Die Typklassen und ihre Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung und die Typklassen: Wie wirkt sich die Typklasse auf den Beitrag deiner Versicherung aus?

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Jeder Besitzer eines Pkws, Motorrads, Lkws oder landwirtschaftlichen Fahrzeugs ist verpflichtet, dieses zu versichern. Die Beiträge werden monatlich, im Quartal, halbjährlich oder jährlich entrichtet und decken verursachte Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern und deren Fahrzeugen ab, teilweise aber auch die am eigenen Fahrzeug. Die Fahrzeuge werden in verschiedene Kfz-Typklassen der Kfz-Versicherung eingeteilt, die wiederum Auswirkungen auf die jeweiligen Beiträge haben.

Was ist eine Typklasse bei der Kfz-Versicherung?

Die Typklasse ist im Rahmen der Kfz-Versicherung dazu gedacht, unterschiedliche Fahrzeugmodelle zu kategorisieren. Als Basis dafür werden allgemeine Schaden- und Unfallbilanzen herangezogen. In die Berechnung der Typklasse des Pkw gehen die Häufigkeit von Fahrzeugschäden und die daraus resultierenden Reparaturkosten ein, die innerhalb von drei Jahren beim jeweiligen Fahrzeugtyp beobachtet wurden. Werden in diesem Zeitraum weniger Schäden und geringere Reparaturkosten festgestellt, wird der Fahrzeugtyp in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Im umgekehrten Fall würden Fahrzeuge dieses Typs in eine höhere Kfz-Typklasse eingestuft werden.

Gut zu wissen

Je niedriger ein Fahrzeugmodell in der Typklasse der Kfz-Versicherung eingestuft ist, desto günstiger wirkt sich dies auf den Beitragssatz aus. Die Typklasse ist allerdings nur einer von zahlreichen Faktoren, die den Tarif beeinflussen.

Wie wird ein Fahrzeugmodell in Typklassen eingestuft?

Ausschlaggebend für die Einstufung in Typklassen sind Statistiken der Kfz-Haftpflichtversicherungen zu verursachten Schäden und daraus resultierenden Versicherungsleistungen für Dritte. Bei der Kfz-Vollkasko- und -Teilkaskoversicherung werden darüber hinaus auch die Schäden am eigenen Fahrzeug der Versicherten nach einem selbst verschuldeten Unfall betrachtet.

Gut zu wissen

Eine Vollkaskoversicherung reguliert nicht nur verursachte Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern, sondern auch die Schäden am eigenen Fahrzeug und Teilkaskoschäden. Dazu zählen beispielsweise Diebstähle, Wildunfälle, Glasschäden und verschiedene Schäden durch Naturereignisse. Es gibt drei unterschiedliche Arten der Kfz-Versicherung. Eine Typklassentabelle legt die jeweilige Kategorie pro Fahrzeug fest.

Wie lässt sich die Typklasse des Autos ermitteln?

Denke am besten schon beim Autokauf an die zukünftigen Versicherungsbeiträge. Mithilfe eines sogenannten Typklassen-Rechners, in dem Daten zu rund 30.000 verschiedenen Fahrzeugmodellen hinterlegt sind, kannst du schon im Vorfeld die Typklasse deines Autos abfragen und so die Höhe der Beiträge abschätzen. Nachdem du die erforderlichen Daten eingegeben hast, wird angezeigt, wie hoch dein Fahrzeugmodell in den Typklassen einer Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung eingestuft wird. Häufig signalisiert eine Farbskala von Grün (niedrige Einstufung) über Gelb (mittlere Einstufung) bis Rot (hohe Einstufung), ob der Versicherungsbeitrag niedriger oder höher ausfallen wird.

Es gibt zwei Wege, die Typklasse des Autos zu ermitteln. Am einfachsten gelingt die Typklassen-Abfrage über die Typschlüsselnummer (TSN) und die Herstellernummer (HSN). Alternativ kannst du mithilfe einer Reihe von Angaben zum Fahrzeug, beispielsweise zu Marke und Modell, die Typklasse ermitteln. Dazu gibst du die Automarke, das Fahrzeugmodell, die PS-Angabe, das Baujahr, die Kraftstoffart und die Karosserieform in einen Typklassen-Rechner ein.

