Katze und Hund auf Parkettboden

Krankenversicherung für Pferde: sattelfest vorsorgen

Die Behandlung und vor allem die Operation eines Pferdes kostet viel Geld. Eine Pferdekrankenversicherung übernimmt die finanziellen Risiken.

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„Leiden wie ein Hund“ heißt es in einer bekannten Redewendung. Mindestens genauso treffend wäre „leiden wie ein Pferd“. Denn so majestätisch ein gesunder Hengst oder eine junge Stute wirken, so herzzerreißend ist der Anblick eines kranken oder verletzten Pferdes. Zudem kommen auf den Halter horrende Tierarzt-Kosten zu. Die Behandlung und vor allem die Operation unserer geliebten Huftiere kann viele Tausend Euro kosten. Vor diesen finanziellen Risiken schützt eine Pferdekrankenversicherung. Sie bietet im Gegensatz zur reinen OP Versicherung einen tiermedizinischen Rundumschutz.

Mit welchen Tierarztkosten müssen Pferdebesitzer rechnen?

Für die Behandlung eines Hengstes oder einer Stute verlangen Tierärzte in aller Regel deutlich mehr als für die Behandlung kleinerer Tiere wie Katzen oder Hunde. Leidet ein Pferd beispielsweise an einer Kolik, können auf den Besitzer unter dem Strich Gesamtkosten von mehr als 5.000 Euro zukommen. 

 

Wie setzt sich die Rechnung des Tierarztes zusammen?

Die Kosten für die tiermedizinische Behandlung von Pferden sind in der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) geregelt. Die Palette reicht von Gutachten über die Verschreibung von Medikamenten bis zu Operationen. Die GOT beziffert ausschließlich die jeweilige Behandlung beziehungsweise Diagnosemethode. Hinzu kommen die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sowie bei Operationen unter anderem die Kosten der Voruntersuchung, der Narkose und der Nachbehandlung. Der Tierarzt kann den Rechnungsbetrag außerdem beeinflussen, indem er den Gebührensatz laut GOT verdoppelt oder verdreifacht. Zu diesem Mittel wird der Veterinär greifen, wenn der Aufwand höher ist als gewöhnlich oder wenn er dein Pferd oder Pony am Wochenende behandeln musste. 

Hier eine Übersicht, die dir ein Gefühl für die Tierarztkosten vermittelt. Die Kosten laut GOT darfst du nicht als Gesamtrechnungsbetrag missverstehen. Vorbehandlungen und Nachsorge sind hier nicht erfasst.

Tiermedizinische Leistung Kolik-Operation OP eines Rehefußes nach Hufrehe Sehne nähen Ultraschall Endoskopie Knochen-Szintigraphie Zahn ziehen
Kosten laut Gebührenordnung GOT bis 2.000 Euro bis 577 Euro bis 385 Euro mehr als 100 Euro bis 289 Euro bis 1.154 Euro bis 481 Euro

Was ist eine Pferdekrankenversicherung?

Die Pferdekrankenversicherung gehört zu den Pferdeversicherungen und bietet tiermedizinischen Rundumschutz. Sie deckt die Kosten von Diagnosen und Behandlungen. Außerdem ist in der Vollkrankenversicherung für Pferde die OP Versicherung inklusive. Die Police verschafft dem Pferdehalter also finanziellen Schutz bei Operationen, sofern die Eingriffe medizinisch sinnvoll sind. 

Gut zu wissen

Eine Vollkrankenversicherung für das Pferd bezahlt auch die Unterbringung und Betreuung in einer Tierklinik, die Medikamente, eine eventuelle Narkose und die Nachsorge. 

Pferde-Krankenversicherung – wofür kommt sie auf?

Der Versicherungsschutz hängt vom gewählten Leistungsumfang ab. In der Regel erstattet der Versicherer ambulante und stationäre Kosten, Labor- und Röntgenuntersuchungen sowie Operationskosten. Darüber hinaus bezahlen die meisten Anbieter Medikamente, Arzneimittel, Verbandsmaterial und Vorsorgemaßnahmen, sofern tierärztlich verordnet. Die Höhe der Kostenübernahme variiert. Achte bei deinem Tarif-Vergleich auch darauf, welche Leistungen explizit ausgeschlossen werden. 

