht? Hier findest du alle Antworten.

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In Deutschland soll es bereits bis zu einer Million Drohnen und Copter geben. Wer darüber nachdenkt, ebenfalls ein solches Fluggerät anzuschaffen, muss wissen: Für Drohnen ist die Haftpflicht Pflicht. Hobby-Piloten können unter Umständen ihre Privathaftpflicht nutzen beziehungsweise ausweiten. Gewerbliche Copter-Flüge setzen eine separate Drohnenhaftpflicht voraus. 

Brauche ich für eine Drohne eine Haftpflicht?

Drohnen sind unbemannte Flugobjekte und für Fluggeräte aller Art gilt in Deutschland die Pflicht zur Haftpflichtversicherung. Wer eine Drohne aufsteigen lassen möchte, braucht also eine entsprechende Versicherung. Das gilt unabhängig davon, ob eine Drohne autonom unterwegs ist oder ob du eine Drohne mit Fernsteuerung per Smartphone anschaffst. Als Pilot haftest du für eventuelle Schäden, beispielsweise wenn du die Kontrolle verlierst und das Gerät beim Absturz einen Menschen verletzt. Oder wenn die Drohne eine Fensterscheibe durchschlägt. 

Tipp

Nimm die gesetzliche Pflicht zur Drohnenversicherung ernst. Drohnen stürzen immer wieder ab. So prallte 2018 in Bayern eine havarierte Drohne gegen die Wand eines Kindergartens. Ein Jahr zuvor kollidierte eine Drohne ebenfalls in Bayern mit einem Auto – bei voller Fahrt auf der Autobahn. 

 

Ist das Haftpflichtgebot modellabhängig?

Es gibt keine Ausnahmen von der gesetzlichen Vorschrift, eine Drohne beziehungsweise einen Copter zu versichern. Egal ob Quadrocopter (vier Propeller), Hexacopter (sechs Propeller) oder Octocopter (acht Propeller): Du musst vor der ersten Nutzung eines jeden Multicopters eine Drohnenhaftpflicht abschließen. 

 

Ich nutze meine Drohne nur privat. Muss ich trotzdem eine Drohnenversicherung abschließen?

Die Pflicht zum Abschluss einer Drohnenhaftpflicht gilt unabhängig davon, wie du die Drohne nutzt. Es spielt keine Rolle, ob ein Landwirt eine Drohne aufsteigen lässt, um seine Felder zu überwachen, oder ob du privat Fotos aus luftigen Höhen aufnehmen möchtest. 

 

Zahlt die Drohnenhaftpflicht die Strafe, wenn ich unwissentlich gegen ein Flugverbot verstoße? 

Neben Orten, an denen der Einsatz deiner Drohne grundsätzlich untersagt ist (siehe unten), gibt es weitere Verbotszonen. Dazu gehören beispielsweise der Bundestag mitsamt dem Berliner Regierungsviertel und die berühmte Wartburg bei Eisenach. Findest du online Luftaufnahmen dieser Orte, lag wohl ein offizieller Auftrag vor. Wirst du erwischt, wie du eine Drohne über einer Verbotszone aufsteigen lässt, zahlst du Hunderte bis etliche Tausend Euro Strafe. Die Drohnenhaftpflicht übernimmt diese Kosten auf keinen Fall. Außerdem verwirkst du den Versicherungsschutz, falls deine Drohne einen Schaden anrichtet, während du etwas Verbotenes tust. 

 

Kann ich mich bei einem Unfall auf „höhere Gewalt“ berufen?

Die meisten Drohnen dienen dem Privatvergnügen. Das Risiko der Nutzung trägt der Eigentümer, nicht die Gesellschaft. Kommt beispielsweise Wind auf und pustet einen Multicopter in das kostbare Fenster einer gotischen Kirche, wird das ein Fall für die Drohnenhaftpflicht.   

Gut zu wissen

Apropos „höhere Gewalt“: Juristen und Versicherer unterscheiden zwischen Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung. Achte bei deinem Tarif-Vergleich darauf, dass die Haftpflicht beides abdeckt. Nur so bist du bei den meisten Schadensfällen auf der sicheren Seite. 

 

Wie unterscheiden sich Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung?

Dieser Unterschied ist für die Versicherung bei vielen Haftungsfragen relevant, also nicht nur für die Drohnenhaftpflicht. Am besten lässt er sich an folgendem Beispiel erläutern: 

  • Verschuldenshaftung: Du fährst mit deinem Rad eine Fußgängerin an, die Vorrang hatte. 

  • Gefährdungshaftung: Dein abgestelltes Rad fällt gegen ein Auto, während du beim Bäcker anstehst. 

Auf Drohnen und Copter übertragen handelt es sich zum Beispiel um eine Gefährdungshaftung, wenn ein Bussard deine Drohne angreift, das Gerät manövrierunfähig auf eine Straße stürzt und einen Auffahrunfall verursacht. 

 

Reicht meine private Haftpflichtversicherung, wenn ich eine Drohne anschaffe?

