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Verschiedene Kreditarten im Überblick

Es gibt viele Arten von Krediten, die sich nach Kreditgeber, Kreditnehmer, Verwendung, Laufzeit und Kredithöhe unterscheiden. Hier findest du eine Übersicht.

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Das Wichtigste in Kürze

Online kannst du heute nicht nur shoppen, sondern auch Kredite abschließen. Bist du schon mal auf der Suche gewesen, sind dir sicherlich verschiedene Kreditarten aufgefallen. Doch welche sind die Unterschiede zwischen den Finanzprodukten? Hier erhältst du einen Überblick und erfährst, wann du welche Kreditart ins Auge fassen könntest.

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Es gibt eine große Bandbreite an verschiedene Arten von Krediten.

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Diese unterscheiden sich je nach Kreditgeber, Kreditnehmer, Verwendungszweck, Darlehenshöhe und Laufzeit.

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Informiere dich gut gut: Finde das richtige Darlehen für deine Zwecke.

Kreditgeber: Nicht nur Banken vergeben Kredite

Du möchtest einen Kredit aufnehmen? Früher wäre dein erster Gedanke die Hausbank gewesen. Es gibt aber deutlich mehr Möglichkeiten, sich um ein Darlehen zu bemühen. Besonders das Internet hat in den letzten Jahren den Markt beträchtlich aufgewühlt. Die Konkurrenz für Banken ist mittlerweile deutlich größer, als du vielleicht denkst.

Hier eine Übersicht über die Kreditarten verschiedener Geldgeber:

1.    Bankkredite

Banken vergeben immer noch das Gros der Kredite. Auf den ersten Blick geht es hier nur um den 'klassischen' Bankkredit, den du online oder in der Filiale beantragst. In der Praxis sind solche Finanzierungen unter vielen Bezeichnungen bekannt. Dir werden Angebote als:

-      Ratenkredit

-      Konsumkredit

-      Händlerfinanzierung

-      Kfz-Kredit

begegnen. In der Regel handelt es sich hier um Ratenkredite, die in monatlichen Raten abbezahlt werden. Raten- und Konsumkredite sind Darlehen, die du relativ frei verwenden kannst. Andere Kreditarten wie die Autofinanzierung sind dagegen an einen Zweck gebunden.

Zwei besondere Kreditarten sind der Dispo- und Abrufkredit. Bei beiden handelt es sich um Kreditlinien, die dir als Kreditnehmer von einer Bank eingeräumt werden. Für deren Nutzung musst du nicht jedes Mal einen neuen Antrag stellen. Du nutzt die Kreditlinie je nach Bedarf und bist auch in der Rückzahlung relativ frei. Abrufkredite funktionieren ähnlich, sind in Bezug auf den Zins allerdings deutlich günstiger.

Achtung: Der Dispokredit ist ein zweischneidiges Schwert. Er ist zwar sehr flexibel, aber dafür fällt der Zins sehr hoch aus. Aus diesem Grund lohnt sich der Dispo nur im Notfall und nur für kurze Zeit!

2.    Privatkredit: Wenn Privatleute Darlehen anbieten

Bevor Banken die Kreditvergabe zu einem Teil ihres Kerngeschäfts gemacht haben, wurde bereits unter Privatpersonen Geld verliehen. Der Privatkredit kam mit den Banken aus der Mode, meldet sich inzwischen wieder zurück. Plattformen für Crowdlending haben in den letzten Jahren erfolgreich Fuß gefasst. Besser bekannt als Peer-to-Peer-Kredite (P2P), handelt es sich um eine eher spezielle Kreditart.

Du erstellst auf den Plattformen einen Gesuch, welcher für private Geldgeber interessant sein könnte. Dabei finanziert nicht ein Geldgeber die gewünschte Summe in voller Höhe, sondern jeweils einen Teilbetrag. Kommt der erforderliche Wunschbetrag zustande, geht’s an die Auszahlung. Während der Rückzahlung sammelt die Plattform das Geld ein und verteilt es auf die einzelnen Gläubiger.

3.    Arbeitgeberkredit: Mitarbeiterdarlehen als Sonderfall

Mitarbeiterdarlehen werden in Firmen vergeben, in denen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht. In der Praxis eher selten, muss diese Kreditart rechtlich immer auf sicheren Füßen ruhen – etwa in Bezug auf den Vertrag und die Modalitäten.

Achtung: Geld vom Chef solltest du nur dann aufnehmen, wenn dir sonst keine Wege mehr offenstehen. Im schlimmsten Fall belastet dies das Verhältnis zu deinem Arbeitgeber.  

