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Das Quotenvorrecht in der Rechtsschutzversicherung

Wie andere Schadensversicherungen bietet auch die Rechtsschutzversicherung ein Quotenvorrecht. Es erstattet nicht von der Versicherung abgedeckte Mehrkosten.

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Das Wichtigste in Kürze

Das Quotenvorrecht ist in erster Linie von Versicherungsformen wie der Unfallversicherung bekannt. Was du vielleicht nicht weißt: Auch in der Rechtsschutzversicherung findet das Quotenvorrecht Anwendung. Es gleicht Ansprüche gegenüber der Gegenseite aus, die von deiner eigenen Versicherung nicht abgedeckt werden. Als Versicherungsnehmer bleibst du somit auf keinerlei Kosten sitzen – falls bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

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Auch die Rechtsschutzversicherung bietet ein Quotenvorrecht.

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Es gleicht von der Versicherung nicht abgedeckte Ansprüche aus, falls der Gegenseite die Kosten des Verfahrens ganz oder teilweise auferlegt wurden.

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Durch das Quotenvorrecht stehst du als Versicherungsnehmer bei der Erstattung von Kosten an erster Stelle gegenüber deiner Versicherung.

Das Quotenvorrecht kurz erklärt

Kurz gesagt ist das Quotenvorrecht ein Erstattungsanspruch. Vielen Versicherungsnehmern ist nicht bekannt, dass sie über die reine Kostenübernahme durch ihre Rechtsschutzversicherung hinaus weitere Ansprüche geltend machen können. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Gegenseite in einem Rechtsstreit dessen Kosten ganz oder teilweise durch ein Gerichtsurteil auferlegt wurden. Zusatzkosten, die von deiner eigenen Rechtsschutzversicherung nicht abgedeckt werden (wie z. B. die Fahrtkosten eines Rechtsanwalts) oder die in deinem Versicherungsvertrag vereinbarte Selbstbeteiligung kannst du auf diese Weise von der Gegenseite einfordern.

Geregelt wird dies im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das in §86, Abs. 1, diesen Anspruch auf Schadensersatz formuliert: Steht dem Versicherungsnehmer ein Ersatzanspruch gegen einen Dritten zu, geht dieser Anspruch auf den Versicherer über, soweit der Versicherer den Schaden ersetzt. Der Übergang kann nicht zum Nachteil des Versicherungsnehmers geltend gemacht werden.

Das bedeutet konkret: Der Versicherungsnehmer darf nicht schlechter gestellt sein als eine Person ohne Rechtsschutzversicherung, da diese ihre Ansprüche gegenüber dem Gegner direkt geltend machen könnte und beispielsweise keine Selbstbeteiligung im Rahmen seines Versicherungsvertrags aufbringen müsste.

Zusammenfassung

  • Das Quotenvorrecht ist ein Erstattungsanspruch innerhalb deines Rechtsschutzes.
  • Unter die Erstattung fallen z. B. Fahrtkosten des Anwalts oder deine Selbstbeteiligung.
  • Diese Kosten kannst du von der unterlegenen Gegenseite einfordern.
  • Die Regelungen dazu finden sich im Versicherungsvertragsgesetzt, §86, Abs. 1.

Quotenvorrecht und Rechtsschutzversicherung

Ein Rechtsstreit bedeutet immer ein finanzielles Risiko. Um dieses abzufedern oder zu minimieren, bietet die Rechtsschutzversicherung eine gute Absicherung. Dabei funktioniert sie grundlegend wie eine Schadensversicherung. Rechtsanwaltsgebühren und Verfahrenskosten werden dadurch obligatorisch abgedeckt – allerdings nicht zu einhundert Prozent.

Manche Kosten werden nicht von der Rechtsschutzversicherung übernommen, üblicherweise diejenigen, die nicht direkt mit einem Verfahren zusammenhängen. Meist betrifft dies die Reisekosten eines Anwalts oder die Selbstbeteiligung bei der eigenen Versicherung. Vielen Versicherten ist nicht klar, dass sie im Rahmen des Quotenvorrechts in ihrem Versicherungsvertrag einen Anspruch darauf haben, diese Kosten von der Gegenseite einzufordern. Voraussetzung dafür ist, dass dieser die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt wurden. Im Rahmen des Quotenvorrechts steht die Erstattung der Aufwendungen des Versicherungsnehmers vor der Erstattung der Versicherung. Kurz gesagt: Du als Versicherungsnehmer stehst bei der Erstattung der nicht abgedeckten Kosten gegenüber deiner Rechtsschutzversicherung an erster Stelle – du genießt das Vorrecht.

