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Landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht­­versicherung

Mit einer Betriebshaftpflicht­versicherung in der Landwirtschaft sichern sich Forst- und Landwirte gegen Risiken rund um Hof und Betrieb ab. Worauf es ankommt.
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Das Wichtigste in Kürze

Egal, ob du einen kleinen Biobauernhof betreibst oder einem hoch technisierten landwirtschaftlichen Industriebetrieb vorstehst: Passieren kann in der Landwirtschaft immer etwas. Oft ist dabei nicht nur dein Betrieb samt Hof, Vieh und Team betroffen, sondern es kommen auch Dritte oder die Allgemeinheit zu Schaden. In solchen Fällen schützt eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht­versicherung deinen Betrieb vor hohen finanziellen Forderungen. Es handelt sich hier zwar um keinen gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsschutz, aber um einen, der als einziger Schutzwall die Insolvenz verhindern kann.

  1. Landwirtschaftliche Betriebe unterliegen speziell gelagerten Risiken, Schäden zu verursachen.
  2. Eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht ist deshalb für Höfe jeder Größe und Ausrichtung sinnvoll.
  3. Ausrichtung und Größe des Hofs müssen beachtet und in ausreichender Höhe versichert werden.

Die landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht im Detail

Ein Schutz für wirklich alle Landwirte

Welcher Landwirt benötigt eine Betriebshaftpflicht? Die kurze Antwort: absolut jeder Landwirt. Die etwas ausführlichere Antwort: jeder Landwirt, der

  • Tiere hält
  • und/oder Arbeitsmaschinen betreibt
  • und/oder Ackerland bestellt, düngt und dort Pflanzenschutz betreibt
  • und/oder Produkte der Landwirtschaft an Endkunden oder Zwischenhändler verkauft
  • und/oder Freizeitangebote wie Reiten oder Ferien auf dem Bauernhof offeriert
  • und/oder auch im forstlichen Bereich tätig ist.

Warum diese Haftpflicht so wichtig ist

Als Landwirt scheust du jede überflüssige Ausgabe – ein richtiger und wichtiger Automatismus, denn ein guter Landwirt ist auch ein guter Betriebswirt. Nun kostet eine Betriebshaftpflicht­versicherung höchstwahrscheinlich jährlich mindestens eine dreistellige Summe – es gibt zwar auch günstigere Angebote, aber meistens orientiert sich alles an der Betriebsgröße, sodass derartige Summen für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe eher etwas niedrig sind. 

Allerdings sind die Ausgaben für den Versicherungsschutz tatsächlich betriebswirtschaftlich perfekt angelegtes Geld. Sehen kannst du das anhand der folgenden Beispiele für Schäden. 

  1. Einige deiner Rinder überwinden das Gatter der Weide und rennen auf die Straße. Ein Tier wird angefahren, es kommt zu mehreren Folgekarambolagen, es gibt mehrere beschädigte Fahrzeuge und Verletzte.
  2. Einer deiner Mitarbeiter arbeitet mit dem Teleskoplader. Ein Hydraulikschlauch platzt, der Arm fällt herab und die Gabel knallt auf ein vor deinem Hofladen geparktes Kundenfahrzeug.
  3. Du nutzt den Mähdrescher. Aus irgendeinem Grund tritt in der Dieselleitung zwischen Tank und Pumpe ein Leck auf. Tropfen für Tropfen verteilst du so Dutzende Liter Diesel auf dem Feld und auf den dorthin führenden Feldwegen. Der Diesel sickert ins Erdreich. Du bemerkst es erst, als dich ein Spaziergänger auf den starken Dieselgeruch hinweist.
  4. Du lieferst Mais und Grünfutter an eine Mastfutterherstellung. Es stellt sich heraus, dass eine Ladung verunreinigt war. Mehrere Tiere in anderen Betrieben werden krank und müssen gekeult werden – ein immenser Schaden nicht nur mit finanziellen Folgen. Alternativ: Nachdem du in deinem hofeigenen Laden selbst produziertes Gemüse verkauft hast, klagen mehrere Kunden über gravierende Magen-Darm-Probleme und du verantwortest entstandene Schäden.
  5. Mieter reiten auf deinen Pferden. Eines der Tiere geht durch, der Reiter fällt ab und wird schwer verletzt.
  6. Du schlägst Brennholz und lieferst es auch aus. Beim Abladen gerät die ganze Fuhre ins Rutschen, demoliert den Vorgarten deines Kunden und zerkratzt und zerbeult sein nagelneues Auto.

