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Das passende Depotkonto - richtig und individuell ausgewählt

Im Angebotsdschungel den Überblick bewahren und mit Plan das individuell richtige Depotkonto auswählen: Was du dabei beachten solltest und wie du es eröffnest.

Das wichtigste in Kürze

Gerade bei langfristiger Geldanlage bieten sich Wertpapiere wegen ihrer guten Rendite an. Allerdings kannst du nicht einfach so in Aktien, Fonds und ETFs anlegen, sondern für sie benötigst du ein Depotkonto. Bei all den Angeboten das beste Depot zum Investieren zu finden, erscheint wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wenn du aber weißt, welche Faktoren entscheidend sind, kommst du wesentlich leichter ans Ziel.

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Wenn du Vermögen in Aktien & Co. investieren möchtest, benötigst du ein Depotkonto.

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Ein Depotkonto zu eröffnen oder zu wechseln ist heutzutage unkompliziert.

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Mit dem individuell richtigen Depotkonto kannst du deine Rendite verbessern.

Was ist ein Depot und brauchst du es?

Es klingt sicherlich spannend, wenn Familie oder Freunde berichten, in welche neuen Aktien sie gerade investiert haben – und vielleicht sogar schon erste Kursgewinne verzeichnen. Nichtsdestotrotz solltest du dir als erstes die Frage stellen, ob für dich Geld in einem Wertpapierdepot anzulegen überhaupt sinnvoll ist.

Wer braucht ein Depotkonto?

Um diese Frage zu beantworten, solltest du einen Blick auf die Ziele deiner Geldanlage werfen. Sind diese Ziele kurz- oder mittelfristig, empfiehlt es sich, ein Tagesgeld oder Festgeld abzuschließen. Wertpapiere sollten für Privatanleger eher eine langfristige statt kurzfristige Geldanlage sein. Bei einem kurzen Anlagehorizont ist das Risiko ansonsten hoch, Kursverluste zu erleiden. Bei einem Festgeld hingegen erhältst du dein eingesetztes Kapital plus Zinsen zurück.

Aktien, ETFs und andere Fonds eignen sich, um Geld über eine lange Zeit anzulegen, zum Beispiel, wenn du für deine Altersvorsorge sparst. Die Rendite fällt in der Regel höher aus als bei Festgeldern oder dem Sparbuch und das Risiko aus den zwischenzeitlichen Kursschwankungen wird durch den langen Anlagezeitraum minimiert.

Funktionen des Depotkontos 

Das Depotkonto, kurz Depot, erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum einen ermöglicht es Wertpapier-Transaktionen, nämlich Kauf, Verkauf und Übertrag. Zum anderen dient das Wertpapierdepot als Aufbewahrungsort für deine erworbenen Wertpapiere.

Abhängig vom Anbieter kannst du die gewünschten Transaktionen entweder bei deinem Bankberater in der Filiale, per Telefon oder direkt online platzieren. Für welchen Weg du dich dann entscheidest, hängt von deiner persönlichen Präferenz ab. Wenn du neu bei der Investition in Wertpapiere bist, kannst du dich mit deinem Bankberater austauschen. Kennst du dich gut aus und weißt du genau, in welche Aktie, ETF oder sonstigen Titel du an der Börse investieren möchtest, ist es praktisch, die Order ohne Umwege zu platzieren. Das geht heutzutage in der Regel online, aber auch telefonisch kann man seine Order platzieren.

Die Verwahrung erfolgt bei einem großen Teil der Depots in Deutschland über die sogenannte Girosammelverwahrung. Bei der Sammelverwahrung liegen die Wertpapiere bei einer zentralen Verwahrstelle und werden nicht als tatsächliche physische Papiere bei einem Kauf oder Verkauf übergeben.

Genau genommen erwirbst du nicht die Aktie selbst, sondern einen rechtlichen Anspruch an der Girosammelverwahrung. Das klingt zwar kompliziert, aber damit kommst du als Anleger kaum in Berührung. Das wickelt die depotführende Stelle ab. Übrigens: Dies hat nichts mit dem Girokonto zu tun, sondern ist dem sprachlichen Ursprung des Wortes "Giro" aus dem italienischen geschuldet. Es bedeutet so viel wie "Umlauf" oder "Kreis".

