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Gruppenunfall­­versicherung – Steuern

Steuervorteile für Unternehmen in der Unfall­versicherung für Gruppen

Gruppenunfall­versicherungen bieten Steuervorteile für Unternehmen. Was bei Vertragsabschluss zu beachten ist und welche Freigrenzen eingehalten werden müssen.
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Das Wichtigste in Kürze

Mit der gesetzlichen Unfall­versicherung sorgt der Gesetzgeber dafür, dass Arbeits- und Wegeunfälle der Arbeitnehmer über die Berufsgenossenschaft abgesichert sind. Viele Unternehmen ergänzen diesen Schutz mit einer freiwilligen Gruppenunfall­versicherung, die den Mitarbeitern Extra-Leistungen und oft auch einen 24-Stunden-Rundum-Schutz bietet.

Arbeitgeber genießen durch den Abschluss einer Gruppenunfall­versicherung steuerliche Vorteile. Die Beiträge können als abzugsfähige Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Bei den Gruppenunfall­versicherungen wird zwischen Policen mit und ohne Direktanspruch unterschieden. Danach richten sich auch die steuerliche Behandlung und das Maß, in dem Arbeitgeber steuerlich davon profitieren.

  1. Unternehmen können ihre Steuerlast senken und die Beiträge für eine Gruppenunfall-­versicherung als Betriebskosten geltend machen
  2. Die steuerliche Behandlung richtet sich danach, ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Direktanspruch einräumt
  3. Beiträge aus Policen ohne Direktanspruch sind steuerfrei, die aus Versicherungen mit Direktanspruch sind in der Regel lohnsteuerpflichtig

Gruppenunfall­versicherung: Die steuerliche Behandlung für Unternehmen 

Anrechnung als Betriebskosten

Die Beiträge für eine Gruppenunfall­versicherung werden als Betriebskosten angesetzt und tragen damit zur Gewinnminderung bei.

Policen gibt es schon ab drei Personen. Sollte der Chef des Unternehmens sich ebenfalls mitversichern, ist sein Beitrag allerdings nicht anrechenbar. Ausnahme: Er ist der Geschäftsführer einer GmbH. In dem Fall kann er unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich als Arbeitnehmer angesehen werden.

Unterscheidung: Versicherungen mit und ohne Direktanspruch  

Der Erlass des Bundesministeriums für Finanzen vom 28.10.2009 regelt die einkommens- und lohnsteuerrechtliche Behandlung der vom Arbeitgeber bezahlten Unfall­versicherung neu. Die steuerliche Behandlung richtet sich nun danach, ob der Arbeitnehmer einen vertraglichen Direktanspruch im Versicherungsvertrag hat, oder ob dieses Recht nur dem Arbeitgeber zusteht. 

Versicherungen ohne Direktanspruch 

Hat der Mitarbeiter keinen direkten Anspruch an die Versicherung, sind die Beiträge steuerfrei. Sprich: Sie sind kein steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Im Schadensfall muss der Mitarbeiter den Arbeitgeber auffordern, den Schadensfall zu melden und abzuwickeln. Der Arbeitgeber behält die Ausübung der Rechte. Er ist allerdings verpflichtet, die Leistungen an den Arbeitnehmer weiterzuleiten. Die Leistungen sind im Leistungsfall ebenfalls steuerfrei. 

Versicherungen mit Direktanspruch 

Räumt der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen direkten Anspruch ein, zählen die Beiträge als Arbeitslohnzufluss und sind damit steuerpflichtiger Arbeitslohn. Allerdings kann der Arbeitgeber die Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen zu 20 Prozent pauschalieren. 

Hier lohnt sich eine Beratung durch einen Fachmann. Unsere CLARK-Experten helfen dir hier gerne weiter.

Zusammenfassung

  • Beiträge für eine Gruppenunfall­versicherung werden als Betriebskosten angerechnet.
  • Die steuerliche Behandlung richtet sich danach, ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Direktanspruch einräumt.
  • Beiträge aus Versicherungen ohne Direktanspruch sind steuerfrei.
  • Beiträge aus Versicherungen mit Direktanspruch zählen als Arbeitslohnzufluss und sind damit lohnsteuerpflichtig. Unter bestimmten Bedingungen sind sie zu 20 Prozent pauschalierbar.

Wann werden Beiträge steuerpflichtig? 

Versicherung mit Direktanspruch: Möglichkeit zur Lohnsteuerpauschalierung 

Steuerpflichtige Beiträge des Arbeitnehmers sind individuell nach dem ElStAM zu versteuern.