Das sind nur Beispiele, aber sie sind für landwirtschaftliche Betriebe und die dort bestehenden Gefahren recht typisch – und wenn du über die Vorgänge und Abläufe rund um deinen Hof noch etwas nachdenkst, fallen dir wahrscheinlich weitere potenzielle Gefahrenherde ein.

Zusammenfassung

  • Im Grunde kann sich kein Landwirt die Betriebshaftpflicht­versicherung sparen. Auch alle, die im forstlichen Bereich tätig sind, sollten eine solche Versicherung abschließen.
  • Die Kosten einer solchen Versicherung liegen jährlich mindestens im dreistelligen Bereich. Dieses Geld ist allerdings gut angelegt.
  • Egal, ob du nun Tiere hältst, große Arbeitsmaschinen betreibst oder Menschen auf deinem Hof reiten lässt – es kann immer ein Unfall passieren. Möchtest du nicht mit deinem gesamten privaten Vermögen für die dadurch entstehenden Kosten haften, solltest du eine Betriebshaftpflicht abschließen.

Genaue Leistungen und Details der Versicherung

Welche Leistungen die Versicherung abdeckt

Grundsätzlich musst du bei der Betriebshaftpflicht­versicherung (wie bei fast jeder Versicherung) unterscheiden zwischen Basisschutz auf der einen Seite und vielfach lohnenden, aber zusätzliche Kosten verursachenden Zusatzprodukten auf der anderen.

Der Basisschutz deckt in diesem Fall:

  • Sachschäden, also alle Kosten für Reparaturen und Wiederbeschaffungen
  • Personenschäden, also sowohl medizinische Behandlungskosten wie auch Schmerzensgelder
  • unechte Vermögensfolgeschäden, die nur als Folge von Sach- oder Personenschäden entstehen, beispielsweise Verdienstausfälle, Gewinnausfälle und Nutzungsausfälle

Zudem gehört es bei den meisten Betriebshaftpflicht­versicherungen zum Paket, dass unberechtigte Forderungen notfalls auf Kosten des Versicherers vor Gericht abgewehrt werden. 

Vor allem die Personenschäden solltest du nicht unterschätzen. Wenn jemand durch einen Schaden, den dein Betrieb verursacht, in irgendeiner Weise im Krankenhaus behandelt werden muss, laufen ganz rasch fünf- oder sogar sechsstellige Beträge auf. Das kann selbst gut laufenden Betrieben wehtun und sogar existenzbedrohend sein. 

Beachte allerdings, dass die Haftpflicht­versicherung als Basis deinen Betrieb mitunter nicht ausreichend versichert. Sprich deshalb gern mit unseren CLARK-Experten, sie können dir anhand der genauen Ausgestaltung deines Hofs aufzeigen, welche Zusatzpakete infrage kommen und ob sie deinen Versicherungsschutz sinnvoll erweitern und nicht bloß unnötig Geld kosten.

Auf welche Details geachtet werden muss

Wenn du „Landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht­versicherung“ in eine Suchmaschine eintippst, wirst du sehr viele Angebote finden. Und wie bei jeder Versicherung unterscheidet sich auch hier vieles jenseits des reinen Preises im Detail.