Tipp

Zur Typklassen-Abfrage gibt es im Internet zahlreiche Tools, in die du die entsprechenden Daten eingeben kannst, ebenso wie Tabellen.

Wie beeinflusst die Typklasse den Beitragssatz?

Die rund 30.000 Fahrzeugmodelle, die aktuell auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, werden allesamt in Kfz-Typklassen für die Versicherung eingeteilt. Die Typklasse wird auf Basis eingereichter Schäden ermittelt. Wurde bei einem bestimmten Modell in den letzten drei Jahren eine hohe Schadenhäufigkeit beobachtet, gehen die Versicherungen davon aus, dass Pkw dieses Typs auch in Zukunft mehr Schäden und dadurch mehr Kosten verursachen werden. Andere Modelle hingegen fallen durch niedrige Schadenquoten auf, wodurch die Versicherung wiederum auch zukünftig von einer geringen Anzahl Schäden und daraus resultierenden Kosten ausgeht. Da die Typklasse einer von mehreren Faktoren ist, die den Beitragssatz beeinflussen, lassen sich Fahrzeuge mit einer niedrigen Typklasse meist günstiger versichern.

Wo finde ich Informationen zur Typklasse meines Fahrzeugs?

Im Internet findet man zahlreichen Möglichkeiten, seine Typklasse online zu recherchieren. Einen Rechner bietet beispielsweise der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherer). Dort gibt es jeweils ein aktuelles Typklassenverzeichnis, in dem nach den verschiedenen Merkmalen des Fahrzeugs gesucht werden kann.

Welche weiteren Faktoren beeinflussen die Beitragshöhe?

Neben der Typklasse beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Höhe des Beitrags zur Kfz-Versicherung. Dazu zählen der Wohnort, die gefahrenen Kilometer pro Jahr, das Alter und die Erfahrung des Fahrzeughalters, die unfallfreien Jahre des Fahrers (Schadenfreiheitsklasse) und die Art der Versicherung (Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung sowie die Selbstbeteiligung).

Die Versicherungen versuchen anhand all dieser Daten möglichst genau für sich zu kalkulieren, wie wahrscheinlich es ist, dass ein bestimmtes Fahrzeug mit einem bestimmten Fahrer in Zukunft Schäden verursacht. Ein junger Fahrer mit niedriger Schadenfreiheitsklasse (SF) in einem Fahrzeug mit hoher Typklasse zahlt deshalb in der gleichen Art der Versicherung deutlich höhere Beiträge als ein geübter Fahrer mit hoher SF und einem Fahrzeug mit niedriger Typklasse. Außerdem gilt: Wer viele Kilometer fährt, hat automatisch ein erhöhtes Risiko, irgendwann einen Unfall zu verursachen.

Gut zu wissen

Fährst du unfallfrei, ersparst du dir nicht nur Ärger und Kosten, sondern kannst dir darüber hinaus attraktive Schadenfreiheitsrabatte sichern, die die meisten Versicherer für unfallfreies Fahren gewähren. Wer kleinere Schäden selbst reguliert und die Versicherung nicht in Anspruch nimmt, kann davon ebenfalls bei der Schadenfreiheitsklasse profitieren.

Achte zudem darauf, nur ausgewählten Personen dein Fahrzeug anzuvertrauen. Schon bei Abschluss der Versicherung kannst du beispielsweise festlegen, dass außer dir ausschließlich dein Partner oder deine Partnerin den Wagen fahren darf. Fahranfänger haben ein höheres Unfallrisiko. Nutzt ein noch ungeübter Fahrer das Auto, wird der Beitrag zur Kfz-Versicherung in der Regel erhöht – beispielsweise dann, wenn der Nachwuchs den Führerschein macht und in die Versicherung eingeschlossen wird.

Lässt sich durch einen Versicherungswechsel Geld sparen?

Da die verschiedenen Anbieter von Kfz-Versicherungen sehr unterschiedliche Tarife anbieten, die teilweise sehr komplex sind, lässt sich häufig durch einen Wechsel des Anbieters Geld sparen – bei gleicher Leistung. Die Experten von CLARK helfen dir gerne dabei, deinen bestehenden Versicherungsschutz kostenlos zu überprüfen, und beraten dich gegebenenfalls hinsichtlich günstigerer Alternativen.

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