Entscheidet sich der Arbeitgeber für eine Gruppenunfall­versicherung mit Direktanspruch, werden die Beiträge lohnsteuerpflichtig. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Lohnsteuer für die Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen zu 20 Prozent zu pauschalieren.

Bedingungen für eine Pauschalierung 

  • Der Arbeitgeber muss eine Gruppenunfall­versicherung abschließen, in der mindestens zwei Arbeitnehmer versichert sind.
  • Der durchschnittliche Beitrag pro Kopf darf nach dem Bürokratieentlastungs­gesetz 100 Euro jährlich nicht überschreiten (§ 40b Abs. 3 EStG. / seit Januar 2020). Wird die Freigrenze von 100 Euro überschritten, ist der gesamte Betrag lohnsteuerpflichtig. 

Gemischte Unfall­versicherung – was ist steuerpflichtig, was nicht?  

Unfall­versicherungen decken in der Regel sowohl berufliche als auch private Risiken ab. Für die Steuer müssen die Beiträge aufgeteilt werden. Der Prozentsatz kann je nach Versicherer in der Police festgelegt werden. Fehlen diese Angaben, werden die steuerpflichtigen Beiträge wie folgt aufgestellt: 

Der Gesamtbetrag wird zu jeweils 50 Prozent in einen privaten und einen beruflichen Bereich aufgeteilt. Vom beruflichen Bereich kann der Arbeitgeber 40 Prozent als Reisekostenersatz steuerfrei belassen. Die übrigen 60 Prozent beziehen sich auf das berufliche Unfallrisiko und werden dem steuerpflichtigen Arbeitslohn zugerechnet. 

Das bedeutet: 20 Prozent des Gesamtbetrages einer gemischten Unfall­versicherung werden als Reisekostenersatz steuerfrei anerkannt. 

Daraus folgt: Um unter der 100-Euro-Grenze zu bleiben, werden nur 80 Prozent des Gesamtbetrags einbezogen. 

Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen schließt eine Gruppenunfall­versicherung für fünf Arbeitnehmer für das Jahr 2020 zu einem Beitrag von 120 Euro pro Arbeitnehmer ab. Dieser Beitrag wird zu jeweils 50 Prozent dem privaten und dem beruflichen Risiko zugeteilt. Damit beträgt der berufliche Anteil 60 Euro. 

Dieser berufliche Anteil muss noch einmal aufgeteilt werden in:  

60 Prozent für Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte = 36 Euro 40 Prozent für berufliche Auswärtsfahrten = 24 Euro 

Der Betrag von 24 Euro sind 20 Prozent der Gesamtsumme (bzw. 40 Prozent von 50 Prozent). Das ist der Reisekostenersatz, der steuerfrei anerkannt wird.  

Das bedeutet: Der zu versteuernde private Anteil liegt bei 96 Euro. Damit bleibt das Unternehmen unter der 100-Euro-Grenze und kann diesen Anteil zu 20 Prozent pauschalieren. 

Zusammenfassung

  • Die Lohnsteuer für die Beiträge kann zu 20 Prozent pauschaliert werden. Bedingungen: Mindestens zwei Arbeitnehmer sind versichert und der durchschnittliche Beitrag pro Versicherungsnehmer liegt unter 100 Euro im Jahr.
  • Unfall­versicherungen, die private und berufliche Unfälle abdecken, können vom Gesamtbetrag 20 Prozent steuerfreien Reisekostenersatz abrechnen. So kann die 100-Euro-Grenze auch bei höheren Beiträgen eingehalten werden.

Eine Gruppenunfall­versicherung abschließen

Deine Mitarbeiter sind dein Kapital, und das gilt es bestmöglich zu schützen. Wenn du dich ausschließlich auf die gesetzliche Unfall­versicherung verlässt, kann dich das im Zweifelsfall teuer zu stehen kommen. 

Mit einer auf deine Bedürfnisse abgestimmten Gruppenunfall­versicherung bietest du deinen Mitarbeitern einen voll umfassenden Schutz, beugst Rechtsstreitigkeiten vor und sparst zusätzlich noch Steuern. Unsere CLARK-Experten können dir dabei helfen, einen passenden Tarif zu finden, der genau zu deinen Bedürfnissen passt. 

Nächste Schritte

  • Kontaktiere unsere CLARK-Experten. Das geht ganz einfach per Chat in der CLARK App oder indem du uns unten deine Kontaktdaten hinterlässt.
  • Die CLARK-Experten beraten dich völlig unverbindlich. Auf Wunsch erhältst du ein individuell auf deine Lebenssituation angepasstes Angebot.
  • Du wählst deinen Wunsch­versicherer. Gemeinsam mit den CLARK-Experten stellst du den Antrag und unterschreibst komplett digital. So einfach geht Versicherung heute.

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