Achte deshalb auf Folgendes:

  1. Die Deckungssumme sollte mehr als 4 Millionen Euro für alle Personenschäden und mindestens eine halbe Million für Sachschäden betragen.
  2. Alle Arbeitsmaschinen in deinem Betrieb müssen mitversichert sein (denke auch an Nachbarschaftshilfe). Bedenke, dass das über die Landwirtschafts­versicherung nur bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h geht (also nicht zulassungs- bzw. ­versicherungspflichtige Maschinen). Sind die Geräte schneller, benötigst du eine spezifische Haftpflicht­versicherung.
  3. Der Versicherungsschutz sollte all deine landwirtschaftlichen Grundstücke, Gebäude und Räume abdecken, auch wenn sie stillgelegt, vermietet oder verpachtet sind.
  4. Vergleiche, welche Tiere mitversichert sind – bei vielen Versicherern sind es nämlich nur klassische Nutztiere der Landwirtschaft. Pferde, Hunde und andere Vierbeiner müssen oft dazugebucht werden.
  5. Das Produkthaftpflichtrisiko sollte keinesfalls geringer sein als die Deckungssumme der Betriebshaftpflicht für Sachschäden (500.000 Euro). Denke dabei immer an den Schaden, der entstehen könnte, wenn Produkte vernichtet werden müssen, die auch deine Erzeugnisse enthalten.
  6. Achte bei den versicherten Umweltrisiken sehr genau auf die versicherten Mengen. Für Diesel usw. gibt es je nach Tarif und Versicherer sehr unterschiedliche Mengen. Und: Schließe keine Betriebshaftpflicht ohne Abdeckung von Umweltschäden ab. Hier besteht gegen den Verursacher nämlich mittlerweile ein umfassendes Klagerecht auf Wiederherstellung durch Sanierungsmaßnahmen. Das kann sehr teuer werden.

Außerdem wichtig: Achte darauf, dass auch Regressansprüche durch die Träger der Sozial­versicherung abgedeckt sind. Nur dann ist garantiert, dass die Berufsgenossenschaft in Schadensfällen zwar zahlt, sich aber danach nicht postwendend an dich wendet, um dich in Regress zu nehmen.

Bei den allermeisten dieser Versicherungen gehört übrigens ganz automatisch eine normale Privathaftpflicht­versicherung dazu. Das ist auch deshalb gut, weil sie ebenfalls landwirtschaftlich orientiert ist. Das heißt, sie umfasst auch deine Erben, die Bewohner des Altenteils usw. Sie ist also meist deutlich besser für dich als eine reguläre Privathaftpflicht. 

Zusammenfassung

  • Eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflicht­versicherung ist zwar keine gesetzliche Pflicht, sollte aber für absolut jeden landwirtschaftlichen Betrieb obligatorisch sein. Wie bei jeder Betriebshaftpflicht werden auch hier primär Sach- und Personenschäden sowie davon ausgelöste Vermögensschäden abgedeckt.
  • In ihrer Grundgestaltung enthält die Versicherung viele sinnvolle Bausteine, diese sollten jedoch immer betriebsspezifisch überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, insbesondere bei den Deckungssummen.
  • Mitunter kann die reine Landwirtschafts­versicherung allein zu wenig sein. Zusammen mit neutralen Experten sollte deshalb im Vorfeld eruiert werden, ob und welche Zusatz­versicherungen sinnvoll zugebucht werden sollten.

Eine Betriebshaftpflicht­versicherung abschließen

Die Betriebshaftpflicht­versicherung ist eine wichtige Absicherung deines Unternehmens. Es hängt viel von ihr ab. Daher brauchst du auch eine, die perfekt zu dir und deinem Unternehmen passt. Online gibt es eine Menge Vergleichsrechner, die dir bei der Suche nach dem günstigsten Tarif behilflich sein können. Doch am Ende sollte nicht der Preis entscheidend sein, sondern wie gut die Betriebshaftpflicht­versicherung auf deine Bedürfnisse und dein Unternehmen zugeschnitten ist. Hierzu ist eine unabhängige Beratung, die dich und deine berufliche Situation in den Blick nimmt, unumgänglich. Die Experten von CLARK helfen dir dabei, den Tarif zu finden, der am besten zu dir und den Risiken passt, denen dein Betrieb täglich ausgesetzt ist. So gehst du vor:

Nächste Schritte

  • Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.
  • Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.
  • Du wählst deinen Wunsch­versicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

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