Grundsätzlich gibt es noch andere Verwahrungsmöglichkeiten bis hin zur Auslieferung der effektiven Stücke, also der tatsächlich gedruckten Urkunde, beispielsweise eine Aktie. Dies ist jedoch mit höheren Kosten verbunden. Daher gilt: Wer seine Geldanlage um Wertpapiere ergänzen möchte, benötigt dafür ein Depot. Daran führt in der modernen Finanzwelt kaum ein Weg vorbei.

Zusammenfassung

  • Das Depot erfüllt zwei Funktionen: Handel und Aufbewahrung von Wertpapieren
  • Wertpapier-Orders kannst du - abhängig vom Anbieter - persönlich, per Telefon oder heutzutage Gang und Gäbe – online platzieren.
  • Die Verwahrung der Wertpapiere erfolgt über die zentrale Girosammelverwahrung.

So findest du das richtige Depotkonto

Nicht zuletzt durch die Möglichkeit von Online-Depots hat das Angebot am Markt stark zugenommen und ist unübersichtlich geworden. Depotkonto-Vergleiche erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit. Worauf du achten solltest und welche Konditionen für dich im Vergleich wichtig sind, hat CLARK für dich zusammengestellt:

Möglichkeiten der Depotführung

Dafür gibt es drei Wege: Persönlich in der Filiale, am Telefon oder im Internet. Entscheide zunächst, welchen Weg du nutzen möchtest. Nicht alle depotführenden Stellen bieten nämlich alle Varianten an. Bei klassischen Filialbanken stehen dir die drei Wege jedoch zur Verfügung.

Direktbanken haben kein eigenes Filialnetz, führen aber auch andere Bankprodukte. Wenn du gerne alles bei einer Adresse hast, bietet sich das an. Die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte erfolgt dort in aller Regel online; manche Direktbanken haben zusätzlich einen Telefonservice.

Die dritte Möglichkeit sind Online-Broker. Sie sind speziell nur auf den Wertpapierhandel ausgelegt und haben darüber hinaus keine typischen Bankprodukte im Angebot. Handeln kannst du bei ihnen natürlich online. Manche stellen für ihre Kunden eine telefonische Hotline bei technischen Schwierigkeiten, schiefgelaufenen Wertpapiergeschäften und ähnlichem bereit. Sie sind mit ihrem schlanken Modell die günstigste Alternative.

Für Anleger, die online handeln möchten, lohnt sich ein Blick auf die Benutzeroberfläche des Anbieters. Diese sollte übersichtlich und verständlich für Privatanleger gestaltet sein. Idealerweise bietet sie zusätzlich eine Online-Hilfe und erklärt Begriffe und Funktionen.

Sicherheit

Auf einem Depotkonto werden naturgemäß Teile deines Vermögens verwaltet. Wie ist es dort um die Sicherheit bestellt?

Idealerweise suchst du dir zum Vergleich Anbieter heraus, die entweder deutsche Unternehmen sind oder, im Falle von ausländischen Unternehmen, mindestens eine Niederlassung in Deutschland haben. Diese werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert, was das Risiko unseriöser Broker von vornherein reduziert.

Generell werden deine Aktien und andere Wertpapiere von der Bank oder dem Broker nur treuhänderisch über die Girosammelverwahrung gehalten. Im Fall einer Insolvenz ist dieses Geld nicht gefährdet, da du jederzeit der rechtmäßige Inhaber bist. Dein Portfolio wird dann an dich zur Übertragung an eine neue Bank herausgegeben.

Womöglich hat ein Kunde jedoch Geld auf einem Referenzkonto in Form eines Tagesgelds liegen. Dieses wird – vorausgesetzt es handelt sich um einen Anbieter mit Niederlassung in der europäischen Union – durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Bank und Kunde abgedeckt.

Weitere Indikationen für die Sicherheit sind die Verfahren, die für die Sicherung der einzelnen Orders genutzt werden, wie seriös der Anbieter auftritt (beratend vs. zur Spekulation animieren) und wer im Falle des Falls von Cyberkriminalität haftet. Hältst du dich jedoch an die renommierten Broker und Banken, sind du und dein Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der sicheren Seite.