Insbesondere in älteren Verträgen sind Drohnen durch eine Privathaftpflicht nicht explizit versichert. Frage bei deinem Anbieter nach, zu welchen Konditionen er die Risiken deines Hobbys nachträglich absichern würde. Vergleiche dieses Angebot danach mit neuen Tarifen, in denen die Drohnenversicherung enthalten ist. Kündige deinem alten Versicherer aber nur, wenn dich auch die weiteren Leistungen des neuen Anbieters überzeugen. Was du beim Tarif-Vergleich beachten solltest, erfährst du in unserem Ratgeber Leistungen der privaten Haftpflichtversicherung

Tipp

Überprüfe die Drohnen-Regelung deines Haftpflichtvertrags am besten, bevor du dich für den Kauf eines bestimmten Modells entscheidest (Stichwort „Drohneneinschluss“). In manchen Tarifen sind einfache, leichte Drohnen mitversichert. Für Multicopter mit höherem Gewicht in Kilogramm bräuchtest du eine Zusatzvereinbarung. 

 

Ich schaffe beruflich eine Drohne an. Reicht es, meine private Haftpflicht anzupassen?

Drohnen und Copter sind nicht nur beliebte „Spielzeuge für Erwachsene“. Ihr Einsatz lohnt sich zunehmend auch im gewerblichen Umfeld. Sie erleichtern beispielsweise die Arbeit von Land- und Forstwirten, Naturschützern, der Polizei, der Bundeswehr und der Feuerwehr sowie von Vermessungstechnikern. All diese gewerblichen Einsatzgebiete erfordern eine separaten Drohnenversicherung. Keine noch so gute private Haftpflichtversicherung deckt Schadensfälle im beruflichen Kontext ab. 

 

Gibt es eine reine Drohnen-Haftpflicht?

Ein paar Anbieter haben spezielle Drohnenhaftpflichtversicherungen auf den Markt gebracht. Gewerbliche Drohnennutzer sind sogar auf diese Tarife angewiesen, weil keine Privathaftpflicht ihre Risiken abdeckt. Doch auch für Hobby-Piloten kann sich der Abschluss einer reinen Drohnen-Haftpflicht lohnen. Im Einzelfall lässt sich das aber nur durch einen ausführlichen Tarif-Vergleich herausfinden. Dabei solltest du neben den Beiträgen vor allem den Leistungsumfang der Versicherung berücksichtigen. 

 

Worauf sollte ich bei einer Drohnenhaftpflicht achten?

Egal ob deine Drohne über eine Privathaftpflicht abgesichert ist oder ob du eine reine Drohnen-Haftpflicht abschließen möchtest: Auf ein paar Kriterien wirst du achten wollen. Dazu könnte beispielsweise gehören, dass für deine Drohne beziehungsweise deinen Copter Versicherungsschutz im Ausland gilt oder ob du Freunde ans Steuer lassen kannst. Auch die Selbstbeteiligung und die Deckungssumme musst du dir überlegen. Die meisten Anbieter zahlen Schäden erst ab einer bestimmten Höhe, beispielsweise ab 150 Euro.

Was bedeutet Deckungssumme?

Jede Versicherung zahlt Schäden nur bis zu einer vorab vertraglich festgelegten Grenze. Diese Höchstgrenze heißt „Deckungssumme”. In Sachen Haftpflicht gehört die Deckungssumme zu den wesentlichen Kriterien deines Tarif-Vergleichs. Sie sollte stets mehrere Millionen Euro betragen.

 

Welche gesetzlichen Pflichten muss ich noch erfüllen, wenn ich eine Drohne kaufe?

Die Drohnenhaftpflicht ist nicht die einzige Pflicht, die du erfüllen musst. Die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten schreibt vor, dass deine Hobby-Drohne

  • niemals den Schienen-, Straßen- und Luftverkehr behindern darf (tabu ist das Umfeld von Flughäfen und Hubschrauberlandeplätzen, Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnanlagen)

  • höchstens 100 Meter über dem Boden fliegt

  • jederzeit in Sichtweite bleibt (ohne Fernglas!)

  • niemals über sensiblen Orten aufsteigen darf (zum Beispiel Industrieanlagen, Krankenhäuser, Gefängnisse, Naturschutzgebiete, Demonstrationen, Unfallstellen)

  • bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen hat.

Für Multicopter ab 250 Gramm brauchst du außerdem einen Führerschein.

 

Ist für jede Drohne ein Kennzeichen notwendig?

Du musst deine Drohne nur kennzeichnen, wenn sie mehr als 250 Gramm wiegt. Dazu dient eine Plakette mit deinem Namen und deiner Adresse. Alternativ kannst du einen Aufkleber aus Aluminium mit eingravierter Adresse verwenden. Kennzeichnung und Beschriftung müssen fest mit der Drohne verbunden sein und Feuer widerstehen.

 

Darf ich meine Drohne im Wohnviertel fliegen lassen?

Über Wohngrundstücken dürfen nur Drohnen bis 250 Gramm fliegen. Unabhängig vom Gewicht brauchst du zum Überflug eine Genehmigung deiner Nachbarn, falls deine Drohne Videos drehen oder Tonaufnahmen anfertigen kann. 

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