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Private Krankenversicherung für Studenten: Tarife und Vergleich mit der GKV

Studenten müssen sich nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern. Wann lohnt sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV)?

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Die meisten Studenten sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ihrer Eltern mitversichert. Grundsätzlich steht ihnen während des Studiums aber auch die private Krankenversicherung (PKV) offen. Ob sich ein Wechsel in die PKV lohnt, hängt unter anderem vom Alter des Studenten, der familiären Situation und den Zukunftsaussichten ab. 

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GKV oder PKV: Welche ist die beste Krankenversicherung für Studenten? 

Im Leistungsvergleich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung hat eindeutig die PKV die Nase vorn. Je nach Vertrag und Anbieter sind mehr Leistungen inklusive. Vor allem aber kannst du dir einen Tarif aussuchen, dessen Leistungen deinen Wünschen entsprechen.  Danach richten sich dann auch die monatlichen Beiträge für den PKV-Studententarif. 

In welchem System zahle ich weniger Beitrag?

Was die Beiträge anbelangt, sind viele Studenten bis 25 Jahre besser in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgehoben als in der privaten Krankenversicherung. Das liegt vor allem an der Familienversicherung der GKV: Bis zum 25. Geburtstag bist du bei deinen Eltern beitragsfrei mitversichert. Wenn du zwischen 25 und 30 Jahre alt bist, kannst du dich in der Krankenkasse der Studenten versichern. Dafür werden Beiträge fällig. Ab 30 wird die gesetzliche Krankenversicherung für Studenten preislich eher unattraktiv: Der Tarif “Krankenkasse für Studenten” läuft in der Regel aus und du darfst dich für einen relativ hohen Beitrag freiwillig gesetzlich versichern. Nutze deine Chance, dich für den Rest des Studiums privat zu versichern. In der PKV sparst du ab 30 Geld. 

Welche Bedingungen muss ich erfüllen, um als Student in die PKV zu wechseln?

Anders als für Angestellte mit niedrigen bis mittleren Einkommen gilt für Studenten Versicherungsfreiheit. Das bedeutet: Du darfst dich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen und in die private Krankenversicherung eintreten. Einzige Bedingung dafür ist ein Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Falls du dich dafür entscheidest, hast du nach der Immatrikulation drei Monate Zeit. Bedenke aber, dass du während des Studiums nicht in die GKV zurückwechseln kannst. 

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen eines Beitritt in eine private Krankenversicherung findest du hier.

 

Ich war schon als Kind privat versichert. Bleibe ich als Student in der PKV? 

Nicht automatisch! Wenn deine Eltern privat versichert sind, haben sie für dich wahrscheinlich einen PKV-Kindertarif abgeschlossen. Mit Beginn deines Studiums ändert sich deine Situation. Der Gesetzgeber verlangt, dass du dich zwischen gesetzlich und privat entscheidest. Willst du in der privaten Krankenversicherung bleiben, musst du dich von der GKV-Versicherungspflicht befreien lassen. Dazu stellst du spätestens drei Monate nach der Immatrikulation einen Antrag bei einer gesetzlichen Kasse. Versäumst du die Frist, giltst du als freiwillig gesetzlich versichert. 

So gehst du vor: 

  • Vergleiche online die Tarife der privaten Krankenversicherung, zum Beispiel mit einem Online-Rechner.

  • Besprich die Ergebnisse des Online-Vergleichs und deine individuellen Wünsche mit einem Experten.

  • Schließe einen Vertrag mit einer privaten Krankenkasse. 

  • Lasse deine GKV-Versicherungspflicht aufheben. 

 

Wie viel kostet mich als Student eine private Krankenversicherung?

Als Student bekommst du in der PKV einen Studententarif. Die Angebote sind deutlich günstiger als Tarife für Angestellte oder Selbständige. Das liegt daran, dass sie nur bis zu einem bestimmten Alter gelten und du während dieser Zeit keine Rückstellungen für das Alter bildest. Die Kosten guter Tarife bewegen sich zwischen etwa 80 und 120 Euro im Monat, je nach Leistungsumfang und deinem Alter. 

 

Bekomme ich mehr BAföG, wenn ich mich selbst versichere?

Du bekommst einen Zuschuss, wenn du

  1. nach Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) grundsätzlich Anspruch auf BAföG hast,

  2. verpflichtet bist, dich selbst selbst zu versichern, und

  3. den BAföG-Höchstsatz noch nicht ausschöpfst. 

Die Höhe des Zuschusses beträgt 84 Euro im Monat zur Krankenversicherung und 25 Euro im Monat zur Pflegeversicherung (Stand 2020). Dabei spielt keine Rolle, ob du Beiträge zur GKV oder zur PKV zahlst. 

Muss ich den BAföG-Zuschuss eigens beantragen?

Den Zuschuss zur Krankenversicherung überweist dir das BAföG-Amt nicht automatisch. Du musst einen Antrag stellen. Dazu besorgst du dir auf der Webseite des Studentenwerks die “Bescheinigung über die Kranken- und Pflegeversicherung des/der Auszubildenden gemäß § 13a BAföG”. Damit gehst du zu deiner Krankenkasse, die das Formular ausfüllen und abstempeln muss. Reichst du den Nachweis anschließend beim BAföG-Amt ein, sollte alles seinen Gang gehen.

