Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung? - Das geht!

Eine private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen? Der Pflege-Bahr macht es möglich. Beim Abschluss solltest du ein paar Dinge beachten.

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Wer denkt heute schon gerne an die körperlichen Einschränkungen, die im Alter eintreten können? Lässt sich der Alltag dann nicht mehr alleine bewältigen, ist Hilfe wichtig – aber auch kostspielig. Mit der gesetzlichen Pflegeversicherung sorgt der Staat dafür, dass du die Kosten nicht alleine durch deine Rente abdecken musst. Das reicht aber oft nicht aus. Eine private Pflegezusatzversicherung schließt die finanzielle Lücke zwischen staatlicher Absicherung und tatsächlichen Pflegekosten. In der Regel muss man eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Wer seinen Gesundheitszustand nicht offenlegen möchte, kann auch eine private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen abschließen: den Pflege-Bahr. Was ist das genau – und lohnt sich der Abschluss?

Was ist der Pflege-Bahr?

Den Pflege-Bahr gibt es seit 2013. Der Name geht auf den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zurück. Er hat die Grundlage für diese Form der privaten Pflegezusatzversicherung geschaffen. Sein Ziel: die Finanzierung der Pflege breiter aufzustellen. Der Pflege-Bahr ist die

  • einzige staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung

  • einzige private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen

Welche Leistungen bietet der Pflege-Bahr?

Im Kern handelt es sich beim Pflege-Bahr um eine Pflegetagegeldversicherung. Pflegebedürftige erhalten einen festen Tagessatz, der nach Pflegebedürftigkeit gestaffelt ist und monatlich als Gesamtsumme ausgezahlt wird. Pflegebedürftige können frei über das Geld verfügen. Es ist egal, ob sie von Angehörigen oder von Fachkräften gepflegt werden.

Warum gibt es die zusätzliche Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Wie bei anderen staatlich geförderten Versicherungen müssen Versicherer die Anträge zu dieser privaten Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Es besteht Aufnahmepflicht; Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind unzulässig. Dadurch will der Staat auch Menschen die private Pflegevorsorge ermöglichen, die sonst wenig Chancen bei privaten Versicherern hätten – sei es, weil sie schwerwiegende Vorerkrankungen oder ein kleines Einkommen haben.

Wie umfangreich sind die Leistungen des Pflege-Bahr?

Die staatlich geförderte Pflegeversicherung kommt ohne Gesundheitsprüfung aus. Im direkten Vergleich zu ungeförderten Pflegeversicherungen mit Prüfung sind die Leistungen zwar begrenzt, der Gesetzgeber verpflichtet Versicherer aber dazu, einen Mindestbetrag auszuzahlen. Wie hoch dieser ist, richtet sich nach dem Pflegegrad, ehemals Pflegestufe. Im Rahmen der Pflegereform 2017 wurden die ehemaligen Pflegestufen durch die Pflegegrade ersetzt. Statt vormals vier, gibt es jetzt fünf Abstufungen. Den vollen Satz von mindestens 600 Euro erhalten Versicherte erst beim Pflegegrad 5. Dafür zahlen Versicherer auch schon bei geringen Beeinträchtigungen im Alltag. Bei anderen privaten Pflegeversicherungen erhalten Versicherte erst ab Pflegegrad 2 entsprechende Leistungen.

Pflegegrad Erstattungssatz (Anteil vom Pflegegeld) Monatlicher Mindestbetrag
1 10 % 60 Euro
2 20 % 120 Euro
3 30 % 180 Euro
4 40 % 240 Euro
5 50 % 600 Euro

Tipp

Der Gesetzgeber erlaubt bei Pflege-Bahr-Verträgen eine sogenannte Beitragsdynamik. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du die Pflegezusatzversicherung in jungen Jahren abschließt. Denn bei langen Vertragslaufzeiten macht sich der Wertverfall des Geldes stärker bemerkbar. Durch die Dynamisierung steigen zwar regelmäßig die Beiträge, aber auch die späteren Leistungsansprüche.

Wie teuer ist eine geförderte Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Um die staatliche Förderung zu erhalten, muss der jährliche Mindestbeitrag bei 180 Euro liegen, das sind im Monat 15 Euro. Der jährliche Förderbeitrag von 60 Euro (5 Euro monatlich) wird aber verrechnet. Man muss pro Jahr also mindestens 120 Euro für den Pflege-Bahr aufwenden.

Gut zu wissen

Formal musst du die Förderung bei der Zulagenstelle beantragen. In der Praxis übernimmt das aber dein Versicherungsunternehmen. Es kümmert sich um alle Formalitäten, die mit der staatlichen Förderung zusammenhängen. Die Zulagenstelle zahlt die Förderung jährlich an die Versicherung, die sie direkt mit deinen Beiträgen verrechnet.

Wovon hängt die Beitragshöhe außerdem ab?

Der jährliche Mindestbeitrag ist gesetzlich festgelegt. Darüber hinaus variieren die Kosten für die Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung zum Teil stark. Sie hängen von zwei Faktoren ab:

  • Eintrittsalter des Versicherten

  • Konditionen der Police

Wann sollte ich den Pflege-Bahr abschließen?

Ein Höchstalter gibt es nicht. Aber je später die Police abgeschlossen wird, desto höher sind die Beiträge. Daher empfiehlt es sich, eine private Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung so früh wie möglich abzuschließen und verschiedene Angebote zu vergleichen.

Gibt es eine Wartezeit?

Eine private Pflegeversicherung ohne Wartezeit gibt es nicht. Das gilt übrigens auch für die gesetzliche Pflegeversicherung. Bei beiden Modellen besteht nur dann Versicherungsanspruch, wenn du in den letzten zehn Jahren vor Vertragsabschluss mindestens zwei Jahre versichert warst. Bei dem staatlich geförderten Pflege-Bahr hängt die Wartezeit bis zum Beginn der Leistungspflicht vom Versicherer ab. Sie kann bis zu 5 Jahre betragen. Einzige Ausnahme: Ist die Pflegebedürftigkeit auf einen Unfall zurückzuführen, greift die private Pflegeversicherung ohne Wartezeit.

Ist der Pflege-Bahr steuerlich absetzbar?

Du kannst den Eigenanteil der geförderten Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzen. Er gehört zu den Vorsorgeaufwendungen und kann in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Einen entsprechenden Nachweis stellt dein Versicherer aus.

Für wen eignet sich die private Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Die geförderte Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen ist für bereits Erkrankte und Menschen mit einem erhöhten Pflegerisiko oft die einzige Möglichkeit, eine bezahlbare Zusatzversicherung für den Pflegefall abzuschließen. Für junge und gesunde Menschen ist sie aber nur als zusätzliche Absicherung anzusehen. Um die finanzielle Lücke zwischen Pflegekosten und Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu schließen, sollte der Pflege-Bahr im Idealfall mit einer ungeförderten Pflegezusatzversicherung gekoppelt werden.

Gut zu wissen

Bei einigen Anbietern entfällt bei der Kombination Pflege-Bahr und Pflegezusatzversicherung sogar die Wartezeit. Wenn du unsicher bist, ob die geförderte Pflegeversicherung ohne Gesundheitsprüfung das Richtige für dich ist, beraten dich die CLARK-Experten.

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