Kosten reduzieren Rendite

Bei Geldanlagen, egal in welcher Form, spielen die Kosten eine wichtige Rolle. Deine Rendite setzt sich nämlich aus Erträgen minus Kosten zusammen. Wenn du beispielsweise bei einer langfristigen Geldanlage in Höhe von 10.000 Euro jährlich 7 Prozent Ertrag erwirtschaftest, aber 1 Prozent Gebühren bezahlst, kommt dir eine Rendite von nur noch 6 Prozent zu. Das eine Prozent Rendite macht 100 Euro aus. Lass dich daher nicht ins Bockshorn jagen, wenn andere behaupten, die Gebühren wären irrelevant und du müsstest nur den richtigen Riecher für Aktien oder Fonds mit hohen Renditen haben.

Abhängig von den Konditionen und davon, ob du dich für ein Depot bei deiner Bank oder bei einem Online-Broker entscheidest, können die Gebührenunterschiede mehrere hundert Euro betragen. Das beeinflusst die Rendite natürlich maßgeblich. Soweit muss es aber gar nicht kommen, wenn du das für dich passende Wertpapierdepot auswählst.

Deine eigene Anlagestrategie

Wenn du das passende Depotkonto eröffnen willst, spielt dein persönlicher Anlagestil eine maßgebliche Rolle. Hast du viele Orders pro Jahr und schichtest dein Portfolio häufig um? Legst du einmal im Jahr viel Geld an und lässt es ansonsten unangetastet liegen? Oder möchtest du einen ETF-Sparplan anlegen, bei dem du regelmäßig Geld in einen Fonds einzahlst?

In einem ersten Schritt solltest du dir daher überlegen, wie viele Transaktionen du pro Jahr ungefähr tätigen wirst und mit welchem Volumen. Keine Sorge, wenn du gerade beginnst und es nicht genau abschätzen kannst. Ein Depot-Anbieter lässt sich wechseln, falls du nach einer Weile feststellst, dass das Konto nicht günstig für deine Zwecke ist.

Mit diesen vorläufigen Eckdaten zu deinem Anlageverhalten kannst du im nächsten Schritt die Konditionen der Banken vergleichen. Hilfreich ist eine Tabelle, in der du die tatsächlich zu erwartenden Kosten für dein geplantes Anlageverhalten einträgst.

Kosten der Depotführung

Die schlechte Nachricht ist, dass es nicht "das eine" günstige Depotkonto gibt. Die gute Nachricht ist, dass es für jeden Stil der Geldanlage ein passendes gibt. Die Gebührenstrukturen sind vielfältig und setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Typisch sind dabei die folgenden:

Jahresgebühr

Die Jahresgebühr, auch Verwaltungs- oder Grundgebühr genannt, ist in der Regel einfach zu bestimmen. Viele Online-Broker erheben zum Beispiel gar keine. Andere haben einen fixen Betrag, bei manchen ist es nach Höhe der Geldanlage gestaffelt.

Anleger, die wenig handeln, profitieren von einer niedrigen Jahresgebühr. Außerdem ist zu beachten, dass auch für leere Depotkonten üblicherweise jährlich Geld fällig wird. Daher sollten Anleger unbedingt das alte Konto kündigen, wenn es nicht mehr benötigt wird.

Orderkosten

Dieser Teil der Kosten ist für dich umso relevanter, je mehr du handeln möchtest. Bei den Kosten pro getätigter Order wird es etwas unübersichtlicher, weshalb deine vorher angelegte Tabelle für Durchblick sorgt. Dort kannst du eintragen, was dich ein Geschäft tatsächlich kosten wird.

Typischerweise setzen sich die Kosten pro Transaktion aus einem Fixbetrag plus prozentualem Anteil des Ordervolumens zusammen. Beispielsweise kostet ein Kauf den Anleger 4,90 Euro als Pauschale zuzüglich 0,25 Prozent des angelegten Gelds. Bei 10.000 Euro sind das insgesamt 29,90 Euro.

Manche Anbieter haben eine Mindestgebühr, die du auf jeden Fall zahlen musst. Die kommt zum Tragen, wenn du kleine Beträge investieren möchtest. Ebenso werden teilweise die maximalen Gebühren pro Vorgang gedeckelt. Das ist interessant, wenn du größere Summen investierst.

Sparpläne

Bei manchen Anbietern gibt es günstigere Konditionen für Sparpläne. Dabei sparst du jeden Monat einen kleinen Betrag in einen ETF oder Fonds im Gegensatz zu den größeren Einmalanlagen bei den gerade beschriebenen Geschäften.