 

Lohnt sich eine private Krankenversicherung für Studenten?

Mit einem klaren “Ja” lässt sich die Frage lediglich bei Kindern von Beamten beantworten (siehe nächste Frage). Bei allen anderen gilt: Es kommt auf die Situation an.  

Fall 1: Du bist unter 25, beitragsfrei bei deinen Eltern in der GKV mitversichert und wirst nach dem Studium ein paar Jahre brauchen, bis du gut verdienst - dann ist selbst ein günstiger Studententarif der privaten Krankenversicherung für dich kaum sinnvoll. Falls du bessere Leistungen wünschst als in der GKV, schließe besser eine Krankenzusatzversicherung ab, beispielsweise für die Zähne. 

Fall 2: Du bist nicht familienversichert, musst dich also selbst um Versicherungsschutz kümmern. Dann kannst du bis zum 30. Lebensjahr der Krankenkasse der Studenten beitreten. Das kostet dich rund 80 Euro im Monat. Oder du wählst einen Studententarif bei einer privaten Krankenkasse. Einen guten Tarif bekommst du ab 30 schon für etwa 90 Euro. Angesichts des Leistungsumfangs der PKV wäre das eine Überlegung wert.  

Fall 3: Du weißt bereits, dass du später einmal privat versichert sein wirst. Das könnte zum Beispiel auf dich zutreffen, 

  • wenn du Medizin, Pharmazie oder Tiermedizin studierst, um später selbständig zu arbeiten, oder

  • nach dem Studium Beamtenanwärter wirst oder 

  • wenn du von einem Einstiegsgehalt über der Verdienstgrenze ausgehen darfst (Stand 2020: 62.550 Euro brutto). 

Dann lohnt sich eventuell ein PKV-Studententarif. Wenn du diesen Tarif später bei der gleichen Versicherungsgesellschaft in einen regulären Vertrag umwandelst, sparst du dir die erneuten Gesundheitsfragen. Du schreibst also deinen gegenwärtigen Gesundheitszustand fest. Probleme, die eventuell hinzukommen, spielen dann für deine Beiträge keine Rolle mehr. 

Fall 4: Du hast als Student einen Nebenjob und verdienst mehr als 455 Euro im Monat (beziehungsweise 450 Euro in einem Mini-Job). Dann wirst du in der gesetzlichen Krankenversicherung selbst beitragspflichtig. Nutze die Gelegenheit zu einem Vergleich privater Krankenkassen. Möglicherweise ist es für dich sinnvoll, die GKV zu verlassen und einen PKV-Studententarif zu wählen. 

Studenten in der gesetzlichen Krankenversicherung

Abhängig von ihrem Alter und eventuellen Nebenjobs zahlen Studenten in der GKV unterschiedliche Beiträge.

Warum eignet sich die private Krankenversicherung besonders für Studenten, die Beamte als Eltern haben?

Als Kind eines Beamten hast du während des Studiums Anspruch auf Beihilfe, so lange deine Eltern noch Kindergeld beziehen. In der Regel übernimmt der Staat 80 Prozent der Kosten von Arztbesuchen und Medikamenten. Die übrigen 20 Prozent musst du eigenständig versichern. Dafür lohnt sich eine private Krankenversicherung deutlich mehr als der Beitritt in eine gesetzliche Kasse. Denn die gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht keine Teilversicherung. Für die Vollmitgliedschaft in der GKV würdest du den Mindestbeitrag von rund 150 Euro im Monat zahlen. In der PKV bekommst du eine gute Teilversicherung schon für 30 Euro im Monat. 

 

Wann endet bei Kindern von Beamten der Anspruch auf Beihilfe?

Wenn ein Student 25 wird, stellt der Staat die Zahlung von Kindergeld ein. Damit verlierst du auch den Anspruch auf Beihilfe zu medizinischen Leistungen. Deine Optionen: 

  1. Du schaffst dein Studium spätestens mit 24 Jahren und wirst mit 25 GKV-versicherungspflichtig. 

  2. Du bist zwischen 25 und 30 Jahre alt und wählst den GKV-Tarif „Krankenversicherung der Studenten“. Damit bist du freiwillig gesetzlich versichert

  3. Du schließt zu Beginn deines Studiums eine PKV-Teilversicherung ab und wandelst sie mit 25 in eine Vollversicherung um. 

 

Ist eine private Krankenversicherung für Studenten über 30 sinnvoll?

Wenn du mit über 30 an einer Hochschule eingeschrieben bist, geht die gesetzliche Krankenversicherung ins Geld. Denn mit 30 endet für Studenten in der Regel die Versicherungspflicht. Altersunabhängig gilt das auch für Studenten ab 14 Semestern. Wenn du Kassenpatient bleiben möchtest, musst du dich nun freiwillig gesetzlich versichern und zahlst den GKV-Mindestbeitrag. Der liegt bei rund 150 Euro. Hinzu kommen die Beiträge zur Pflegeversicherung. In dieser Situation solltest du dich online über Tarife der privaten Krankenversicherung informieren oder dir besser noch einen Experten als Ratgeber suchen. 