 

Wann kann und wann sollte ich mein Pferd versichern?

Die meisten Anbieter nehmen Fohlen ab zwei oder drei Monaten auf und ziehen bei zehn Jahren einen Schlussstrich: Ist das Pferd älter, lehnen sie es ab. Andere Unternehmen akzeptieren alle Pferde, unabhängig vom Alter. Du musst den Abschluss der Versicherung zwar nicht überstürzen. Aber wer sein Pferd früh krankenversichert, begibt sich auf die sichere Seite: 

  1. Fohlen und junge Tiere sind in der Regel gesund. Die Versicherer honorieren dies bei den Beiträgen. 

  2. Einmal festgeschriebene Beiträge werden in der Regel nicht erhöht. Das zahlt sich später aus, wenn bei deinem Pferd die Zipperlein einsetzen. 

  3. Ältere Pferde neigen zu gesundheitlichen Beschwerden. Da geht es dem Pferd nicht anders als dem Reiter. Die Versicherer verlangen deshalb Zuzahlungen, wenn das Pferd bei Versicherungsbeginn älter ist als zwölf Jahre. 

 

Worauf sollte ich beim Pferdekrankenversicherung-Vergleich achten?

Neben Preis und Leistung könnte für deine Tarif-Wahl wesentlich sein

  • wie lange die Wartezeit dauert, bevor dir Leistungen zustehen (oft zwischen drei und sechs Monaten)

  • welche Gesamtkosten der Versicherer pro Jahr maximal erstattet

  • ob es einen Pferdehalter-Notruf gibt, der rund um die Uhr erreichbar ist

  • ob du den Tierarzt und die Klinik frei wählen darfst

 

Was kostet eine Pferdekrankenversicherung?

Die Beiträge für ein Freizeitpferd hängen vor allem vom Leistungsumfang der Police, dem Alter des Tieres und dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss ab. Rechne für eine Vollversicherung mit mindestens 1.200 Euro im Jahr. Turnierpferde kosten mehr Beitrag, weil die Verletzungsgefahr höher ist. 

 

Wie stellt der Versicherer den Gesundheitszustand meines Pferdes fest?

Wenn du online einen Tarif-Rechner benutzt, werden dir noch keine Fragen zur Gesundheit deines Pferdes gestellt. Das holen die Versicherer aber nach, sobald du die Police beantragst. Du bekommst einen Bogen, in den du die Vorerkrankungen selbst eintragen musst. Verstehe dies bitte keinesfalls als Freibrief, Verletzungen und Erkrankungen zu verschweigen. Versicherer forschen im Versicherungsfall nach, ob du die Wahrheit gesagt hast. Erwischen sie dich bei einer Lüge, bleibst du unter Umständen auf den Kosten sitzen. 

Tipp

Lass den Kopf nicht hängen, falls dein Pferd eine Vorerkrankung mitbringt. Möglicherweise schließt der Versicherer Behandlungen aus, die damit zusammenhängen. Möglicherweise findest du aber auch eine kulantere Lösung. CLARK hilft dir gerne dabei. Ruf an. 

Kann ich die Höhe der Beiträge zur Krankenversicherung beeinflussen?

Verbraucher verfügen bei Krankenversicherungen über ein paar Stellschrauben, um ihre Beiträge zu senken. 

  1. Die Selbstbeteiligung: Unter Selbstbeteiligung beziehungsweise Selbstbehalt verstehen Versicherer den Betrag, den ein Versicherter je Versicherungsfall oder pro Jahr freiwillig beisteuert. Bei der Pferdekrankenversicherung wirkt sich schon ein Selbstbehalt von 250 Euro im Jahr merklich auf die Beiträge aus. Und bist du bereit, im Jahr sogar 500 Euro der Tierarztkosten selbst zu übernehmen, honoriert so mancher Versicherer dies mit bis zu 25 Prozent günstigeren Konditionen.

