So funktioniert die betriebliche Altersvorsorge über eine Unterstützungskasse

Wie die betriebliche Altersvorsorge über eine Unterstützungskasse funktioniert und was es bei der Besteuerung der Rentenbezüge zu beachten gilt.

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Bei einer Unterstützungskasse handelt es sich um die älteste von fünf Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Was du über sie wissen musst, welche Vor- und Nachteile sie hat, das erfährst du hier.

Was ist eine Unterstützungskasse?

Die Unterstützungskasse ist einer der fünf sogenannten Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung. Über sie können Arbeitgeber zur Altersversorgung ihrer Mitarbeiter beitragen. Dabei übernimmt die Unterstützungskasse als externe und eigenständige Versorgungseinrichtung die Organisation für den Arbeitgeber.

Man unterscheidet zwischen der sogenannten rückgedeckten Unterstützungskasse, bei der das Vermögen ausschließlich über Rückdeckungsversicherungen abgesichert und angelegt ist, und der pauschaldotierten Unterstützungskasse, die ihr Vermögen frei am Kapitalmarkt anlegen kann.

Wie funktioniert die Unterstützungskasse?

Die Unterstützungskasse dient der Altersabsicherung von Angestellten. Die Beiträge stammen entweder direkt vom Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern über den Arbeitsvertrag Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung zugesagt hat, und/oder aus Beiträgen des Mitarbeiters, die dieser über Entgeltumwandlung direkt aus seinem Bruttogehalt entrichtet. Im Alter erhältst du dafür eine Zusatzrente ausbezahlt, die sich aus dem während deiner Erwerbstätigkeit angesparten Kapital speist.

Gut zu wissen

Beiträge, die du selbst aus deinem Bruttogehalt zahlst, sind bei der Einzahlung unbegrenzt steuerfrei. Dadurch eignet sich die Unterstützungskasse als Durchführungsweg auch für Besserverdiener.

Was unterscheidet eine pauschaldotierte Unterstützungskasse von einer rückgedeckten Unterstützungskasse?

Für dich als Arbeitnehmer ist diese Unterscheidung von geringer Bedeutung. Für den Arbeitgeber und die Unterstützungskasse selbst hat sie hingegen große Auswirkung hinsichtlich ihrer steuerlichen Behandlung.

In einer pauschaldotierten Unterstützungskasse können die Beiträge flexibel investiert werden. Eine weit verbreitete Anlageform ist die vollständige Vermögensanlage per Darlehensgewährung an das Trägerunternehmen (dein Arbeitgeber). Dadurch ergeben sich erhebliche Steuervorteile. In einer rückgedeckten Unterstützungskasse sind alle dir zugesagten Leistungen über Rückdeckungsversicherungen gegenfinanziert. Durch diese stabilere, aber weniger flexible Anlage des Sparkapitals schützt sie den Arbeitgeber besser vor unabsehbaren Risiken.

Die Unterstützungskasse unterliegt nicht der Versicherungsaufsicht, was sie von anderen Durchführungswegen wie der Pensionskasse, dem Pensionsfonds oder der Direktversicherung unterscheidet. Dadurch ist sie freier in ihrer Geldanlage. Offiziell heißt es deshalb häufig im Kleingedruckten, du hättest als Mitarbeiter eines Trägerunternehmens keinen Rechtsanspruch auf Versorgungsleistungen aus der Unterstützungskasse (höhere Renditechance = höheres Risiko, klar). Das ist auch richtig. Aber du hast immer einen Rechtsanspruch gegenüber deinem Arbeitgeber. Dein Arbeitgeber darf sich aussuchen, über welchen Durchführungsweg er die betriebliche Altersversorgung organisiert. Dafür haftet er aber auch für die zugesagten Leistungen. Kann die Unterstützungskasse die zugesagte Leistung nicht erwirtschaften, muss dein Arbeitgeber die Differenz ausgleichen.

Was sind die Vor- und Nachteile der Unterstützungskasse?

Der größte Vorteil der Unterstützungskasse liegt für dich in der Steuerbefreiung der Beiträge aus Entgeltumwandlung. Daher lohnt sich diese Form der betrieblichen Altersabsicherung vor allem für Gutverdiener. 276 Euro pro Monat sind außerdem sozialabgabenfrei.

Andererseits ist die Unterstützungskasse weniger flexibel als andere Durchführungswege. Im Gegensatz zur Direktzusagen lassen sich aufgrund der Finanzierung keine variablen Bezüge wie beispielsweise Bonuszahlungen einbringen. Beiträge sind nur aus laufendem Gehalt und regelmäßigen Sonderzahlungen möglich. Wechselst du den Job, kannst du deine Altersversorgung sehr wahrscheinlich nicht zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. In diesem Fall wird sie beitragsfrei gestellt und dir mit Eintritt in den Ruhestand ausbezahlt.

Ist die Auszahlung aus einer Unterstützungskasse steuerpflichtig?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge durch eine Unterstützungskasse muss der Arbeitnehmer die einbezahlten Beiträge nicht versteuern. Sie fließen als unbesteuerter Teil des Bruttogehalts direkt in den Versicherungsvertrag. Die Steuerfreiheit gilt unabhängig von der Höhe der Beiträge.

Allerdings werden die Rentenzahlungen besteuert. Du zahlst also als Rentner nachträglich Steuern auf die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge. Zudem werden dann die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig, auch der bei der Einzahlung gesparte Arbeitgeberanteil. Die Wertsteigerung deiner Beiträge sowie der wahrscheinlich niedrigere Steuersatz im Ruhestand gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus.

Was hat es mit einer Unterstützungskassen-Auszahlung nach der Fünftelregelung auf sich?

Steht die Auszahlung einer betrieblichen Altersvorsorge an, hast du als Leistungsbezieher die Wahl zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung und einer lebenslangen Rente. Die steuerliche Behandlung einer Unterstützungskassen-Auszahlung unterscheidet sich nicht von anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge, auf die ebenfalls erst im Bezugszeitraum Steuern fällig werden.

Eine einmalige Unterstützungskassen-Auszahlung wird nach § 19 Einkommensteuergesetz (EStG) genauso nachgelagert besteuert wie reguläre Rentenzahlungen aus einer Unterstützungskasse. Lässt du dir das Rentenkapitel als Einmalsumme auszahlen, kann dir die sogenannte Betriebsrente-Fünftelregelung bei der Besteuerung einer Unterstützungskassen-Auszahlung jedoch Vorteile bringen:

Dabei wird zur Berechnung der Steuer nur ein Fünftel des eigentlichen Kapitalbetrages zugrunde gelegt und zu deinem Jahreseinkommen addiert. Die Differenz aus deiner Steuerschuld ohne Auszahlung und deiner Steuerschuld mit gefünftelter Auszahlung wird dann mal fünf genommen und mit deiner regulären Steuerschuld addiert. Daraus ergibt sich der zu versteuernde Betrag, der niedriger ist als bei regulärer Besteuerung.

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