Anwendungsbereiche des Quotenvorrechts

1. Übernahme der Selbstbeteiligung

2. Begleichung der anwaltlichen Reisekosten

3. Übernahme von Kosten, die Verfahrensbeteiligten entstanden sind (Verdienstausfall, Reisekosten usw.)

Hinweis: Das Quotenvorrecht ist hinfällig, wenn keine Mehrkosten entstehen oder der Versicherungsnehmer die Kosten des Verfahrens komplett selbst tragen muss. In diesem Fall könnte der Verfahrensgegner wiederum das Quotenvorrecht geltend machen.

Zusammenfassung

  • Die Rechtsschutzversicherung bietet eine generelle Absicherung bei einem Rechtsstreit.
  • Sie deckt allerdings nicht alle Kosten eines Verfahrens ab.
  • Trägt die Gegenseite die Kosten des Verfahrens, werden zunächst deine Kosten beglichen, dann die deiner Versicherung.
  • Musst du die Verfahrenskosten selbst tragen, kann die Gegenseite das Quotenvorrecht geltend machen.

Das Quotenvorrecht in der Rechtsschutzversicherung – ein Beispiel

In einem Streitfall nimmst du dir einen Anwalt und gewinnst ein Verfahren, dessen Gesamtkosten (Anwalt und Gericht) 1.000 Euro betragen. Allerdings musst du eine Selbstkostenbeteiligung von 300 Euro aufbringen, während die Rechtsschutzversicherung 700 Euro Kostenerstattung aufbringt.

Der unterlegenen Gegenseite wird vom Gericht die Begleichung der Verfahrenskosten auferlegt. Die Ansprüche gegenüber der Gegenseite gehen auf deine Rechtsschutzversicherung über, dein Selbstbeteiligungsbetrag von 300 Euro wird dir jedoch ebenfalls erstattet.

  • Anwalts- und Gerichtskosten = 1.000 Euro.

  • Summe = Rechtsschutzversicherung 700 Euro + Selbstbeteiligung von 300 Euro.

  • dem Verfahrensgegner werden die Gesamtkosten des Verfahrens auferlegt.

  • der Versicherungsnehmer erhält die 300 Euro Selbstbeteiligung vom Verfahrensgegner erstattet.

Hättest du das Verfahren ohne Rechtsschutzversicherung gewonnen, wären dir die vollen Kosten in Höhe von 1000 Euro vom Verfahrensgegner erstattet worden. Gäbe es das Quotenvorrecht nicht, wärst du als Versicherungsnehmer trotz des gewonnenen Rechtsstreits auf deiner Selbstbeteiligung von 300 Euro sitzengeblieben. Obwohl rechtsschutzversichert, wärst du in diesem Fall also schlechter gestellt gewesen als eine Person ohne Versicherungsschutz. Das Quotenvorrecht sorgt somit dafür, dass dir als Versicherungsnehmer einer Rechtsschutzversicherung kein finanzieller Nachteil entsteht.

Noch etwas deutlicher wird das Vorrecht gegenüber deiner Versicherung, wenn deinem Verfahrensgegner nur sechzig Prozent der Kosten vom Gericht auferlegt werden: Die Rechtsschutzversicherung kann dann lediglich 600 Euro bei der Gegenseite geltend machen – im Rahmen des Quotenvorrechts erhältst du als Versicherungsnehmer dennoch die volle Erstattung deiner Selbstbeteiligung von 300 Euro, während deine Versicherung die Restsumme von ebenfalls 300 Euro bekommt.

Zusammenfassung

  • Das Quotenvorrecht sorgt dafür, dass du als Versicherungsnehmer bei einem gewonnenen Rechtsstreit finanziell nicht schlechter gestellt bist als ohne Rechtsschutzversicherung.
  • Es garantiert, dass deine Kosten wie die Selbstbeteiligung auch bei einer nur teilweisen Kostenübernahme der Gegenseite abgedeckt werden.

Eine Rechtsschutzversicherung abschließen

Eine Rechtsschutzversicherung ist in jedem Fall ein Nice-To-Have. In manche Situationen sollte man sich ohne sie besser gar nicht begeben. Auch über die CLARK App kannst du eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Das geht ganz einfach:

Nächste Schritte

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