  2. Die Vertragslaufzeit: Du beeinflusst die Beitragshöhe zu deinen Gunsten, wenn du dich vertraglich für eine gewisse Zeit an einen Anbieter bindest. Die übliche Vertragsdauer bei Versicherungen liegt bei einem Jahr. Willigst du bei Vertragsabschluss ein, deinem Versicherer mindestens drei Jahre treu zu bleiben, sinken deine Beiträge um rund 5 Prozent. Sind die drei Jahre vorüber, wechselst du automatisch in den üblichen Rhythmus. Dein Vertrag verlängert sich also nicht um weitere drei Jahre, sondern um eines.

  3. Der Zahlungsmodus: Versicherer geben online gerne Monatsbeiträge an. 130 Euro im Monat klingt nun einmal erschwinglicher als 1.600 Euro im Jahr. Allerdings lieben sie dich dafür, wenn du deinen Beitrag zu Beginn des Vertragszeitraums auf einen Schlag bezahlst. Und manche Unternehmen honorieren dies auch mit einem Rabatt auf den Gesamtbeitrag. 

  4. Die Kombi-Versicherung: Schließt du bei einem Anbieter die Krankenversicherung für dein Pferd zusammen mit der Pferdehaftpflicht ab, kannst du sparen. Lass dich davon aber nicht zu sehr beeinflussen. Nicht jeder gute Haftpflichtversicherer ist auch ein geeigneter Krankenversicherer und umgekehrt. 

  5. Die FN-Mitgliedschaft: Nicht zuletzt gewähren die Anbieter von Pferdekrankenversicherungen möglicherweise einen Nachlass, wenn du der Deutschen Reiterlichen Vereinigung angehörst. Die Insider-Abkürzung „FN“ leitet sich vom Dachverband Fédération Équestre Nationale ab. 

 

Pferde-Kranken- und OP-Versicherung: Welche Police ist besser?

Ob Pferdekrankenvollversicherung oder OP-Versicherung: Beide Optionen haben ihre Berechtigung, je nach deiner persönlichen Situation. Du selbst musst die Risiken, Kosten und Leistungen abwägen und auf dieser Basis entscheiden, welche die beste Pferdeversicherung ist. Eine reine OP-Versicherung ist günstiger als der Rundum-Schutz und sichert die größten Kostenrisiken ab. Du kannst über einen solchen Tarif aber keine Medikamente abrechnen und auch keine einfachen Erkrankungen behandeln lassen. Mehr dazu in unserem Online-Ratgeber OP Versicherung Pferd: sinnvoll als Alternative zum Rundumschutz.

Tipp

Falls dich der Krankenversicherung-Pferde-Preisvergleich eher verunsichert als bestärkt, lass dich beraten. CLARK steht dir gerne zur Verfügung. 

 

Wozu dient die Wartezeit? 

Manche Verbraucher sehen die Wartezeit als Schikane. Die meisten Experten und auch Verbraucherschützer widersprechen dieser Sichtweise allerdings. Denn mit der Wartezeit schützen sich die Versicherer vor Antragstellern, denen bereits ein Schaden entstanden ist und ihn noch fix auf ein Unternehmen abwälzen möchten. Die Maßnahme nützt letztlich der Gemeinschaft der Versicherten: Würden die Versicherungsgesellschaften Sofortschutz anbieten, wenn das Pferd schon krank ist, müssten sie die Mehrkosten auf die Beiträge umlegen. Es wäre somit keinem Unternehmen möglich, eine günstige Krankenversicherung für Pferde anzubieten. 

 

Bekomme ich eine Krankenversicherung für mein Pferd ohne Wartezeit?

Generell beginnt nach dem Abschluss von Versicherungen oftmals eine Wartezeit, in der Versicherte keine Leistungen abrufen können. Bei der Pferdekrankenversicherung gilt in allen Tarifen für Erkrankungen eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten (Stand 2020). Die Behandlung einer Kolik ist bei manchen Anbietern schon kurz nach Vertragsabschluss möglich. Auch nach Unfällen wird die Behandlung meist schon in der Wartezeit übernommen. Hier war der Versicherungsfall ja noch nicht abzusehen. 

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