4.    Lieferantenkredite: Nur für Gewerbetreibende interessant

Ein Lieferantenkredit spielt für dich als Privatperson erst einmal keine Rolle. Das Ganze ist nur für Gewerbetreibende wichtig. Dabei räumt ein Lieferant (Kreditor) seinen Kunden (Debitor) einen Kredit ein. Dies erfolgt im Regelfall auf Basis eines längeren Zahlungsziels für das Begleichen einer Rechnung. Das Ganze läuft also ähnlich wie beim Rechnungskauf. Der Kunde muss das Geld erst später bezahlen.

Zusammenfassung

  • Kredite lassen sich nach dem jeweiligen Kreditgeber unterscheiden.
  • Neben Banken vergeben auch Privatpersonen, Arbeitgeber und Lieferanten Darlehen.

Kreditnehmer: Kreditarten für bestimmte Kundengruppen

Kreditarten lassen sich nicht nur nach der Art des Kreditgebers unterscheiden. Ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung kann auch im beruflichen Status des Kreditnehmers liegen. Dabei ist noch einmal zwischen privaten und gewerblichen Kreditnehmern zu unterscheiden:

Private Kreditnehmer

Banken trennen ihre Geschäftsbereiche nach Privat- und Gewerbekunden. Dies hat mit einigen rechtlichen Unterschieden zu tun. Für private Kreditnehmer gelten beispielsweise Besonderheiten in Bezug auf den Kreditwiderruf oder die vorzeitige Rückzahlung von Verbraucherdarlehen. Aber auch in Bezug auf die Richtlinien für die Vergabe haben private Kreditnehmer nicht selten die besseren Karten.

Verschiedene Berufsgruppen

Banken vergeben Darlehen an verschiedene Berufsgruppen nach teilweise unterschiedlichen Richtlinien:

-      Beamte: Beamtenkredite zeichnen sich durch allgemein günstige Konditionen aus. Hier spiegelt sich die besondere Stellung des Beamtenverhältnisses hinsichtlich der Zahlungsdienstfähigkeit wider. Du kannst mit einer erleichterten Vergabe und niedrigen Zinsen rechnen.

-      Rentner: Kredite für Rentner beinhalten gewisse Hürden. Hierfür gibt es zwei Erklärungen. Zum einen ist die Rente mitunter so niedrig, dass Banken mit der Kreditvergabe Schwierigkeiten haben. Auf der anderen Seite steigt das Sterberisiko mit dem Alter. Deshalb erhalten Rentner über 70 Jahre in der Regel nur noch schwer eine Finanzierung.

-      Auszubildende: Kredite für Auszubildende werden nur nach intensiver Prüfung vergeben. Du als Antragsteller verdienst einerseits vielleicht nicht genug. Parallel ist eine Übernahme in eine Beschäftigung nach dem Ende der Ausbildung nicht sicher. Somit wird das Ausfallrisiko als hoch eingestuft.

Freiberufler und Selbständige stehen an dieser Stelle zwischen Privatkunden und Gewerbekunden. Die Kreditvergabe als Privatkunde scheitert oft, da beispielsweise dein Einkommen nicht sicher erscheint und je nach Umsatz schwanken kann. Diese fehlende Sicherheit macht Selbstständige nicht unbedingt zu den Lieblingskunden von Kreditgebern. Trotzdem werden heute auch spezielle Kredit für Selbständige angeboten. 

Sonderfall: Kredit trotz SCHUFA

Auskunfteien wie die SCHUFA spielen bei der Vergabe von Krediten eine wichtige Rolle. Diese werten dein bisheriges Zahlungsverhalten aus. Bei Negativmerkmalen wie Mahnbescheiden oder gar einer Privatinsolvenz wird die benötigte Finanzierung oft verweigert.

Einen Kredit ohne Schufa erhältst du oft nur bei ausländischen Kreditanbietern. Hierbei verzichtet der Anbieter auf eine SCHUFA-Abfrage und meldet den Abschluss auch nicht an die Auskunftei. Da sich in diesem Markt viele schwarze Schafe tummeln, solltest du vorsichtig sein. Zudem liegen die Zinsen bei dieser Kreditart fast immer sehr hoch. Oft lohnt es sich eher, einen Kreditvergleich durchzuführen. Einige Banken vergeben nämlich auch dann Kredite, wenn Negativmerkmale vorliegen. Diese Kreditart wird dann als Kredit trotz Schufa bezeichnet und weist ansonsten alle Merkmale auf, die auch ein gängiger Ratenkredit mitbringt.  