Die Gebühren unterscheiden sich auch hier: Entweder sind es fixe Beträge oder ein prozentualer Anteil. Die Prozentlösung kommt Kunden entgegen, die kleine Sparraten haben. Wer regelmäßig große Beträge sparen möchte, ist mit den festgelegten Gebühren besser bedient.

Andere Kostenpositionen

Neben den genannten gibt es noch eine Reihe weiterer Geschäftsvorfälle, die womöglich Kosten verursachen. Darunter sind zum Beispiel Ordererteilungen an der Börse, abhängig vom In- oder Ausland, oder gar bei der Auszahlung von Dividenden.

Außerdem locken Banken neue Kunden oftmals mit Rabatten. Es spricht nichts dagegen, sich diese zunutze zu machen. Allerdings solltest du darauf achten, wie lange die günstigen Konditionen gelten und was es im Anschluss kostet.

Zusammenfassung

  • Geschäfte können per Telefon, Internet oder persönlich in der Filiale einer Bank abgeschlossen werden.
  • Bei Banken, Direktbanken oder Online-Brokern mit deutscher Niederlassung sollten deine Geldanlagen in sicheren Händen sein.
  • Dein eigenes Anlageverhalten entscheidet darüber, welches Depotkonto das günstigste für dich ist.
  • Die Kosten für ein Depotkonto setzen sich aus Jahresgebühr, Kosten je Order sowie anderen Konditionen für beispielsweise Sparplänen und unterschiedliche Börsen zusammen.
  • Um den Überblick zu bewahren, lege dir am besten eine Tabelle an, in der du die Depotkosten für deine individuelle Situation vergleichen kannst.

Wertpapierdepot eröffnen

Wenn du dich nach der Recherche für eine depotführende Stelle entschieden hast, kann das Konto eröffnet werden.

Filialbank vs. Online-Bank

Handelt es sich um eine Filialbank, steht den Kunden üblicherweise ein Berater zur Seite. Dieser führt sie mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung durch den Prozess und kümmert sich um die restlichen Formalitäten, um das Konto zu eröffnen.

Bei den Direktbanken und Online-Plattformen musst du dich selbstständig um die Erledigung der erforderlichen Schritte kümmern, aber das ist nicht so kompliziert. Der Pluspunkt ist, dass du es zum großen Teil gemütlich von zu Hause machen kannst. Meist startet es mit einem Online-Antrag oder einem Online-Formular zum Ausfüllen. In der Filiale wird vor Ort deine Identität anhand eines amtlichen Ausweises geprüft. Bei der Online-Variante wird dies durch das Postident-Verfahren ersetzt.

Wertpapierhandelsbogen

Unabhängig davon, ob Anleger das Konto online oder persönlich eröffnen möchten, sollte ein sogenannter Wertpapierhandelsbogen ausgefüllt werden. Damit soll verhindert werden, dass Anleger mit wenig Erfahrung ihr Vermögen in riskante Papiere investieren.

In dem Bogen werden unter anderem die bisherige Erfahrung mit Wertpapier-Anlagen an der Börse sowie die Bereitschaft zum Risiko abgefragt. Es ist zwar keine Pflicht, aber wenn die Fragen nicht beantwortet werden, werden besonders risikoreiche Geschäfte von der Geldanlage ausgeschlossen. Aber keine Sorge, das sind ohnehin solche, für die du Spezialwissen haben solltest. Aktien, Fonds inkl. ETFs und Anleihen kannst du trotzdem kaufen.

Referenzkonto

Ein Depotkonto braucht immer ein Referenzkonto, auch Gegenkonto oder Verrechnungskonto genannt. Von diesem Konto wird das Geld für Ankäufe abgebucht und gutgeschrieben, wenn du Zinsen oder Dividende erhältst oder ein Wertpapier verkaufst.

Abhängig vom Anbieter kann dies ein Girokonto, Sparbuch oder Tagesgeldkonto sein. Die Vorteile können einerseits sein, dass dein Kapital auf einem Sparbuch oder Tagesgeld verzinst wird, während es nicht investiert ist. Andererseits sind manche Girokonten kostenlos, wenn im gleichen Haus ein passendes Depot geführt wird. Damit sparst du Kosten, die wiederum deine gesamte Rendite verbessern.

Praktisch ist jedoch, wenn Referenzkonto und Depotkonto unter einem Dach sind – bei manchen ist das sogar Bedingung –, damit du dir eine zweite Kontoeröffnung sparen kannst.