 

Was kostet eine private Krankenversicherung für Studenten ab 30? 

Für deine Kommilitonen magst du ein alter Knacker sein. Für die privaten Krankenkassen bist du auch mit über 30 ein Jungspund – und bekommst bei guter Gesundheit auch gute Konditionen. Unter 35 steht dir bei den meisten privaten Kassen sogar noch der Studententarif offen. Damit könntest du selbst in einem guten Tarif gegenüber dem GKV-Mindestbeitrag bis zu 50 Prozent Monatsbeitrag sparen. 

   

Ich möchte ein Jahr im Ausland studieren. Gilt dort die private Krankenversicherung? 

Die PKV bietet in vielen Tarifen einen besseren Versicherungsschutz im Ausland als die GKV. Deine private deutsche Krankenversicherung gilt innerhalb der EU und in weiteren europäischen Ländern weitgehend wie zuhause. Willst du beispielsweise in die USA oder nach Südkorea, bleibt dein privater Versicherungsschutz in der Regel bis zu drei Monate erhalten. Für ein ganzes Semester oder gar ein Jahr musst du also eine Zusatzversicherung abschließen. Schließe in in diesem Fall eine Auslandskrankenversicherung ab.

 

Welche Regeln gelten mit einer privaten Krankenversicherung für ausländische Studenten?

Du bist in deinem Herkunftsland privat versichert? Dann kläre zunächst mit deiner Versicherung, ob sie die Kosten von Behandlungen in Deutschland übernimmt. Lass dir darüber einen Beleg ausstellen. In Deutschland benötigst du diesen Beleg bei der Immatrikulation. Außerdem musst du dich in Deutschland von der GKV-Versicherungspflicht befreien lassen, falls du noch nicht 30 Jahre alt bist. Dazu stellst du einen Antrag bei einer gesetzlichen Kasse, zum Beispiel bei der Barmer oder bei der Techniker Krankenkasse. 

 

Welche ausländischen Studenten müssen sich privat versichern?

Die meisten ausländischen Studenten können sich in Deutschland in einer gesetzlichen Kasse krankenversichern. Gilt für dich eines der folgenden Kriterien, musst du dir hingegen eine private Krankenkasse suchen

  • Du bist über 30 Jahre alt. 

  • Du studierst schon länger als 14 Semester.

  • Du bist Gastwissenschaftler, Promotionsstudent oder Stipendiat und hast keinen Arbeitsvertrag.

  • Du nimmst in Deutschland an einem Sprachkurs oder Studienkolleg teil. 

 

Was ist die beste private Krankenversicherung für ausländische Studenten?

Du bleibst nur eine bestimmte Zeit lang in Deutschland. Also gehen die privaten Krankenkassen davon aus, dass auch dein Vertrag befristet ist. Deshalb bieten sie dir statt eines regulären Tarifs einen Sondertarif an. Beginne deinen Tarif-Vergleich mit der Hanse Merkur Versicherung. Mit diesem Anbieter hat das Deutsche Studierendenwerk eine Vereinbarung getroffen, die zum Beispiel Doktoranden aus dem Ausland zugute kommt. 

 

Was passiert mit meiner privaten Krankenversicherung, sobald ich mein Studium abschließe?

Du kannst deinen Studententarif in einen regulären Vertrag umwandeln, wenn du dich selbständig machst. Das gilt zum Beispiel für eine private Krankenversicherung für Medizinstudenten, die eine Praxis übernehmen. Auch Beamtenanwärter bleiben am besten in der PKV. Als Angestellter darfst du nach dem Studium nur in der privaten Krankenversicherung bleiben, wenn dein Gehalt über 62.550 Euro brutto liegt (Jahresarbeitsentgeltgrenze 2020). Das heißt, du musst dir eine gesetzliche Kasse suchen. Ruf gerne CLARK an, wenn du Tipps zu passenden Anbietern wünschst.  

Gut zu wissen

Du bist im Studium privat versichert und weißt, dass du wenige Jahre nach deinem Abschluss die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitest. Dann überbrücke die Zwischenzeit mit einer Anwartschaftsversicherung. Damit sparst du dir bei der Rückkehr in die PKV die nochmalige Gesundheitsprüfung. Mehr dazu in unserem Ratgeber Private Krankenversicherung: Anwartschaft überbrückt Auszeit.

Kann ich nach dem Studium in die gesetzliche Krankenversicherung zurück? 

Ob du wieder in der GKV versicherungspflichtig wirst, hängt von deinem Arbeitsverhältnis nach dem Studium ab. Machst du dich selbstständig, geht dein Studententarif in einen regulären PKV-Tarif über. Auch wenn du zunächst arbeitslos bist, bleibst du PKV-Mitglied. Das Jobcenter zahlt dann einen Zuschuss zu den Beiträgen. Erst wenn du dich anstellen lässt, greift bei einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt die Versicherungspflicht.