Gewerbetreibende als Kreditnehmer

Gewerbetreibende brauchen Kredite für viele verschiedene Zwecke - sei es für neue Betriebsmittel, die Erweiterung des Unternehmens oder eine Expansion in neue Märkte. Banken legen hier andere Maßstäbe als bei Privatkunden an. Unternehmer müssen dabei in der Regel auch sehr umfangreiche Unterlagen vorlegen. Dazu gehören Steuerbescheide der letzten Jahre sowie betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA).

Zusammenfassung

  • Kreditarten lassen sich auch nach der Zielgruppe unterscheiden.
  • Gerade die Unterscheidung in Privatpersonen und Gewerbetreibende ist sehr wichtig.
  • Bei privaten Kreditnehmern werden noch weitere Personengruppen mit Sondermerkmalen wie Beamte, Rentner oder Auszubildende besonders bedacht.

Verwendungszweck: Wofür brauchst du Geld?

Kredite werden auch nach der Verwendung unterschieden. Dies ist insofern wichtig, als dass Banken für einige Kredite besondere Sicherheiten verlangen, wie beispielsweise beim Immobilienkredit. Andere Zweckbindungen helfen der Bank, das Risiko besser einzuschätzen und deshalb günstigere Zinsen bieten zu können.

Hier die gängigsten Beispiele für zweckgebundene Kredite in der Übersicht:

Autokredit

Der Name sagt schon alles. Banken vergeben den Ratenkredit zur Finanzierung eines Autokaufs. Hierbei sind zwei Szenarien denkbar: Die Finanzierung über den Händler (oft als Null-Prozent-Finanzierung) oder über beliebige andere Banken. Beide haben Vor- und Nachteile, die du auf jeden Fall kennen solltest.

2. Immobilienkredit

Baukredite sind für den Bau oder Kauf einer Immobilie bestimmt. Hierbei kann es sich um eine Eigentumswohnung oder das Eigenheim handeln. In der Regel werden dabei Geldsummen von mehreren Hunderttausend Euro aufgenommen. Der Zins dieser Kreditart liegt sehr niedrig, weil die Baudarlehen über die Immobilie selbst besichert werden.

3. Umschuldungskredit

Schon mal ein teures Darlehen aufgenommen? Es kann sich lohnen, solche Finanzierungen umzuschulden. Hierbei nimmst Du einen günstigen Kredit auf und löst damit die teuren Verbindlichkeiten ab. Zu beachten ist hier, dass die Zinsersparnis für den neuen Kredit eventuelle 'Strafzinsen' (die Vorfälligkeitsentschädigung) decken muss. Weil sich deinen Schuldenstand durch eine Umschuldung nicht ändert, bieten manche Banken Umschuldungskredite günstiger an.

Zusammenfassung

  • Heute werden viele Kredite ohne Zweckbindung vergeben.
  • Dennoch gibt es Kreditarten, die nach ihrem Verwendungszweck benannt werden.
  • Bekannte Beispiele sind der Autokredit, die Umschuldung und der Baukredit.

Weitere Unterscheidungsmerkmale

Merkmal Laufzeit: Kurz- oder Langfristig?

Die Laufzeit bei Krediten kann unterschiedlich ausfallen. Ein Extrembeispiel sind Mini-Kredite von 200 Euro bis 300 Euro, die nur für einen Monat Laufzeit vergeben werden. Am anderen Ende der Skala sind langfristige Kredite wie Immobiliendarlehen zu finden. Hier geht es oft um 15 Jahre oder 20 Jahre (und mehr) als Laufzeit. Dazwischen ist eigentlich fast alles möglich. Im Normalfall liegt die Laufzeit zwischen zwölf und 84 Monaten. Alles darunter sind kurzfristige Kredite.

Merkmal Darlehenshöhe: Kleinkredit vs. Baufinanzierung

Die Höhe der Kreditsumme ist vor allem wichtig, um den klassischen Ratenkredit von Klein- und Minikrediten zu unterscheiden. Letztere liegen in der Darlehenshöhe meist bei nur wenigen hundert Euro und wurden lange von Banken eher ignoriert. Seit FinTechs zeigen, welches Potenzial diese Finanzierungen haben, wächst das Segment zunehmend.

Zusammenfassung

  • Auch zwischen kurz- und langfristigen Krediten gibt es deutliche Unterschiede.
  • Die Darlehenshöhe lässt ebenso eine Differenzierung in Kreditarten zu.

Fazit: Immer die richtige Kreditart finden

Der Markt bietet heute viele verschiedene Kreditarten. Bevor du einfach irgendeinen Vertrag unterschreibst, werde dir zu einigen Punkten klar. Was will ich finanzieren? Hier fallen einige Kreditarten bereits weg. Auch die Frage nach der Kredithöhe, nach deinem beruflichen Status oder der Wunschkreditgeber spielen bei der Entscheidung am Ende eine Rolle.

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