Zusammenfassung

  • Bei einer Filialbank hilft persönliche Beratung dabei, das Konto zu eröffnen. Online ist es selbstständiger, aber bequemer.
  • Der Wertpapierhandelsbogen erfasst deine bisherigen Erfahrungen mit Aktien & Co und deine Bereitschaft, Risiko beim Thema Geldanlage einzugehen.
  • Ein Depot braucht immer ein Referenzkonto, welches du gegebenenfalls zusätzlich eröffnen musst.

Was Du sonst noch wissen solltest

Steuern und Freistellungsauftrag

Kapitalerträge sind in Deutschland zu versteuern. Darunter fallen auch Dividenden aus Aktien und Zinsen aus Anleihen oder vom Tagesgeld sowie sonstige Erträge, die auf deinem Verrechnungskonto gutgeschrieben werden. Im Zuge dieser Gutschrift führt die depotführende Stelle – wenn sie in Deutschland eine Niederlassung hat – automatisch an das zuständige Finanzamt ab.

Wenn es sich um einen Broker mit ausländischem Sitz handelt, bist du für die Begleichung der Steuern selbst verantwortlich. Das geht jedoch mithilfe der Bescheinigung, die du am Ende des Kalenderjahres erhältst, ganz einfach, weil du die Beträge nur in deine Steuererklärung übertragen musst.

Vermeiden lässt sich das mit einem Freistellungsauftrag. Dafür steht ein Betrag von 801 Euro für Alleinstehende und das Doppelte als Ehepaar zur Verfügung. Die Freistellung kann auf mehrere Banken verteilt werden, allerdings musst du selbst darauf achten, dass der zulässige Gesamtbetrag nicht überschritten wird.

Den Antrag stellen dir Banken oder Broker meist bei Kontoeröffnung zur Verfügung. Wenn nicht, frage nach; es ist nur ein einfaches Formular. Keine Panik, wenn du den Freistellungsauftrag versäumt hast. Das zu viel gezahlte Geld kannst du über deine Steuererklärung wieder geltend machen.

Depotwechsel

Trotz aller Sorgfalt bei der Auswahl kann es passieren, dass du doch nicht glücklich mit deinem Depotanbieter bist. Vielleicht ist es nicht das günstigste Depot für dich oder du bist mit dem Service unzufrieden. Das ist kein Beinbruch, denn ein Depotwechsel ist unkompliziert.

Als erstes suchst du dir eine andere Bank oder Online-Broker aus, bei dem du ein neues Konto eröffnen willst. Dabei teilst du mit, dass du bereits ein bestehendes Wertpapierdepot hast. Dazu gibt es ein Formular für den Übertrag der Papiere.

Übrigens können nur ganze Anteile übertragen werden. Für den Fall, dass du Bruchstücke an Investmentfonds besitzt (resultiert oft aus einem Sparplan), dann teile deiner bisherigen Bank mit, dass diese Reste verkauft werden. 

Denke unbedingt daran, dass alte Depot zu kündigen, da du ansonsten weiterhin Grundgebühr bezahlst. Außerdem solltest du den Freistellungsauftrag löschen lassen, das passiert nicht automatisch. Die zugehörigen Steuerdaten für deine Wertpapiere werden hingegen selbstständig übermittelt, darum brauchst du dich nicht kümmern.

Zu guter Letzt: Ein Übertrag sollte kein Geld kosten. Die Bank verwaltet deine Wertpapiere treuhänderisch und ist verpflichtet, diese auf Wunsch auszuhändigen. Was die Bank allerdings in Rechnung stellen darf, sind entstandene Fremdkosten, zum Beispiel wenn Papiere im Ausland gelagert wurden.

Zusammenfassung

  • Kapitalerträge sind in Deutschland zu versteuern und darunter fallen auch Erträge aus Wertpapieranlagen und Wertpapiergeschäften.
  • Im Inland ansässige Institute führen die Steuern automatisch ab. Bei ausländischen Unternehmen musst du dafür selbst Sorge tragen.
  • Mit einem Freistellungsauftrag werden für Erträge bis zu 801 Euro keine Steuern abgezogen.
  • Bist du unzufrieden mit dem aktuellen Depot, ist ein Wechsel unkompliziert.
  • Achte darauf, das alte Konto wegen unnötiger Gebühren zu löschen und ebenfalls die Löschung des Freistellungsauftrags zu beantragen.

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